Hogwarts Legacy, Forspoken und Co.: Doch zu wenig Videospeicher für Spiele - die Zukunft hat uns eingeholt! Ein Kommentar
Wir haben eine Kolumne aus dem Mai 2022 mit der aktuellen Realität abgeglichen. Spiele werden schöner, Hardware wird schneller - es ist ein ewiges Wettrüsten. Alle paar Jahre sorgt eine neue Konsolen-Generation für einen besonders großen Schub bei allen Multiplattform-Entwicklungen. Oder auch nicht. In seiner Kolumne gestand PCGH-Grafikkartentester Raffael "Raff" Vötter im Mai seine etwas voreiligen Schlüsse, wird im Februar 2023 aber bestätigt.
Update vom 8. Februar 2023: Zeiten ändern sich. Was heute noch modern ist, kann morgen schon veraltet sein. Treue PCGH-Leser wissen, dass wir unsere Hardware-Empfehlungen stets mit Blick nach vorn aussprechen, damit Sie nicht auf das falsche Pferd setzen. Das wird mitunter als übertrieben aufgefasst und lohnt sich für Grafikkarten-Vielwechsler nicht immer - aber je länger Sie eine Grafikkarte nutzen, desto eher zahlt sich die Investition in ein von uns empfohlenes Modell aus. Sie haben eine Geforce RTX 3060 12GB, Geforce RTX 3080 12GB, Radeon RX 6700 XT oder Radeon RX 6800 XT anstelle einer Geforce RTX 3060 Ti und Geforce RTX 3080 10GB gekauft? Dann werden Sie spätestens jetzt feiern.
Noch im Mai 2022 gaben wir unsere etwas voreiligen Schlüsse zu Protokoll (siehe auch den Original-Artikel unten), nun hat uns die damals vorausgesagte Zukunft eingeholt. Die Vorreiter der neuen Spiele-Generation - Hogwarts Legacy und Forspoken - zeigen jedem Speichergeizmodell klare Grenzen auf. Ja, wir meinen dich, Nvidia(s Produktmanager)! Im Grunde sind die neuerlichen VRAM-Probleme in Hogwarts Legacy, Forspoken, Dead Space Remake nicht neu oder überraschend - die Intensität ist jedoch höher. Grafikkarten mit 8 GiByte waren längst angezählt, doch nun ist der Knockout nah. Der Generationenwechsel verzögerte sich aufgrund diverser Faktoren (Covid, Mining, Bauteilemangel), doch 2023 wird den Umschwung mit vielen Next-Gen-Spielen bringen. Zweifellos wird es auch dieses Jahr einige Titel geben, die perfekt optimiert sind und infolgedessen auf älteren Grafikkarten anständig laufen, die Weichen sind jedoch gestellt. Während wir auf die finalen Treiber für Hogwarts Legacy warten, um Ihnen umfassende Benchmarks zu präsentieren, legen wir Ihnen unsere ofenfrische VRAM-Beratung 2023 ans Herz.
Quelle: PC Games Hardware
Hogwarts Legacy: PCGH rät zu 32 GiB Arbeitsspeicher plus 16 GiByte Grafikspeicher für maximale Freude. Fehlt eines oder beides, kommt es zu mehr oder minder ausgeprägtem Ruckeln.
Quelle: PC Games Hardware
Forspoken: Das Spiel hat - allen Unkenrufen zum Trotz - bildhübsche Momente. Wir empfehlen mindestens 12 GiByte VRAM plus 16 GiByte RAM.
Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht jede unserer Vorhersagen trifft passgenau ein, die Zeit arbeitet jedoch gegen Hardware, die nur auf die Gegenwart getrimmt ist. Es ist gut, einen Puffer für Ernstfälle und die Zukunft zu haben. Oder sehen Sie das anders? Gehören Sie zum Team "Nummer sicher", "Öfter aufrüsten" oder gar "Warum immer Ultra-Details"? Diskutieren Sie mit!
Original-Artikel vom 22. Mai 2022 (Zu wenig Videospeicher für Spiele: Da war ich wohl etwas voreilig - Ein Kommentar von Raffael Vötter): "Einmal dachte ich, ich hätte Unrecht, aber da hatte ich mich geirrt." So ein Typ bin ich nicht. Es ist gut, wenn man getätigte Aussagen mit neuen Informationen abgleicht und dann zugeben kann, dass es anders gekommen ist. In meinem Arbeitsalltag rettet mich die Kombination aus großer Probenmenge und Erfahrung vor allzu kühnen, undichten Aussagen. Dabei will die Erfahrung, welche eine perspektivische Einordnung der Fakten ermöglicht, als Multiplikator wohldosiert sein. Beim Blick auf das Thema "Grafikkarte vs. Spiele" hatte ich eine andere Entwicklungskurve antizipiert, als es sie tatsächlich gab.
Ende 2020 standen die Zeichen auf Neuanfang: Brandneue GPUs von AMD und Nvidia sowie eine frische Konsolengeneration ließen eine wunderschöne Next-Gen-Zukunft erwarten. Was wir stattdessen bekamen, ist bis heute eher unspektakulär. Sars-CoV-2 wütet immer noch, Bauteilemangel, Krypto-Humbug und jetzt auch noch ein völlig unnötiger, hirnverbrannter Krieg bremsen die Verbreitung neuer Hardware. Ohne die wird für alte, millionenfach installierte Komponenten optimiert. Das hat auch etwas Gutes: Grafikkarten, die ich Ende 2020 als "auf Kante genäht" ansah, sind heute immer noch ordentlich (8 GiB) bis sehr gut (10 GiB) nutzbar.
Ich schiele beim Schreiben dieses Texts natürlich auf Nvidias Geforce RTX 3080, welche zum Release zweifellos schnell war, aber weniger Speicher mitbrachte als das vorherige Topmodell RTX 2080 Ti. Nein, Nvidias offizielle Begründung, wonach die RTX 3080 der Nachfolger der RTX 2080 sei, lasse ich immer noch nicht als Ausrede für mangelnden Fortschritt gelten. Die folgenden Jahre spielten der RTX 3080 10GB in die Hände und Nvidia versteht es mithilfe einer aggressiven Speicherverwaltung wirklich gut, Mangelsymptome hinauszuzögern. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aus meinen letzten Tests kann ich ungefähr herleiten, dass sich 10 "Geforce-GiByte" in etwa so verhalten wie 12 "Radeon-GiByte". Kommt es durch nicht-streambare Hochlast zu einer echten Befüllung des Speichers, helfen aber auch Treiber-Tricks nicht. RTX 3080 10GB, RTX 3070 (Ti) und Konsorten haben für ihre Leistung einfach zu wenig Kapazität. Es gibt gute Gründe dafür, dass die meisten neuen Grafikkarten über 12 GiByte verfügen. Auch Nvidia weiß das. Die RTX 2060 12GB, RTX 3060, RTX 3080 12GB und RTX 3080 Ti sind der eindeutige Beweis und allesamt speicherseitig "safe". Dass AMD den Nutzen echten Speichers verstanden hat, dürfte spätestens seit dem Fiji-Desaster klar sein. Die Radeon-Macher vergessen das zwar manchmal (u. a. RX 5600 XT, RX 6500 XT), aber das sind keine High-End-Karten, sondern offizielle Sparbrötchen.
Die Aussage, dass die nächste Spiele-Generation so manches "Kantnaht-Modell" umhauen wird, hat immer noch Bestand. Jetzt wirklich, könnte man sagen, denn die Sache kommt endlich ins Rollen. Erste Spiele schneiden Old-Gen-Zöpfe ab (keine Xbox-One- und PS4-Unterstützung mehr), die Unreal Engine 5 nimmt Anlauf und mit Direct Storage steht eine große Innovation beim Daten-Streaming an. Wenn uns die vergangenen zwei Jahre eines lehren, dann aber, nicht voreilig zu sein. Gerade Direct Storage wird nicht über Nacht implementiert - wir reden hier von vielen Jahren bis zu einer flächendeckenden Nutzung. War ich also voreilig? Ja. War diese Entwicklung abzusehen? Nein. Ist eine Grafikkarte mit mehr Speicher besser, standhafter, zukunftssicherer und beim Wiederverkauf wertvoller als eine mit wenig Speicher? Das ist eine rhetorische Frage.

(1) TSMC muss (nicht will, kann oder darf) sich mit globalen Standorten diversifizieren um der Bedrohung zu entgehen bei einem Konflikt zwischen Taiwan und China vom Markt zu verschwinden. Bei allen Förderungen von Staaten kostet das immer noch viel Geld und das wird gerade gedruckt. Die höheren Preise vererben sich zum Kunden durch.
(2) TSMC ist kein reiner Verkauf, es ist ein Stück weit eine Auktion. Die besten TSMC (etc.) Nodes machen nicht nur GPUs für Zocker. Smartphonechips und deren zahlungswillige Kunden treiben die Preise hoch. 1000€ für eine 300mm² 4070? Apple schafft auch 1300€ für ein Produkt mit 100mm² Chipfläche. So teuer wie Nvidia ist, mit den Gewinnspannen von Apple halten die nicht mit und damit wird der Einkauf bei TSMC teuer.
(3) KI Chips wurden zur "strategischen Ressource" erklärt. Übersetzung: NATO Staaten werden jeden Preis zahlen und daher werden einige Firmen mit KI Chips mehr Geld verdienen als mit Gamern. Wir sind es jetzt gewohnt GPUs auf den modernsten Prozessen wie aktuell 5nm zu bekommen. Das könnte sich in Zukunft ändern, wenn z.B. der neue 3nm komplett in militärische Forschungschips und Megakonzern-KI Chips für Amazon und Google geht und alle anderen eine Ehrenrunde auf 5nm drehen müssen. Bei 2nm, 1nm, etc. wiederholt sich dann das Spiel.
Die erkannten Symptome der schwierigen Lage, in der sich TSMC und andere zu befinden scheinen, führen bei mir zu der Schlussfolgerung, das Problem halbieren zu können, indem ich auf einen Teil der möglichen Rechenleistung verzichte und somit ich hier nicht einer Kaufberatung zuteil sein muss, mehr Videospeicher zu empfehlen. Ein leichtes Überschreiten des VRAM Limits führt noch zu keinem merklichen Einbruch der Performance in einem Spiel, wodurch ein Wettrüsten vermieden werden kann.
Das Magazin selbst gibt Empfehlungen heraus nach aktuellem Treiberstand, wodurch ein sanfter Bildlauf auch bei sehr fordernden Einstellungen gewährleistet ist und somit lediglich die Kostenfrage die Leute daran hindert, zufrieden zu sein mit den Zuständen und sie sich damit entscheiden, ein neues Spiel nicht zu kaufen. Ebenso wird sich geweigert, Scalperpreise für Hardware zu bezahlen, was den Herstellern wie auch den Spielern zugute kommen wird. Man kann auf das Machbare verzichten und dann sehen wir ja, wohin das führt. Danke für die geistreiche Diskussion.
Denn wer die (einzige) oberklasse Amperkarte kaufte, nämlich die 3090, der hat auch heute mit 24GB mehr als genug VRAM.
Von mir aus klassifizier sie eine Stufe "darunter" als High End.
Aber 3080 ist basierend auf der Rechenleistung eine Oberklassenkarte.
Das Raytracing und vielleicht DLSS noch ein paar GB brauchen, verstehe ich, aber wenn man beides nicht nutzt?
Wird also einfach nur der VRAM zugemüllt?
Ab 18:20
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Die Frametime Spikes, die mitten beim spielen auftauchen, würde ich gerne mal mit sehr moderaten Einstellungen sehen. Vielleicht ist es ja ein Problem mit einem CPU-Limit und keinem Spiele Engine Limit.
Hier wurden Schwierigkeiten bei der Shader Kompolierung festgestellt, das Hauptproblem sei aber das Stottern beim Durchqueren des Haupttors. Der Videoersteller wünscht sich zudem weitere Einstellmöglichkeiten und Voreinstellungen, weil sich die Bildqualität und Leistung von Mittel zu Ultra nicht zu verändern scheint, insbesondere bei Reflektionseinstellungen. Es sollte 2 verschiedene Optionen geben für Cube Map Qualität und für die SSR Qualität.
Ich finde das ist Gejammere auf sehr hohem Niveau.
Ab 18:20
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