- DE
- English
- EN
Gothic Remake im Mega-Test: 64 CPUs und 44 GPUs plus Linux im Benchmark [Update]
Update: Nach vielen Jahren des Hoffens ist nun der Tag der Wahrheit gekommen: Erfüllt das Gothic Remake die hohen Erwartungen? PCGH hat die Minenkolonie erkundet und feiert den Anlass gebührend mit tonnenweise GPU- und CPU-Benchmarks.
Inhaltsverzeichnis
Fast sieben Jahre sind nun vergangen. Sieben lange Jahre, seitdem mit dem Gothic Playable Teaser im Dezember 2019 die Möglichkeit einer Neuauflage des deutschen Rollenspielklassikers ergründet und das Interesse der Spielerschaft sondiert wurde. Damals noch auf Basis der Unreal Engine 4, sollte mit der spielbaren Machbarkeitsstudie untersucht werden, ob ein Spiel wie Gothic, ein beinharter Open-World-Titel mit rauem Charme, Ecken und Kanten, heutige Spieler ansprechen kann. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich erschien das Original bereits vor 25 Jahren. Die Spiele, das Design, die Gestaltung der virtuellen Welten haben sich geändert, und auch die Gewohnheiten der Spieler, die Anspruchshaltung sind grundverschieden.
Allerdings war Gothic schon immer etwas Besonderes. Das Original konnte bereits im Jahre 2001 mit ungewöhnlichem Design, der wilden, erbarmungslosen Spielewelt und nicht zuletzt der ungeschliffenen Rohheit sowie der charmanten Grobschlächtigkeit seiner Figuren punkten und viele Fans, insbesondere in Deutschland und dem osteuropäischen Raum, gewinnen. Nachdem über 180.000 Steam-Nutzer den spielbaren Teaser heruntergeladen hatten und über 30.000 Nachrichten mit Feedback, Verbesserungsvorschlägen, Kritik wie auch Ermunterungen bei den Entwicklern von THQ Nordic Barcelona eingingen, entschloss sich Rechteinhaber THQ Nordic, einer Neuauflage des Rollenspielklassikers grünes Licht zu geben.
Anfang 2020 wurde die Produktion des Gothic Remakes offiziell bekannt gegeben. Der Publisher und Rechteinhaber THQ Nordic, der die Markenrechte 2019 erwarb, beauftragte für diesen Zweck das spanische Entwicklungsstudio Alkimia Interactive, welches aus dem zuvor neu gegründeten und für den Gothic-Teaser zuständigen THQ Nordic Barcelona hervorging. Nach der Insolvenz von Piranha Bytes, den Entwicklern des Originals, ließen sich zudem einige Gothic-Veteranen überzeugen, Erfahrungen und Können in die Entwicklung des Remakes einfließen zu lassen. Alkimia Interactive band obendrein die Community stark in die Entwicklung ein, schenkte Fan-Feedback und Kritik der Fachpresse sowie Medienschaffenden Gehör.
Im Rahmen des Steam Next Fests 2025 veröffentlichte Alkimia Interactive eine weitere, nun auf der Unreal Engine 5.4.3 basierende Demo. Die Demo "Nyras Prologue", die wir damals bereits einem ersten Technik-Check unterzogen hatten, stieß ebenfalls auf einiges Interesse. In dieser spielbaren Präsentation ließ sich zudem bereits einiges Potenzial erkennen, das in der Neuauflage steckte, obendrein ließ sich die Richtung des Art-Styles erahnen. Es ist sicherlich nicht einfach, den alten, rauen Charme, die Rohheit, die Ungeschliffenheit des 25 Jahre alten Originals einzufangen, dabei zugleich moderne Spieler und Spieleraugen anzusprechen, und die Optik trotz der weitverbreiteten Unreal Engine 5 nicht ins Generische abdriften zu lassen.
Auf die Nyras-Demo folgend, erhielt der in Barcelona ansässige Entwickler abermals viel Feedback aus der Community. Auch dieses Mal schenkte Alkimia Interactive den Fans Gehör und ließ viele von den Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen, insbesondere bezüglich Art-Design und Tone-Mapping, einfließen. Zugleich wurden die technischen Fähigkeiten und die Finessen der Unreal Engine 5 umfangreicher genutzt und teils ausgebaut.
Im Gothic Remake übernehmen Sie abermals die Rolle des Namenlosen - nicht, dass Ihre Spielfigur keinen hätte oder sich nicht daran erinnern würde. Es interessiert lediglich niemanden. Als Verurteilter eines ebenfalls nicht erwähnten Verbrechens werden Sie zu Beginn des Spiels unsanft in die Strafkolonie im Minental befördert. Im Gepäck: ein mysteriöser Brief an die Feuermagier. Im Königreich Myrtana herrscht Krieg. Dem König bedarf es an magischem Erz, um gegen die hereinströmenden Ork-Heere zu bestehen, und Sie, der namenlose Straftäter, wurden dazu auserkoren, mit Spitzhacke und Zwangsarbeit Ihren Beistand zu leisten. Da es nicht möglich ist, das Straflager, einmal betreten, wieder zu verlassen, werden Sie zudem zum Einweg-Postboten der Magier verdammt.
Gothic Remake "maxed out"
Das Minental ist eine magische Enklave, eine von einem magischen Schutzwall umgebene Kolonie voller Verbrecher, Krimineller und Gewalttätiger, welche die Kontrolle über das Tal und die Erzproduktion an sich gerissen haben. Konsequent geht es in der Strafkolonie reichlich rabiat zur Sache. Neben den raubeinigen Insassen ist auch die wilde Fauna brandgefährlich und fackelt nicht lange mit unbedarft herumstreunendem Frischfleisch. Wer sich in üble Gegenden verirrt, sich mit den Falschen anlegt, mit allzu viel Abenteuerlust die betretenen Pfade verlässt, beißt in Gothic schnell ins Gras. Diese Erbarmungslosigkeit gegenüber Neulingen, diese Ruppigkeit, der raue Umgangston, waren bereits im originalen Gothic stilgebend und in gewisser Weise richtungsweisend für die gesamte Spielereihe. Daran hat sich trotz moderner Zeiten auch in der Neuauflage wenig geändert.
Glücklicherweise trachten jedoch nicht alle Insassen der Strafkolonie nach Ihrem Leib und Leben - oder zumindest danach, Ihrem namenlosen und zu Spielbeginn reichlich hühnerbrüstigen Helden bei erstbester Gelegenheit "ein volles Pfund aufs Maul" zu geben. Kurz nach dem Betreten des Minentals begegnen Sie dem erfahrenen Insassen Diego, der Ihnen einige der Regeln des Straflagers sowie die wichtigsten Überlebenstipps gibt und Ihnen bei Bedarf den Weg zum Alten Lager, einer der drei Hauptfraktionen, weist. Ab diesem Zeitpunkt, kaum eine Viertelstunde nach Spielbeginn, steht es Ihnen frei, das Minental zu erkunden. Sie können Diego in das Alte Lager folgen oder Ihren eigenen Weg dorthin bahnen.
Oder Sie ignorieren trotz aller Gefahren sämtliche gute Ratschläge und brechen auf eigene Faust auf, der eigenen Nase nach. Prinzipiell können Sie gehen wohin und tun, was auch immer Sie möchten. So funktioniert Gothic: Es gibt Ihnen Tipps, wenn Sie es wünschen. Doch im Gegensatz zu vielen modernen und auch älteren Open-World-Titeln hält es Sie nicht bei der Hand. Es weist Ihnen lose die Richtung, zeigt Ihnen den nächsten Schritt, gibt Ihnen auf Wunsch eine grobe Orientierung. Doch des gibt Ihnen als Spieler die Freiheit, lässt Sie von der Leine - so paradox es angesichts der Gefangenschaft Ihrer Spielfigur auch wirken mag. Gerade diese Freiheit, die Sie schnell in die Bredouille bringen kann, die wilde Gefährlichkeit der Welt und die Rauheit ihrer Insassen, die das Schicksal Ihrer Spielfigur wenig kümmert, die Sie als Neuling nicht in Watte packt, machen Gothic aus. Sie sind geradezu tonangebend, stilformend. Und sie sind es glücklicherweise auch im Gothic Remake.
Die Entwickler und Designer von Alkimia Interactive haben dabei nicht einfach Dialoge, Inhalte und Spielewelt 1:1 übernommen und technisch modernisiert, sondern sie anhand der Vorlage von Grund auf neu geschaffen, behutsam abgeändert, erweitert und ergänzt. Charaktere und Dialoge wurden behutsam umgeschrieben, um sie organischer und glaubwürdiger wirken zu lassen, ohne dabei den derben Umgangston zu verwässern oder die bekannten und beliebten One-Liner sowie die Direktheit der NPCs zu opfern. Und auch die Spielewelt mit ihren Assets wurde von den Entwicklern behutsam von Grund auf neu gestaltet und deren Inhalte wurden erweitert.
Das Minental ist im Remake etwas größer geworden und besticht durch einen drastisch höheren Detailgrad, doch es ist unzweifelhaft und unverkennbar die Welt von Gothic. Es muss eine große Herausforderung gewesen sein, den nunmehr 25 Jahre alten Urahn mit heutiger Technik zu reanimieren, dabei jedoch den alten Charme zu bewahren, ohne dabei allzu altmodisch zu wirken. Das Gothic Remake vollbringt es tatsächlich, Look und Feeling des Kultklassikers einzufangen und im modernen technischen Gewand der Unreal Engine 5 neu zu interpretieren. Daran hat neben dem Design der Spielwelt und den Charakteren auch die Optik ihren Anteil. Kommen wir zu Grafik und Technik.

das einzige was mich daran verwundert ist, dass man das eigentlich sehen würde
Edit
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Wenn du an die CPU-benches denkst, welche CPU würde realistische 300 fps machen?
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Wie drin erwähnt, ein zweites Preset für nicht so starke GPUs kommt noch. Frisst mehr Zeit als gedacht, da als Laie ordentliche Einstellungen zu finden bei diesem Spiel...
Happy Benching undso
🤓
MfG
Raff