Geforce RTX 2060 12GB im Test: Speichergigant mit Leistung unterhalb der Radeon RX 6600

Überraschung zum Fest: die Geforce RTX 2060 12GB im Test. Die neueste Grafikkarte am Markt wurde am 7. Dezember ohne den typischen Rummel, fast schon heimlich eingeführt. Ob es dafür Gründe abseits der im Kern drei Jahre alten Hardware gibt? PCGH konnte ein Sample aus dem regulären Handel ergattern und präsentiert daher den Test der Geforce RTX 2060 12GB.

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Geforce RTX 2060 12GB im Test: Speichergigant mit Leistung unterhalb der Radeon RX 6600
Quelle: PC Games Hardware

Die Lage ist anscheinend ernst. Nein, wir reden nicht von Coronas neuester Errungenschaft Omikron, sondern vom chronisch erschöpften Grafikkartenmarkt. Der wohl weit bis ins Jahr 2022 anhaltende Bauteilmangel treibt interessante Blüten - beispielsweise in Gestalt der Geforce RTX 2060 12GB. Für die neueste Geforce-Gaming-Grafikkarte und passend zum Weihnachtsfest holt Nvidia den alten Turing-Chip TU106 aus dem Seniorenheim zurück. Was damit zur Jahreswende 2021/2022 zu holen ist, prüft PCGH im Test der Geforce RTX 2060 12GB.

Geforce RTX 2060 12GB: Nvidia Inspector Overview - GPU-Z kennt die Karte noch nicht. Quelle: PC Games Hardware Geforce RTX 2060 12GB: Nvidia Inspector Overview - GPU-Z kennt die Karte noch nicht.

Geforce RTX 2060 12GB: Positionierung

Knapp drei Jahre nach dem Start der Geforce RTX 2060 (PCGH-Test der 6GB-Variante) erscheint ein Modell mit verdoppelter und somit zukunftsfähiger Kapazität. Mithilfe dieses Stunts schlägt Nvidia mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits umgehen die Kalifornier den Bauteilmangel rund um RTX-30-Modelle (Ampere), indem sie eine ältere GPU einer anderen Foundry sowie langsameren GDDR6-Speicher aus anderen Quellen verwenden. Andererseits kann man trotz der widrigen Umstände am Markt ein neues Modell herausbringen, das zur Abrundung des aktuellen Portfolios durchaus Sinn ergibt - wenn auch nicht überall.

Zur Erinnerung: Die originale Geforce RTX 2060 und ihre Neuauflage basieren auf der im Spätsommer 2018 gestarteten Turing-Architektur, mit der erstmals Raytracing- und Tensor-Rechenwerke Einzug in Nvidia-GPUs hielten. Der bei TSMC im 12FFN-Verfahren gebaute TU106-Prozessor, welcher nun vom Abstellgleis zurückgeholt wurde, befeuert in diversen Konfektionen sowohl die Geforce RTX 2070 (Vollausbau), die beinahe baugleiche RTX 2060 Super, als auch die alte und neue RTX 2060. Nur wenige GPUs können von sich behaupten, gleich drei Speicherkapazitäten zu bedienen - 6, 8 oder 12 GiByte, der TU106 beweist sich als vielseitiger Langläufer.

Neuerscheinung hin oder her, im Kern entspricht die Geforce RTX 2060 12GB altem Wein in neuen Schläuchen - die lange Reifung im Fass brachte aber eine neue Geschmacksrichtung. Technisch handelt es sich um einen Hybriden, der weder RTX 2060 Super noch RTX 2060 ist: Die Geforce RTX 2060 12GB arbeitet - wie die RTX 2060 Super - mit 2.176 FP32-ALUs, muss sich jedoch - wie die RTX 2060 - mit einer auf 192 Bit gestutzten Speicherschnittstelle begnügen. Damit reduziert sich auch der Level-2-Cache von 4.096 auf 3.072 KiByte und die Speichertransferrate von 448 auf 336 GByte pro Sekunde. Den Speichertyp und dessen Geschwindigkeit lässt Nvidia unangetastet: Auch die Geforce RTX 2060 12GB setzt auf GDDR6-RAM mit einer effektiven Übertragungsrate von 14 Gigatransfers pro Sekunde.

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Interessant ist, dass Nvidia die Speicherverdoppelung nicht (wie bei der Geforce RTX 3090) mithilfe doppelt so vieler RAM-Bausteine erreicht, sondern durch doppelt-kapazitive Speicher-Chips - wie bei der Geforce RTX 3060. Im Falle unseres Musters handelt es sich um sechs GDDR6-Chips aus dem Hause Micron, laut der Firmware-Einträge wird jedoch auch Speicher anderer Hersteller unterstützt. Die Geforce RTX 3060 verwendet beispielsweise meist 16-GT/s-Chips von Samsung. Die Anzahl der RAM-Bausteine ist deswegen interessant, weil sie sich direkt auf die Leistungsaufnahme der Grafikkarte auswirkt. Doppelt so viele Chips benötigen unter anderem wegen der aufwendigeren Verdrahtung mehr Energie und bisher ging man davon aus, dass die relativ hohe Leistungsaufnahme der RTX 2060 12GB mit zwölf Speicherbausteinen zu erklären ist. Tatsächlich fallen die 184 Watt Boardpower (TGP) aber mit nur sechs RAM-Chips an. Dazu später mehr.

Eine komplette Übersicht der wichtigsten Leistungsdaten liefert die folgende Tabelle. Weitere Details und Modelle finden Sie in unserer GPU-Datenbank, die wir laufend um neue Grafikkarten erweitern.

Grafikkarte RX 6600 XT RX 6600 RTX 3060 12GB RTX 2060 12GB RTX 2060 6GB
Referenzkarte verfügbar? Nein Nein Nein Nein Ja
Marktstart 11.08.2021 13.10.2021 25.02.2021 07.12.2021 07.01.2019
Architektur RDNA 2 RDNA 2 Ampere Turing Turing
Codename/Konfektion Navi 23 XT Navi 23 XL GA106-300 TU106-300-KA TU106-200-KA
Chipgröße (reiner Die) 237 mm² 237 mm² 276 mm² 445 mm² 445 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 11.060 11.060 12.000 10.800 10.800
Fertigungsverfahren (Foundry) N7P (TSMC) N7P (TSMC) 8N (Samsung) 12FFN (TSMC) 12FFN (TSMC)
Shader-Cluster (CUs/SMs) 32 28 28 34 30
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 2.048/128/64 1.792/112/64 3.584/112/48 2.176/136/48 1.920/120/48
Raytracing-Einheiten 32 (1. Gen.) 28 (1. Gen.) 28 (2. Gen.) 34 (1. Gen.) 30 (1. Gen.)
Tensor-Kerne (u. a. für DLSS) - - 112 (3. Gen.) 272 (2. Gen.) 240 (2. Gen.)
Level-2-Cache (KiB) 2.048 2.048 2.304 3.072 3.072
L3 Infinity Cache (MiB/Bit) 32/512 32/512 - - -
Infinity Cache Max. Takt (MHz) 1.800 1.800 - - -
GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) 2.359 2.044 1.777 1.650 1.680
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 19,3 14,7 12,7 7,18 6,45
FP32/FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) 9,7/0,60 7,3/0,46 12,7/0,20 7,18/0,22 6,45/0,20
Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) 302,0/151,0 228,9/130,8 199,9/85,7 224,4/79,2 201,6/80,6
Speicheranbindung (Bit) 128 128 192 192 192
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 16,0/8.000 14,0/7.000 15,0/7.501 14,0/7.001 14,0/7.001
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Transferrate Speicher (GB/s) 256 224 360 336 336
Transferrate Infinity Cache max. (GB/s) 922 922 - - -
Speicherkapazität (MiB) 8.192 8.192 12.288 12.288 6.144
PCI-Express-Standard 4.0 ×8 4.0 ×8 4.0 ×16 3.0 ×16 3.0 ×16
PCI-Express-Stromanschlüsse 1× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol
Typische Leistungsaufnahme 160 Watt 132 Watt 170 Watt 184 Watt 160 Watt
Unverbindliche Preisempfehlung 379,99 Euro 339 Euro 329 Euro Unbekannt 369 Euro

Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und somit auch der Durchsatz. Alle Angaben, auch zu Caches, ROPs und Durchsatzraten, sind verifiziert.

Ab der folgenden Artikelseite finden Sie die Gaming-Benchmarks der Geforce RTX 2060 12GB neben zahlreichen Vergleichsmodellen.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Geforce RTX 2060 12GB im Test: Spezifikationen
  2. Seite 2 Geforce RTX 2060 12GB im Test: Spiele-Benchmarks
  3. Seite 3 Geforce RTX 2060 12GB im Test: Spiele-Benchmarks (2)
  4. Seite 4 Geforce RTX 2060 12GB im Test: Zusammenfassung mit Fazit
    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Ohne Übertaktung sind die Bandbreite und die Performance ja tatsächlich geringer (siehe AC: Valhalla und CP2077) und auf lange Sicht profitiert der GA106 davon, dass RT-Cores und Tensor-Kerne gleichzeitig genutzt werden können.

        Dennoch:
        Ein kurzer Vergleich mit mehr Takt hätte dem Test der nicht verfügbaren Karte gut getan.
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Ohne Übertaktung sind die Bandbreite und die Performance ja tatsächlich geringer (siehe AC: Valhalla und CP2077) und auf lange Sicht profitiert der GA106 davon, dass RT-Cores und Tensor-Kerne gleichzeitig genutzt werden können.

        Dennoch:
        Ein kurzer Vergleich mit mehr Takt hätte dem Test der nicht verfügbaren Karte gut getan.
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        Da die Redaktion die Kleine net OCen wollte (x), mal ein Review+Zusatztest-OC von fleissigen Redakteuren die auch
        ein 24/7 Setting OCed nutzen würden:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        (Oh Wunder, läuft in Heaven besser als ne 3060@stock)

        (x) stattdessen eine voreilige Bewertung wie schlecht die Bandbreite wäre!?
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Lichtspieler2000
        Ich müsste die Rechnung raussuchen, bin mir aber 100% sicher dass der preis mit einer 7 anfängt.
      • Von Lichtspieler2000
        Zitat von Incredible Alk
        Ist echt der Wahnsinn. Ich hab für etwa 700€ im Jahre 2018 meine RTX2080 STRIX gekauft.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Eher für 800 bis 900.
      • Von Lichtspieler2000
        Zitat von User-22949
        Wie hier alle auf die Karte hauen. Erst meckern alle, weil die Nvidia Karten zu wenig Speicher haben. Nun kommt eine mit 12 Gbyte, was ja nun auch nicht so viel ist. Und wieder wird rumgeheult. Schwachsinn in der Klasse...
        Momentan sind alle Grafikkarten teuer. Ich habe mir die ersten paar Seiten Kommentare zu Gemüte geführt und fühlte mich an die erste Preisexplosion vor Jahren zurückerinnert.
        Ja die Preise sind bei niedriger Verfügbarkeit hoch. Das Erregungslevel ist trotz der Tatsache, dass es schon Jahre der Fall ist immer noch hoch. Paradox.
        Zitat von User-22949
        Für mich ist die Karte ein rundes Paket. Für 1080 und WQHD gut zu gebrauchen. Mit den 12 Gbyte auch für die nächsten 3 bis 5 Jahre noch gut nutzbar, ohne an den Details schrauben zu müssen.
        Die Karte ist leistungstechnisch ein RX6600 Äquivalent, mit deutlich mehr Speicher und der besseren Upscaling Technik, sowie höherer RT Performance.
        Insgesamt RTX 2060 12GB > RX6600 das ist klar. Zu welchem Preis es das ganze geben wird, ist bisher nicht abzusehen. Ab mitte Januar könnte man dazu mehr sagen. Bei ähnlichem Preis ist das Nvidia Paket besser.
        Zitat von User-22949
        Witzig zu sehen, dass die alte Generation sogar schneller mit RT ist, als die aktuellen AMD Karten. Einzig der Preis ist zu heftig.
        Ich denke eine UVP wird gar nicht erst ausgesprochen.
        Zitat von shaboo
        Mit Leistung unterhalb der 6600 (zumindest in FHD und WQHD) muss am Ende auf jeden Fall auch der Preis der 2060 unterhalb der 6600 liegen, 12 GB hin oder her.
        Anhand Rohdaten des Tests, muss der Preis geringfügig über der AMD Lösung liegen, alles andere wäre eine Fehleinschätzung.
      Direkt zum Diskussionsende
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