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007 First Light im Tech-Test mit Benchmarks: Bond in Bestform - vorerst ohne Pathtracing
Mit 007 First Light bieten die Hitman-Macher IO Interactive eine unterhaltsame Mischung aus Schleichen, cleverem Gadget-Einsatz und Actionfeuerwerk. Basis dafür ist die rundum modernisierte Glacier Engine - Zeit für einen Blick auf die Raytracing-Technik sowie Benchmarks in unserem Test!
Inhaltsverzeichnis
James Bond ist zurück. Nach vielen Jahren der lizenztechnischen Abwesenheit meldet sich der MI6-Agent zum Dienst auf dem PC und Konsolen zurück. IO Interactive, das dänische Studio hinter der erfolgreichen Hitman-Reihe, hat sich die Rechte am Franchise sichern können. Obendrein haben die Entwickler für den charismatischen Geheimagenten den hauseigenen Grafikmotor, die Glacier Engine, umfassend modernisiert und mit einer Vielzahl frischer technischer Gadgets ausgestattet - 007 First Light ist damit geboren.
Die Eigentümer des James-Bond-Franchise, Eon Productions und Metro-Goldwyn-Mayer, zeigten sich unzufrieden mit den häufig sehr actionorientierten, gradlinigen Videospielumsetzungen. Nach dem 2012 erschienenen 007 Legends bekam der bisherige, alleinige Lizenznehmer Activision die Exklusivrechte entzogen. Doch IO Interactive hatte Pläne für den populären MI6-Agenten und bewarb sich ab 2021 mit einem eigenen Gameplay-Konzept - und wurde mit Erfolg gekrönt: Mit einem Fokus auf den von Autor Ian Fleming geschaffenen und durch unzählige Filme bekannten, doch für 007 First Light behutsam neuinterpretierten, reimaginisierten Charakter, glaubhaften Agententätigkeiten und spielerisch vielfältigen Lösungsansätzen erhielt IO Interactive die Umsetzungsrechte.
Für die Entwickler von IO Interactive ist 007 First Light der Start einer neuen IP, einer komplett neuen Spielereihe. Es ist daher nur konsequent, dass die Entwickler mit First Light ganz an den Anfang zurückkehren und die Origin-Story, die Entstehungsgeschichte des MI6-Agenten 007, erzählen. Als 26 Jahre junger James Bond (dargestellt und vertont von Patrick Gibson) werden Sie zu Beginn des Spiels bei einem aus dem Ruder gelaufenen Einsatz buchstäblich ins kalte Wasser geworfen und müssen sich als einziger Überlebender mit einer militärisch hochgerüsteten Bande Terroristen herumschlagen. In dieser Tutorial-Mission lernen Sie nicht nur die Grundzüge der Steuerung, sondern außerdem einige der für First Light neu hinzugekommenen Gameplay-Mechaniken, welche das Spiel von der Hitman-Reihe absetzen. So können Sie etwa Vorsprünge erklettern, über Abgründe hechten und Hindernisse überspringen - IO Interactive hat einige leichte Parkour-Elemente integriert. Ein wenig erinnert 007 First Light dabei an die Uncharted-Reihe.
Die Einstiegsmission lässt uns zudem eine erste Tuchfühlung mit unserem Protagonisten aufnehmen - und auf welche Weise IO Interactive den Charakter und dessen Entwicklung in den Fokus nimmt. Sie sind kein Spezialagent, kein unfehlbarer Spion, kein bereits mit der offiziellen Lizenz zum Töten ausgestatteter Auftragskiller. Zu Beginn des Spiels sind Sie ein einfacher Luftwaffensoldat der Royal Navy, Auszubildender an Bord des verunglückten Transporthubschraubers, der ein SAS-Team zum Einsatz bringen sollte. Doch Sie sind der einzige Überlebende, die einzige Hoffnung, die verkorkste Mission doch noch zum Erfolg zu führen. Und so müssen Sie sich - unter der Führung und Obhut Ihrer MI6-Handlerin Moneypenny (im Spiel dargestellt und vertont von Kiera Lester) - zuerst beweisen, sich Ihre Sporen verdienen. Das Wachstum, die Charakterentwicklung des jungen James Bond samt eines modernen, zeitgemäßen Touches sind demnach einer der erzählerischen Fokuspunkte von 007 First Light.
Quelle: PCGH
Jung, charmant, loyal und mit einem gewissen, anarchischen Idealismus. IO Interactives James Bond ist modern und doch vertraut. Das Spiel nimmt sich obendrein Zeit, den Charakter aufzubauen, und Ihnen den Protagonisten ans Herz wachsen zu lassen.
Weitere sind die Mischung aus Missionsgebieten, in denen Ihnen - an dieser Stelle zeigen sich die Gene der Hitman-Reihe - vielfältige Lösungswege von Schleichen über cleveren Gadget-Einsatz sowie Verkleidungen und der Nutzen der Umgebung bis zu bleihaltigen Auseinandersetzungen offenstehen. Diese Art Missionsstruktur wechselt sich dabei mit linearen Set-Pieces, explosiven Skriptsequenzen und Verfolgungsjagden mit diversen Fahrzeugen ab, welche die Action, die Geschwindigkeit und Dringlichkeit, den Nervenkitzel in die Erzählung bringen sollen.
Quelle: PCGH
007 First Light ist deutlich tiefgehender als viele frühere James-Bond-Spiele. Fetzige Actionsequenzen, feurige Explosionen und ein effektvolles Finale dürfen bei der Agententätigkeit aber natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Wie es sich für einen (angehenden) Doppelnull-Agenten gehört, führt Sie Ihre Mission dabei an Schauplätze auf dem gesamten Erdball. Neben Island und das UK sowie in das Hauptquartier der MI6-Anführerin M (Pryanga Burford) und das Testlabor des exzentrischen Q (Alistair Mackenzie) führt Sie das Abenteuer unter anderem in die Slowakei, in die Antarktis, nach Mauretanien und Vietnam. Dabei begegnen Sie einer Vielzahl weiterer populärer James-Bond-Persönlichkeiten sowie neuen Charakteren, die allesamt von bekannten Darstellern verkörpert werden, darunter Lenny Kravitz, Gemma Chan, Noémi Nakai und Lenny James. Die digitalisierten Schauspieler leisten dabei durchweg überzeugende Arbeit und verleihen den Charakteren Persönlichkeit. Die Sprachausgabe ist allerdings ausschließlich auf Englisch, mehrsprachige Tonspuren sind nicht verfügbar. Einzig die Menüsprache und Untertitel können Sie wählen.
Quelle: PCGH
Bekannte Schauspieler und eine erstklassige Synchronisation - allerdings ist die einzig wählbare Sprachspur (britisches) Englisch. Hier der unter anderem aus der Streaming-Serie The Walking Dead bekannte Lenny James in der Rolle des digitalisierten MI6-Ausbilders John Greenway.
Für den Neustart des James Bond, für die neu interpretierte Origin-Story des Doppelnull-Agenten mit der Lizenz zum Töten, hat sich IO Interactive allerdings nicht nur auf alte Tugenden der Hitman-Reihe samt neuen und erweiterten Gameplay-Mechaniken sowie einer neuerzählten Story konzentriert. Die dänischen Entwickler haben obendrein die genutzte Glacier-Engine weiträumig überarbeitet und insbesondere die komplette Beleuchtungspipeline geändert. Im Folgenden gehen wir auf die technischen Errungenschaften ein, mit denen 007 First Light aufwarten kann. Wenn Sie weiteres zum Gameplay, der Mischung aus fetzigen Set-Pieces, halsbrecherischen Verfolgungsjagden, Kletter- und Parkourpassagen sowie den offen gestalteten Arealen erfahren möchten, empfehlen wir den umfangreichen Test der Kollegen der PC Games. Kommen wir also zur Technik und der aufgewerteten Glacier Engine.

Schlechte Nachrichten für Nutzer betagter Grafikkarten: 007 First Light schneidet einige alte Zöpfe ab und verweigert daher den Dienst mit den Nvidia-Generationen Pascal und Volta sowie allen GCN-Modellen von AMD. An welchen Funktionen in Hard- und Software es im Detail hapert, konnten wir nicht in Erfahrung bringen - unter anderem, weil Bond auf nicht unterstützten Grafikkarten sang- und klanglos den Dienst quittiert. Keine Fehlermeldung, nichts, der Prozess beendet sich kurz nach dem Start. Die offizielle Mindestanforderung besteht aus einer Geforce GTX 1660, welche von der Turing-Architektur (RTX 2000) abstammt und noch mit aktuellen Treibern versorgt wird.
Bei den aktuellen GPU-Generationen zeigt sich unterdessen eine klare Radeon-Stärke: Die Radeon RX 9070 XT läuft ein weiteres Mal der beinahe doppelt so teuren Geforce RTX 5080 davon (siehe Forza Horizon 6). In den höheren Auflösungen zeigt sich, dass Upsampling auf den allermeisten Grafikkarten zur Pflicht wird, um flüssige Bildraten zu erhalten. Allerdings möchten wir erneut betonen, dass es sich bei unserer GPU-Szene um ein Worst-Case-Szenario handelt, nahezu jedes andere Areal in 007 First Light läuft etwas bis deutlich besser. Nur ein Beispiel: Im Trainingsbereich auf Malta kann knapp mit der doppelten Bildrate bzw. halben Grafiklast gerechnet werden.
Wie schon bei Hitman legt die Glacier-Engine eine Wahnsinns-Skalierung von DDR4 auf DDR5 hin, gut erkennbar am großen Sprung von Ryzen 7 5800X3D auf Ryzen 7 7800X3D, der selten in der Größenordnung von über 40 Prozent auszumachen ist. Aber auch der Sprung von Zen 4 auf Zen 5 mit knapp 30 Prozent mehr Fps ist ein Brett. Das beweist, dass die Engine hervorragend mit den Ressourcen von modernen Prozessoren skaliert. Dass diese jedoch nicht unbedingt für flüssiges Gameplay erforderlich sind, beweisen die Zahlen von Coffee Lake: Ein Core i9-10900K ist beinahe auf dem Niveau des Ryzen 7 5800X3D, und somit ausreichend schnell für 007 First Light. Mindestens empfehlen wir einen Ryzen 5 3600, da gehen wir mit den Anforderungen der Entwickler konform.
Spaß beiseite, haut rein. Mich störte es neulich schon bei Indy etwas, dass er trotz ebenso legendärem IQ samt Improvisationstalent oft mit angezogener Handbremse unterwegs war. Aus einem guten hätte ein hervorragendes Lizenzspiel werden können.