Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1700
Intels Raptor-Lake-Prozessoren waren lange die leistungsfähigste Wahl für Spieler, sind es für DDR4-Systeme weiterhin, und erfordern LGA1700-Mainboards.
In diesem Artikel
- Seite 1 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Beratung für Intel-Plattformen anhand von PCGH-Testergebnissen
- Seite 2 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1851
- Seite 3 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1700
- Seite 4 Archiv-Startseite
- Seite 5 Mainboard-Empfehlungsarchiv - Intel: Sockel 1200
- Seite 6 Mainboard-Empfehlungsarchiv - Intel: Sockel 1151 (CFL)
- Seite 7 Mainboard-Empfehlungsarchiv - Intel: Sockel 2066
- Seite 8 Bildergalerie
Die LGA1700-Plattform brachte nach knapp fünf Jahren Verschiebung Intel-10-nm-Produkte unter dem neuen Namen "Intel 7". "Alder Lake" beinhalte dann gleich noch zwei neue Architekturen, neuen RAM, einen neuen PCI-E-Standard, eine neue Stromversorgung und somit einen neuen Sockel. Alles zusammen katapultierte den Core i9-12900K an die Spitze der PCGH-Gaming-Benchmarks, obwohl von seinen 16 Kernen nur 8 Stück auf Höchstleistung ausgelegt sind. Ein Jahr später folgten mit Raptor Lake alias Core i9-13900K eine zweite Generation mit acht weiteren Low-Power-Kernen, sowie als Refresh desselben im Herbst 2023 die höher getaktete Core-i-14000-Generation. Nach dem Launch von Ryzen 7000 und insbesondere 7000X3D schrumpfte Intels Vorsprung an der Spitze dabei auch deutlich zusammen, während die unter hohem Stromverbrauch erkaufte Anwendungsleistung nur noch für Platz 2 reicht.
Da Ryzen 9000 demgegenüber nur wenig nachlegte, bleiben Sockel-1700-CPUs im gewichteten Mittel dennoch konkurrenzfähig - auch nach der Umstellung auf neue Intel-Defaults im Sommer 2024. Obwohl selbige die Effizienz geringfügig verbessert haben, ist das Alter der Sockel-1700-Technik dennoch unübersehbar, sobald man den Stromverbrauch mit AMDs aktuellen Konkurrenzprodukten vergleicht und die Spieleleistung eines 9800X3D ist unerreichbar. Der Sockel 1700 punktet nur noch mit kleineren Modellen, so schlägt selbst der kleine i5-14600K alle vor dem Jahr 2023 erschienenen Prozessoren, denn während AMD unterhalb des Ryzen 7600 auf die wesentlich ältere AM4-Plattform verweist, runden bei Intel nicht übertaktbare Modelle ohne "K" das Sortiment nach unten ab.
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Plattformübersicht Sockel 1700
Auf Mainboard-Seiten gab es seit der zweiten CPU-Generation keine Neuerungen mehr. Zwar pflegen die Mainboard-Hersteller ihre Line-ups mit zusätzlichen Modellen oder kleinen Facelifts, prinzipiell braucht Raptor Lake Refresh aber nur ein aktuelles UEFI und nutzt sonst die gleichen, bewährten 700er-I/O-Hubs aus der 13000er-CPU-Generation. Diese sind weiterhin State-of-the-Art: Der Z790-PCH mit typischerweise 20 PCI-E-4.0- und weiteren 4 -3.0-Lanes (Z690-Vorgänger: 12 zu 12; beide zusätzlich mit typischerweise 4× SATA) schlägt den lange Zeit amtierenden X570 quantitativ locker und bietet zusätzlich bis zu fünf native USB-3.2-Ports (alternativ 10× USB 3.1), womit selbst AMDs X670E nicht mithalten kann.
In der Gesamtbetrachtung spielen aber auch die CPU-Schnittstellen eine Rolle und verhelfen den Sockel-AM5-Ryzens dank umfangreicherer PCI-Express-5.0-Möglichkeiten zu einem Netto-Gleichstand. LGA1700-Prozessoren bieten die neueste PCI-E-Ausbaustufe zwar 16-mal für Grafikkarten, stellen darüber hinaus aber nur vier 4.0-Lanes für die primäre M.2-SSD bereit. Die Arbeitsspeicheranbindung wiederum ist mit DDR5-5600 im Falle Raptor Lakes voll konkurrenzfähig. Natürlich kann die Konkurrenz auch mit höherem Takt arbeiten, das wäre dann aber bereits Overclocking - und übertakten lässt sich der Speicher im Sockel 1700 noch leichter. Alternativ kann man bei Intel auch weiterhin auf langsameren DDR4 setzen; die Entscheidung trifft der Kunde mit seinem Mainboard-Kauf.
Wer Geld sparen möchte, sollte beim Neukauf nicht nur auf den Speicher achten, sondern sich auch unterhalb der teuren Z790-Platinen umschauen. Vom ursprünglichen Line-up ist dabei nur noch der mangelhaft ausgestattete H610 übrig, während B660 und H670 im Januar 2023 durch 700er-Nachfolger ersetzt wurden. Verändert hat sich dabei ausgesprochen wenig; genau wie die Zx90-Varianten unterscheiden sich beide Hx70 nur durch PCIe-4.0- statt -3.0-Geschwindigkeit an acht HSIOs. Der B760 bietet gegenüber dem B660 sogar nur an vier Schnittstellen ein derartiges Upgrade; alle anderen Eigenschaften sind jeweils gleich geblieben und auch die Preise sind mittlerweile spürbar unter 200 Euro gefallen.
Ebenfalls Vergangenheit sind Experimente mit BCLK-OC auf B660-Mainboards. Intel hatte den Hack einem Insider zufolge schnell nachvollzogen, ihn aber während des Core-i-12000-Verkaufszeitraumes geduldet - Mit Ausnahme von Asus' Strix B660-G und B660-F wurde die auch für nicht-K-CPUs geeignete OC-Methode ohnehin nur auf wenigen Luxus-Z690-Boards implementiert, deren Käufer vermutlich gar kein Interesse daran hatten, günstige Core i3-12000 auf High-End-Niveau zu tunen. An Stelle einer Ausweitung der Möglichkeiten kam mit Raptor Lake aber eine wirkungsvolle OC-Sperre.
(Kein) Zukunftspotenzial und Neuigkeiten beim Sockel 1700
Nachdem der ursprünglich erwartete Meteor Lake erst spät und nur für Laptops vorgestellt wurde, stellt der im März 2024 nachgeschobene Core i9-14900KS das finale Spitzenmodell des mit drei Jahren Marktpräsenz unerwartet langlebigen LGA1700 dar. Sein Nachfolger ist seit Herbst 2024 der bereits im Frühjahr 2024 für Embedded-Meteor-Lakes verwendete Sockel 1851. Die zugehörigen Arrow-Lake-CPUs sind in Spielen gar nicht und in Anwendungen nicht wesentlich schneller als die Sockel-1700-Topmodelle, aber spürbar effizienter und noch etwas besser ausgestattet.
Weitere LGA1700-Neuerscheinungen könnte es dennoch geben, zumindest für Server: Dort kann das Hybrid-Design von Meteor Lake und Raptor Lake seine Vorzüge nicht ausspielen, weswegen Bartlett Lake mit vier weiteren P-Kernen anstelle deaktivierter E-Cluster übernehmen soll. Ob diese CPUs auch Spielern Vorteile bringen und ob sie überhaupt für Desktop-Platinen freigegeben respektive zu für Aufrüster attraktiven Preisen angeboten werden, ist noch unklar.
Kauftipps für Sockel-1700-Mainboards
Seit den ersten Platinen für Alder Lake hat der Intel-Mainboard-Markt drei große Phasen durchgemacht. Zunächst ging es um "DDR4 oder DDR5?". Die Antwort lautet: Wo es darauf ankommt, ist DDR5 deutlich schneller; in unseren Cyberpunk-2077-Mainboard-Tests mit plattformlastigen Settings liegt selbst langsamer DDR5-4400 bis zu 27 Prozent vor DDR4-3200. Die zweite Fragerunde lautete: "600er oder neue 700er?" Wie erläutert, bringt die zweite Mainboard-Generation kaum Vorteile, insbesondere keine Performance-Gewinne.
In der Oberklasse und im High-End kam dafür ein Nachteil hinzu, denn AMD hat beim AM5-Launch die Hype-Trommel gerührt und viele Mainboards wollen mit einem PCI-E-5.0-M.2-Slot punkten. Dieser ist bei Sockel-1700-Systemen nur zulasten der Grafikkarte möglich und daher für Spieler uninteressant. Dass er auf Z790-Platinen anstelle eines nützlichen 4.0-Slots mit exklusiven Ressourcen verbaut wird, stellt also einen Rückschritt dar, der auch noch Geld kostet. Leider ist der Z690-Abverkauf mit Spottpreisen beispielsweise für das empfehlenswerte MSI Z690 Unify mittlerweile beendet. Selbst für gut befundene Z790 wie Asus' Strix Z790-E sind immer seltener lieferbar, was eine Empfehlung schwierig macht.
Gigabyte Z790 Aorus Master
Quelle: PCGH
Gigabyte Z790 Aorus Master: Packungsinhalt
In unserem ersten LGA1700-Mainboard-Vergleich lobten wir Gigabytes Z690 Master und es steht weiterhin an der Spitze unserer Gesamtwertung - ist aber nicht mehr verfügbar. Die beste aktuelle Alternative und zugleich das von uns am höchsten bewertete Z790-Modell ist der Nachfolger Gigabyte Z790 Master. Dieses bietet "nur" noch vier statt fünf CPU-unabhängige M.2-Slots, der Onboard-Sound ist mangels Anschlüssen weitaus weniger flexibel nutzbar (dafür gibt es noch mehr USB-Ports) und ein ×4-Slot wurde gegen einen ×1 getauscht.
Die Platzierung der Erweiterungssteckplätze, die manch anderem Luxus-Produkt beinahe gänzlich fehlen, ist aber weiterhin vorbildlich, das 10G-LAN ein echter Mehrwert und die Spannungswandlertemperaturen konkurrenzlos niedrig, während die Sound-Qualität zur absoluten Marktspitze gehört. In der Summe reicht das für eine sehr gute Testplatzierung, welche aber auch ihren Preis hat.
Asrock Z790 Pro RS
Quelle: PCGH
Asrock Z790 Pro RS: Packungsinhalt
Nicht einmal halb so teuer und wesentlich besser lieferbar ist Asrocks Z790 Pro RS. Schon in unserem ersten Z790-Vergleich fiel die Platine mit etwas kleinerer Ausstattung, aber deutlich kleinerem Preis positiv auf. So bewegt sich der Onboard-Sound auf Einsteigerniveau (bietet aber immerhin 3× Klinke) und bei den acht rückseitigen USB-Anschlüssen sind je zweimal 10 und 5 GBit/s das Höchste der Gefühle.
Dafür gibt es intern einen USB-3.2-Front-Header und eine gute Erweiterbarkeit: Zwei 3.0-×1-Slots lassen sich komplett unabhängig von der 5.0-Grafikkarte nutzen, ein 4.0-×4-Steckplatz, solange kein Quad-Slot-Grafikbeschleuniger verbaut wird. Insgesamt vier M.2-Slots gleicher Geschwindigkeit entsprechen der typischen Maximalausstattung der Plattform - mehr geht in der Regel mit Lane-Sharing einher, worauf Asrock aber sinnvollerweise verzichtet. Dafür gibt es zusätzlich noch einen fünften M.2 mit e-Codierung für WLAN-Nachrüstungen.
Asrock Z690 Extreme
Quelle: PCGH
Asrock Z690 Extreme: Packungsinhalt (bei unserem Pre-Launch-Sample ohne Packung)
Aufgrund der bereits erwähnten Leistungsnachteile testet und empfiehlt PCGH eigentlich seit 2023 keine DDR4-Mainboards mehr. Die extreme DDR5-Preisentwicklung zum Jahresende 2025 zwingt allerdings zu einer Neubewertung - was nützen 27 Prozent mehr Performance mit DDR5, wenn man sie nicht finanzieren kann? Besitzer veralteter Plattformen, aber guter DDR4-Riegel, erinnern wir daher an das Asrock Z690 Extreme. Es ist eins von nur noch zwei gut lieferbaren, tuning-tauglichen DDR4-Sockel-1700-Mainboards und wurde von uns in der PCGH 02/2022 und erneut in der 08/2022 getestet.
Dominierende Vor- und Nachteile waren jeweils die Konzentration auf SATA und Erweiterungsslots statt M.2 und USB-Ports. Das Z690 Extreme bietet nämlich nur sechs rückseitige Peripherie-Anschlüsse (2× 3.1, 4× 3.1; 3.2 gibt es nur vorne) und seine drei NVMe-Steckplätze, davon einer nur mit 3.0-Geschwindigkeit, sind auch kein Highlight. Im Gegenzug können drei Erweiterungskarten, darunter 3.0 ×4 und 4.0 ×4 (für M.2-Adapter?), sowie acht SATA-Laufwerke verbaut werden - in Sockel-1700-High-End-Builds eigentlich zu viel, für Budget-Aufrüster mit vielen alten Laufwerken dagegen interessant. Lobenswert aus 2025er/2026er-Sicht ist zudem der ALC1220-Sound mit vollwertiger Anschlussausstattung. Am Ende steht und fällt das Angebot mit dem Preis: 160 Euro sind für "alte Hardware" nur günstig, wenn man sich dadurch einen RAM-Neukauf spart - dann aber möglicherweise unschlagbar.
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die warten sicherlich alle noch auf die megageilen Cotpilot Pups Prozessorupgrades mit gepimpter NPU Einheit, das wird der Hammer
Kann natürlich sein, dass wieder irgend ein Lückenbüßer reinrutscht und sich die Veröffentlichung verschiebt. Das weiß man bei Intel nie. Sockel 1700 sollte ja auch mal 2022er Meteor Lakes aufnehmen.
Edit Mai 2025: Da der Thread gerade wieder hochgezogen wurde, möchte ich anmerken, dass obige Erwartung schlecht gealtert ist und mittlerweile 1954 als relativ gesichert für Nova Lake gilt.
aber eine Abkehr von DDR5 und Sockel 1851 gilt als unwahrscheinlich, sodass letzterer eine Lebensdauer von mindestens drei Jahren erreichen dürfte - wie auch sein Vorgänger.