Mainboard-Empfehlungsarchiv - Intel: Sockel 1151 (CFL)
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Mainboard-Empfehlungsarchiv - Intel: Sockel 1151 (CFL)

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CPUs im LGA1151-Format waren bei Gamern sehr beliebt, wir testen und empfehlen die besten Mainboards mit diesem Sockel.

In Intels alter Mittelklasse war Vorsicht angebracht: Die vier- bis achtkernigen Coffee-Lake-Core-i-Prozessoren nutzen zwar ein "Sockel 1151" genanntes Format, laufen aber nicht in Sockel-1151-Mainboards der Sky- oder Kaby-Lake-Generation, die vor Herbst 2017 erschienen sind. Umgekehrt funktionieren Sockel-1151-Sky- und -Kaby-Lake-CPUs nicht in späteren Sockel-1151-Platinen. Sieht man von aufwendigen UEFI-Mods ab, handelt es sich also um zwei unterschiedliche Plattformen, die nur zufällig den gleichen Namen tragen.

Unterscheiden lassen sich die Generationen an den Produktnummern der Prozessoren und der I/O-Hubs (Intel-Jargon: "PCH") auf den Mainboards: Sky- und Kaby-Lake-Core-i-6000- und -i-7000 sind zu PCHs der 100er- und 200er-Baureihe kompatibel, Coffee Lake (Core-i-8000/-9000) verlangt dagegen nach H310, B360, H370, Z370 oder Z390. Trotz dieser unübersichtlichen Marktlage ist die Plattform für Spieler interessant, denn die Core-i-9000-Serie liefern eine hohe Spieleleistung und der Z390-PCH bietet eine sehr gute Ausstattung. Genauer gesagt hat er genau die gleichen Eigenschaften wie der Nachfolger Z490.

Übersicht und Status: Sockel 1151 (CFL)

Darunter angesiedelt sind H370 und B360, denen - typisch Intel-Mittelklasse - alle Übertaktungsfunktionen und die Aufteilung der 16 PCI-Express-3.0-Lanes der CPU in zwei ×8-Links für Multi-GPU-Betrieb verwehrt bleiben. Davon abgesehen sind viele B360- und H370-Mainboards ebenfalls gut ausgestattet - reichlich PCH-eigene PCIe-3.0-Lanes für beispielsweise M.2-SSDs sowie je vier native USB-3.1-Controller (Z390: sechs) bieten den Platinen-Herstellern zahlreiche Möglichkeiten. Eine Sonderstellung nimmt der B365 ein: Dieser nachträglich vorgestellte PCH stellt praktisch einen Rebrand des alten H270 aus der Kaby-Lake-Generation dar, genauso wie der Z370 eine Neuauflage des Z270 war. Im Gegensatz zum neuen Silizium von B360, H370 und Z390 fehlt hier der native USB-3.1-Controller; dank zusätzlicher PCIe-Lanes können Mainboard-Hersteller die fehlende Ausstattung des B365 gegenüber dem B360 aber leicht mit Zusatz-Controllern kompensieren.

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Schnäppchenjäger können zusätzlich nach den letzten Z370-Platinen Ausschau halten. Abseits der meist geringeren Ausstattung mit USB-3.1-Ports haben diese für Endanwender nur einen Nachteil gegenüber dem Z390: Wie bei allen vor September 2018 erschienenen Platinen muss vom Händler gegebenenfalls ein aktuelles, Core-i-9000-taugliches UEFI installiert werden. Für Windows-7-Fans kann die alte 22-nm-Union-Point-Basis von B365 und Z370 sogar ein Vorteil sein: Offizielle Kompatibilität gibt es zwar nicht, Treiber aus Z170-Tagen funktionieren aber in der Regel und Biostar bewirbt B365-Modelle sogar mit offiziellem Windows-7-Support. Cannon Point alias B360/H370/Z390 aus der neuen 14-nm-Fertigung unterstützte dagegen von Anfang an nur Windows 10.

(Kein) Zukunftspotenzial Sockel 1151 (Coffee Lake)

Der Sockel 1151 (CFL) ist zwar noch vor AM4 und TR4 (sowie nach 1200 und TRX4) einer der jüngeren Sockel am Markt, aber dennoch veraltet. Mit der Vorstellung des Core i9 9900K sowie des Z390 im September 2018 respektive des Core i9-9900KS ein Jahr später wurde der Entwicklungshöhepunkt erreicht. Neuere Comet-Lake-CPUs erscheinen nur für den Sockel 1200.

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(Alte) Kauftipps für Sockel-1151-Coffee-Lake-Mainboards

Asus Maximus XI Hero WiFi

Asus Maximus XI Hero (Wi-Fi): Packungsinhalt Quelle: PC Games Hardware Asus Maximus XI Hero (Wi-Fi): Packungsinhalt Asus' Maximus XI Hero WiFi konnte unseren Z390-Vergleich klar für sich entscheiden: Die ohnehin schon gute Spannungswandlerkühlung des Vorgängers wurde messbar verbessert, das Layout gibt keinen Anlass zur Kritik und die Ausstattung schöpft die Möglichkeiten des Z390 voll aus, ohne dabei die Ressourcen des PCH überzustrapazieren: Abgesehen vom klassentypischen ×16/×0 ×8/×8-Split beschränkt sich PCI-Express-Sharing auf den ×4-Slot, der sich zwei Lanes von SATA-Anschlüssen klaut.

Wir hätten ein Sharing zwischen SATA und dem zweiten M.2 vorgezogen, da Systeme mit mehreren M.2-SSDs meist wenig SATA-Anschlüsse brauchen und sich ×4-Slots im Zweifelsfall leichter adaptieren lassen, das Problem dürfte aber nur wenige Anwender betreffen. Hauptkritikpunkt am Maximus XI Hero ist die fehlende Zusatzausstattung über den Z390-Standard hinaus. Trotz des High-End-Preises gibt es lediglich WLAN und R.O.G.-typische Kleinigkeiten wie Onboard-Anschlüsse für Temperatur- und Durchflusssensoren, Diagnoseanzeige sowie natürlich die volle Palette an Übertaktungs- und Spannungsoptionen. 10-Gbit-LAN, Thunderbolt oder andere Luxus-Elemente sucht man dagegen vergeblich, Asus möchte den hohen Preis rein über Qualität rechtfertigen.


Gigabyte Z390 Aorus Master

Gigabyte Z390 Aorus Master: Packungsinhalt Quelle: PC Games Hardware Gigabyte Z390 Aorus Master: Packungsinhalt Wem das Hero zu arm an Highlights ist, der sollte einen Blick auf Gigabytes Z390 Aorus Master werfen (PCGH 05/2019). Die drei M.2-Slots bieten in der Praxis zwar kaum einen Mehrwert (einer shared zwei Lanes mit SATA-Ports, der dritte alle mit dem ×4-Slot) und die zusätzlichen USB-2.0-Ports sind eher eine Nettigkeit. Die Spannungswandler-Kühlung des Z390 Aorus Master ist aber beinahe ungeschlagen (nur das hauseigene, doppelt so teure Aorus Xtreme treibt noch mehr Aufwand) und ambitionierte Übertakter werden die bessere Lüftersteuerung sowie die Onboard-Spannungsmesspunkte schätzen.

Echte Schwächen fanden wir in unserem Test dagegen keine, sieht man von einem permanent verdeckten ×1-Slot ab. Den "nur" dritten Platz in der PCGH-Bestenliste verdankt das Z390 Aorus Master vor allem leichten, nicht wirklich spür- aber messbaren Schwächen in unserem Lightroom-Benchmark, fehlenden Angaben im Handbuch sowie Kleinigkeiten wie etwas nahe am Sockel liegenden (aber flachen) Kühlkörpern oder dem Verzicht auf adaptive V-Core-Kontrolle. Dafür kostet es in der Regel auch weniger als Asus' Testtabellen-Anführer.


MSI MPG Z390 Gaming Edge AC

MSI MPG Z390 Gaming Edge AC: Packungsinhalt Quelle: PC Games Hardware MSI MPG Z390 Gaming Edge AC: Packungsinhalt Noch einmal deutlich günstiger und damit besonders interessant ist MSIs Z390 Gaming Edge AC (PCGH 12/2018). Klassentypisch beschränken sich Ausstattungs-Boni auf das namensgebende WLAN-Modul. Störender ist die eingeschränkte Nutzung der Z390-Ressourcen: Obwohl sechs USB-3.1-10-GBit/s-Controller integriert sind, gibt es lediglich einen Header für Front-Anschlüsse und zwei rückseitige Buchsen. Sonst konzentriert sich MSI intern auf USB 3.0 (4×) und bietet extern allgemein nur sechs USB-Anschlüsse. Das Routing respektive Repeater für weitere Super-Speed-+-Ports hat man sich offensichtlich gespart.

Keine Sparmaßnahme und somit noch unverständlicher ist die Platzierung der PCI-Express-×1-Slots: Der Erste wird (wie bei Gigabyte) bereits von einer Dual-Slot-Grafikkarte verdeckt und ist somit in einem Gaming-Mainboard komplett nutzlos. Mit zwei weiteren, einem ×4 und dem typischen Budget an 2× M.2 und 6× SATA (2× deaktiviert bei Nutzung beider M.2) reicht die gebotene Ausstattung des Z390 Gaming Edge AC aber dennoch für die Bedürfnisse beinahe aller Spieler aus und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist vorbildlich. Hinweis: Wie bei vielen anderen Mainboards auch erlaubt MSIs Werkseinstellung unserer i7-8700K-Test-CPU eine maximale Leistungsaufnahme von 145 W anstelle der spezifizierten 95 W TDP. Wer am Kühler gespart hat, sollte gegebenenfalls das Long Duration Power Limit im UEFI manuell einstellen.


Asrock H370 Pro4

Asrock H370 Pro4: Packungsinhalt Quelle: PC Games Hardware Asrock H370 Pro4: Packungsinhalt Beinahe schon in der Billigklasse ist das H370 Pro4 angesiedelt. Hier bekommt man bei Asrock nur noch altertümlichen ALC892-Onboard-Sound und trotz H370 lediglich an zwei Anschlüssen USB-3.1-Geschwindigkeit. (Wer großen Wert auf eine bessere Onboard-Audio-Lösung liegt, kann einen Blick auf Biostars B360GT3S werfen, beide Platinen haben wir in der PCGH 06/2018 getestet.). Außerdem werden zwei der drei PCI-Express-×1-Slots deaktiviert, wenn der ×4-Steckplatz tatsächlich mehr als zwei Lanes nutzt.

Onboard gibt es aber zwei sharing-freie M.2-Slots mit voller 32 GBit/s-Geschwindigkeit, zusammen mit besagtem ×4-Steckplatz kann das H370 Pro4 bis zu drei PCI-Express-3.0-×4-SSDs gleichzeitig ansteuern. Leider ebenfalls auf Enthusiasten-Niveau ist die Ansteuerung des Prozessors mit den Werkseinstellungen: 145 W statt spezifizierter 95 W TDP jagt Asrock durch unsere Test-CPU. Auf einem Übertakter-Mainboard würde dies leichteres Overclocking suggerieren, in der H370-Klasse ist es komplett unpassend. Korrekt konfiguriert messen wir dagegen auch an den Spannungswandlern unter dem arg flach geratenen Kühler annehmbare 77 °C.

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    • Kommentare (65)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Major_Fletcher Software-Overclocker(in)
        Besten Dank. Da die neue Nvidia Generation ja wohl noch ein Jahr auf sich warten lassen wird, werde ich auch bei Intel abwarten, was als Nächstes erscheint und mir erst dann mal überlegen, wie der neue PC sich zusammensetzen könnte. Die ganzen aktuellen Teuerungen vereinfachen mir die Entscheidung mit dem Warten zusätzlich. Mal guggen wie sich der Markt bis zum nächsten Sommerloch entwickelt hat. Bis dahin werde ich die Füße hochlegen und genüsslich auf der alten Hardware weiter zoggen.
      • Von Major_Fletcher Software-Overclocker(in)
        Besten Dank. Da die neue Nvidia Generation ja wohl noch ein Jahr auf sich warten lassen wird, werde ich auch bei Intel abwarten, was als Nächstes erscheint und mir erst dann mal überlegen, wie der neue PC sich zusammensetzen könnte. Die ganzen aktuellen Teuerungen vereinfachen mir die Entscheidung mit dem Warten zusätzlich. Mal guggen wie sich der Markt bis zum nächsten Sommerloch entwickelt hat. Bis dahin werde ich die Füße hochlegen und genüsslich auf der alten Hardware weiter zoggen.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        toller Beitrag, aber wenn gleichzeitig eine News kommt, dass keiner Intel Boards bei Mindfactory kauft, dann ärgert man sich als Redakteuer sicherlich über die vergebene Liebesmüh, oder? ^^
        die warten sicherlich alle noch auf die megageilen Cotpilot Pups Prozessorupgrades mit gepimpter NPU Einheit, das wird der Hammer
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        @PCGH-Torsten: wie immer toller Beitrag, danke
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Wenn Nova Lake 2026 erscheint: Ja, würde ich erwarten.
        Kann natürlich sein, dass wieder irgend ein Lückenbüßer reinrutscht und sich die Veröffentlichung verschiebt. Das weiß man bei Intel nie. Sockel 1700 sollte ja auch mal 2022er Meteor Lakes aufnehmen.

        Edit Mai 2025: Da der Thread gerade wieder hochgezogen wurde, möchte ich anmerken, dass obige Erwartung schlecht gealtert ist und mittlerweile 1954 als relativ gesichert für Nova Lake gilt.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat

        aber eine Abkehr von DDR5 und Sockel 1851 gilt als unwahrscheinlich, sodass letzterer eine Lebensdauer von mindestens drei Jahren erreichen dürfte - wie auch sein Vorgänger.
        Wirklich, ihr erwartet Nova Lake noch für die aktuelle Plattform?
      Direkt zum Diskussionsende
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