Gaming-PC zusammenbauen: So geht's richtig
In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick an Infos sowie nützliche Tipps bei der Zusammenstellung von PC-Builds an die Hand.
In diesem Artikel
Wenn Sie Ihren eigenen Rechner konfigurieren möchten, dann sollten Sie zumindest grundlegende Informationen als Fundament haben, die wir hier nun anreißen. PC Games Hardware verkauft nicht nur von uns zusammengestellte PCGH-Rechner in Kooperation, sondern liefert Ihnen mit diesem Artikel alle relevanten Informationen, wie Sie basierend auf unterschiedlichen Budgets den passenden Wunsch-PC auch selbst zusammenstellen. In unseren einzelnen Einkaufsführern finden Sie außerdem deutlich tiefergehende Informationen zu den jeweiligen Fachbereichen.
[PLUS] Gaming-PC selbst zusammenbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
PCGH Plus: Den Rechner selbst aufzubauen, spart nicht nur Geld, sondern macht auch stolz - mit etwas Fingerspitzengefühl, Geduld und der richtigen Anleitung gelingt es! Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 05/2024.
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Basiswissen
Grafikkarte und Prozessor in Symbiose statt Bottleneck
Die wichtigsten Komponenten in einem Spiele-Rechner sind die Grafikkarte und der Prozessor. Die Grafikkarte berechnet das Bild, also die einzelnen darzustellenden Pixel, und der Prozessor kümmert sich als Hirn des Rechners um andere wichtige Berechnungen. Auf dem alles verbindenden Mainboard (AMD | Intel) finden beide Komponenten Platz. GPU und CPU sollten ein ausgeglichenes Performance-Gespann bilden. Wenngleich die meisten Spiele mit maximalen Details eher grafiklimitiert sind, darf die CPU nicht zu schwach ausfallen, da der Prozessor den Pixelbeschleuniger ansonsten ausbremst oder gar in CPU-lastigen Szenen das Nadelöhr bildet und den Spielspaß durch arge Ruckler trübt.
Quelle: PCGH
Von Nvidia werden stabilere Treiber und eine durchweg leichtere Handhabung erwartet. Die Mehrleistung, besonders offensichtlich in anspruchsvollsten Pathtracing-Szenarien, will allerdings auch bezahlt werden. Stets auffällig: Geforce-Grafikkarten sind im Schnitt etwas effizienter bei der Speichernutzung, bei besonders knapper VRAM-Kapazität von etwa 8 GiB hat es die Konkurrenz leichter. Sobald Speicher zu knapp wird, sind ruckeligere Frametimes das Ergebnis.
Grafikkarten schnell erklärt
Bei den GPUs (Kurzform für Graphics Processing Unit), die das Bild am Monitor überhaupt berechnen und demnach für Spieler im Fokus sein sollten, haben wir als Hersteller Nvidia mit Geforce, AMD mit Radeon und seit 2022 auch Intel mit der Arc-Reihe. Jede Karte hat separaten Videospeicher. So gäbe es beispielsweise die RTX 4060 Ti von Nvidia einmal mit 8 und einmal mit 16 GiB VRAM. Im Videospeicher landen alle Texturen, Effekte sowie Szenen - je höher die Auflösung, desto mehr Speicher wird auch benötigt. 4 GiB Videospeicher sollten nur als absolutes Minimum oder als temporäre Zwischenlösung für einen Spielerechner gesehen werden, 8 GiB sollten für die meisten Full-HD-Szenarien reichen und mehr als 10 GiB sind heutzutage ideal, besonders wenn man gerne zu Ultra-HD-Texturen greift oder auf 4K-UHD-Auflösung setzt.
Quelle: PCGH
AMD ist der zweite GPU-Anbieter und trotz minimaler Schwächen in KI-Segmenten für Spieler keineswegs eine schlechtere Wahl als Nvidia, zumal bei Radeon-Karten das Preis-Leistungs-Verhältnis häufig fairer ausfällt. Die Treiber sind mittlerweile so ausgereift wie bei Nvidia, in puncto Stabilität sind beide Hersteller auf Augenhöhe.
Zu den aktuellen Trends gehören zum einen aufwendige Raytracing-Beleuchtung und zum anderen die Performance boostende Upsampling-Methoden wie Nvidias DLSS (Deep Learning Super Sampling) oder AMDs FSR (FidelityFX Super Resolution). AMDs FSR funktioniert praktisch auf allen moderneren Grafikkarten, Nvidias DLSS setzt allerdings eine Geforce-RTX-Karte voraus, genauso wie Raytracing. Bei AMD wird die teure Beleuchtungsform ab der Radeon RX-6000er-Reihe unterstützt. Durch Upsampling können Sie durch eine hochberechnete, niedrigere Auflösung effizient mehr Bilder pro Sekunde gewinnen, im Tausch gegen Bildschärfe.
In der Regel läuft Raytracing je nach Modell bei Nvidia etwas performanter als bei AMD. In jedem Fall kostet die Beleuchtungsform jedoch viel Leistung und sieht dafür - je nach Implementierung - nicht immer unbedingt umwerfend aus. Um den Leistungseinbruch bei intensiven Lasten zu kompensieren, setzt Nvidia mit der Geforce-RTX-5000er-Generation und DLSS 4.0 auf künstlich zwischengeschaltete Frames, genannt (Multi) Frame Generation. AMDs FSR 3.0 beziehungsweise FSR 3.1 wird im Grunde von jeder modernen Grafikkarte unterstützt, das treiberinterne AMD Fluid Motion Frames (2) dagegen nur von Radeon-Karten. Das neueste FSR 4 setzt eine Radeon RX 9070 (XT) mit hardwareseitig implementierten KI-Einheiten voraus (zumindest unter Windows noch, unter Linux sieht die Sache etwas anders aus).
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Grafikkarten werden vorsichtig in den schnellsten, in aller Regel obersten, PCI-E-Slot des Mainboards gedrückt und an der Seite zum Gehäuse mit Schrauben fixiert. Beim Einbau und Entfernen der GPU sollten Sie vorher auf den Entriegelungsmechanismus Ihres PCI-E-Slots achten. Meist wird entweder ein kleiner, unscheinbarer Hebel an der rechten Seite heruntergedrückt oder zur Seite geschoben. Das kann je nach Ausführung friemelig werden, aber Geduld und etwas Feingefühl sind dort besonders vonnöten. Zwei gleichzeitig verbaute Grafikkarten ergeben für die allermeisten Spieler überhaupt keinen Sinn mehr. Weder gibt es großartigen Support, noch lohnt sich das in einer finanziellen Form. SLI-/Crossfire-Builds sind insofern ein Relikt der Vergangenheit.
Prozessoren im Schnelldurchlauf
Quelle: PCGH
AMDs Ryzen-7000-/9000-Generation setzt auf ein völlig neues CPU-/Sockel-Design mit AM5. Die vorherigen Ryzen-5000er-CPUs mit AM4 bleiben aber nach wie vor eine Empfehlung wert.
Bei den CPUs (Kurzform für Central Processing Unit) haben wir im Desktop-PC-Segment Intel und AMD zur Auswahl. Heutzutage zu weniger als 4 Kernen für einen Gaming-Rechner zu greifen, kann in CPU-lastigen Spielen zum Flaschenhals werden. Starke 6-Kerner wie der Intel Core i5-12600 oder AMD Ryzen 5600 sind dagegen solide Allround-Prozessoren. Mehr Kerne sind vor allem in Anwendungsbereichen wie dem Videoschnitt nützlich. In Spielen ist eine starke Single-Core-Performance, gerade bei älteren Titeln oder Emulatoren, mehr ausschlaggebend. In der Regel liegt die meiste Last mit höherem Stromverbrauch und demnach Abwärme in anspruchsvollen Anwendungen an und nicht bei Spielen. Das bedeutet, die CPU-Temperaturen sind in Spielen oft nicht so hoch wie maximal möglich.
Quelle: PCGH
Bei Intel finden im 1700er-Sockel Alder (12. Gen), Raptor Lake (13. Gen) und Raptor Lake Refresh (14. Gen) ihren Platz. Mit dem Big-Little-Prinzip versucht Intel stärkere Performance-Cores mit schwächeren Efficiency-Cores zu verbinden, die sich um Hintergrundprogramme kümmern sollen. Mit der neuesten Arrow-Lake-(Refresh)-Generation zieht nicht nur eine neue Nomenklatur einher, sondern auch Sockel 1851 (nicht kompatibel zu Sockel-1700-CPUs und umgekehrt).
Die Klassennamen am Anfang (wie etwa i5, i7, i9, Ultra 7, Ultra 9 oder Ryzen 5, Ryzen 7) sowie die Buchstaben hinter den CPU-Namen (K, F, KF oder X, G) geben auf den ersten Blick wichtige Eckdaten wieder. Bei Intel bedeutet der K-Zusatz am Ende, dass manuelles Übertakten als Tuning-Option für mehr Leistung bei diesem CPU-Modell möglich wäre, F wiederum, dass keine extra Grafikeinheit auf der CPU verbaut ist, die man ansonsten statt einer Grafikkarte benutzen könnte. Bei AMD gibt es ähnliche Anhängsel. Der Ryzen 5 5600G hätte etwa im Gegensatz zum 5600X eine Grafikeinheit, ist aber von der CPU-Performance her auch schwächer. Die Extra-Grafikeinheit hilft nicht in Spielen, sofern eine Grafikkarte bereits eingebaut ist. Für Notfälle oder als Zwischenlösung ist eine CPU mit Grafikeinheit aber durchaus valide.
Bei Intel sind die Unterschiede zwischen den Modellen ohne interne Grafikeinheit (F/KF) und mit preislich nur minimal entfernt. AMDs APUs der Ryzen-5000er-Generation (Ryzen 5 5600G beziehungsweise Ryzen 7 5700G) haben eine Vega-Einheit verbaut, die auch in leichten Spieleszenarien im 720p- bis 1080p-Bereich einigermaßen brauchbar ist, bei Intel dagegen ist die Performance der Grafikeinheiten vor allem für Office-Arbeiten gedacht. Als Sonderfall gäbe es bei AMD noch die X3D-Prozessoren, die auf mehr 3D V-Cache setzen und besonders in Spielen stark skalieren.

Durch die Speicherkrise und Preiserhöhungen mussten viele Builds komplett umgestaltet und die Preisbereiche verschoben werden. Einige Beispiele wie die APU-Konfiguration oder Erwähnungen wie die RX 6600 haben wir auch rausgenommen – für das notwendige Budget mancher Setups waren uns diese Beispiele nicht mehr attraktiv genug.
Neue Hardware wie der Ryzen 7 9850X3D wurde, soweit sinnvoll, eingeordnet.
Die Seiten sind jetzt strukturierter und sauberer aufgebaut.
Wieso wird der B850 Chipsatz komplett außen vor gelassen?
Für AM5 wird hier hauptsächlich das ASUS TUF B650-Plus empfohlen - Im selben Preisbereich um 150€ existieren aber auch interessante B850 ATX Mainboards, die sogar offiziell PCIE 5.0 unterstützen, schnelleren RAM aufnehmen können und länger Softwareupdates bekommen.
Im Zwiefelsfall ist man damit besser für die kommenden Zen 6 gerüstet.
Zukünftige Aufrüstbarkeit sollte nicht außer acht gelassen werden.
Wieso wird der B850 Chipsatz komplett außen vor gelassen?
Für AM5 wird hier hauptsächlich das ASUS TUF B650-Plus empfohlen - Im selben Preisbereich um 150€ existieren aber auch interessante B850 ATX Mainboards, die sogar offiziell PCIE 5.0 unterstützen, schnelleren RAM aufnehmen können und länger Softwareupdates bekommen.
Im Zwiefelsfall ist man damit besser für die kommenden Zen 6 gerüstet.
Zukünftige Aufrüstbarkeit sollte nicht außer acht gelassen werden.