[PLUS] AMDs Fluid Motion Frames 2 im kritischen Test: Fps-Turbo oder Zahlenzauber?
AMDs Treiber-Frame-Generation, Fluid Motion Frames genannt, kann nun offiziell in Form der verbesserten AFMF 2 genutzt werden. Wir prüfen Performance und Latenzen ganz genau! Unter anderem in Baldur's Gate 3, X4 Foundations, Warhammer 40K: Space Marine 2 und Overwatch 2.
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AMDs Fluid Motion Frames kann man sich im Grunde wie eine Frame Generation à la DLSS 3.0 (FG) oder FSR 3 (FG) vorstellen - also die jeweiligen Bildinterpolationstechniken von AMD und Nvidia. Einer der gewichtigsten Unterschiede der Fluid Motion Frames ist allerdings, dass sich diese via Radeon-Treiber zuschalten und in prinzipiell jedem halbwegs modernen Spiel nutzen lassen. Die Grundvoraussetzung ist lediglich eine AMD-Grafikkarte jüngerer Generation sowie der aktuelle Treiber Adrenalin Edition 24.9.1. Radeons ab der RX-6000er-Reihe sowie die integrierten GPUs der 700- und 800M-Modelle respektive jene On-Chip-Grafikeinheiten der Ryzen-AI-CPUs werden unterstützt.
Die verbesserten AFMF 2 kommen mit einer Reihe Optimierungen und Erweiterungen, so wurde die generelle Qualität der AMD-Bildinterpolation erhöht und Artefakte verringert. Die Erfassung von Borderless-Apps ist nun zuverlässiger, die Latenzen wurden teils deutlich reduziert. Neu ist aber auch der Support für Spiele und Anwendungen, die auf die Vulkan-API oder Open GL setzen. Obendrein ergänzt AMD für die Fluid Motion Frames Funktionen, um den eigentlichen FMF-2-Algorithmus zu konfigurieren.
Quelle: AMD
Die offiziell von AMD veröffentlichten AFMF-2-Benchmarks suggerieren eine massiv höhere Performance. Aufmerksame bedenken, dass mehr als eine Frame-Verdoppelung bei aktuellen Frame-Gen-Techniken nicht möglich sind oder Sie bemerken, dass an erster Stelle "HYPR-RX" und nicht AFMF 2 direkt beworben wird. Vielleicht erspähen Sie außerdem, dass bei den Grafikkarten ein Hinweis auf Fußnoten aufgeführt wird. Augen auf beim Werbekauf! Hier steckt offenkundig mehr unter der Decke als lediglich die Frame Gen!
Mit dem "Such- und Leistungsmodus" stellt der Treiber dazu zwei neue, laut AMD KI-unterstützte Optionen zur Verfügung. Mit diesen können Sie etwa bestimmen, ob und in welchem Maße sich die Fluid Motion Frames wie zuvor deaktivieren, wenn Sie schnelle Bewegungen an der Maus vornehmen, um Artefakte zu vermeiden. Da letztere vornehmlich bei geringen Bildraten, aber schnellen Bewegungen, also "großen Sprüngen", großen Abweichungen zwischen einzelnen Frames auftreten, also von der Framerate abhängen, können Sie die AFMF 2 nun mit dem "Such- und Leistungsmodus" auf Bildrate und Bildstabilität optimieren.
Obacht: Zahlenzauber
Wir haben uns bereits vor einiger Zeit mit der Preview-Version der Fluid Motion Frames beschäftigt. In unserem Video zum Thema erfahren Sie alles Wissenswerte. Obendrein können Sie anhand eines Blindtests erahnen, wie sich die Radeon-Frame-Gen unter dem kritischen Blick der PCGH-Redaktion hält. Anhand der direkten, subjektiven Eindrücke können Sie außerdem erahnen, in welchem Ausmaß unsere Spiele-Experten die Latenzen bemerken. Wir möchten uns dagegen an dieser Stelle dem eigentlichen Thema dieses Artikels widmen: der Performance. Die von AMD zum Launch des Treibers veröffentlichten Folien lassen gewaltige Zuwächse bei der Bildrate erhoffen. Bis zu 3,2-mal so viel Performance verspricht etwa der Balken bei F1 2024, wenn eine RX 7900 XTX in 4K und das Grafik-Preset "Ultra-High" zum Einsatz kommt. Aber auch eine 2,3-fache Performance in Baldur's Gate 3 mit der Radeon RX 7800 XT in WQHD ist nicht zu verachten.
Findige Leser und technisch gut Informierte sind angesichts der von AMD in Aussicht gestellten Verheißungen wohl bereits etwas skeptisch. Vielleicht ist Ihnen etwa aufgefallen, dass AMD in der besagten Folie nicht explizit die AFMF 2 bewirbt, sondern HYPR-RX mit (!) AFMF-2-Performance. Oder Sie fragen sich skeptisch, wie eine heutige Frame Generation, die wie AFMF 2 oder FSR-FG oder auch DLSS-FG, zwischen zwei voll berechneten Frames ein generiertes Zwischenbild einschieben, die Bildrate mehr als verdoppelt. Schließlich sollte Letzteres technisch wie rechnerisch unmöglich sein. Vielleicht ist Ihnen auch die kleine Zahl, die Anmerkung für eine Fußnote, aufgefallen - jawohl, hier lohnt ein genauer Blick, ein kritisches Beäugen des Kleingedruckten.
In beiden der genannten Fälle - der Radeon RX 7900 XTX in F1 2024 sowie bei der RX 7800 XT in Baldur's Gate 3 - schaltet AMD nicht nur die Fluid Motion Frames 2 zu, sondern bei dem Balken mit HYPR-RX außerdem FSR-Upsampling in der Stufe "Quality". Es kommt also sowohl eine Frame Generation als auch ein Temporal-Upsampling zum Einsatz, eine Kombination von mehreren leistungs- bzw. Fps-steigernden Technologien. Es handelt sich nicht nur um die Fluid Motion Frames, die zusätzliche Bilder generieren, es ist überdies FSR-Upsampling nötig, um solch gewaltige Fps-Zuwächse zu erzielen. Das Bild muss also zuvor heruntergerechnet werden, um das Rendern einzelner Bilder zu beschleunigen; zusätzlich wird die Bildrate erhöht, indem ein ausschließlich von der GPU generiertes Bild zwischen jeweils zwei voll berechnete Frames eingeschoben wird.
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Sie finden unter anderem Folgendes in unserem ausführlichen Test:
- Vergleich zu den offiziellen AMD-Benchmarks: Beschönigt AMD?
- Frametime- und Latenzanalysen
- Praxis in Spielen untersucht: Baldur's Gate 3, F1 2024, X4 Foundations, Warhammer 40K: Space Marines 2, Overwatch 2
- Vor- und Nachteile einer (solchen) Frame Generation
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