Prozessoren 2015: Tops und Flops des Jahres
Im Jahr 2015 brachte Intel gleich zwei CPU-Generationen für den Desktop heraus - beide im 14-nm-Prozess, eine davon mit sehr kurzer "Lebensdauer". AMD auf der anderen Seite komplettierte sein Line-up von Kaveri-APUs und stellte die letzte Ausbaustufe der Bulldozer-Architektur vor - für den Mobilbereich.
Kurzer Rückblick: 2014 hatte Intel die Haswell-Modellreihe um gleich drei Refreshes erweitert. Einer sollte für die beiden unter der "Devil's Canyon"-Flagge segelnden Flaggschiffe in erster Linie bessere OC-Möglichkeiten bieten, ein zweiter eben diese bei den restlichen Haswell-Modellen verringern und der dritte brachte die Haswell-Technik auf die High-End-Plattform mit dem Sockel 2011 v3.
Das CPU-Jahr 2015
Noch Anfang des Jahres sah es so aus, als liefe Intels CPU-Maschinerie wie geschmiert und der Prozessorriese liefere seine neue Broadwell-Generation lediglich für den Mobilmarkt aus, weil dort höhere Gewinnmargen zu erwarten sind als im Desktop-Markt. Doch die Fassade bekam im Laufe des ersten Quartals immer mehr Risse, Gerüchte aus dem Vorjahr, das mit dem Prozess etwas nicht so ganz nach Plan lief, bekamen neue Nahrung.
Broadwell für zwei Monate an der Spitze
Quelle: Intel
Intel Broadwell - ohne Heatspreader
Als schließlich im Juni 2015 ganze zwei Broadwell-CPUs auf den (Desktop-)Markt kamen, stand deren Nachfolger Skylake nicht mehr nur vor, sondern schon mit einem Fuß in der Tür. Dabei waren die Breitquellen gar nicht einmal so übel, sparsam und auch dank des 128 MiByte großen Level-4-Caches in beiden Modellen, dem i5-5675C (vier Kerne, 3,1 GHz) und dem Core i7-5775C (vier Kerne, Hyperthreading und 3,3 GHz), pro Megahertz teils deutlich flotter unterwegs als ihre Vorgänger.
Und auch die integrierte Grafik erwies sich dank des flotten Extra-Speichers als sehr brauchbar. Dank ihrer Hilfe konnten die Broadwell-Modelle AMDs A10-7850K und A10-7870K vom Thron der Kombiprozessoren stoßen, wenn man das Gesamtpaket betrachtet.
Doch Core i7-5775C und i5-5675C war nur ein kurzes Leben im Rampenlicht beschieden, denn Anfang August kam ein Prozessor nach Art einer italienischen Mettwurst ...
Salamilake
Quelle: PC Games Hardware
Skylake-Speerspitze: Sparsam, schnell, schlecht lieferbar und daher (im Handel) überteuert: Core i7-6700K
Zum Launch von Skylake hat sich Intel etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die Salamitaktik. Scheibchenweise veröffentlicht der Hersteller Info-Häppchen und Produkte, sodass aus Skylake "Salamilake" wurde. Den Anfang macht eine Übertakter-Show, bei der zwar Benchmark-Ergebnisse veröffentlicht, aber keine weiteren Details zu den gezeigten (und übertakteten) Prozessoren preisgegeben werden dürfen. Kurze Zeit später dürfen die ersten unabhängigen Reviews der beiden K-Skylakes mit freigeschaltetem Multiplikator online gestellt werden. Technische Details gibt es nach wie vor nicht - außerhalb dessen jedenfalls, was Reviewer aus den Ergebnissen der Tests ableiten können.
Die Einzelheiten, so Intel, sollten auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz IDF im August preisgegeben werden. Dort startet Salamitaktik 2.0. Anstelle sinnvoller Info-Bündelung lässt sich die kalifornische Firma jedes noch so kleine Bröckchen an Information einzeln aus der Nase ziehen. Immerhin gibt es am Ende einen wenn auch mühsam zusammengesuchten, umfassenden Überblick über die den Skylake-Prozessoren zugrundeliegende Technik.
Im September kündigte Intel auf der IFA dann offiziell die nahezu komplette restliche Modellpalette an - insgesamt 26 H-, U- und Y-CPUs für Tablets und Notebooks sollten es werden, dazu noch einmal 21 Modelle aus der "S"-Reihe für den normalen Desktop-Betrieb - insgesamt also 47 Skylakes, eine lange Salami.
Ende des Jahres waren dann auch die meisten Skylake-CPUs einigermaßen lieferbar, Probleme mit dem 14-nm-Prozess sorgen jedoch nach wie vor für knappe Liefermengen des Topmodells i7-6700K - mit der Folge, dass Händler Mondpreise deutlich jenseits der 400 Euro für die CPU verlangen wenn sie denn mal lieferbar ist. Zum Vergleich: Der laut Intel-Liste gleichteure i7-4790K sit zurzeit für rund 345 Euro erhältlich. Keine Schwierigkeiten gibt's hingegen bei niedriger taktenden Modellen wie dem Core i5-6600K, dem i5-6500 (210 EUR), dem i3-6100 (120 EUR) oder dem Pentium G4400 (60 EUR)
Quelle: PC Games Hardware
Salamilake Bendgate
Dazu kommt noch das kleine Problem, welches Skylake bei manchem Systembuilder hatte, da das Platinchen im Vergleich zu vorigen Generationen ausgedünnt wurde: War ein laut Intel-Spec überschwerer Kühler mit unpassendem Montagesystem beim Versand angebracht und behandelte das Versandunternehmen die Sendung unpfleglich, konnte des Biegeschäden geben
Und bei AMD?
Quelle: AMD
AMD Excavator
Auf der Prozessorenseite hat AMD die Bulldozer-basierte FX-Reihe für den AM3(+)-Sockel inzwischen auch ziemlich offiziell aufs Abstellgleis geschoben. Neuerungen gab es in Form des eigentlich spannenden Carrizo nur im APU-Lager, also den Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit. Trotz Lieferbarkeit hat sich jedoch bis heute kein Testmuster dieser im Low-Power-Bereich spannenden Neuerung ins PCGH-Labor verirrt, sodass wir nur vom Hörensagen und einem kurzen Hands-On zum Launch im Juni berichten können. Dabei sollten die Carrizo-Modelle mit 35 Watt mit ihrer potenten integrierten Grafik eigentlich kurzen Prozess mit Intels Angeboten aus der Prä-Skylake-Generation gemacht haben. Im Vergleich zu Skylake könnte es teilweise schon knapper ausgehen.
Ebenfalls scheibchenweise veröffentlichte AMD im Laufe des Jahres immer weitere Bröckchen zur kommenden CPU-Generation auf Basis der ZEN-Architektur. SMT sollen die Kerne bringen, eine Abkehr vom Modulkonzept ist gesetzt und x86-Veteran Jim Keller war federführend beim Design. Die ersten Tape-Outs sind angeblich in Arbeit, finale Prozessoren werden für 2016 erwartet - allerdings wohl erst für Ende des Jahres oder gar 2017 - falls doch noch etwas schiefgeht. In Sachen Performance will man pro Takt 40 Prozent besser werden als die letzte und schnellste Bulldozer-Ausbaustufe "Excavator", die derzeit exklusiv in Carrizo-APUs zum Einsatz kommt.
Quelle: AMD
AMD Zen
Da ist Intel allerdings auch nicht besser - Skylake muss jetzt eine ganze Weile durchhalten, bis der Mid-Term-Refresh Kaby Lake übernimmt.

Ganz klar Skylake!
Das die Schritte kleiner werden war klar, aber das es einen RÜCKSCHRITT gibt, verstehe ich nicht.
Dieses Jahr ansonsten komplett tote Hose. Broadwell legte zu, Skylake der Flott und AMD brachte nichts.
Nächstes Jahr wird Intel mal nichts bringen außer Broadwell-E und mal schauen wie AMD Zen wird und die Excavator AM4 Prozessoren.
Zuerst die Yieldrate, die kann einem das Geschäft echt versauen. Bei den ATI HD 2900er lag sie z.B. mal 9 Monate vor der Einführung bei 3%, ein echtes Debakel. Ich hoffe mal das AMD keine solchen Probleme hat, aber neue Architektur und neuer Prozess verheißt da nichts gutes. Auch Intel hat mit ihrem 14nm Prozess unerwartete Probleme, das Ziel ihn im gleichen Zeitraum wie den 22nm Prozess profitabler zu machen haben sie verfehlt, obwohl Skylake relativ klein ist. Sofern AMD hier kein Wunder vollbracht hat gibt es hier immer etwas zu tun.
Irgendwann werden sie den Boardpartnern sagen müssen ob sie extra Zen Boards bringen sollen (TDP wie Centurion?) oder ob die TDP der APUs reicht. Dann ist zumindest der Weg den sie gehen wollen klar. Pi mal Daumen würde ich mal sagen das der Zeitpunkt so etwa 4 Monate vor der Markteinführung oder früher sein sollte, mit ungelabelten Übertakterboards kann es auch später sein.
Irgendwann kommt der Tag der Wahrheit, die bis dahin produzierten CPUs müssen verpackt werden, dazu müssen Taktraten und Spannung feststehen (damit auch die TDP). Erst dann steht fest was wirklich rauskommt, ein i7 Killer, etwas das mehr einem mittleren i5 mit 8 Kernen und hohem Stromverbrauch entspricht oder doch wieder eine heiße Gurke, die zwar Strom ohne Ende schluckt aber in Spielen von einem i3 fertig gemacht wird. Übliche Zeiträume sind hier so etwa 2 Monate vor der Markteinführung.
Wenn man mal damit rechnet das der Zen irgendwann zwischen September und Dezember 2017 erscheint, dann hat AMD noch 7-9 Monate vorsich in denen sie alles geben werden, klar die Leute wollen ihren Job behalten. Sofern es nicht vorher einen Sieg in form eines i7 Killer gibt kann man erst danach sagen ob es der gewünschte Erlöser ist oder eben nicht.
Das man aktuell Mondpreise zahlt hat (neben dem Dollarkurs) nur was mit dem knappen Bestand der Prozessoren zu tun.
Intel selbst hat nichts davon die Anzahl knapp zu halten, den sie selbst verdienen an den hohen Preisen keinen Cent. Da schöpfen nur die Händler die Sahne ab.