Jahresrückblick 2015: Von Skylake über DirectX 12 bis zu GTA 5
Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu und natürlich darf da kein Rückblick auf die Hard-, Soft- und Spiele-Veröffentlichungen nicht fehlen. 2015 war ein turbulentes Jahr, in dem nicht wenige Produkte verschoben wurden. PC Games Hardware wagt einen Blick zurück.
Jahresrückblick 2015: Grafikkarten
2015 begann direkt mit einem Knaller in der Hardware-Welt. Nvidias viel gelobte Geforce GTX 970 kann den mit 4 GiByte beworbenen Grafikspeicher nicht voll nutzen. Stattdessen gibt es einen "3,5-GiByte-Modus", denn den letzten 512 MiByte fehlt der Cache. Einer der acht 32-Bit-Speichercontroller muss also über den Zwischenpuffer eines anderen Controllers gefüttert werden, wodurch die Geschwindigkeit bei Belegung der 512 MiByte stark einbricht - Mikroruckler sind die Folge, wenn nicht gar die Framerate einbricht. Nvidia hat das Thema gekonnt ausgesessen und erst Monate später eine wenig erleuchtende Stellungnahme veröffentlicht. It's a feature, not a bug. Das Thema haben wir bereits in den bitteren Momenten des Jahres behandelt, weshalb wir es hiermit gut sein lassen.
Auf der roten Seite ging derweil das munterfröhliche Spekulieren über die Radeon-R300-Serie los, die man am liebsten schon 2014 mit einem runderneuerten Portfolio gehabt hätte. Stattdessen gab es einen Aufguss bereits bekannter Grafikkarten, welche gegen die zuvor veröffentlichte Geforce-GTX-900-Riege gestellt wurde. Das funktioniert im jeweiligen Preisbereich nur bedingt gut. Auf der E3 wurde von AMD indes die "schnellste" und die "sparsamste" Grafikkarte "der Welt" vorgestellt - leider nicht in Form einer Grafikkarte. Die Radeon R9 Fury X konnte die zuvor geschürten Erwartungen mit 4.096 Shadern und High-Bandwidth Memory nicht erfüllen, die kommende Dual-Fiji-XT-Variante soll stattdessen die Leistungskrone holen. Auf Effizienz getrimmt wurde die R9 Nano, die mit rund 800 bis 1.000 MHz läuft und so immerhin der GTX 980 leistungstechnisch etwas voraus ist. Zum Jahresende hin hat AMD noch seine GPU-Teams aufgeräumt. Anstelle vieler kleiner Abteilungen bei den APU- und GPU-Leuten gibt es jetzt die gebündelte Radeon Technologies Group, die als erste Amtshandlung den Markennamen Catalyst und damit einhergehend das Catalyst Control Center eingestampft hat. Wir sagen an dieser Stelle noch mal: Ruhe in Frieden, unübersichtliche Software, und hallo, fesche Radeon Settings!
Jahresrückblick 2015: Low-Level-APIs
Quelle: Microsoft
Jahresrückblick 2015: DirectX 12 ist fertig, entsprechende finale Spiele gibt es aber noch keine
Weiter geht es mit der Grafik-API Mantle, die in ihrer ursprünglichen Form ebenfalls "pretty much" dem Erdboden gleich gemacht wurde. DirectX 12 von Microsoft kam schneller als erwartet, die versprochene Öffnung von Mantle als Open-Source-API hat nie stattgefunden. Stattdessen geht Mantle in die Khronos-API Vulkan auf, die nächstes Jahr DX12 gehörig Konkurrenz machen könnte. Da sollte es auch die ersten finalen DX12-Spiele geben, denn die initialen Titel für 2015 wurden allesamt verschoben - Ashes of the Singularity im Early Access lassen wir mal nicht gelten.
Jahresrückblick 2015: PC-Spiele und CPUs
Quelle: rockstargames.com
Jahresrückblick 2015: Auch in GTA 5 kann man Weihnachten feiern
Ebenfalls über einen langen Zeitraum verschoben wurde die PC-Version von GTA 5, um die Rockstar so lange ein Geheimnis gemacht hatte. Im April war es nach mehreren verpassten Terminen endlich so weit, wobei ein rundum sauberes, den Konsolen grafisch überlegenes Spiel abgeliefert wurde. Wie schon bei den Vorgänger gibt es spätestens mit Mods die Möglichkeit, viele Stunden in Los Santos zu versenken. Achja, den ersten April gab es vorher ja auch noch. Scherze wie eine Geforce GTX Titan XXX mit 24 GiByte Grafikspeicher und Half-Life 3 im Bundle durften da natürlich nicht fehlen.
Quelle: PC Games Hardware
Jahresrückblick 2015: Skylake-CPUs haben beim Tranport mit ihrem dünneren Substrat zu kämpfen
Das Sommerloch überbrückt gab es Intels erste Skylake-Prozessoren, nachdem Broadwell nach vielen Verschiebungen nur auf den Markt gekommen ist, um auf den Markt gekommen zu sein - Intel selbst sah nicht einmal den Retail-Verkauf, geschweige denn die Teststellung an die Fachpresse vor. Der Core i7-6700K und i5-6600K wurden derweil im Rahmen der Gamescom extra für die Spielerschaft beworben. K wie kontrollsüchtiger Gamer, der seinen Multiplikator selbst bestimmen möchte; klar wie Kloßbrühe! Mit einer anfangs schlechten Verfügbarkeit, dem schwächelnden Euro-Kurs und der Händlergier ist das Ganze allerdings nicht so recht spannend. Hinzu kommen Kühlerprobleme und Intels Restriktionen bei den Non-K-Modellen. Immerhin kann man jetzt dank PCGHX-Mitglied "der8auer" Intel-CPUs kinderleicht köpfen. Bei AMD gab es das durchaus überzeugende Carrizo-Design für Notebooks, das bei den OEM-Hersteller aber leider kaum Anklang gefunden hat.
Zum Jahresende wurden die Spieler noch mit Anno 2205, CoD: Black Ops 3, Starcraft 2: Legacy of the Void , Fallout 4, Star Wars Battlefront, Assassin's Creed Syndicate, Rainbow Six Siege und Just Cause 3 gefüttert - genug Stoff für die besinnlichen Feiertage, wenn man keine Lust auf seine Verwandtschaft hat. Den "Re-Release" von Batman: Arkham Knight lassen wir mit dem ursprünglichen Technik-Desaster lieber in Ruhe. Schläge hat der im Gegensatz zu einem anderen Spiel aus den USA mit alter Engine, aus heutiger Sicht grausiger Grafik, schwächelndem Gameplay und liebeloser Story genügend bekommen.

finde ich gut den Satz