AMD Radeon VII im Nachtest: Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
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AMD Radeon VII im Nachtest: Spiele-Benchmarks & Leistungsindex

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Was leistet die sieben Jahre alte Radeon VII in modernen Spielen?

Wie schlägt sich die sieben Jahre alte Radeon VII in modernen Spielen? Um diese Frage zu beantworten, haben wir die ehemalige High-End-Grafikkarte durch unsere brandneuen GPU-Benchmarks 2026 gescheucht. Die 20 Rasterizing-Tests sind, wie von uns gewohnt, auf maximalen Anspruch getrimmt und liefern spannende Ergebnisse. Die Betonung liegt hier auf dem "Rasterizing", denn Raytracing beherrscht weder Vega 20 noch der im Juli 2019 erschienene Nachfolger Navi 10 alias Radeon RX 5000. Letzterer markiert den Architekturwechsel von GCN auf RDNA, den wir vor den Benchmarks kurz erläutern möchten.

Graphics Core Next: Von 2012 bis 2019 im Amt

Mit jeder neuen GPU-Generation wird die Architektur verfeinert und um neue Funktionen ergänzt. Irgendwann kommt immer der Zeitpunkt, das Iterieren einzustellen und einen runderneuerten Ansatz zu wählen. Bei der Radeon VII handelt es sich um die fünfte und letzte Ausbaustufe der GCN-Architektur ("Graphics Core Next"), welche Ende 2011 als Radeon HD 7970 debütierte. Was vor knapp 15 Jahren sowohl effektiv als auch effizient war, entwickelte mit veränderten Workloads immer öfter Auslastungsprobleme. Diese Probleme ging AMD im Sommer 2019 mit der RDNA-Architektur an.

Der wichtigste Umbau betrifft die sogenannten "Waves" (Nvidia nennt sie "Warps"). Dabei handelt es sich um Bündel an Rechenaufgaben, welche von den Shader-ALUs, den arithmetisch-logischen Einheiten der GPU, abgearbeitet werden. Jede Einheit beinhaltet eine gewisse Anzahl sogenannter Lanes, von AMD "Stream Processor" und von Nvidia "CUDA Core" genannt. Jede Compute Unit einer Radeon-GPU beinhaltet 64 dieser Lanes. Was sich zwischen GCN und RDNA unterscheidet, ist die Aufteilung bzw. Granularität. GCN-GPUs wie Vega arbeiten nach dem Wave64-Prinzip, widmen sich folglich 64 Instruktionen auf einmal, bis ein Ergebnis vorliegt und das Programm weiterläuft. Diese grobkörnige Abarbeitung funktioniert gut, wenn der Code keine Verzweigungen respektive Abhängigkeiten enthält. Kommen diese vor, muss die Arbeit auf mehrere Zyklen aufgeteilt werden - mit fatalen Folgen für die Auslastung. Dank der wesentlich effizienteren Abarbeitung gelang der Radeon RX 5700 XT mit nur 2.560 FP32-Einheiten das Kunststück, die wesentlich breiteren Vega-Grafikkarten zu schlagen - die Radeon VII ausgenommen. Wir klären sogleich, ob es sieben Jahre später genauso läuft, oder ob sich nun andere Flaschenhälse zu erkennen geben. Falls Sie mehr zur Radeon-Technik erfahren möchten, legen wir Ihnen unseren Tech-Deep-Dive ans Herz.

Bevor wir zu den Gaming-Benchmarks kommen, bilden wir die theoretischen Durchsatzraten mithilfe des General-Purpose-Benchmark von AIDA64 ab (wir nutzen eine von Finalwire zu Testzwecken bereitgestellte Engineer License). So sehen die Bestwerte aus - was davon wohl in aktuellen Spielen ankommt?

AIDA64 GPGPU Benchmark: Radeon VII vs. GTX 1080 Ti vs. RX 5700 XT vs. Titan V Quelle: PC Games Hardware AIDA64 GPGPU Benchmark: Radeon VII vs. GTX 1080 Ti vs. RX 5700 XT vs. Titan V

Radeon VII: Spiele-Benchmarks

Für den Nachtest der Radeon VII präsentieren wir Ihnen das volle Paket der mit aktuellen Treibern erhobenen Messwerte. Sie können wie gehabt zwischen vier Auflösungen wählen: Full HD, WQHD, Ultrawide-QHD und Ultra HD, welche Sie in jedem der Spiele links im grauen Dropdown-Menü durchschalten können. Standardmäßig eingeblendet ist diesmal Full HD (1.920 × 1.080 Pixel), passend zur Rechenkraft unseres ergrauten Probanden.

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Wichtig: Auch die Rasterizing-Benchmarks 2026 finden konsequent mit nativer Auflösung - ohne jegliches Upsampling - statt. Damit kommen wir nicht nur zahlreichen Leser- respektive Zuschaueranfragen nach, sondern sind außerdem in der Lage, die Leistungsunterschiede zwischen den Grafikkarten bestmöglich herauszuarbeiten. Falls Sie mit Upsampling spielen, sind generell höhere Bildraten zu erwarten. Wer beispielsweise mit Ultra HD und Quality-Upsampling spielt, kann sich wunderbar an den hier gezeigten WQHD-Werten orientieren (Übersicht, welche internen Auflösungen sich mit Upsampling ergeben).

"Im besten Fall erreicht die neue AMD-Grafikkarte das Niveau einer stark werkseitig übertakteten Geforce RTX 2080, im schlechtesten Fall nur die Leistung einer RTX 2070. Auffällig ist, dass die Radeon VII mit steigender Auflösung Boden gutmacht, was sie zweifellos ihrer überlegenen Speichertransferrate zu verdanken hat. Viele Pixel führen zu besserer Auslastung und die Transferrate hilft dabei, den Datenfluss aufrechtzuerhalten": Dieser Auszug aus unserem originalen Radeon-VII-Test fasst die Ergebnisse damals wie heute zusammen. Gegenüber 2019 wurden die Spiele komplexer, auf jedes Polygon kommen tendenziell mehr Shader-Berechnungen als früher. Die Pixel sind somit "schwerer" geworden, was breiten GPUs wie Vega 20 prinzipiell zugutekommt. Praktisch verhindern Abhängigkeiten im Code eine optimale Auslastung. Die Radeon VII, Geforce GTX 1080 Ti und Radeon RX 5700 XT liegen trotz ihrer grundverschiedenen Architekturen auf Augenhöhe. Die Bildraten in Full HD bewegen sich dabei stets zwischen 20 und 60 Fps - etwas Upsampling und schon wird daraus eine spielbare Vorstellung.

Insgesamt liefert die Radeon VII eine akzeptable Vorstellung angesichts ihres Alters, gerade wenn man sie mit der technologisch ähnlichen Geforce GTX 1080 Ti vergleicht. Im Gegensatz zu alten Nvidia-Grafikkarten leistet sich die Radeon VII (wie auch ihre Vega-10-Geschwister) aber drei grobe Schnitzer. Während F1 25 "nur" miserabel läuft (die GPU- und Power-Auslastung sind unterirdisch), startet Baldur's Gate 3 nicht mit Vulkan-API. Der Wechsel auf den DirectX-11-Fallback funktioniert und ergibt die gezeigten Bildraten. Kritisch ist hingegen Alan Wake 2: Die Grafik ist auf allen Vega-GPUs vollkommen hinüber (siehe Bild), was den Gruselfaktor zwar erhöht, das Spiel aber faktisch ungenießbar macht. Wir haben die erzeugten Fps dennoch gemessen, um einen Leistungsindex generieren zu können.

Alan Wake 2 auf Radeon Vega: Unbeabsichtigter Horror. Quelle: PC Games Hardware Alan Wake 2 auf Radeon Vega: Unbeabsichtigter Horror.

Radeon VII im Leistungsindex

Wo landet die Radeon VII im aktuellen Grafikkartenvergleich? Diese Frage beantworten wir anhand von fünf Indizes: dem Gesamtwert sowie den Einzelindizes der vier Auflösungen. Der Gesamtwert (Overall) ist bekannt als PCGH-Leistungsindex und verrechnet die vier Test-Auflösungen zu je 25 Prozent (es findet keine Gewichtung statt). Die vorherige Normierung der Fps-Werte stellt sicher, dass große Zahlen das gleiche Gewicht haben wie kleine. Bitte beachten Sie bei allen Benchmarks, dass einige ältere sowie schwächere Grafikkarten nur in 1080p gemessen wurden. Dementsprechend steht nur der Full-HD-Leistungsindex bereit.

Was auf den ersten Blick konstruiert aussieht, kam tatsächlich so heraus: Radeon VII, Geforce GTX 1080 Ti und Radeon RX 5700 XT sind in der aktuellen Spielelandschaft exakt gleich schnell, zumindest im Durchschnitt. Jede Architektur hat individuelle Stärken und Schwächen. Interessant ist, was beim Wechsel auf den Full-HD-Index herauskommt: Alle drei Grafikkarten arbeiten langsamer als eine Arc B570, Geforce RTX 3060 12GB oder Radeon RX 6600 XT - zumindest in 1080p. Damit sind wir beim Stichwort "Auflösungsskalierung", einem im Kontext der GCN-Architektur stets spannenden Thema.

Radeon VII: Auflösungsskalierung

Was passiert, wenn man die Radeon VII mit immer höheren Lasten beharkt? Der folgende Benchmark zeigt das Verhalten von Full HD bis Ultra HD. Somit lässt sich auf den ersten Blick ablesen, welche Grafikkarte besonders stark oder schwach einbricht.

Grafikkarten-Kenner sind nicht überrascht, das Verhalten der Radeon VII passt zu den Erfahrungswerten und der Hardware. Grundsätzlich führen höhere Auflösungen zu einer besseren Auslastung der Rechenwerke, was GCN in die Karten spielt. Vega 20 profitiert besonders, da diese Supercomputer-Architektur voll auf hohe Lasten getrimmt ist: Dank 16 GiByte HBM2 mit 1 TByte/s Transferrate sind die zusätzlichen Daten gegenüber niedrigen Auflösungen kein Problem, wenngleich die Framebuffer-Kompression nicht so ausgefeilt ist wie bei modernen GPUs. Im Vergleich mit der RTX-5000- und RX-9000-Mittelklasse ist der Ansatz und somit die Skalierung gegensätzlich: Während die kleinen GPUs mittels großer Caches alles daran setzen, in niedrigen Auflösungen zu brillieren, läuft bei Vega 20 der 4 MiB große Level-2-Cache schnell über und die breite Datenbahn des Speichers muss ran - erneut lässt die Titan V grüßen. Seit Radeon RX 6000 (RDNA 2) und Geforce RTX 4000 verfügen Grafikkarten über deutlich größere Caches, um selbst mit schmalen Speicherschnittstellen klarzukommen.

Radeon VII vs. 79 andere Grafikkarten

Abschließend möchten wir Ihnen noch den Blick auf das große Ganze gewähren - den Spezial-Leistungsindex Rasterizing, welcher alte und neue PCGH-Indizes verrechnet. Auf diese Weise können Sie optimal abschätzen, ob sich das Aufrüsten der Grafikkarte lohnt. Die aktuelle Rangliste inklusive der Radeon VII:

Die Rangliste mit 80 Grafikkarten seit 2014 zeigt den klaren Fortschritt, die Radeon VII und ihre Kontrahenten finden sich im unteren Drittel wieder. Damit haben wir die aktuelle Leistung ohne Hilfsmaßnahmen abgebildet. Im Folgenden geht es um die heilsame Wirkung von Linux statt Windows sowie die Frame Generation.

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  1. Seite 1 Radeon VII: Sieben Jahre später
  2. Seite 2 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
  3. Seite 3 Linux und Frame Gen als Booster
  4. Seite 4 Leistungsaufnahme & Effizienz
  5. Seite 5 Fazit 2026
    • Kommentare (76)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        nach m.E. braucht man auch nicht gegen viele Grakas vgl., es reicht sicherlich die Seven vs. RX 5700xt im Blindtest@FSR+FG
        (falls es da Unterschiede in der Bildqualität gibt bei CNN vs RDNA1)

        ne 6600+7600 könnte man informativ bezgl. Bildqualität noch erwähnen
        (RDNA2+RDNA3)

        k.A. wie ein Blindtest so eingestellt wird, ... am Besten auf alle Sys das gleiche Fps-Limit was gut zur Seven passt
        als kleinsten gemeinsamen Nenner
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        nach m.E. braucht man auch nicht gegen viele Grakas vgl., es reicht sicherlich die Seven vs. RX 5700xt im Blindtest@FSR+FG
        (falls es da Unterschiede in der Bildqualität gibt bei CNN vs RDNA1)

        ne 6600+7600 könnte man informativ bezgl. Bildqualität noch erwähnen
        (RDNA2+RDNA3)

        k.A. wie ein Blindtest so eingestellt wird, ... am Besten auf alle Sys das gleiche Fps-Limit was gut zur Seven passt
        als kleinsten gemeinsamen Nenner
      • Von DaHell63 Volt-Modder(in)
        Zitat von Gurdi
        Es ist nicht wirklich realistisch die Einstellungen für diesen Test zu ändern. Raff hätte sonst alle Vergleichskarten neu durch den Parcours scheuchen müssen.
        Dann ist der Vergleich sowieso hinfällig. Alte Werte für andere Karten nehmen und damit neue Treiber und Spielepatches für die Karten ignorieren.
        Erinnert mit an den DirectX Raytracing feature test. Eine RX 7700XT stand da erheblich besser als eine RX 6800 da (RDNA2 allgemein). Was sicher nicht an der überlegenen Leistung der RX 7700XT lag, sondern einfach neuen Treibern/Patches geschuldet war.
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Raff
        - FSR 3 wird in Full HD ziemlich krümelig. Ich hatte tatsächlich geplant, auch damit zu testen, nach den ersten Sichtproben bin ich jedoch davon abgekommen.
        Bei älteren Gen´s lohnt es sich nach m.E. auch mal FSR 2.1.2 zu probieren, siehe Anhänge oben in Post#72.
        (kann im Einzelfall "subjektiv" weniger krümeln, ... bitte mit in den Blindtest einbauen)

        may be,
        FSR 3.1.5 ist zu sehr auf Performance getrimmt, aber das ältere FSR 2.1.2 noch nicht
        bin da in HL drauf gekommen, weil FSR 3.1.5 an nem Felsen einen großen "Texturbug" hatte, aber FSR 2.1.2 nicht
        (wenn nicht alle FSR-Versionen im Game integriert sind, hilft Optiscaler/DLSS-Enabler= Wechsel on the fly möglich)
        oder
        bei tricky Games hätte man noch XeSS, falls das auch auf der Seven läuft

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        XeSS und FSR3.1-FG sollte man auch gleichzeitig verwenden können.

        Am Ende bekommt die Seven damit ne 2.Lifetime, ... dito RX 5700xt oder gar RX470-8GB.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Es gab sowohl eine Radeon VII als auch eine Pro.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat von RX480
        Dann zeigt uns bitte mooore Upscaling, falls Raff/Phil mal Zeit hat.
        Warum nur in FSR nativ, sonst nehmt Ihr auch gerne 67%?
        (braucht dann auch kein Vgl. mit anderen GPU´s sein)
        Dafür gab es mehrere Gründe:

        - Die Leistungswerte ohne FG lagen schon vor. Eine zweite Messreihe mit FG bringt einen schnellen, eindeutigen Vergleich. Effizienz spielt eine große Rolle bei aufwendigen Artikeln.
        - FSR 3 wird in Full HD ziemlich krümelig. Ich hatte tatsächlich geplant, auch damit zu testen, nach den ersten Sichtproben bin ich jedoch davon abgekommen.

        Die Seven ist durch (international hat sich leider niemand für den Nachtest interessiert), aber FSR noch lange nicht. Der nächste Blindtest ist schon in Arbeit.

        MfG
        Raff
      • Von Bluebird Software-Overclocker(in)
        Ich meine der korrekte Name der Karte ist Radeon Pro VII, also ist es eigentlich keine Spiele Grafikkarte, deswegen auch die brachialen Daten auf dem Papier die fürs gaming totaler Blödsinn sind. Ja man kann damit zocken, aber das ist und war immer Nische, der Rest ist pcgh ...
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