AMD Radeon VII im Nachtest: Die letzte GCN-GPU wird sieben - Vega 20 im Jahr 2026 [mit Video]
Topmoderne 7-nm-Fertigung, 16 GiByte HBM2 und ein potentes Referenzdesign: AMD warf Anfang 2019 alles in die Waagschale, was die Radeon Technologies Group zu bieten hatte. Nun feiert die Radeon VII ihren siebten Geburtstag. Wie schlägt sich die alte Dame 2026?
In diesem Artikel
Aktualisierung: Mittlerweile haben wir auf Youtube auch ein über 20 Minuten langes Video zur Radeon VII veröffentlicht. In der Beschreibung heißt es: " Heute schauen wir, was eine Radeon 7 im Jahr 2026 noch leistet: aktuelle Spiele, moderne Upscaling-Optionen und die Frage, ob sich das Comeback lohnt. Mit Benchmarks, Frametime-Checks und einem Blick auf Treiber/Settings klären wir, wo die Karte überrascht - und wo sie endgültig rausfliegt".
"Ziele auf den Mond. Selbst wenn du ihn verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen": Dieses berühmte Zitat war vermutlich der Leitspruch für die Radeon VII, welche Anfang 2019 das Licht der Welt erblickte. In Ermangelung einer besseren Alternative rückte man mit dem größten Kaliber an, das die GPU-Entwicklungsabteilung zu bieten hatte: Vega 20. Dieser Prozessor war nicht nur die finale Ausbaustufe der GCN-Architektur, sondern auch die erste 7-Nanometer-GPU und ein wahrer Speichergigant. Am 7. Februar feierte die Radeon VII ihren siebten Geburtstag - der perfekte Anlass für einen Blick zurück, was diese außergewöhnliche Grafikkarte (nicht) zu leisten imstande war.
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie "XXL-Nachtests". Gelegentlich ist es angebracht, zurückzublicken und wegweisende Produkte erneut zu bewerten. Welchen Einfluss hatten fundamentale Architekturumbauten? Wurden Visionen Realität? Hat sich die Investition ausgezahlt? In diesem Atemzug legen wir Ihnen weitere PCGH-Nachtests ans Herz: Geforce GTX Titan (2013), Radeon Vega (2017), Titan V (2017), Geforce RTX 2080 Ti (2018) und Geforce RTX 4090 (2022).
Radeon VII, Codename "Moonshot"
Die Jahre 2018 und 2019 handeln vom wohl größten Umbruch seit der Erfindung des 3D-Beschleunigers. Im Spätsommer 2018 läutete Nvidia mit der Turing-Architektur das Zeitalter von Raytracing und KI-gestützter Grafikberechnung ein - wenngleich damals noch niemand so recht daran glaubte, denn die Software war noch nicht so weit. Auch AMD sprang nicht direkt auf den Rummelzug des Marktführers. Während im Hintergrund die Arbeiten an der ersten Raytracing-Architektur liefen, musste im Desktop eine Zwischenlösung her, um nach eineinhalb Jahren wieder oben in den Benchmarks mitzuspielen. Der für den Job auserkorene Vega-20-Prozessor hat seine Ursprünge im High Performance Computing (HPC) und ist auf die dortigen Bedürfnisse zugeschnitten. Die Portierung einer solchen GPU in den Consumer-Markt ist aus mehreren Gründen suboptimal, denn alle Funktionen belegen Fläche innerhalb des Grafikchips, schlagen sich somit in höheren Fertigungskosten nieder und helfen der Leistung bei Spielen trotzdem nicht auf die Sprünge - Nvidias Titan V lässt herzlich grüßen.
Quelle: AMD
Vega 20 vs. Vega 10: GCN trifft auf HBM.
Apropos Titan V. Der Name Radeon VII fällt aus dem Rahmen, um die Alleinstellungsmerkmale des Produkts zu betonen. Die in römischen Lettern präsentierte Sieben spielt einerseits auf die damals topmoderne Fertigungstechnologie des Grafikchips an: Vega 20 wurde in 7 nm Strukturbreite bei TSMC hergestellt und war damit ein echter Pionier. Der Chip bringt 13,2 Milliarden Schaltungen auf lediglich 331 mm² Fläche unter - sein 14-nm-Vorgänger Vega 10 benötigt für weniger Transistoren noch 495 mm². Die zweite Bedeutung der römischen VII lautet "V2" - Vega 2nd generation. Ausgesprochen wird der Name wie eine normale Sieben (Seven). Die Ur-Radeon erschien übrigens im Jahr 2000 und machte Nvidias Geforce-2-Reihe das Leben schwer - allerdings nicht als "Radeon I", sondern als Radeon 256.
Doch Namen sind Schall und Rauch - was zählt, ist auf dem Platz. Für das Jahr 2019, in dem die allermeisten Spieler nur auf die Rasterizing-Leistung achteten, sah die Radeon VII auf den ersten Blick wie die perfekte Grafikkarte aus. Während die Rechenleistung Nvidias populäre Geforce GTX 1080 Ti nur knapp übertraf, klotzte AMD bei einer anderen Disziplin: Die Radeon VII setzt auf ein 4.096 Bit breites Speicher-Interface, das High Bandwidth Memory zweiter Generation ("HBM2") ansteuert. Dieser Speicherstandard findet sich im Endkundensegment nur auf der Radeon VII und Titan V, seitdem ist HBM Profi-Beschleunigern vorbehalten. Dank 1.000 MHz an 4.096 Bit war die Radeon VII die erste Grafikkarte, welche die Marke von 1 TByte/s Speichertransferrate durchbrach. Zeit für einen Spezifikationsüberblick; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | Radeon VII | Radeon RX 5700 XT | Geforce RTX 2080 Ti | Titan V | Geforce GTX 1080 Ti |
|---|---|---|---|---|---|
| GPU & Konfektion | Vega 20 XT | Navi 10 XT | TU102-300-Kx | GV100-400 | GP102-350-Kx |
| Mikroarchitektur | GCN 1.4 (gfx906) | RDNA 1 (gfx1010) | Turing | Volta | Pascal |
| PCIe-Schnittstelle | 3.0 ×16 | 4.0 ×16 | 3.0 ×16 | 3.0 ×16 | 3.0 ×16 |
| Veröffentlichung | 07.02.2019 | 07.07.2019 | 27.09.2018 | 08.12.2017 | 01.03.2017 |
| UVP zum Release (USD) | 699 | 399 | 999 | 2.999 | 699 |
| UVP zum Release (Euro) | 729 | 419 | 1.259 | 3.100 | 819 |
| Fertigung (Foundry) | 7FF (TSMC) | 7FF (TSMC) | 12FFN (TSMC) | 12FFN (TSMC) | 16 nm FF+ (TSMC) |
| Anzahl Transistoren (Mio.) | 13.230 | 10.300 | 18.600 | 21.100 | 12.000 |
| Die Size (mm²) | 331 | 251 | 754 | 815 | 471 |
| Level-2-Cache (MiB) | 4 | 4 | 5,5 | 4,5 | 2,75 |
| GPU-Boost-Takt (MHz) | 1.760 | 1.910 | 1.820 | 1.660 | 1.810 |
| Shader-Multiprozessoren | 60 | 40 | 68 | 80 | 28 |
| Shader-ALUs (FP32) | 3.840 | 2.560 | 4.352 | 5.120 | 3.584 |
| GFLOPS FP16 (Half Precision) | 27.034 | 19.558 | 31.683 | 33.997 | 203 [sic] |
| GFLOPS FP32 (Single Precision) | 13.517 | 9.779 | 15.841 | 16.998 | 12.974 |
| GFLOPS FP64 (Double Precision) | 3.379 | 611 | 495 | 8.499 | 405 |
| Textureinheiten (TMUs) | 240 | 160 | 272 | 320 | 224 |
| Raster Operators (ROPs) | 64 | 64 | 88 | 96 | 88 |
| Texelfüllrate (Megatexel/s) | 422,4 | 305,6 | 495,0 | 531,2 | 405,4 |
| Pixelfüllrate (Megapixel/s) | 112,6 | 122,2 | 174,7 | 159,4 | 162,2 |
| Raytracing Cores | – | – | 68 (1. Gen.) | – | – |
| Matrix Units („AI Cores”) | – | – | 544 (2. Gen.) | 640 (1. Gen.) | – |
| Speicherinterface (Bit) | 4.096 | 256 | 352 | 3.072 | 352 |
| Speichergeschwindigkeit (GT/s/MHz) | 2,0 (1.000) | 14,0 (7.000) | 14,0 (7.000) | 1,7 (850) | 11,0 (5.500) |
| Speichertransferrate (GB/s) | 1.024 | 448 | 616 | 653 | 485 |
| Speicherbestückung (MiB) | 16.384 | 8.192 | 11.264 | 12.288 | 11.264 |
| Stromstecker | 2× 8-Pol | Je 1× 8-/1× 6-Pol | 2× 8-Pol | Je 1× 8-/1× 6-Pol | Je 1× 8-/1× 6-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 300 Watt | 225 Watt | 250 Watt | 250 Watt | 250 Watt |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns umfassend getesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter.
Was kann mit derart prächtigen Rohdaten schiefgehen? Das klären wir sogleich in voller Breite. Wissenswert ist noch, dass AMD für die Radeon VII zwar einen Profi-Chip nutzt, diesen im Gaming-Segment jedoch etwas einbremst. So kommt kein Vollausbau des Vega 20 zum Einsatz, die Radeon Seven muss auf vier der physisch vorhandenen Compute Units verzichten - die besten GPUs mit 64 CUs und somit 4.096 FP32-ALUs waren dem Profi-Modell Radeon Instinct MI60 vorbehalten. Außerdem halbiert AMD aus produktpolitischen Gründen sowohl die PCI-Express-Geschwindigkeit als auch die Double-Precision-Leistung. Damit genug der Vorrede, wir überprüfen im Folgenden, wie sich das sieben Jahre alte "Speicherwunder" in den GPU-Benchmarks 2026 schlägt - gegen die Geforce GTX 1080 Ti, Radeon RX 5700 XT und natürlich auch gegen moderne Grafikkarten.

(falls es da Unterschiede in der Bildqualität gibt bei CNN vs RDNA1)
ne 6600+7600 könnte man informativ bezgl. Bildqualität noch erwähnen
(RDNA2+RDNA3)
k.A. wie ein Blindtest so eingestellt wird, ... am Besten auf alle Sys das gleiche Fps-Limit was gut zur Seven passt
als kleinsten gemeinsamen Nenner
Erinnert mit an den DirectX Raytracing feature test. Eine RX 7700XT stand da erheblich besser als eine RX 6800 da (RDNA2 allgemein). Was sicher nicht an der überlegenen Leistung der RX 7700XT lag, sondern einfach neuen Treibern/Patches geschuldet war.
(kann im Einzelfall "subjektiv" weniger krümeln, ... bitte mit in den Blindtest einbauen)
may be,
FSR 3.1.5 ist zu sehr auf Performance getrimmt, aber das ältere FSR 2.1.2 noch nicht
bin da in HL drauf gekommen, weil FSR 3.1.5 an nem Felsen einen großen "Texturbug" hatte, aber FSR 2.1.2 nicht
(wenn nicht alle FSR-Versionen im Game integriert sind, hilft Optiscaler/DLSS-Enabler= Wechsel on the fly möglich)
oder
bei tricky Games hätte man noch XeSS, falls das auch auf der Seven läuft
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XeSS und FSR3.1-FG sollte man auch gleichzeitig verwenden können.
Am Ende bekommt die Seven damit ne 2.Lifetime, ... dito RX 5700xt oder gar RX470-8GB.
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Warum nur in FSR nativ, sonst nehmt Ihr auch gerne 67%?
(braucht dann auch kein Vgl. mit anderen GPU´s sein)
- Die Leistungswerte ohne FG lagen schon vor. Eine zweite Messreihe mit FG bringt einen schnellen, eindeutigen Vergleich. Effizienz spielt eine große Rolle bei aufwendigen Artikeln.
- FSR 3 wird in Full HD ziemlich krümelig. Ich hatte tatsächlich geplant, auch damit zu testen, nach den ersten Sichtproben bin ich jedoch davon abgekommen.
Die Seven ist durch (international hat sich leider niemand für den Nachtest interessiert), aber FSR noch lange nicht. Der nächste Blindtest ist schon in Arbeit.
MfG
Raff