AMD Radeon VII im Nachtest: Linux als Rettung?
Linux beschleunigt Radeon-Grafikkarten - vor allem die alten! Und was bringt Frame Gen? Wir haben's getestet.
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Linux ist auf dem Vormarsch - global noch sehr zaghaft, doch immer mehr technikaffine Nutzer aus aller Welt wagen den Wechsel ins Pinguin-Lager. PCGH zollt dieser Entwicklung mithilfe des "Lindex" Tribut: Keine Stichproben und Randnotizen mehr, seit einigen Monaten bieten wir unseren Lesern einen ständig aktualisierten Grafikkarten-Leistungsindex, welcher die Unterschiede zwischen Windows 11 und CachyOS herausarbeitet. Die wichtigste Erkenntnis war und ist: Linux ist längst nicht mehr weit abgeschlagen. Im Gegenteil, in vielen Fällen ist das freie Betriebssystem bereits überlegen. Wie wir im Rahmen dieses Specials feststellten, gilt das insbesondere für Nutzer älterer Radeon-Grafikkarten.
Linux schlägt Windows - erneut
Unter Windows sind Besitzer einer Radeon RX Vega, RX 580 und weiterer Grafikkarten abseits der RDNA-Generation auf die von AMD bereitgestellten Legacy-Treiber angewiesen. Diese erhalten keine neuen Spiele-Optimierungen, sondern widmen sich nur noch Fehlern und Sicherheitslücken. Bei der offener gestalteten Treiberentwicklung unter Linux scheint es keine derart scharfe Unterteilung zu geben - zumindest sehen unsere frisch erhobenen Zahlen danach aus. Der folgende Benchmark zeigt, wie sich die Radeon VII, Radeon RX Vega 64 und Radeon RX 5700 XT unter Linux verhalten:
Erwartungsgemäß werden hier im Vergleich keine neuen Leistungssphären erreicht, eine bemerkenswerte Entwicklung ist jedoch zu sehen: Alle AMD-GPUs schneiden unter Linux besser ab als unter Windows. In unserem speziellen Index mit zehn Spielen performen Vega-Grafikkarten um rund 20 Prozent besser, wenn von Windows 11 auf CachyOS gewechselt wird. Dieser spannenden Entwicklung stehen Intel und Nvidia entgegen; Arc-Grafikkarten verlieren unter Linux deutlich an Leistung, Nvidia ebenfalls messbar.
Frame Generation auf Radeon VII
Seit dem Release der Radeon VII feierte nicht nur Raytracing seinen Durchbruch in Spielen, auch neuartige Hilfsmaßnahmen wandelten sich von fragwürdigen Ideen (DLSS 1.0) hin zu klaren Aufwertungen (DLSS 4.5, Frame Generation). Wenn wir eine Radeon VII fragen könnten, was "Upsampling" ist, würde sie vermutlich nur mit den Schultern zucken - stellen Sie sich dieses Bild vor oder füttern Sie einen Bildgenerator mit der Idee! Doch Spaß beiseite: Moderne Dinge wie Raytracing, FSR 4 oder Multi Frame Generation sind für die Radeon VII gänzlich außer Reichweite. AMDs offener Ansatz, welcher erst seit wenigen Monaten Machine Learning voraussetzt, hilft der Radeon VII, Geforce GTX 1080 Ti und anderen älteren Grafikkarten jedoch.
Upsampling bis inklusive FSR 3.1.5 sowie FSR 3 Frame Generation laufen einwandfrei auf Vega 20, davon haben wir uns im Rahmen einer Extra-Messreihe überzeugt. Diverse Spiele bieten die Option an und diese funktioniert wie auf modernen Grafikkarten - mit einem kosmetischen Problem: AMDs Latenzkompensator Anti-Lag 2 wird auf GCN-GPUs nicht unterstützt, der Schalter ist in den Spielen ausgegraut. Da Anti-Lag 2 im Gegensatz zu Nvidias Reflex und Intels XeLL nicht obligatorisch, sondern selten anzutreffen ist, lässt sich das verschmerzen. Wichtig zu wissen ist jedoch die Folge: FSR 3 Frame Generation führt auf einer alten Grafikkarte wie der Radeon VII in jedem Fall zu einer höheren Latenz. Inwiefern die optische Geschmeidigkeit profitiert, zeigt der folgende Benchmark:
Eigentlich wollten wir bei allen Benchmarks auch die Latenz mit angeben, da unser Messprogramm CapframeX neuerdings eine entsprechende Funktion anbietet. Bedauerlicherweise ergibt die ausgegebene "PC Latency" auf der Radeon VII jedoch keinen Sinn: Angeblich sinkt die Latenz nach Aktivierung von Frame Generation - das Programm scheint von nativen Frames auszugehen. Tatsächlich ist nach Aktivierung von FSR 3 FG die Verzögerung an der Maus spürbar. Die einzige Kompensationsmaßnahme ist, die tatsächliche Bildrate zu erhöhen - etwa durch FSR 3 Quality anstelle von TAA. Nachdem auch das geklärt ist, wird es Zeit für die Effizienzbetrachtung.

Gruß T.
MfG
Raff
(falls es da Unterschiede in der Bildqualität gibt bei CNN vs RDNA1)
ne 6600+7600 könnte man informativ bezgl. Bildqualität noch erwähnen
(RDNA2+RDNA3)
k.A. wie ein Blindtest so eingestellt wird, ... am Besten auf alle Sys das gleiche Fps-Limit was gut zur Seven passt
als kleinsten gemeinsamen Nenner
Erinnert mit an den DirectX Raytracing feature test. Eine RX 7700XT stand da erheblich besser als eine RX 6800 da (RDNA2 allgemein). Was sicher nicht an der überlegenen Leistung der RX 7700XT lag, sondern einfach neuen Treibern/Patches geschuldet war.