Hardware wird immer teurer: Die Chronologie der Speicherkrise

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Hardware wird immer teurer: Die Chronologie der Speicherkrise
Quelle: Samsung / Montage: Sven Bauduin

HBM4, DDR5 und GDDR6 stehen stellvertretend für eine Speicherkrise, welche ausgelöst durch die exorbitant hohe Nachfrage aus dem KI-Segment, aktuell jeden Bereich der Halbleiterfertigung und die darauf basierenden Produkte betrifft.

Egal ob HBM4-Systemspeicher, DDR5-Arbeitsspeicher oder GDDR6-Grafikspeicher, alle diese Speichertypen stehen stellvertretend für eine Speicherkrise, welche ausgelöst durch die exorbitant hohe Nachfrage aus dem besonders gewinnbringenden und boomenden KI-Segment, jeden Bereich der weltweit unter Druck stehenden Halbleiterfertigung und die darauf basierenden Produkte stark betrifft.

Während die Kundschaft mit Künstlicher Intelligenz nach wie vor Geld verbrennt, verdienen sich insbesondere Nvidia, Samsung, SK Hynix und Micron eine goldene Nase und können sich aussuchen, welches Unternehmen zu den Auserkorenen und Auserwählten zählt und KI-/HPC-Beschleuniger und entsprechende Speicherprodukte erhalten soll. Auch bei den DDR5-Speicherbausteinen ist ein vergleichbarer Kampf um Ressourcen entbrannt, sodass Großkunden wie Apple, Asus, Dell, HP und Lenovo im Wettstreit um Speicherkits noch vergleichsweise gute Karten haben, während die Hersteller von spezifischen Speichermodulen für den DIY-Markt und damit die Spielerschaft und Enthusiasten das Nachsehen haben. Selbiges gilt auch dementsprechend für Grafikkarten, die KI-Beschleunigern weichen.

Während die Geforce RTX 5000 Super wohl gestrichen worden sind, sowohl AMD als auch Nvidia voraussichtlich bis Mitte 2027 keine neuen Grafikkarten vorstellen werden und DDR5-Arbeitsspeicher immer neue Rekordpreise erreicht, lässt sich durchaus eine Chronologie dieser historischen weltweiten Speicherkrise festmachen.


  • Spätestens im Oktober 2025 wird durch die immer weiter steigende Nachfrage aus dem boomenden KI-Segment ein sogenannter "DRAM-Supercylce" ausgelöst, da die Nachfrage nach Halbleiterspeicherlösungen die Kapazitäten der dominierenden Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron bei Weitem übertrifft.
  • Im November 2025 wird bekannt, dass Nvidia die Geforce RTX 5000 Super, die ursprünglich wohl zur CES 2026 vorgestellt werden sollten, auf das 3. Quartal 2026 verschoben haben soll.
  • Ebenfalls im November 2025 warnt Lenovo seine Kunden davor, dass die Preise seiner Produkte steigen werden, da man sich auf einen "massiven" Bestandsausbau und höhere Fertigungskapazitäten verlassen hätte, um die Preise stabil zu halten.
  • RAM-Preise steigen exorbitant: Auch PCGH-PCs werden teurer
  • Im Dezember 2025 wird bekannt, dass Samsung, SK Hynix und Micron wohl mit Apple, Asus, Dell und Lenovo ihre vier Lieblinge auserkoren haben, welchen zukünftig die Priorität bei DRAM-Produkten eingeräumt werden soll.
  • Inzwischen ist durchgesickert: OpenAI soll den Speichermarkt völlig leerkaufen.
  • Das Ende einer Ära: Micron beerdigt seine Marke Crucial und zieht sich mit seinen Speicherkits und SSDs vollständig aus dem Consumer-Segment zurück. Stattdessen möchte sich das US-Unternehmen auf das gewinnbringende KI-Segment und Rechenzentren konzentrieren.
  • Ebenfalls im Dezember wird bekannt, dass Apple im Anschluss an seine langfristigen Lieferverträge deutlich mehr für LPDDR5X-Speicherbausteine bezahlen muss. Von einem 230 Prozent höheren Einkaufspreis im Vergleich zum Jahresbeginn ist hier die Rede. Das werde sich sowohl auf die aktuelle iPhones 17 Serie als auch kommende Generation auswirken, heißt es.
  • Wie die Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Bernstein belegen, ist mit einem Ende der historischen Speicherkrise nicht vor dem Jahre 2027 zu rechnen. Auch der Preisanstieg werde sich demnach noch bis Ende 2026 fortsetzen.
  • "Die Wachstumsrate des Angebots für DRAM und entsprechende Ressourcen werden voraussichtlich bis 2028 eingeschränkt sein, ausgenommen HBM und SOCAMM", wie SK Hynix vermeldet.
  • Innerhalb der Branche wird davon ausgegangen, dass das nur der Anfang und Asus nur das erste Unternehmen sein wird, das entsprechende Preiserhöhungen für das Jahr 2026 ankündigt. Es ist bereits abzusehen, dass sämtliche Hardware, die in irgendeiner Form auf DRAM, NAND oder sonstigen Speicher zurückgreift, im kommenden Jahr noch einmal signifikant im Preis ansteigt.
  • Zum Jahresende gibt es noch einen Fun-Fact: 4 TB DDR5-6400 kosten 66.000 Euro.
  • Noch vor Silvester 2025 sickert durch, dass die AM4-Plattform, der Sockel LGA-1700 und DDR4-Arbeitsspeicher als Notlösung herhalten sollen und Asus die Produktion entsprechender Mainboards wieder hochfährt.
  • Im Januar lässt sich feststellen, dass die RAM-Preise immer weiter steigen und die weltweite Speicherkrise zunehmend außer Kontrolle gerät.
  • Insbesondere die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher steigen immer weiter und so attestiert das PCGH-RAM-Barometer: 32 GiByte DDR5-6000 CL30 kosten 450 Euro und mehr. Auch die Preise für PCIe-SSDs haben sich in den vergangenen zwei Monaten in etwa verdoppelt. Inzwischen steigen auch die Preise für Grafikkarten wieder an.
  • Auch zum Jahresbeginn gibt es einen Fun-Fact: Hotels in Südkorea sind wegen laufender DRAM-Verhandlungen komplett ausgebucht. Alle Hardware-Hersteller versuchen sich langfristige Lieferverträge und stabile Preise zu sichern.
  • Asrock bestätigt gegenüber PCGH: Ein neues B550-Mainboard für AM4.
  • Aufgrund der aktuellen Marktsituation soll Nvidia die Geforce RTX 5000 Super gestoppt und das Refresh seiner Blackwell-Grafikkarten gestrichen haben. Auch von AMD sind in diesem Jahr keine neuen Grafikkarten zu erwarten.

Die beispiellose Nachfrage nach HBM3e, HBM4, DDR5, LPDDR5, LPDDR5X und NAND aus dem KI-Segment wird die Preise für Consumer-Hardware und sämtliche Produkte, welche auf Halbleiterspeicher setzen, im Jahre 2026 deutlich ansteigen lassen. Eine Entspannung der Situation ist wohl nicht vor 2027/28 zu erwarten. Der Fokus ist vorläufig vollends auf das sehr lukrative HPC- und KI-Segment gerichtet.

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    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Tekkla
        Ich auch.

        Und ich hatte da noch einen ganz anderen Gedanken:
        Wenn die Hardware mal eine Weile stehenbleiben würde, dann hätten die Entwickler vielleicht mal Zeit ihre Titel und Engines (noch) besser zu optimieren.
        Die Arbeitszeit wird ja nicht billiger une die die Chefetage nicht weniger profitgierig, sehe ich also nicht kommen.
        Lass mich aber gern überraschen.
        Zitat von BobDobalina
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das ufert aber langsam aus hier. Was kommt 2027? Nen dreiteiler im kinoformat mit jeweiligen Übergängen? Und dann titel wir "Rise of the memory crisis", "doomsday of AI" oder "AI: Apocalpyse"?
        Eine Chronologie der Ereignisse ist ein absolut übliches journalistisches Mittel oO.
        Und auch der Begriff ist neutral. (Im Gegensatz zu "Chroniken"; vielleicht hat der Begriff deshalb Assoziationen geweckt?)

        Ich kritisiere PCGH ja auch gern mal für die eine oder andere reisserische Überschrift.
        Aber die hier ist vollkommen in Ordnung.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Tekkla
        Ich auch.

        Und ich hatte da noch einen ganz anderen Gedanken:
        Wenn die Hardware mal eine Weile stehenbleiben würde, dann hätten die Entwickler vielleicht mal Zeit ihre Titel und Engines (noch) besser zu optimieren.
        Die Arbeitszeit wird ja nicht billiger une die die Chefetage nicht weniger profitgierig, sehe ich also nicht kommen.
        Lass mich aber gern überraschen.
        Zitat von BobDobalina
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das ufert aber langsam aus hier. Was kommt 2027? Nen dreiteiler im kinoformat mit jeweiligen Übergängen? Und dann titel wir "Rise of the memory crisis", "doomsday of AI" oder "AI: Apocalpyse"?
        Eine Chronologie der Ereignisse ist ein absolut übliches journalistisches Mittel oO.
        Und auch der Begriff ist neutral. (Im Gegensatz zu "Chroniken"; vielleicht hat der Begriff deshalb Assoziationen geweckt?)

        Ich kritisiere PCGH ja auch gern mal für die eine oder andere reisserische Überschrift.
        Aber die hier ist vollkommen in Ordnung.
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Zitat von Schinken
        Wenn die Grafik also auf Stand Heute eine Weile stehenbleiben würde könnte ich damit gut leben.
        Ich auch.

        Und ich hatte da noch einen ganz anderen Gedanken:
        Wenn die Hardware mal eine Weile stehenbleiben würde, dann hätten die Entwickler vielleicht mal Zeit ihre Titel und Engines (noch) besser zu optimieren.
      • Von ChrisMK72 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Obiwan
        Hab noch 2x 16GB DDR5 7600CL36 Teamgroup Xtreem ARGB in schwarz hier rumliegen
        Auf EBAY reinpacken und mal 'n schönen 2 Wochen Urlaub von machen.
        Zitat von Zik7
        und eher noch mehr Leistung haben wollen. Steht da der Spaß am Spiel noch im Vordergrund ?
        Merke das auch oft, gerade bei meinen teils noch unfertigen Indie-Games, die mir aber halt Spaß machen, dass manche irgendwie nur noch schauen, ob die in Benchmarks die meisten Punkte haben.

        Und der Spielspaß leidet oft halt auch nicht, selbst wenn man ohne RT und "nur" mit hohen Einstellungen zockt, dafür aber mit fluffigen FPS.
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Ordentlich ist ja relativ. Spiele haben die letzten 20 Jahre und der dementsprechend niedrigeren Leistung auch Spaß gemacht. Dann müssen Spiele für eine Weile halt wieder mehr mit Gameplay überzeugen.
        Genau das ist der Punkt! Ich habe immer das Gefühl, dass die Leute hier nur mit einer 5090 glücklich sind und eher noch mehr Leistung haben wollen. Steht da der Spaß am Spiel noch im Vordergrund ?
        Zitat von Lord-Haelmchen
        am liebsten 3-Tage-Woche mit maximal 6 Stunden pro Tag.
        Dann aber bitte mit genügend Pause, um die Smartphonesucht zu befriedigen!
        Zitat von Lord-Haelmchen
        Eventuell zuzüglich Firmenauto.
        Viele machen doch nichtmal den Führerschein!
        Dann lässt man sich halt bis mitte 30 von seinen Eltern durch die Gegend fahren, oder nutzt Busse und Bahn.
      • Von _Jehuty_ Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich beobachte das ganze Treiben schon länger und zwar auf der Börse, das kann einfach nicht ewig gut gehen vor allem auf dem Aktienmarkt. Der Markt ist so gigantisch angeschwollen, alleine Samsung ist dadurch 700€ je Aktie (Aktuell 1500€) gestiegen innerhalb eines Jahres. SK Hynix innerhalb 12 Monate von 94€ auf 458€, sowas ist einfach Brutal, klar kann man gut Geld verdienen wenn man den Zeitpunkt trifft aber so etwas kann einfach nicht gut gehen. Irgendwann kommt dann die Zeit in der die Firmen nichts mehr einkaufen, sondern auf Softwarelösungen umsatteln, deswegen bewegt sich Siemens momentan stabil nach vorne.
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