AMD Enthusiast
Oberhalb des Sockels AM4 bot AMD den TRX4. Sein (Nach-)Nachfolger ist aber, trotz gegenteiliger Marketing-Behauptungen, nicht mehr für den HEDT-Markt geeignet.
In diesem Artikel
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AMD - Desktop-Uber-Enthusiast ist tot: Sockel TR5
Oberhalb der Mainstream-Desktop-Plattform AM4 bot AMD zunächst den Sockel TR4 mit Threadripper 1000 und 2000 an, später wurden diese durch den TRX4 und Threadripper 3000 "ergänzt", de facto aber eher ersetzt. Nur kurze Zeit später ereilte diese Plattform ein vergleichbares Schicksal durch den Sockel WRX8 mit Threadripper Pro 3000. Egal, ob Leistung (viermal so viele Kerne, viermal so viele Speicherkanäle), Schnittstellen (dreimal so viele PCIe-4.0-Lanes), Verlustleistung und Kühlungsbedarf oder vor allem Preise: Letztgenannte CPUs waren klare Workstation-Angebote und bedienten nicht mehr den gleichen HEDT-Markt wie die erste Threadripper-Generation, deren primärer Selling-Point noch "mehr als 8 Kerne" lautete.
Als Nachfolger dieser Plattform startete Ende 2023 der Sockel TR5 in zwei Ausbaustufen, 2025 gab es ein Refresh mit Zen-5-CPUs bei unveränderten Eigenschaften des Unterbaus. Dessen kleinere Ausgabe, für "Threadripper 7000" beziehungsweise "9000" ohne den Zusatz "Pro", wird von AMDs Marketing wieder mit "HEDT" betitelt, ist letztlich aber erneut eine kleine bis mittlere Workstation-Plattform. AMD selbst präsentierte ausschließlich Workstation-Benchmarks, sieht (nicht zu Unrecht) Intels "große" Sapphire-Rapids-W-3400-Modelle als Konkurrent und macht auch entsprechende Preise. Die Plattform selbst erinnert mit ihrem Quad-Channel-DDR5-Speicherinterface (insgesamt acht Sub-Channels) zwar an ältere Enthusiast-Angebote, verlangt aber beispielsweise nach Registered-RAM und bietet 48 PCIe-5.0- sowie mindestens 36 weitere Lanes, was eindeutig mehr ist, als man im Desktop sinnvoll nutzen oder preiswert auf einer Platine umsetzen kann. Tatsächlich bietet der "kleine" Threadripper so viele Ressourcen, dass man uns nicht sagen kann, wie viele es denn genau sind, sodass wir für unsere Mindestangabe und die Übersicht am Anfang dieses Artikels auf das tatsächlich in Form von Mainboards realisierte Potenzial zurückgreifen.
Besser dokumentiert ist Threadripper 7000/9000 Pro, der im gleichen Sockel TR5 Platz nimmt und tatsächlich auch in den Möchtegern-HEDT-Mainboards mit TRX50-I/O-Hub betrieben werden kann. Eigentlich sind diese noch teureren und mit bis zu 96 Kernen, Octa-Channel-DDR5 und 128 PCI-Express-5.0-Lanes noch mächtigeren CPUs aber für WRX90-Platinen vorgesehen, die sich auch offiziell "Workstation" nennen dürfen. Ein Problem lösen aber auch sie nicht: Aufgrund teils niedrigerer Taktraten und höherer Latenzen ist Threadripper 9000 in Spielen ausgesprochen langsam unterwegs. Selbst in selektierten Spielen mit Multi-Kern-Vorliebe sind Sockel-AM5-Mainstream-Ryzens die bessere Wahl, Threadripper 7000 verlor teils sogar gegen AM4-Modelle. Dass es Threadripper nicht als X3D-Variante mit V-Cache gibt, rächt sich zusätzlich. Nicht-Workstation-Nutzer sollten daher einen Bogen um die TR5-Plattform machen.
AMD-Enthusiast morgen: Keine Erwartungen
Die Sockel-TR5-CPUs tragen mit "Storm Peak" und "Shimada Peak" zwar eigene Codenamen, unterscheiden sich aber nur in ihrer I/O-Ausgestaltung von den Zen-4-"Genoa"- und Zen-5-"Turin"-Server-Epycs im Sockel SP5 (LGA6096). Tatsächlich baut der TR5 auch mechanisch und elektrisch auf den eng verwandten SP6 (LGA4844) der "Bergamo"/"Turin Dense"-Verwandten (Zen 4c/5c) auf. Zu erwarten ist, dass AMD diese Art der Zweitvermarktung in der anstehenden Zen-6-Generation fortsetzt; mit steigenden Kernzahlen bei AM5-CPUs dürften die Threadripper-Modelle sich dabei aber noch tiefer in die Desktop-ferne Workstation-Liga verabschieden. Da Intel diesen Markt weiterhin nur nachrangig bedient, im "neuen" Sockel 4710 nur alte, offiziell für einige Zwecke nicht mehr empfehlenswerte Technik anbietet, steht AMD auch nicht unter Zugzwang, die Threadripper-(Gaming-)Leistung beispielsweise mittels X3D-Technik zu verbessern.

Ich bin wirklich gespannt auf die neuen Threadripper. Zwar habe ich persönlich kein wirkliches Anwendungsgebiet dafür (habe von der Arbeit bereits eine Workstation), aber der Basteldrang ist einfach sehr groß.
Ich möchte wissen wie sich die Plattform verhält, ob man die Wärme gebändigt bekommt und wie die Leistung in synthetischen benchmarks ausfällt.
Zu Zeiten von intels X79 hatte ich gern nur ein System zum arbeiten und spielen. Irgendwie ist das danach eingeschlafen, einfach weil mich die vermeintlichen Nachfolger gar nicht angesprochen haben.
Auch freue ich mich schon auf mögliche Boards, wobei ich wirklich hoffe, dass die Preise nicht deutlich höher getrieben werden. Die aktuelle Gen, auch mit Blick auf Komplexität, hat das ganz schon bunt getrieben.
- In der Zen 3 Generation gibt es Threadripper nur als Pro 5000
- Threadripper Pro sind für den WRX8
- Der ist eine reine Workstation-Plattform
- Wir erwarten deshalb, dass das Desktop-Portfolio auch in Zukunft mit der größten AM5-CPU endet
- Also dass es oberhalb des AM5 nur noch professionelle Hardware geben wird.
- Genau das war auch bis Herbst 2008 üblich.
Klar, das alles in einen Satz zu packen macht den etwas länger (nur nicht annähernd so lang wie sechs einzelne Sätze), aber es ist nicht einmal einer meiner gefürchteten Schachtelsätze, sondern eine recht klare Aneinanderreihung verknüpfter Aussagen. Was würdest du vorschlagen, wie man die verständlicher verbinden könnte?
Damit bediente der Sockel AM4 neben High-End- erstmals seit Ende des Sockel 775 auch wieder Enthusiast-Ansprüche innerhalb der gleichen Plattform.
Nachdem AMD die Zen-3-Generation nur noch als Threadripper Pro 5000 für die reine Workstation-Plattform WRX8 veröffentlicht hat, erwarten wird, dass das Desktop-Portfolio auch in Zukunft mit der größten AM5-CPU endet und darüber nur noch professionelle Hardware angeboten wird, so wie dies bis Herbst 2008 üblich war.