Software für die Komponenten: Fortschritte, Entwicklungen und Ausblicke
Hardware ist nicht alles. Pixelbeschleuniger und Prozesskalkulatoren sind ohne Software - salopp gesagt - hübsche, teure Briefbeschwerer. Welche Fortschritte gibt es abseits der Crypto-Sphäre bei Spielen, Engines und weiteren Punkten?
In diesem Artikel
- Seite 1 Leser-Umfrage zum Jahr 2022 und der große CPU-Clash?
- Seite 2 Umbruch bei den Grafikkarten und Monitor-Fortschritte
- Seite 3 Hardware-Schlusslicht - Tendenzen zu VR, Stromverbrauch und Peripherie
- Seite 4 Software für die Komponenten: Fortschritte, Entwicklungen und Ausblicke
- Seite 5 Bildergalerie
Technologischer Fortschritt: Upscaling, Direct Storage, Linux-Gaming
Ohne Software nützt auch die beste Hardware nichts. Inwieweit Intel mit den Xe-GPUs überzeugen kann, hängt nicht zuletzt auch von den Arc-Treibern und XeSS ab. Um mit den Software-Suites und Upscaling-Methoden von AMD und Nvidia mithalten zu können, wird das technische Team von Intel brillieren müssen. Die ersten Vergleichsvideos und Bilder mit XeSS können sich durchaus sehen lassen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Mit immer weiter entwickelten Upscaling-Methoden und Feature-Paketen wie Nvidias DLSS und Image Scaling oder AMDs FidelityFX Super Resolution werden am Ende des Tages durch die gestiegene Konkurrenz vor allem Spieler einen Vorteil durch größere Upscaling-Auswahl genießen.
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
Wenn Intel mit der Konkurrenz mithalten möchte, muss eine entsprechende Upscaling-Technologie präsentiert werden. Die ersten Vergleichsbilder sehen auch beeindruckend
aus. Ob die Open-Source-Skalierung auch mit DLSS und FSR in der freien Spielewildnis mithalten kann, muss zum Startschuss genauer analysiert werden.
Quelle: Valve
Valve setzt mit dem Handheld-PC Steam Deck auf Linux Arch, einem reichen und komplexen Open-Source-Unterbau samt Tutorials und Wiki. Gaming unter Linux ist zwar jetzt schon möglich, nur scheitern aktueller Multiplayer-Spiele häufig an Anti-Cheat-Hürden, da nicht unterstützt. Durch Valves Unterstützung ändert sich das.
Beim Thema Software-Auswahl sorgt unter anderem Steam-Betreiber Valve für Fortschritt im Bereich Betriebssystemauswahl, denn die Windows-Kompatibilitätsschicht Proton ermöglicht unter Linux-Distributionen seit Kurzem nicht nur DLSS-Upscaling für RTX-Grafikkarten, sondern auch erste Spieletitel mit Anti-Cheat-Software wie BattleEye. Die Fortschritte von Valves Proton im Linux-Spielesegment graben den Nutzern eine vielfältigere Alternative zum klassischen Windows 10 und neuerdings Windows 11. Eine größere Unabhängigkeit vom Microsoft-Betriebssystem gibt Valve unter anderem auch mehr Möglichkeiten, in andere Bereiche wie dem Handheld-PC Steam Deck mit Linux Arch zu expandieren. Die Switch-Alternative mag für einige Desktop-Enthusiasten langweilig wirken, allerdings sind die technischen Fortschritte von Valve nicht zu verachten - denn je reicher das Angebot, umso besser für den Anwender.
Microsoft versucht derweilen mit Schnittstellen und Features wie der Direct Storage API für Windows immer mehr Anwender auf die aktuelle 11er-Iteration zu locken. Mit Argumenten wie dem Game-Pass und der breiten Software-Unterstützung wird Windows weiterhin bequem auf dem PC-Spielethron sitzen. Ob der abschreckende Microsoft-Store im Laufe des Jahres überarbeitet wird, bleibt abzuwarten - Zweifel wären aber berechtigt, denn das Design und die Funktionalität sind nicht erst seit 2021 eher fragwürdig. Gestrichene OS-Funktionen - wie das seitliche Verschieben der Taskleiste oder das Beschriften von geöffneten Fenstern in der Leiste - werden aller Wahrscheinlichkeit im Laufe 2022 als Feature-Update nachgeliefert. Warum grundlegende Optionen und Möglichkeiten für den Nutzer entfernt wurden, bleibt Spekulation. An Bausteinen wie dem Intel Thread Director, der unter Windows 11 am effektivsten funktioniert, kann es nicht liegen.
Spiele und Engines
Besonders für Spieler ist Hardware logischerweise nur die halbe Miete. Indie-Titel wie Stardew Valley werden auch ohne High-End-Komponenten problemlos spielbar sein. Fordernde Gerüste wie die Unreal Engine 5 hingegen werden nicht nur durch leicht implementiertes Raytracing und Upscaling für schnaufende Rechner sorgen, sondern auch durch Detailarbeiten bei Polygonzahl und feinere Sichtweitenmechanik visuell beeindruckende Ergebnisse liefern können. Erste Tech-Demos wie die Matrix Awakens Vorstellung für Konsolen zeigen bereits jetzt, wie hochwertige Spieleproduktionen 2022 aussehen können. Zu den bekanntesten Titeln gehören Stalker 2, Senua's Saga: Hellblade 2, Black Myth: Wukong und Fortnite. Abseits davon werden PC-Spiele wie Elden Ring, Elex 2 und Starfield das Herz vieler RPG-Fans höherschlagen lassen. An der nicht aufhaltenden Remake-Front dürfen das ikonische Gothic, Dead Space und Prince of Persia: The Sands of Time herhalten. PC-Portierungen wie God of War und Monster Hunter Rise sind bereits im Januar zu erwarten. Die neulich erschienene quelloffene Open 3D Engine als Unterprodukt der Linux Foundation soll Hobby- und Studio-Entwicklern kostenfrei ein solides Technikfundament bieten können. Das Projekt wird unter anderem vom bekannten US-Giganten Amazon und weiteren Mitgliedern der Open-3D-Foundation unterstützt. Bis die ersten fertigen Titel mit der durchaus hochwertig wirkenden Engine erscheinen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Quelle: Capcom
Monster Hunter: Rise erschien ursprünglich auf derNintendo Switch. Im Januar dann auch auf dem PC.
Quelle: Sony
God of War für den PC erscheint voraussichtlich am 14. Januar. Die Systemanforderungen sind hoch.
Quelle: THQ Nordic
2022 dürfte es neue Infos zum Gothic-Remake in der Unreal Engine geben – je näher am Original, desto besser.
Durch Engine-Evolutionsschritte wie Nanite in der Unreal Engine 5 erhalten zwar größere Produktionen einen Boost in puncto optischer und technischer Qualität - so haben Entwickler beispielsweise mit klassischer Tesselation im Vergleich zu Nanite einen kleineren Spielraum durch limitierende Grundbausteine - jedoch geht damit für Spieler ein nicht immer leicht zu schluckender Tribut mit einher. Hochauflösende Modelle und vor allem knackig scharfe Texturen kosten nicht nur Performance und bringen ältere Hardware wie Maxwell-GPUs und Vierkerner-CPUs an ihre Grenzen, sondern lassen auch den Festplatten- und Videospeicher sehr schnell volllaufen. Spätestens seit 2021 werden in Spielen wie Ubisofts Far Cry 6 oft mehr als 11 GiB VRAM für Raytracing-Beleuchtung und Ultra-HD-Texturenpakete vorausgesetzt. In der Konsequenz müssen Käufer mit weniger Videospeicher auf bestimmte Features verzichten. Besonders die mit aktuell veranschlagten 1.600 Euro absurd teure RTX 3080 mit 10 GiB GDDR6X von Nvidia fällt für Käufer bedauerlicherweise in diese Kategorie. Die Leistung unter der Haube wäre theoretisch verfügbar, nur mangelt es an Speicherresourcen. Kein Wunder also, dass in Gerüchten immer wieder ältere Grafikkartenmodelle mit mehr Speicher erwähnt wurden, die demnächst in den Handel geschickt werden sollen - nicht zuletzt auch die eben genannte RTX 3080 mit 12 GiB VRAM.
Quelle: Game Science
Black Myth: Wukong überraschte bei Ankündigung des kleinen Indie-Entwicklers als Singleplayer durch Optik und Style. Die fertige Version steht voraussichtlich 2023 an.
Quelle: Ninja Theory
Durch die Unreal Engine 5 und umfangreiche Motion-Capturings soll der neue Ablegerder Senua-Hellblade-Reihe realistischer und brutaler sein als der Vorgänger.
Doch auch Festplattenspeicher wird mit ersehnten Titeln wie Stalker 2 und den circa 180 GiB immer knapper werden. Solange neuere SSD-Standards und -Geschwindigkeiten wie PCI-E-4.0 oder noch ausstehend -5.0 von Entwicklern nicht als Voraussetzung gefordert werden, sollten mittlerweile erschwingliche ältere SATA-SSDs auch 2022 noch locker ausreichen. Der Trend der immer größer werdenden Blockbuster-Spiele wird sich allerdings ohne intelligente Neuerungen auch in den nächsten Jahren wohl fortsetzen - ähnlich wie der veranschlagte Preis. Pioniersarbeit leisten da wenig überraschend größere Publisher wie EA, Ubisoft und zuletzt auch Square Enix. So kostet die Standard-PC-Version von Square Enix' Forspoken 80 Euro, während die Digital-Deluxe-Edition knapp 105 Euro zu Buche schlägt.
Quelle: GSC Game World
Stalker 1 konnte durch Atmosphäre und Gameplay viele Fans für sich gewinnen. Der Nachfolger muss daher nicht nur auf Grafik, sondern auch auf gutes Game-Design setzen.
Deutlich kleinere und beliebte Indie-Titel wie Valheim oder Darkest Dungeon sind von den Blockbuster-Trends natürlich in doppelter Hinsicht ausgenommen. Welche Spiele am Ende durch Qualität und Spielspaß hervorstechen und überzeugen können, bleibt natürlich noch abzuwarten. Debakel wie bei Battlefield 2042 bleiben hoffentlich erspart, so unwahrscheinlich es auch angesichts mancher Release-Skandale der letzten Jahre wirken mag.
Fazit
2022 wird zweifellos spannend. Durch die fortwährenden Liefer- und Knappheitsprobleme ist allerdings mit keinem Preiswunder zu rechnen, der Hardware-Markt bleibt an vielen Ecken ein teures Vergnügen. Wer momentan noch halbwegs potente Komponenten sein Eigen nennt, darf sich noch freuen warten zu können, bis sich die Preise vor allem im GPU-Segment wieder normalisieren. Für alle anderen können Neuerscheinungen wie Intels Arc-Reihe womöglich eine valide Alternative werden. Seitens der Software erwarten uns weitere Evolutionsschritte nicht nur beim Thema Upscaling, sondern auch bei OS-Punkten wie Kompatibilität und Features wie Valves Proton und Microsofts Direct Storage. Durch die Unreal Engine 5 steht im Kontext der Spiele ein optischer, aber deutlicher Technik-Sprung bevor.

vor allem amd drück ich die daumen, hab mit deren aktien gut verdient...
nvidia mit arm wird interessant, wenn das irgendwie durchgeht geht die post ab, weil weltmarktführer in ki!
intel gibt auch ordentlich gas und valve prescht voran mit steam deck!
alles in allem ein tolles jahr!
ich bete zu jesus, unserem gott für bezahlbare preise und gute verfügbarkeit, weil ich mir das erste mal einen laptop, fürs gaming kaufen nöchte!
bis 5k ok, darüber muss er schon aus gold sein, ne spaß bei seite, ich steh halt auf schnelle hardware, schon immer...
meine r9 290, die dd black von xfx ließ sich mannigfaltig übertakten und brannte mir nie ab!
Man wird das Zen Momentum mit hinüber in dem GPU Bereich mit nehmen und so der Konkurrenz kräftig an Bein pinkeln können. 2022 wird so im Zeichen von "The Bring up" stehen.
Als Vorgeschmack kommt in der ersten Jahreshälfte noch der Zen3 Refresh 3D- Cache womit man den Gamern in diesem unserem Lande nochmals mehr Performance für die bewährte AM4 Plattform anbieten wird.
Auf RDNA3 bin ich sehr gespannt. Das was man bisher so an Gerüchten liest macht Lust auf mehr. Ab 2022 habe ich dann auch einen neuen Monitor der nicht zwingend Nvidia Karten für G-Sync benötigt.
Ich hätte wirklich mal wieder Lust auf eine AMD Karte im Haupt System. Schon alleine wegen dem Treiber OS wo man Untervolten und übertakten kann ohne Zusatz Software.
Ich hoffe nur das weder AMD noch Nvidia oder auch Intel es übertreiben bzgl. Stromverbrauch. Mehr wie 250 Watt sollte meine Karte nicht benötigen.
Was denkst du wie schnell eine "RX7700XT bzw. RX7800" werden könnte ggü der RX6900XT?
Man wird das Zen Momentum mit hinüber in dem GPU Bereich mit nehmen und so der Konkurrenz kräftig an Bein pinkeln können. 2022 wird so im Zeichen von "The Bring up" stehen.
Als Vorgeschmack kommt in der ersten Jahreshälfte noch der Zen3 Refresh 3D- Cache womit man den Gamern in diesem unserem Lande nochmals mehr Performance für die bewährte AM4 Plattform anbieten wird.
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2022 wird zweifellos spannend.
2022 bleibt langweilig wie gehabt Mit den GPU-Preisen steht und fällt alles. CPUs sind Wurst, wenn keine passende, vernünftig bezahlbare GPU zu haben ist. So zieht sich das komplett dich die ganze Hardwarepalette.
Das ist aber genau die Stärke von Intel solche Märkte anzugreifen. Denn wenn die Konkurrenz am Gift der gegenwärtig immensen Gewinnspannen klebt, ist die Chance für Intel da. Sie sagen ja, es geht um Marktanteile, das darf man als Drohung verstehen dem Rest die Preise zu ruinieren. Damit kennt sich Intel aus.
Um AMD würde ich mir dabei sogar weniger Sorgen machen, das wären ja die ersten die Chipdesign in der Schublade hätten, schließlich stellen sie die Konsolen ja her. Dann muss man halt aufhören immer nur mit 8 Vega Cores rumzugeizen, dann dürfen es ruhig 20 RDNA2 Cores sein wie bei der Series S, das würde sicherlich Anklang finden.
Nvidia schaut da am ehesten in die Röhre, weil die sind dann in der Situation die OEMs überzeugen zu müssen, dass eine CPU von Intel oder AMD gekauft wird und zwar nicht im Bundle mit einer Intel/AMD GPU, damit der OEM dann eine Nvidia verbaut. Intel und AMD werden aber wohl alles tun, dass die CPU/GPU Bundles viel attraktiver sind für die OEMs als sich nur die CPU zu kaufen und dann zu Nvidia zu rennen. Ich rechne nicht damit dass Nvidia OEM PCs schlagartig verschwinden, aber in der Stückzahl werden die vermutlich massiv unterlegen sein und im Zentrum aller Prospekt und Wochenaktionen werden wir viel mehr Intel Produkte samt GPU sehen.
Was die Spiele am PC an sich angeht ist es eh egal ob AMD oder Intel, sind beide gut genug. Zwischen Ryzen 5000 und Intel 12th Gen kann man in dem Sinn keinen Fehlkauf machen. Man kann schlimmstenfalls bei beiden zu viel Geld für Sachen ausgeben, die man nicht braucht. Bei steigender Verfügbarkeit, wird das den Preisdruck steigern.