Geforce RTX 4070 im Test: Fazit und Preis-Leistungs-Check
Wie schlägt sich die Nvidia Geforce RTX 4070 insgesamt? Fazit mit Preis-Leistungs-Analyse und Kaufempfehlungen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Geforce RTX 4070 im Test: Spezifikation
- Seite 2 Geforce RTX 4070 im Test: Technik-Powerhouse
- Seite 3 Geforce RTX 4070 im Test: Benchmarks in 4 Auflösungen
- Seite 4 Geforce RTX 4070 im Test: Raytracing-Benchmarks inkl. DLSS 3
- Seite 5 Geforce RTX 4070 im Test: Verbrauch, Lautheit & Effizienz
- Seite 6 Geforce RTX 4070 im Test: Fazit und Preis-Leistungs-Check
- Seite 7 Bildergalerie
Auf dieser Seite
Geforce RTX 4070: Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachdem die Leistung der Geforce RTX 4070 sowohl beim Rasterizing als auch Raytracing dargestellt wurde, wird es Zeit für eine abschließende Preis-Leistungs-Analyse. Wie gut schneidet die bis dato teuerste 70er-Grafikkarte aus dem Hause Nvidia ab? Wir haben die aktuellen Leistungsindizes ins Verhältnis zu den aktuellen Marktpreisen (Stand: 12. April 2023) gesetzt.
Beachten Sie bitte, dass die Preise einem steten Wandel unterliegen, es handelt sich daher nur um eine Momentaufnahme respektive Stichprobe zum Testzeitpunkt. Zeitbegrenzte Einzelschnäppchen dienen nicht als Referenz, sondern der Mindestpreis bei mehreren seriösen Shops. Werfen wir einen Blick auf die Preis-Leistungs-Auswertung, beginnend beim Rasterizing (20 Spiele, 4 Auflösungen):
AMD dominiert das Preis-Leistungs-Ranking Rasterizing: Dank der jüngsten Preissenkungen sind diverse RX-6000-Grafikkarten sehr attraktiv. Die Radeon RX 6700 XT ist zwar unsere aktuelle Allrounder-Empfehlung, im Kontext der Geforce RTX 4070 jedoch etwas untermotorisiert. Die Radeon RX 6800 XT und Radeon RX 6950 XT sind deutlich bessere Vergleichsmodelle und, wie man sieht, der Geforce RTX 4070 durchweg vorzuziehen. Selbst eine Preissenkung auf 600 Euro würde daran nichts ändern, 6800 XT und 6950 XT liefern deutlich mehr Raster-Power fürs Geld. Innerhalb des Nvidia-Portfolios steht die Geforce RTX 4070 aber sehr gut da. Die Geforce RTX 4070 Ti, bislang das Nvidia-Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis (PLV), wird deutlich überboten; zur UVP von 659 Euro weist die RTX 4070 ein um rund 12 Prozent besseres PLV auf. Wie es beim Raytracing aussieht, zeigt der folgende Chart:
Beim Raytracing erzielen alle Geforce-Grafikkarten - ebenso wie Intels Arc-Modelle - eine deutlich bessere PLV-Bilanz als beim Rasterizing, da hier bei gleichen Preisen eine bessere relative Leistung erzielt wird. So kommt es zu deutlich veränderten Platzierungen, bei denen erst ab Rang 10 eine Radeon-Grafikkarte auftaucht. Die RX 6800 XT ist auch hier das AMD-Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, allerdings chancenlos gegen die Geforce RTX 4070. Letztere führt die PLV-Rangliste an und ist damit für Freunde der bildhübschen Strahlenverfolgung eine gute Wahl.
Geforce RTX 4070: Fazit
Nach 40.000 Zeichen Text und Hunderten von Messungen sollte ein Fazit zur Nvidia Geforce RTX 4070 leicht fallen, könnte man meinen. Wenngleich die Geforce RTX 4070 insgesamt eine gelungene Grafikkarte ist, gibt es dennoch Anlass für Kritik. Wir teilen das Fazit daher in zwei Bereiche: den datengetriebenen, welcher klare Aussagen zur Performance im Hier und Jetzt erlaubt, und den perspektivischen Teil der Betrachtung, der Erfahrungswerte einfließen lässt.
Sieht man sich die wichtigsten Disziplinen zur Bewertung einer Gaming-Grafikkarte an, macht Nvidia fast alles richtig. Die Geforce RTX 4070 erreicht die Leistung der 2,5 Jahre alten RTX 3080, bringt 20 Prozent mehr Speicher mit und benötigt circa 130 Watt weniger Energie - das ist Fortschritt. Gegenüber der Geforce RTX 3070 sieht es sogar noch besser aus, hier wartet ein mittleres Leistungsplus von 30 Prozent, ein Speicher-Plus von 50 Prozent und ein Effizienz-Plus von ebenfalls 50 Prozent. Vergleicht man die Geforce RTX 4070 hingegen mit der Radeon RX 6800 XT, gewinnt das AMD-Modell beim Rasterizing knapp, unterliegt beim Raytracing und der Energie-Effizienz jedoch haushoch. Sogar das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei der Geforce RTX 4070, gemessen an ihren Geschwistern und den nächstgelegenen Radeon-Grafikkarten (siehe oben) kann man objektiv nicht viel kritteln.
Bildergalerie
Es gibt jedoch Disziplinen und Eigenschaften rund um die Geforce RTX 4070, welche sich nicht objektiv oder zumindest nicht wasserdicht abbilden lassen. Da wäre - erneut - der Preis. Die RTX 4070 ist, ganz objektiv, das bis dato teuerste Siebziger-Modell ohne Ti-Anhängsel. Das liegt nicht nur am Euro-Kurs, tatsächlich ruft Nvidia hier den gleichen Preis (599 USD) auf wie für die RTX 3070 Ti vor knapp zwei Jahren. Der Preistrend geht somit klar nach oben, wie bei fast allen Dingen. Das ist nicht schön und wir alle wünschen uns eine Umkehr dieses Trends, realistisch ist diese Erwartung aber nicht. Erschwerend für Nvidia kommt eine andere Tatsache hinzu: Das Leistungsplus von Generation zu Generation wird stetig kleiner, was sich klar an den letzten 70er-Modellen ablesen lässt. So führte der Wechsel von RTX 2070 auf RTX 3070 zu einem mittleren Leistungsplus von über 50 Prozent, während ein Upgrade von RTX 3070 auf RTX 4070 nur 30 Prozent einbringt. Diese Entwicklung verläuft diametral zum Preis - und Nvidia weiß das. Es gibt gute Gründe dafür, dass die Kalifornier Raytracing vorantreiben und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf DLSS verweisen, denn nur diese Dinge erlauben es, mit ordentlichem Fortschritt zu punkten. Mittlerweile sind etwa 40 Spiele mit DLSS 3 respektive Frame Generation verfügbar. Und auch wenn die neue Technologie nicht in allen davon perfekt läuft, handelt es sich doch um einen echten Mehrwert. Das Problem: Dieser Mehrwert ist weit von einer flächendeckenden Implementierung entfernt. Somit geht Nvidias Rechnung, die Features in den Preis einzukalkulieren, nicht auf.
Die Speicherkapazität ist ein weiteres, breit diskutierbares Thema. Wie wir in den vorangegangenen Grafikkarten-Tests des Jahres 2023 erläuterten, raten wir davon ab, beim Neukauf zu einer 8-GiByte-Grafikkarte zu greifen - zumindest jenseits von 300 Euro. Diese Kapazität hat ihren Zenit längst überschritten und erfordert bei modernen Spielen einige Kompromisse. Das ist ein Problem für zahlreiche Nvidia-Grafikkarten, denn es gab eine Zeit, da schnallten die Geforce-Macher auf fast jedes Modell 8 GiByte, obwohl das Ende bereits in Sicht war. Zwischenzeitlich hat Nvidia verstanden, dass 12 GiByte deutlich besser zum eigenen Anspruch des Technologieführers passen, was PCGH ausdrücklich begrüßt. 12 GiByte sind 50 Prozent mehr als 8 GiByte, was eine derart bestückte Grafikkarte - wie die Geforce RTX 4070 - schlagartig für moderne Spiele fit macht. Das bedeutet aber nicht, dass 12 GiByte ein sorgloses Dasein ermöglichen. Allein dieses Jahr erschienen mehrere Titel, die mit 12 GiByte leichte Ausfallerscheinungen zeigten. Diese wurden zwar mittels Patches abgemildert, doch es ist klar, wohin die Reise geht. Es wird immer Spiele geben, die unsauber laufen, speziell Konsolen-Portierungen. Die Frage ist: Kaufen Sie für die perfekt optimierten Spiele, oder greifen Sie zu einer Grafikkarte mit größerem Puffer, um diese Probleme zu umschiffen? Wer VRAM-Mangel aus dem Weg gehen möchte, greift zu einer Radeon RX 7900 XT oder Geforce RTX 4080 für deutlich mehr Geld.
Der Kauf einer Grafikkarte ist wie eine Wette. Derzeit ist nicht abzusehen, wie die Spiele in zwei bis drei Jahren aussehen, denn der Umbruch findet gerade erst statt. Wir würden Ihnen gerne eine hieb- und stichfeste Prognose abgeben, doch das ist unmöglich. Für den Moment bedeutet das: Niemand kann sagen, ob eine Geforce RTX 4070 oder eine Radeon RX 6800 XT in Zukunft die bessere Wahl darstellt. Auf der einen Seite steht der VRAM-Mangel, auf der anderen eine schwache Raytracing-Leistung. Beides lässt sich gezielt entschärfen, entweder durch reduzierte Texturdetails oder durch Upsampling. Sie entscheiden, welche Grafikkarte um 600 Euro es werden soll. Wir können beide empfehlen, denn mehr Leistung gibt es in der gehobenen Mittelklasse derzeit nicht.
Die Geforce RTX 4070 geht ab dem 13. April in den offiziellen Verkauf. Nvidias Board-Partner haben zahlreiche Eigendesigns am Start, welche entweder gemäßigt ausfallen, oder über wuchtige Kühler sowie eine werkseitige Übertaktung verfügen. Wir arbeiten derzeit an einem Test und Vergleich verschiedener Designs von Asus, Gainward, Gigabyte, Palit und Zotac, welchen Sie schon morgen lesen können. Bis dahin: Was halten Sie von der Geforce RTX 4070? Top oder Flop? Diskutieren Sie mit!
- Seite 1 Geforce RTX 4070 im Test: Spezifikation
- Seite 2 Geforce RTX 4070 im Test: Technik-Powerhouse
- Seite 3 Geforce RTX 4070 im Test: Benchmarks in 4 Auflösungen
- Seite 4 Geforce RTX 4070 im Test: Raytracing-Benchmarks inkl. DLSS 3
- Seite 5 Geforce RTX 4070 im Test: Verbrauch, Lautheit & Effizienz
- Seite 6 Geforce RTX 4070 im Test: Fazit und Preis-Leistungs-Check

Die KFA2 RTX 4070 ist bis zum 13.09.2023 per 50€ Gutscheincode für 550€ bei MediaMarkt bzw. eBay zu bekommen.
Ab und zu tut sich dann doch was positives bei den Grafikkarten Preisen.
Ist Preis-/Leistung bei 4070 oder bei der 4070 ti besser?
Oder anders gefragt: Wenn beide Karten ohnehin nur 12gb haben, ist die TI Version dennoch den Aufpreis wert?