Nvidia Geforce RTX 4070 im XXL-Test: Der neue Effizienzmeister [Update]
Flüssiges WQHD-Gaming und das fortschrittlichste Feature-Set für 659 Euro: Nvidias Geforce RTX 4070 bringt das "Ada-Lovelace"-Paket in freundliche Preisbereiche - von der Erschwinglichkeit früherer 70er-Grafikkarten fehlt aber jede Spur. PCGH prüft im großen Test der Geforce RTX 4070, ob Nvidias gehobene Mittelklasse diese Summe wert ist.
In diesem Artikel
- Seite 1 Geforce RTX 4070 im Test: Spezifikation
- Seite 2 Geforce RTX 4070 im Test: Technik-Powerhouse
- Seite 3 Geforce RTX 4070 im Test: Benchmarks in 4 Auflösungen
- Seite 4 Geforce RTX 4070 im Test: Raytracing-Benchmarks inkl. DLSS 3
- Seite 5 Geforce RTX 4070 im Test: Verbrauch, Lautheit & Effizienz
- Seite 6 Geforce RTX 4070 im Test: Fazit und Preis-Leistungs-Check
- Seite 7 Bildergalerie
Aktualisierung zum Marktstart am 13.04.2023: Seit 15 Uhr ist die RTX 4070 bei vielen Shops verfügbar (siehe Liveticker zur RTX-4070-Verfügbarkeit). Der Vollständigkeit halber möchten wir erwähnen, dass es zum Beispiel bei Mindfactory mit der Palit Geforce RTX 4070 Dual sogar eine Karte unter UVP, und zwar für 639 Euro gibt. Auch Alternate unterbietet in zwei Fällen die UVP. Derweil können Sie unseren ersten Hands-on-Test von sieben RTX-4070-Custom-Designs genießen.
Langjährige Geforce-Nutzer erinnern sich noch an die Zeit, als "gefühltes High-End" rund 300 Euro kostete - so geschehen im Jahr 2014 beim Kassenschlager Geforce GTX 970. Zwei Jahre später rief Nvidia für die Nachfolgerin Geforce GTX 1070 bereits 500 Euro auf, einen Preis, den auch die Geforce RTX 2070 und Geforce RTX 3070 grob einhielten. Das neueste Siebziger-Modell schlägt hingegen mit 659 Euro zu Buche und treue Kunden fragen sich: Ist die Geforce RTX 4070 das wert? Das Preis-Leistungs-Verhältnis nimmt im Test der RTX 4070 eine wichtige Rolle ein, doch selbstverständlich kommen auch die übrigen Disziplinen nicht zu kurz - im Gegenteil, wir haben mehr Analysen denn je für Sie vorbereitet. Falls Sie des Lesens überdrüssig sind, liefert das Test-Video zur Geforce RTX 4070 alle Informationen:
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Geforce RTX 4070 im Test: Übersicht
Mit der Geforce RTX 4070 möchte Nvidia eine ähnliche Zielgruppe ansprechen wie bereits mit der Geforce RTX 4070 Ti (PCGH-Test) - nur eine Nummer kleiner und etwa 230 Euro günstiger. Flüssiges WQHD-Gaming mit und ohne Raytracing steht ebenso auf der Habenseite wie Spielen mit hohen Bildwiederholraten, etwa 120 Hertz. Möglich wird dies durch die stetigen Fortschritte beim Upsampling, allen voran die RTX-40-Exklusivfunktion Frame Generation (Bestandteil von DLSS 3). Daneben soll die Geforce RTX 4070 mit der bekannten Ada-Effizienz punkten, welche einfaches Aufrüsten älterer PCs ohne einen Wechsel des Netzteils ermöglicht. All das startet am 13. April zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 659 Euro, welche sich aus dem umgerechneten US-Preis von 599 Dollar plus hiesige Mehrwertsteuer ergibt. Die Geforce RTX 4070 kostet im Heimatland Nvidias folglich so viel wie die Geforce RTX 3070 Ti (PCGH-Test), die Unterschiede ergeben sich für uns aus dem schwächeren Euro-Kurs.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Geforce RTX 4070 Founders Edition: Spezifikationen & Übersicht
Im Gegensatz zu allen anderen Grafikkarten der "Ada-Lovelace"-Generation führt die Geforce RTX 4070 keinen neuen Grafikchip ein. Stattdessen nutzt Nvidia die mit der Geforce RTX 4070 Ti geschaffene Basis, entfernt aber einige Pferdestärken. Der Motor beider Grafikkarten ist der drittgrößte Ada-Chip namens AD104. Auf der RTX 4070 Ti kommt der Vollausbau mit 60 Shader-Multiprozessoren (SMs) zum Einsatz, auf der Non-Ti-Variante legt Nvidia 14 SMs still. Somit verfügt die Geforce RTX 4070 über 5.888 der 7.680 physisch vorhandenen FP32-ALUs, was einem Malus von 23 Prozent entspricht. Damit einher geht auch ein Beschnitt des Level-2-Caches. Der rasante Zwischenspeicher ist einer der wichtigsten Faktoren für die hohe Leistung aller RTX-4000-Grafikkarten und fasst auf der Geforce RTX 4070 "nur" noch 36 anstelle von 48 MiByte (-25 Prozent). Die Anführungszeichen sind angebracht, denn gegenüber der Vorgänger-Architektur Ampere ist der Sprung trotz Abspeckung immens - die Geforce RTX 3070 kann auf lediglich 4 MiByte L2-Cache zurückgreifen, die Topmodelle auf 6 MiByte.
Das ist kein kosmetischer Unterschied, sondern ein elementares Architekturmerkmal. Große Caches, welche direkt neben den Ausführungseinheiten gelegen sind, haben zwei Vorteile: Sie fassen die wichtigsten Daten, stellen diese mit minimaler Latenz bereit und fangen somit Zugriffe auf den Grafikspeicher ab. Letztere kosten nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Die perfekte GPU hätte folglich GiByte-weise SRAM im Kern anstelle von DRAM drumherum. Da das jedoch unmöglich zu fertigen ist, setzt auch die Geforce RTX 4070 auf GDDR6X-Speicher. Dieser und dessen Anbindung ist bei RTX 4070 Ti und RTX 4070 gleich: 12 GiByte fassender und 21 Gigatransfers/s schneller Speicher an einer 192-Bit-Datenbahn ergibt 504 GByte/s Speichertransferrate. Damit verfügt die Geforce RTX 4070 im Verhältnis zur Rechenleistung über mehr rohe Speichertransferrate - theoretisch, denn praktisch zahlt sich der große Cache des Ti-Modells aus und führt zu einem höheren effektiven Durchsatz.
Mit den offiziellen Taktraten bietet die Geforce RTX 4070 die Rechenleistung der zweieinhalb Jahre alten Geforce RTX 3080 mit 20 Prozent mehr Speicher und zu deutlich geringeren Energiekosten (-38 Prozent). Welche Leistung sich daraus praktisch ergibt, klären wir in zahlreichen Benchmarks. Neben der RTX 3080 10GB und RTX 3070 als Vorgängerin der RTX 4070 liegt der Fokus auch auf dem Vergleich mit den Alternativen aus dem Hause AMD. Die stärksten Modelle auf Basis der RDNA-2-Generation wurden in den vergangenen Wochen immer günstiger, sodass eine Radeon RX 6800 XT ab rund 570 Euro startet und somit das beste Vergleichsobjekt für Aufrüster darstellt. Ein Vergleichsobjekt mit RDNA-3-Genen, wie eine Radeon RX 7800 XT, existiert noch nicht. Die bisher kleinste RDNA-3-Grafikkarte namens Radeon RX 7900 XT (PCGH-Test) ist zwar sehr attraktiv, spielt aber in einer anderen Liga als die Geforce RTX 4070.
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| Grafikkarte | RTX 4070 | RTX 4070 Ti | RTX 3080 10GB | RX 6800 XT | RX 7900 XT |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 13.04.2023 | 05.01.2023 | 17.09.2020 | 18.11.2020 | 13.12.2022 |
| Architektur | Ada Lovelace | Ada Lovelace | Ampere | RDNA 2 | RDNA 3 |
| Codename/Konfektion | AD104-250 | AD104-400 | GA102-200-Kx | Navi 21 XT | Navi 31 XT |
| Chipgröße (Die/GCD) | 294,5 mm² | 294,5 mm² | 628,4 mm² | 520 mm² | 300 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 35,8 | 35,8 | 28,3 | 26,8 | 57,7 (inkl. MCDs) |
| Fertigungsverfahren | 4N | 4N | 8N | N7P | N5 (GCD) + N6 (MCD) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 46 | 60 | 68 | 72 | 84 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 5.888/184/64 | 7.680/240/80 | 8.704/272/96 | 4.608/288/128 | 5.376*/336/192 |
| Raytracing-Einheiten | 46 (3. Gen.) | 60 (3. Gen.) | 68 (2. Gen.) | 72 (1. Gen.) | 84 (2. Gen.) |
| Matrix-Einheiten | 184 (4. Gen.) | 240 (4. Gen.) | 272 (3. Gen.) | - | 168 (1. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 36 | 48 | 5 | 4 | 6 |
| Level-3-Cache (MiB) | - | - | - | 128 | 80 |
| Typ. GPU-Takt in Spielen (MHz) | 2.475 | 2.610 | 1.710 | 2.015 | 2.025 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 29,1 | 40,1 | 29,8 | 37,1 | 87,1 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 29,1 | 40,1 | 29,8 | 18,6 | 43,5 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 455,4/158,4 | 626,4/208,8 | 465,1/164,2 | 580,3/257,9 | 672,0/256,0 |
| Optical Flow Accelerator (TOPS) | ~300 | ~305 | - | - | - |
| Speicheranbindung (Bit) | 192 | 192 | 320 | 256 | 320 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 21,0/10.502 | 21,0/10.502 | 19,0/9.502 | 16,0/8.000 | 20,0/10.000 |
| Speichertyp | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 504 | 504 | 760 | 512 | 800 |
| Speicherkapazität (MiB) | 12.288 | 12.288 | 10.240 | 16.384 | 20.480 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 1× 16-/2× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol | 1× 12-/2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 200 Watt | 285 Watt | 320 Watt | 300 Watt | 315 Watt |
| (Display-)Konnektivität | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1, USB-C | DP 2.1, HDMI 2.1, USB-C |
| UVP zum Start (USD) | 599 | 799 | 699 | 699 | 899 |
| UVP zum Start (Euro) | 659 | 899 | 699 | 649 | 1.049,99 |
| €-Preis derzeit (Testzeitpunkt) | – | 890 | 750 | 570 | 830 |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und daher auch der Durchsatz. *ALUs mit "Dual-Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls (!) verhalten wie die doppelte Anzahl.
Zur Erinnerung: Alle drei bisherigen Ada-Grafikchips - AD102, AD103 und AD104 - werden bei der taiwanischen Chip-Schmiede TSMC im 4N-Prozess produziert, einer an Nvidia-Wünsche angepassten Variante von TSMCs 5-Nanometer-Fertigung. Der AD104, Herz der Geforce RTX 4070 und RTX 4070 Ti, beherbergt 35,8 Milliarden Transistoren auf knapp 295 mm² Kernfläche. Feature-seitig ist das RTX-40-Portfolio identisch, sodass auch die RTX 4070 auf das KI-Upsampling DLSS 3 und die Architektur-Verbesserungen zurückgreifen kann. Bevor wir die zahlreichen Fps-Werte ausbreiten, widmen wir uns daher auf der nächsten Seite den Features und Errungenschaften von Ada Lovelace alias Geforce RTX 4000.
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Die KFA2 RTX 4070 ist bis zum 13.09.2023 per 50€ Gutscheincode für 550€ bei MediaMarkt bzw. eBay zu bekommen.
Ab und zu tut sich dann doch was positives bei den Grafikkarten Preisen.
Ist Preis-/Leistung bei 4070 oder bei der 4070 ti besser?
Oder anders gefragt: Wenn beide Karten ohnehin nur 12gb haben, ist die TI Version dennoch den Aufpreis wert?