Geforce RTX 3060 8GB im Test: Preisknaller oder Rohrkrepierer?
Fast zwei Jahre lang galt die Regel: Eine Geforce RTX 3060 ist dank 12 GiByte Speicher für die Zukunft der PC-Spiele gerüstet. Doch Nvidia hatte andere Pläne, seit einiger Zeit mischt sich eine abgespeckte Geforce RTX 3060 mit 8 GiByte in das Angebot zwischen 300 und 350 Euro. PCGH klärt im Test der RTX 3060 8GB, ob sie ihr Geld wert ist.
In diesem Artikel
Als die Geforce RTX 3060 12GB (PCGH-Test) vor gut zwei Jahren startete, waren einige Aufrüster von ihrem Leistungsniveau enttäuscht. Während etwa die RTX 2060 6GB um gut 60 Prozent schneller agierte als ihre Vorgängerin GTX 1060 6GB, ergab der Generationssprung von RTX 2060 auf RTX 3060 magere 25 Prozent - trotz leicht gestiegener Leistungsaufnahme. Dennoch sprachen wir der Nvidia-Mittelklasse unsere klare Empfehlung aus:
"Die Geforce RTX 3060 12GB darf als insgesamt beste Ampere-Grafikkarte bezeichnet werden. Sie ist angenehm schnell, bietet zweifellos genug Speicherkapazität selbst für kommende Spiele, lässt sich leise kühlen und nötigt Aufrüster keinesfalls zum Kauf eines neuen Netzteils. Für den anvisierten Zweck des Full-HD-Gamings, auch mit Raytracing, eignet sich die RTX 3060 12GB sehr gut [...] Wir begrüßen Nvidias Entscheidung, endlich der Speicher-Knauserphase zu entwachsen."
Letzteres bezieht sich auf RTX 3070 und RTX 3060 Ti mit ihren schon damals bestenfalls akzeptablen 8 GiByte. Nun, da auch die Geforce RTX 3060 als 8-GiByte-Variante im Handel liegt, gilt es eine Frage zu klären: Was bleibt vom guten Eindruck übrig, wenn man ein Drittel des Speicher-Subsystems entfernt? Davon handelt dieser Artikel. Antworten auf die Frage liefert eine KFA2 Geforce RTX 3060 8GB 1-Click-OC, welche wir vom Hersteller leihweise erhalten haben. Dabei handelt es sich um ein Modell, das einer Founders-Edition-Referenzkarte am nächsten kommt. Das "1-Click-OC" bezieht sich auf die Option, im herstellereigenen Tool den Takt anheben zu lassen, ab Werk kommt die Karte ohne werkseitige Übertaktung und erlaubt somit einen fairen Vergleich mit anderen Mittelklasse-Grafikkarten.
Quelle: PC Games Hardware
Geforce RTX 3060 8GB im Test: Hwinfo Overview
Geforce RTX 3060 8GB im Test: Spezifikationen
Der Referenzpunkt für die Geforce RTX 3060 8GB ist ihre große Schwester mit 12 GiByte. Beide basieren auf dem GA106-Prozessor (Ampere-Generation), welcher sechs Speicher-Controller à 32 Bit beherbergt, was in einer Gesamtbreite der Speicherdatenbahn von 192 Bit resultiert. Dieser geht es bei der RTX 3060 8GB an den Kragen: 33 Prozent der Schnittstelle werden stillgelegt, sodass 128 Bit übrig bleiben. Damit sinken sowohl Speicherdurchsatz als auch -kapazität im gleichen Maße, denn der Speichertakt beträgt unverändert 15 Gigatransfers (7.500 MHz) pro Sekunde. Die GPU-Leistung bleibt mit 3.584 FP32-ALUs, offiziell 1.777 MHz sowie 2,25 MiByte Level-2-Cache zwischen den Geschwistern gleich. Auch die Kommunikation mit dem Host-System ist unangetastet und erfolgt mittels 16 PCI-Express-Lanes gemäß 4.0-Standard. Die nächstkleinere Nvidia-Grafikkarte, die Geforce RTX 3050, muss sich hingegen mit 8 Lanes begnügen (wie auch die Radeon RX 66x0 [XT]). Somit ist der Speicher das Kernthema. Erinnern wir uns noch einmal an die RTX 3060 12GB zurück:
"Egal, was man der Karte zu tun gibt, speicherbedingtes Nachladeruckeln oder Texturschwund sind selbst mit aktivem Raytracing absolut kein Thema. Ganz anders sieht das bei den großen Geschwistern mit nur 8 GiByte aus, welche zwar schneller rechnen, aber hier und da die unschönen Begleiterscheinungen einer zu knappen Kapazität zeigen. Diese Souveränität zeigt die Geforce RTX 3060 12GB auch unter Ultra HD - selten mit flüssigen Bildraten, aber stets mit tadellosem Streaming, sogar in den gefürchtetsten Tests [...]. Wir haben mittlerweile eine Spezialmessreihe mit Raytracing in den speicherintensivsten Spielen durchgeführt, welcher das Potenzial aufzeigt und der RTX 3060 12GB den einen oder anderen Sieg gegenüber der RTX 3060 Ti einbringt."
Gut zwei Jahre später haben sich die Spiele weiterentwickelt, der Anspruch ist gestiegen. Da es sich in diesem Artikel um Gaming-Grafikkarten für Full HD/1080p bis höchstens WQHD/1440p dreht, die zwischen rund 250 und 400 Euro kosten, fassen wir deren wichtigste Leistungsmerkmale tabellarisch zusammen. Werkseitig übertaktete Modelle weichen leicht davon ab. Insgesamt handelt es sich bei der Nvidia Geforce RTX 3060 8GB um eine Alternative zur AMD Radeon RX 6600 8GB und Intel Arc A750 8GB, das Nvidia-Modell ist jedoch um 50 bis 70 Euro teurer.
| Grafikkarte | Geforce RTX 3060 12GB | Geforce RTX 3060 8GB | Radeon RX 6600 | Arc A770 8GB | Arc A750 |
|---|---|---|---|---|---|
| Architektur | Ampere | Ampere | RDNA 2 | Xe HPG | Xe HPG |
| Schnittstelle | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×8 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 |
| Fertigungstechnologie & Foundry | 8N Samsung | 8N Samsung | N7 TSMC | N6 TSMC | N6 TSMC |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 12.000 | 12.000 | 11.060 | 21.700 | 21.700 |
| Die-Size (mm²) | 276 | 276 | 237 | 406 | 406 |
| Typischer GPU-Boost (MHz) | 1.777 | 1.777 | 2.044 | 2.100 | 2.050 |
| Speichertakt (MHz/GTs) | 7.501/15,0 | 7.501/15,0 | 7.000/14,0 | 8.000/16,0 | 8.000/16,0 |
| SIMDs (Xe-Cores, CUs, SMs) | 28 | 28 | 28 | 32 | 28 |
| FP32-ALUs (SP) | 3.584 | 3.584 | 1.792 | 4.096 | 3.584 |
| Raytracing-Einheiten | 28 | 28 | 28 | 32 | 28 |
| Matrix-Einheiten (Tensor, XMX) | 112 | 112 | – | 512 | 448 |
| GFLOPS FP32 (SP) | 12.738 | 12.738 | 7.326 | 17.203 | 14.694 |
| Level-2-Cache (MiByte) | 2,25 | 2,25 | 2 | 16 | 16 |
| Level-3-Cache (MiByte) | – | – | 32 | – | – |
| Speicherinterface (Bit) | 192 | 128 | 128 | 256 | 256 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 360 | 240 | 224 | 512 | 512 |
| Speicherbestückung (MiByte) | 12.288 | 8.192 | 8.192 | 8.192 | 8.192 |
| Leistungsaufnahme (TBP in Watt) | 170 | 170 | 132 | 225 | 225 |
| Stromanschluss | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | Je 1× 8-/6-Pol | Je 1× 8-/6-Pol |
Einer der größten Nachteile des GA106 gegenüber einem gestutzten GA104 (u. a. zu finden auf einer Geforce RTX 3060 Ti) betrifft die Anzahl der Raster-Operatoren (ROPs), welche sich unter anderem um Multisample-Kantenglättung und Blending kümmern. Die auch als Render-Backends bezeichneten Einheiten sind seit Ampere nicht mehr an die Speicherschnittstelle gekoppelt, sondern wandern in das größte Modul, aus denen Nvidia-Chips bestehen, den GPC. Da GA106 aus lediglich drei GPCs besteht, ergeben sich daraus 48 Render-Backends - wie bei der alten RTX 2060. Die RTX 3060 Ti kann hingegen auf 80 ROPs oder +67 Prozent zurückgreifen. Als leistungshemmend kann sich auch der schmale Level-2-Cache der RTX 3060 (8GB und 12GB) erweisen, dieser ist 2.304 KiByte groß - die RTX 3060 Ti kann hingegen auf 4.096 KiByte (+78 %) zurückgreifen.
Quelle: PC Games Hardware
AIDA64 GPGPU Benchmark: RTX 3050 8GB - RTX 3060 8GB - RTX 3060 12GB
Auf der folgenden Artikelseite geht es ans Eingemachte: Was leistet eine Geforce RTX 3060 8GB im Vergleich mit ihrer großen Schwester Geforce RTX 3060 12GB und den Alternativen am Markt? Zahlreiche Benchmarks mit und ohne Raytracing geben Aufschluss. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei natürlich der Speicherkapazität.

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Nach dem Fazit und den Benches würde ich Nvidia empfehlen, die Karte umbenennen..
in RTX 3060 NFNF (NichtFisch-NichtFleisch) - Edition.
Nunja..irgendwie wird auch diese Karte seinen Weg zu den Dum...ähm...MediaMarkt oder Saturn - Kunden finden, soviel ist sicher.
RX 6600 oder Arc A750 bei einem Budget bis allerbestenfalls 300 Euro (Spartipps).
Nach Gusto RX 6700, 6700 XT, RTX 3060 12GB oder A770 16GB bei bis zu 400 Euro Budget.
MfG
Raff