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Arc Pro B70 im Test: Lautheit, Leistungsaufnahme & Effizienz
Wie laut wird die Intel Arc Pro B70 und wie viel Energie benötigt sie? Das und mehr erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
Die Arc Pro B70 wird sowohl von Intel selbst hergestellt als auch von den Board-Partnern angeboten. Während Intel seine Gaming-Referenzdesigns als "Limited Edition" bezeichnet, hört die Arc Pro B70 auf die schlichte (interne) Bezeichnung "Intel Branded Card". Genau dieses für 230 Watt spezifizierte Gerät haben wir im Test; die Arc-Partner Asrock und Sparkle haben bislang keine Samples herausgegeben. Egal, welche Arc Pro B70 Sie kaufen, beim Kühldesign sind sie alle Profis mit einer klaren Mission: Abwärme hat nichts im Gehäuse verloren - schon gar nicht, wenn bis zu vier B70-Grafikkarten zusammen als "Battlematrix" arbeiten sollen. Um das zu erreichen, setzen die Grafikkarten auf eine Kühlphilosophie, die im Gaming-Bereich vor Jahren ausgestorben ist: Direct Heat Exhaust (DHE).
Quelle: PC Games Hardware
Arc Pro B70 im Test: Direct Heat Exhaust alias "Blower" ist bei allen Pro-Karten angesagt.
Der auch als "Blower" bekannte Ansatz verfügt über einen einzelnen Radiallüfter am Heck, anstatt mehrere Axiallüfter über die gesamte Karte zu verteilen. Ein DHE-Kühler verwirbelt die Abwärme nicht im PC-Gehäuse, sondern presst sie durch einen Lamellenkörper, an dessen Ende die offene Slotblende ist - die Hitze entweicht zum allergrößten Teil aus dem Rechner. Das Dual-Slot-Design erinnert an Grafikkarten vergangener Tage, wie die Radeon RX 5000 oder Geforce GTX, allerdings deutlich schlichter. Beleuchtung? Fehlanzeige - Profi-Grafikkarten verzichten auf RGB-Spielereien.
Der Nachteil von DHE-Designs ist, dass die Kühlleistung mit der Drehzahl des Solo-Lüfters steht und fällt. Um 230 Watt zu bewältigen, ist kein Orkan notwendig, das haben viele 250-Watt-Grafikkarten bis inklusive der Geforce GTX 1080 Ti respektive Radeon RX 5700 XT bewiesen. Das exzellente Flüsterniveau moderner Axiallüfter-Designs ist damit jedoch niemals möglich. Sehen wir uns an, wie die Intel Arc Pro B70 im Vergleich abschneidet:
| Lautheit | Arc Pro B70 | Arc B580 | RTX 5070 | RTX 4070 Super | RTX 3080 | RX 7800 XT | RX 6800 XT |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Intel-Referenz | Intel-Referenz | Nvidia FE | Nvidia FE | Nvidia FE | AMD MBA | AMD MBA |
| Leerlauf (UHD-Desktop) | 0,2 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 0,2 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| UHD-Youtube-Video | 0,3 Sone | 0,1 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| Gaming (Maximum) | 3,1 Sone | 1,5 Sone | 3,0 Sone | 2,1 Sone | 3,4 Sone | 1,9 Sone | 2,1 Sone |
| Spulenfiepen allein | ~0,9 Sone | ~0,4 Sone | ~0,6 Sone | ~0,6 Sone | ~0,3 Sone | ~0,4 Sone | ~0,5 Sone |
Die Ergebnisse zeichnen ein vertrautes Bild, das an die bereits genannten DHE-Grafikkarten von AMD und Nvidia erinnert. Dazu gehört auch, dass der Radiallüfter immer aktiv ist (mindestens 800 U/min), ein "Zero Fan"-Modus im Leerlauf fehlt. Unter Volllast geht die Lüfterdrehzahl auf bis zu 2.020 U/min herauf, was zu einer Lautheit von 3,1 Sone führt. In diesem Wert ist auch das größte Problem der Intel Arc Pro B70 inkludiert: Spulengeräusche. Unser Muster zirpt bei üblichen Bildraten überdurchschnittlich, während bei vierstelligen Bildraten deutliches Fiepen und Zischen zu vernehmen ist. Wir wissen nicht, ob wir ein sogenanntes "Montagsmodell" erwischt haben, denn das Phänomen unterliegt durchaus der Serienstreuung, sind jedoch angesichts des Profi-Anspruchs überrascht.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Arc Pro B70: PCGH misst die Lautheit aus 50 Zentimeter Entfernung zur Lüfternabe.
Stromversorgung und Leistungsaufnahme
Die Boardpower (TBP) der Intel Arc Pro B70 beträgt 230 Watt, während die Partner teils deutlich mehr erlauben. So gibt Sparkle seiner Arc Pro B70 Blower bis zu 330 Watt auf den Weg, was unter Volllast gewiss eine orkanartige Lautstärke zur Folge hat - die Arc Pro B60 aus gleichem Hause lässt es erahnen. Die Intel Branded Card wirkt hingegen wie ein "Sweetspot"-Produkt, bei dem die GPU auf einem hohen Effizienzniveau arbeitet, anstatt mit der Brechstange immer Maximalleistung zu bringen. Die TBP von 230 Watt ist moderat und dennoch diskussionswürdig, da die Grafikkarte lediglich einen 6+2-Pol-Stecker vom Netzteil verlangt. Die Spezifikation der traditionellen PCI-Express-Kabel sieht maximal 150 Watt pro Strang vor, was zusammen mit maximal 75 Watt aus dem PCIe-Slot zu 225 Watt führt - der Boardpower vieler vorangegangener Grafikkarten, darunter die Intel Arc A770 Limited Edition. Wir sehen sogleich, wie stark von den Toleranzen Gebrauch gemacht wird.
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten mithilfe des Power-Capture-Analysis-Tools. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab, ohne dass die Infrastruktur einen bremsenden Einfluss hat. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht und Ohren bekommen. Kommen wir nun zu den Werten der Arc Pro B70 im Leerlauf, bei Niedriglast und vielfältigen Workloads:
| Leistungsaufnahme | Arc Pro B70 | Arc Pro B60 | Arc B580 | RX 9060 XT 16GB | RTX 5060 Ti 16GB | RX 7600 XT |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Intel-Referenz | Sparkle Blower | Intel-Referenz | Sapphire Pulse | Zotac Twin Edge | XFX Qick |
| Leerlauf/Idle (UHD-Desktop) | 49 – 50 Watt* | 33 – 34 Watt* | 13 – 37 Watt | 6 – 7 Watt | 12 – 13 Watt | 6,5 – 19 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 50 – 51 Watt* | 34 – 35 Watt* | 20 – 37 Watt | 7,5 – 9 Watt | 14 – 15 Watt | 24 – 32 Watt |
| Ultra-HD-Youtube-Video | 52 – 53 Watt* | 36 – 37 Watt* | 37 – 40 Watt | 16 – 18 Watt | 15 – 16 Watt | 21 – 35 Watt |
| Gaming (Maximum) | 235 Watt | 162 Watt | 197 Watt | 168 Watt | 184 Watt | 189 Watt |
| Anno 117 (Full HD, Raster) | 201 Watt | – | – | – | – | – |
| Anno 1800 (FHD, 4× MSAA) | 230 Watt | 119 Watt | 175 Watt | 167 Watt | 175 Watt | 186 Watt |
| Control (WQHD, RT) | 233 Watt | 143 Watt | 185 Watt | 167 Watt | 166 Watt | 187 Watt |
| CP2077 (Full HD, Raster) | 233 Watt | 121 Watt | 147 Watt | 167 Watt | 180 Watt | 185 Watt |
| Metro Exodus EE (WQHD, RT) | 233 Watt | 153 Watt | 196 Watt | 167 Watt | 183 Watt | 188 Watt |
| Full-HD-Gaming @ 60-Fps-Limit | 72 Watt | 55 Watt | 62 Watt | 40 Watt | 37 Watt | 105 Watt |
| Max. Energie über Slot (12V+3,3V) | 64 Watt | 52 Watt | – | 40 Watt | 47 Watt | – |
| Blender Benchmark (Classroom) | 231 Watt | – | – | – | – | – |
| PCGH VGA Tool (Furmark) | 234 Watt | – | – | – | – | – |
Leistungsaufnahme abhängig von Display, Auflösung und Bildwiederholrate. Angegeben ist die Spanne von 60 bis 144 Hertz (ohne VRR). *Ohne explizit aktiviertes ASPM.
Die Hardware-Messung der Leistungsaufnahme deckt sich einwandfrei mit der softwareseitigen Auslesung und bestätigt unseren Verdacht: Unter Volllast operiert die Intel Arc Pro im Toleranzbereich des Stromkabels. Zwar ist die Telemetrie rigoros und senkt den GPU-Boost sowie die korrespondierenden Spannungen von den maximal möglichen 2.800 MHz bei 1,05 Volt auf deutlich geringere Werte, praktisch gibt es jedoch diverse Leistungsspitzen über die gesetzte Grenze. Diese sind keineswegs dramatisch, allerdings eindeutig: Über das 8-Pol-Kabel werden dauerhaft bis zu 170 Watt bezogen, mit einzelnen Spitzen darüber.
Während der Strang somit um bis zu 20 Watt außerhalb der Regelspezifikation betrieben wird, bleibt die Intel Arc Pro B70 bei der Belastung des PCIe-Slots voll im grünen Bereich: Mehr als 64 Watt werden nicht über das Mainboard bezogen. Wir haben Intel um eine Stellungnahme zur Stromversorgung gebeten, diese aber bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht erhalten. Dass die Karte keinesfalls mehr Energie aufnehmen sollte, wird im Tuning-Menü des Treibers offensichtlich - hier lässt die Intel Branded Card keinerlei Änderungen zu, lediglich Überwachung.
Großer Speicher = großer Energiebedarf
Vergleicht man die Arc Pro B70 mit Basisvarianten der Radeon RX 9060 XT 16GB sowie Geforce RTX 5060 Ti 16GB, weist die Intel-Karte den größten Durst auf. Die vergleichbar schnellen Grafikkarten der Mitbewerber begnügen sich, je nach Workload, mit 50 bis 70 Watt weniger Energie. Der Vergleich ist allerdings nicht ganz fair, da die Arc Pro B70 über einen doppelt so großen VRAM verfügt - hier wollen 32 GiByte GDDR6 mit Energie versorgt werden. Die insgesamt 16 Speicher-Chips à 2 GiByte Kapazität, acht auf der Vorder- und acht auf der Rückseite der Platine, stammen aus dem Hause Samsung. Wie viel Energie die mit 1,35 Volt betriebenen Chips benötigen, hängt von der Belastung ab - und ist mehr, als man annehmen könnte. Als Faustregel für GDDR6 gelten zwei Watt pro Chip. Das bedeutet, dass man für die 16 DRAM-Chips unter Last rund 32 Watt annehmen kann, bei vielen Speichertransfers etwas mehr. Dieser Posten ist somit nicht zu vernachlässigen und verwässert die Bilanz der B70 als Gaming-Grafikkarte. Eine Arc B770 mit "nur" 16 GiByte würde sich mit der Hälfte begnügen und könnte somit bei gleicher Boardpower etwas höher boosten. Übrigens lässt sich der DRAM-Verbrauch bei Arc-Grafikkarten über Tools (darunter CapframeX und Hwinfo) auslesen, wenngleich die Verlässlichkeit dieser Daten ungeklärt ist.
Die Krux mit dem Active State Power Management
Während der Verbrauch beim Spielen moderat ausfällt, möchten wir die miserablen Leerlauf-Ergebnisse näher erläutern. Diese leiden unter den gleichen Restriktionen wie bei der Arc-A-Serie. Damit eine Intel-Grafikkarte im Leerlauf ihren Low-Power-State anstrebt, sind spezielle Einstellungen im UEFI der Hauptplatine sowie unter Windows notwendig: Das Active State Power Management (ASPM) muss explizit eingeschaltet werden, gefolgt von der Option "Maximale Energieeinsparung" bei den PCI-Express-Einstellungen unter Windows. Dieser Eingriff ist bei Radeon und Geforce nicht notwendig. Diese Grafikkarten takten sich davon unabhängig herunter.
Zwar ist unser primäres Grafikkarten-Testsystem, basierend auf einem Asrock X870E Taichi (Sockel AM5), in der Lage, Arc-Grafikkarten heruntertakten zu lassen, beim Launch der Arc B580 und den damaligen Firmwares funktionierte dies aber noch nicht ordnungsgemäß. Daher möchten wir erneut auf diese Eigenheit aufmerksam machen. Die Standardmessungen (oben abgebildet) finden wie gehabt ohne ASPM statt. Wir haben uns die Auswirkungen bei der Arc Pro B70 jedoch etwas genauer angesehen und in der folgenden Tabelle festgehalten. Je nach Konfiguration kann die Grafikkarte sehr sparsam bis durstig sein, wobei sich bei uns ein klares Bild herauskristallisiert hat: Jenseits von 60 Hertz steigt die Leistungsaufnahme in der Regel deutlich, ASPM hin oder her.
Weitere Informationen, auch zum Vorher-nachher-Verhalten, liefert unser Test der Arc B570.
Energieeffizienz
Leistung ist Arbeit pro Zeit, das wissen wir spätestens seit dem Physikunterricht. Da wir sowohl die Bildraten (Fps) als auch den Verbrauch (Watt) ermittelt haben, können wir diese ins Verhältnis setzen, um die Energieeffizienz zu berechnen. Dafür haben wir einen Benchmark für Sie erstellt, welcher den Leistungsindex mit der Leistungsaufnahme verrechnet. Da sich beide Metriken als Durchschnittswerte über zahlreiche Messungen verstehen, ist die Betrachtung ausreichend präzise. Für maximale Aussagekraft haben wir die Berechnung sowohl für das Rasterizing als auch für das Raytracing getrennt vorgenommen. Sehen wir uns an, wie die Intel Arc Pro B70 im Vergleich abschneidet:
Über alle Rasterizing-Benchmarks benötigt die B70 rund 225 Watt; in Full HD wird die Boardpower nicht zu jeder Zeit ausgereizt. Damit gelingt der Karte eine Punktlandung auf der hauseigenen B580 - angesichts der stromdurstigen 32 GiByte ein tolles Ergebnis. Was sich Ende 2024, zum Start der Arc B580, noch sehen lassen konnte, steht heutzutage im Schatten von AMD und Nvidia. Radeon RX 9000 und Geforce RTX 5000 laufen mit fortschrittlicherer Fertigung vom Band, was den GPUs Vorteile bei der Energieeffizienz einbringt. Intel macht durch den weise gewählten Betriebspunkt das Beste aus der TSMC-N5-Fertigung, unterliegt aber dennoch klar. Sehen wir uns an, wie es beim Raytracing aussieht:
Anderer Workload, ähnliches Ergebnis: Die "Battlemage"-Grafikkarten Arc B580 und Arc Pro B70 weisen eine gute, im Vergleich zu RDNA 4 und Blackwell jedoch unterlegene Energieeffizienz auf. Intels deutlicher Fortschritt wird beim Blick auf die Arc A770 16GB deutlich: Die Arc Pro B70 liefert um 57 Prozent mehr Fps pro Watt als der Erstling aus dem Jahr 2022. Auf der nächsten Seite ziehen wir ein Fazit zur Arc Pro B70.

Da diese Karten sicher nicht für reine Spieler interessant sind, sondern eher Gelegenheitsspieler und die Hauptaufgabe entweder mit KI/LLM oder anderem zubringen ist übrigens die Leistungsaufnahme/Effizienz die manche kleinreden wollen ein wesentlich größeres Kriterium als bei reinen Zockermaschinen, die bei weitem nicht so Häufig und Lange pro Tag genutzt werden. Und da wiederum wenn eben auch für LLMs genutzt wird, speziell der damit einhergehende exorbitant hohe Idle Verbrauch wirklich sehr unschön ist. Sehr schade, dass man dem auch nur mit eigenem Eingriff doch ein wenig Herr werden kann, wie der Bericht zeigt - wieso dieses Problem, dass von Anfang an bestand bei der Arc Reihe, von Intel nicht angegangen wird, finde ich doch sehr befremdlich.
Ansonsten sehr schöner Test
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Wenn, dann B70
MfG
Raff
Kostet aktuell 679 € in der Mindfactory.
Mal kucken, ob ich einen Tausch meiner B580 gegen diese im Laufe des Jahres wage.
Bock hätte ich jetzt schon wieder im Quadrat dazu.
Das wäre aber schon ziemlich irrational.
Wollte mal kucken was die in nem echten PC kann, bevor sie in der Dell Spardose verschwindet. Und das kam dabei raus
Ich mag die Kleine jetzt schon...
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Danke für den 40minütigen Schlumpf-Porno.