Fazit zur B70 und Sinnfrage Arc B770
Quelle: PC Games Hardware
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Fazit zur B70 und Sinnfrage Arc B770

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Das PCGH-Fazit zur Arc Pro B70, begleitet von weiteren Analysen und einem Ausblick auf eine mögliche Arc B770.

Nachdem wir die Intel Arc Pro B70 durchleuchtet haben, bleibt noch etwas Zeit für weiterführende Analysen und Gedanken. Im Folgenden sezieren wir nicht nur die Leistung des BMG-G31 im Vergleich mit dem BMG-G21 und ACM-G10, sondern zeigen auch, was eine nach wie vor mögliche "Arc B770" leisten könnte.

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G31 vs. G21 vs. G10

Der Alchemist-G10, besser bekannt als Arc A770, wird im Herbst vier Jahre alt. Intels Erstling liefert damals wie heute eine respektable Leistung, krankt aber in einigen Engines an schwacher Auslastung, welche sich nicht durch Intels emsige Treiberarbeit ausgleichen lassen - die Architektur hat, wie jeder erste Versuch, noch einige Defizite. Der Battlemage-G21, besser bekannt als Arc B580, zeigt seit Ende 2024, wie man mit weniger Rechenwerken eine höhere Leistung erzielt. Mit der Arc Pro B70 ist nun auch der Battlemage-G31 erschienen, die "Vollversion" der Xe‑2‑Mikroarchitektur. Wir haben auf den vorangegangenen Seiten so viele Balken und Zahlen gesehen, dass der Überblick verloren gehen kann. Im Folgenden haben wir daher G10, G21 und G31 gezielt gegenübergestellt, um die Leistungssprünge kompakt abzubilden. Sie sehen hier die drei Arc-GPUs unter sich, ohne die Geforce RTX 5090 als 100-Prozent-Messlatte. Die Zahlen unter den Indexwerten zeigen die relative Leistung pro Spiel.

Gerade der Vergleich von G10 und G31, beides Grafikchips mit 4.096 FP32-ALUs, zeigt Intels enorme Entwicklung von Xe/Alchemist zu Xe 2/Battlemage. Umso bedauerlicher ist, dass Xe 3/Celestial (Arc C) laut neuestem Gerüchtestand nicht als Desktop-Grafikkartenserie veröffentlicht wird.

Intel Arc Pro B70: PCGH-Fazit

Machen wir es kurz, aber schmerzvoll: Intel hat mit dem G31-Prozessor eine schlagkräftige Alternative zur Radeon RX 9060 XT und Geforce RTX 5060 Ti im Köcher, veröffentlicht aber keine entsprechende Gaming-Grafikkarte mit der größten Battlemage-GPU. Als Ursache gilt die Speicherkrise, welche Intel in das margenstärkere Profi-Segment treibt. Dort ist die Arc Pro B70 trotz ihres Preises von rund 1.250 Euro ein attraktives Gerät für Kreativschaffende, Entwickler und speziell Nutzer von großen KI-Sprachmodellen, etwa Qwen3.5-27B. Mit ihrer hohen Inferencing-Leistung und prallen 32 GiByte Speicher verweist die B70 diverse Grafikkarten der Mitbewerber auf die Plätze, wie Workstation-Benchmarks und euphorische Nutzer (etwa im Level1techs-Forum) belegen. Unsere eigenen Stichproben mit dem UL Procyon bestätigen, dass die Intel Arc Pro B70 enorm viel Leistung fürs Geld liefert, auch wenn dies aus der Sicht eines PC-Spielers wenig nachvollziehbar ist. Preisbewusste Entwickler und kleine Unternehmen finden hier eine Alternative zum Aufbau einer kleinen Workstation. Zum Vergleich: Eine Nvidia RTX Pro 4500 mit ebenfalls 32 GiByte Speicher kostet etwa 2.800 Euro.

Intel Arc Pro B70: Impressionen aus dem Test

Doch zurück zu unserem Gaming-Experiment, dem Sinn und Zweck dieses Artikels. Die Spieleleistung der Arc Pro B70 wurde in bisherigen Tests nur angerissen, weshalb wir uns voll darauf konzentriert und neben Rasterizing auch Raytracing und Pathtracing umfassend getestet haben. Das ist trotz der primären Platzierung als Workstation-Grafikkarte kein Widerspruch oder Problem. Mit dem offiziellen Gaming-Treiber eignet sich die Intel Arc Pro B70 wunderbar als Spielzeug. Alles, was eine Arc B580 kann, beherrscht auch eine B70 - nur deutlich schneller. Mit einem durchschnittlichen Leistungsplus von 36 Prozent beim Rasterizing und 45 Prozent beim Raytracing ist Intels B70 der Traum eines jeden Arc-Fans. Mit dieser Leistung wird die Radeon RX 9060 XT 16GB durchweg geschlagen, während die Geforce RTX 5060 Ti 16GB zumindest bei der Strahlenverfolgung Vorteile hat.

Das von uns getestete Referenzdesign ("Intel Branded Card") weist mit 230 Watt einen vernünftigen Betriebspunkt auf, der die letzten Prozente an Leistung zum Wohle der Energieeffizienz opfert. Der maximale Boost von 2,8 GHz kann nur in den seltensten Fällen gehalten werden, durchschnittlich liegen knapp 2,6 GHz an. Damit erreicht die Arc Pro B70 die gleiche Effizienz wie die Arc B580 - ein gutes, im Vergleich mit den genannten AMD- und Nvidia-Karten jedoch unterlegenes Niveau. Hier verwässern zwei Faktoren die Bilanz: Zum einen wird der BMG-G31 im alten N5-Verfahren bei TSMC gefertigt, außerdem fordern die 32 GiByte GDDR6-Speicher einen nicht unerheblichen Teil des Energiebudgets. Das führt uns zur letzten offenen Frage: Ergibt eine "Arc B770" im Jahr 2026 noch Sinn?

Lohnt sich eine Arc B770 im Jahr 2026?

Es gilt als offenes Geheimnis, dass die Arc B770 einst auf der Intel-Roadmap stand, dann jedoch abgesagt wurde - die möglichen Gründe haben wir bereits erläutert. Dennoch ergibt dieses Produkt durchaus Sinn, denn oberhalb der Arc B580 (circa 260 Euro) ist reichlich Luft für ein stärkeres Modell. Die Arc Pro B70 hat soeben bewiesen, dass sie sich mit der Radeon RX 9060 XT 16GB und Geforce RTX 5060 Ti 16GB anlegen kann. Für eine Arc B770 müsste Intel nur an zwei, drei Stellschrauben drehen und könnte eine schlagkräftige Alternative liefern. Der wichtigste Punkt ist der Schritt auf 16 GiByte Speicher. Das spart etwas Energie, welche dem GPU-Boost zugutekommt, und ist optimal selbst für die anspruchsvollsten PC‑Spiele. Weitere mögliche Tweaks wären der Wechsel auf schnelleren 20-GT/s-Speicher sowie ein höherer Maximaltakt. Bevor Sie in Vorfreude Ihr Sparschwein ein weiteres Mal schlachten, spinnen wir diese Gedanken zuende. Basierend auf unseren aktuellen Messungen nehmen wir an, dass eine derart beschleunigte Arc B770 16GB um bestenfalls 15 Prozent schneller wäre als eine Arc Pro B70. Hält Intel hingegen an den bisherigen Taktraten fest und erhöht nur die Boardpower, sind höchstens 6-7 Prozent durch Aufrechterhaltung des 2,8-GHz-Boosts realistisch. Inwiefern es wirtschaftlich ist, eine derartige Grafikkarte mit einer immerhin 368 mm² großen GPU für 400 Euro zu verkaufen, steht auf einem anderen Blatt.

Intel-Grafikkarten „Arc B770” (Best-Case) Arc Pro B70 Arc B580 Arc A770
Marktstart Ungewiss 25.03.2026 13.12.2024 12.10.2022
Architektur Xe 2 (BMG) Xe 2 (BMG) Xe 2 (BMG) Xe (ACM)
GPU-Codename/Konfektion BMG-G31 BMG-G31 BMG-G21 ACM-G10
Fertigungsverfahren (Foundry) N5 (TSMC) N5 (TSMC) N5 (TSMC) N6 (TSMC)
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 4.096/256/128 4.096/256/128 2.560/160/80 4.096/256/128
Raytracing-Einheiten 32 32 20 32
Matrix-Einheiten („AI-Cores”) 256 256 160 512
Typischer GPU-Takt (MHz) 3.000 2.560 2.850 2.320
FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) 24,6 21,0 14,6 19,0
Füllrate (Gtex/Gpix pro Sek.) 768,0/384,0 655,4/327,7 456,0/228,0 593,9/297,0
Speicheranbindung (Bit) 256 256 192 256
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 20,0/10.000 19,0/9.500 19,0/9.500 17,5/8.750
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Transferrate Speicher (GB/s) 640 608 456 560
Speicherkapazität (MiB) 16.384 32.768 12.288 16.384
PCI-Express-Anbindung 5.0 ×16 5.0 ×16 4.0 ×8 4.0 ×16
Stromanschlüsse 2× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol Je 1× 8/1 ×6- Pol
Leistungsaufnahme (TBP) 300 Watt 230 Watt 190 Watt 225 Watt

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  1. Seite 1 Übersicht und Daten
  2. Seite 2 Spiele-Benchmarks und Leistungsindex
  3. Seite 3 Raytracing-Benchmarks und Leistungsindex
  4. Seite 4 Pathtracing-Benchmarks und Leistungsindex
  5. Seite 5 Lautheit, Leistungsaufnahme & Effizienz
  6. Seite 6 Fazit zur B70 und Sinnfrage Arc B770
    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von peru3232 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Radeon PRO R9700 im Vergleich dazu, aber speziell auch die R9600D wären ebenso sehr interessant. Speziell letztere dürfte ja Leistungsmäßig eher zur B70 passen... und preislich

        Da diese Karten sicher nicht für reine Spieler interessant sind, sondern eher Gelegenheitsspieler und die Hauptaufgabe entweder mit KI/LLM oder anderem zubringen ist übrigens die Leistungsaufnahme/Effizienz die manche kleinreden wollen ein wesentlich größeres Kriterium als bei reinen Zockermaschinen, die bei weitem nicht so Häufig und Lange pro Tag genutzt werden. Und da wiederum wenn eben auch für LLMs genutzt wird, speziell der damit einhergehende exorbitant hohe Idle Verbrauch wirklich sehr unschön ist. Sehr schade, dass man dem auch nur mit eigenem Eingriff doch ein wenig Herr werden kann, wie der Bericht zeigt - wieso dieses Problem, dass von Anfang an bestand bei der Arc Reihe, von Intel nicht angegangen wird, finde ich doch sehr befremdlich.

        Ansonsten sehr schöner Test
      • Von peru3232 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Radeon PRO R9700 im Vergleich dazu, aber speziell auch die R9600D wären ebenso sehr interessant. Speziell letztere dürfte ja Leistungsmäßig eher zur B70 passen... und preislich

        Da diese Karten sicher nicht für reine Spieler interessant sind, sondern eher Gelegenheitsspieler und die Hauptaufgabe entweder mit KI/LLM oder anderem zubringen ist übrigens die Leistungsaufnahme/Effizienz die manche kleinreden wollen ein wesentlich größeres Kriterium als bei reinen Zockermaschinen, die bei weitem nicht so Häufig und Lange pro Tag genutzt werden. Und da wiederum wenn eben auch für LLMs genutzt wird, speziell der damit einhergehende exorbitant hohe Idle Verbrauch wirklich sehr unschön ist. Sehr schade, dass man dem auch nur mit eigenem Eingriff doch ein wenig Herr werden kann, wie der Bericht zeigt - wieso dieses Problem, dass von Anfang an bestand bei der Arc Reihe, von Intel nicht angegangen wird, finde ich doch sehr befremdlich.

        Ansonsten sehr schöner Test
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Bedenk dabei aber, dass die B60 in allen Szenarien, wo 12 GiByte genügen, der B580 unterlegen ist:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Wenn, dann B70 (die B65 ist zwar auch G31-basiert, aber bis auf den Speicher auf B60-Niveau gestutzt)!

        MfG
        Raff
      • Von ArktosFFM Software-Overclocker(in)
        ASRock baut die Arc B60 mit 24Gib in der Creator Variante.
        Kostet aktuell 679 € in der Mindfactory.
        Mal kucken, ob ich einen Tausch meiner B580 gegen diese im Laufe des Jahres wage.
        Bock hätte ich jetzt schon wieder im Quadrat dazu.
        Das wäre aber schon ziemlich irrational.
      • Von FinalCool Schraubenverwechsler(in)
      • Von ArktosFFM Software-Overclocker(in)
        Ein echt prall gefülltes Video mit reichlich Diagrammen und Backgroundinfos.
        Danke für den 40minütigen Schlumpf-Porno.
      Direkt zum Diskussionsende
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