Wolfenstein Youngblood RTX-Update: Raytracing-Benchmarks mit Geforce RTX 2060 bis Titan RTX

Seit dem 9. Januar beherrscht auch Wolfenstein Youngblood sehenswertes Raytracing. Nach dem ersten Eindruck haben wir nochmals genauer hingesehen und die Leistung analysiert. Welche Geforce RTX hält der Strahlenbelastung stand, welche geht zu Boden und was gibt es sonst noch zu berichten? PC Games Hardware lädt erneut zur Raytracing-Show, Edition 2020.

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Wolfenstein Youngblood RTX-Update: Raytracing-Benchmarks mit Geforce RTX 2060 bis Titan RTX
Quelle: PC Games Hardware

Bereits im Mai 2019 verkündeten Nvidia und Bethesda ihre Zusammenarbeit im Rahmen von Wolfenstein Youngblood. Erschienen ist der Koop-Shooter jedoch bereits Ende Juli 2019 - ohne Raytracing, aber dafür mit bemerkenswert guter Performance. Seit dem 9. Januar 2020 steht nun auch der Raytracing-Patch bereit, dessen Errungenschaften wir Ihnen bereits zeitnah im Artikel Wolfenstein Youngblood RTX-Update: Raytracing ist da - erste Vergleichsbilder und Performance-Test vorgestellt haben. Nun geht es ans Eingemachte: Welche Grafikkarten eignen sich für die moderne Beleuchtung und welche nicht? Das klären wir im Benchmark-Test von Wolfenstein Youngblood RTX.

Wolfenstein Youngblood mit Raytracing

Die Voraussetzung für Raytracing und DLSS in Wolfenstein Youngblood ist eine Grafkkarte der Turing-RTX-Reihe, ergo: Titan RTX, Geforce RTX 2080 Ti, RTX 2080 (Super), RTX 2070 (Super) oder RTX 2060 (Super). Zwar hat Nvidia Raytracing im April 2019 auf Software-Basis für fast alle Modelle freigeschaltet (GTX 16 & GTX 10 ab 6 GiByte), im Falle von Wolfenstein Youngblood ist jedoch eine Turing-RTX-GPU (RTX 20) Pflicht. Fehlt diese, ist weder Raytracing noch DLSS verfügbar, die Einträge im Spiel sind unsichtbar. Einzig Adaptive Shading steht auch auf Turing-GTX-Modellen (GTX 16) zur Verfügung.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, lassen sich im erweiterten Grafikmenü von Wolfenstein Youngblood die "Ray-Tracing Reflexionen" einschalten. Die Qualitätsstufe (Rays, Bounces etc.) ist nicht veränderlich, es gibt nur "an" und "aus". Tatsächlich tut sich nach dem nötigen Neustart des Spiels mehr, als die Option suggeriert: Wie genauere Blicke und die folgenden Bildvergleiche offenbaren, bringt der Raytracing-Patch nicht bloß sehenswerte Spiegelungen, sondern verändert die komplette Beleuchtung. Schatten mittels Shadow Maps bleiben zwar in jedem Fall erhalten, aktives Raytracing wirkt sich jedoch auch auf die Verschattung der Spielwelt aus - so ähnlich, wie es bereits bei Control und Metro Exodus geschieht. Je nach Szene führt das zu glaubhafter, realitätsnäherer Beleuchtung mit sehenswerten Detailschatten, mitunter aber auch zu einer etwas blasseren, nicht unbedingt nachvollziehbaren Optik. Klicken Sie sich ruhig im Vollbild (!) durch die folgenden Bilder, sehen Sie sich alle Bildabschnitte genau an und verschaffen Sie sich einen Eindruck.

Ein genauerer Blick

Im Grunde ist die Raytracing-Umsetzung in Wolfenstein Youngblood gelungen, insbesondere, wenn man die Performance berücksichtigt, die trotz des Einsatzes der anspruchsvollen Technologie gut ist. Spiegelungen gehören zu den komplexer zu berechnenden Raytracing-Effekten, insbesondere diffuse, also undeutliche, Spiegelungen sind anspruchsvoll zu berechnen. Dies erklärt sich durch folgenden Umstand: Wenn ein Strahl auf eine sehr glatte, spiegelnde Oberfläche wie beispielsweise einen Spiegel trifft, so prallt der Strahl voraussagbar ab (Eintrittswinkel gleich Austrittswinkel). Ist die Oberfläche aber sehr rau, so könnte ein Strahl, der auf eine kleine Unebenheit trifft, von dieser im Prinzip in jede mögliche Richtung reflektiert werden. Um eine raue, aber dennoch spiegelnde Oberfläche glaubwürdig umsetzen zu können, wären deutlich mehr Rays pro Pixel nötig als bei einer sehr glatten Oberfläche. Bei den (Raytracing-)Reflexionen setzen die Entwickler daher eine Reihe Tricks an, die offenkundig in erster Linie dazu dienen, Leistung zu sparen. Wir haben an dieser Stelle einige zusammengetragen und gehen auch noch einmal in unserem Video auf Auffälligkeiten ein. Bei rauhen Oberflächen fällt beispielsweise die Auflösung der Raytracing-Spiegelungen deutlich niedriger als bei glatten aus, ein Fakt, den man beim Spielen klar erkennen kann:
Die Auflösung der Raytracing-Reflexionen hängt von der Glätte der jeweiligen Oberfläche ab - je glatter die Oberfläche, desto hochauflösender die Spiegelung. Hier kann man dies gut beobachten: Der Streifen der Straßenmarkierung ist verhältnismäßig glatt, die Reflexion hochauflösend. Der nasse Asphalt ist sehr rau, hier ist die Spiegelung diffus und entsprechen niedrig aufgelöst. Dies kann zusammen zu einem befremdlichen Ergebnis führen, hier wirkt es, als könne man durch die Straße schauen, unter der ein Feuer wütet. Quelle: PC Games Hardware Die Auflösung der Raytracing-Reflexionen hängt von der Glätte der jeweiligen Oberfläche ab - je glatter die Oberfläche, desto hochauflösender die Spiegelung. Hier kann man dies gut beobachten: Der Streifen der Straßenmarkierung ist verhältnismäßig glatt, die Reflexion hochauflösend. Der nasse Asphalt ist sehr rau, hier ist die Spiegelung diffus und entsprechen niedrig aufgelöst. Dies kann zusammen zu einem befremdlichen Ergebnis führen, hier wirkt es, als könne man durch die Straße schauen, unter der ein Feuer wütet.

Aufälligkeiten bei den Raytracing-Spiegelungen in Wolfenstein Youngblood Texturen in den Spiegelungen nutzen ein reduziertes LoD Quelle: PC Games Hardware Da diffuse Spiegelungen aufwendig zu berechnen sind, weil aufgrund der rauhen, stark streuenden Oberfläche viele zusätzliche Rays benötigt werden, fällt die Auflösung der Raytracing-Spiegelungen umso geringer aus, je rauher die Oberfläche ist. Quelle: PC Games Hardware Hier sehen Sie eine inkorrekte Raytracing-Spiegelung, die so eigentlich nicht möglich sein sollte: Der Stein sollte die Reflexion der Flammen in der darunter gelegenen Pfütze verdecken. Doch offenbar verfügt dieses Levelobjekt über keine Unterseite, da diese normalerweise nicht zu sehen ist und die dafür nötigen Polygone stattdessen eingespart werden können - viele Spiele nutzen ähnliche Kniffe. An dieser Stelle verrät die Raytracing-Spiegelung den Kniff, das Levelobjekt müsste für die Technik also neu gestaltet werden. Und sollten solche Unschönheiten generell ausgeschlossen werden, müsste wohl das komplette Spiel von Grund auf mit Raytracing-Spiegelungen im Hinterkopf erstellt werden. Quelle: PC Games Hardware Hier sehen Sie eine Raytracing-Spiegelung auf einer sehr glatten Oberfläche (Pfütze). Die Auflösung der dort gespiegelten Geometrie ist sehr hoch, die Kanten sind klar und knackig. Allerdings besteht der Hintergrund noch immer aus einer sehr niedrig aufgelösten Cube-Map, die gar nochmals (extrem undeutlich, pixelig und außerdem ungenau) die Geometrie enthält. Ein sehr befremdender Effekt. Quelle: PC Games Hardware

Benchmarks aller RTX-Grafikkarten

Raytracing ist als Idee zwar steinalt, steckt in seiner modernen Hybrid-Umsetzung jedoch noch in den Kinderrschuhen. Die Standards sind gesetzt, seit dem Spätsommer 2018 ist Nvidia mit den Geforce-RTX-20-Grafikkarten jedoch allein auf dem hochreflexiv belichteten Flur. Für eine Implementierung der ersten Generation macht Raytracing eine erstaunlich ausgereifte Figur, wenngleich die Anzahl der unterstützten Titel noch zu wünschen übrig lässt. Die Leistungskosten für Raytracing ohne zusätzliche Kniffe wie DLSS belaufen sich je nach Spiel auf minus ~20 Prozent (CoD Modern Warfare), minus ~40 Prozent (Control) oder sogar noch mehr (Quake II RTX).

Wolfenstein Youngblood ordnet sich laut unseren Tests am unteren Ende ein, die Performance-Kosten sind hoch - auch verursacht durch eine Spezialität des Spiels: Mit maximalen Details verschlingt das Spiel Grafikspeicher wie kein anderes, selbst ohne Raytracing. RTX verschärft die Probleme, denn dabei steigen nicht nur die Anforderungen an die Rechenwerke, sondern auch die an den Grafikspeicher. Die zusätzlichen Berechnungen außerhalb des Bildbereichs müssen nicht nur ausgeführt, sondern auch gespeichert werden. Grafikkarten mit 8 GiByte, die ohne Raytracing gerade noch auf der sicheren Seite agieren, bekommen nach Zuschaltung der modernen Effekte große Probleme. Doch der Reihe nach.
Für die Raytracing-Benchmarks zitieren wir alle existenten Grafikkartenmodelle der Geforce-RTX-20-Reihe auf den Prüfstand. Angefangen bei der RTX 2060, über die derzeit sehr gefragte RTX 2070 Super, bis hinauf zu RTX 2080 Ti und Titan RTX erstreckt sich eine sehr große Spanne. Wie immer klopfen wir die Performance in den vier Auflösungen Full HD, WQHD, Ultrawide-QHD und Ultra HD ab. Die RTX-Benchmarks finden an unserer ersten für Wolfenstein Youngblood auserkorenen Testsequenz statt, welche wir passend zum Szenario "Paris in Flames" genannt haben.

Für die Benchmarks verwenden wir selbstverständlich den offiziell von Nvidia herausgegebenen Treiber Geforce 441.87 WHQL. Wissend, dass RTX in Wolfenstein Youngblood eine sehr speicherlastige Angelegenheit darstellt, rücken wir vom sonst gelebten PCGH-Credo "Maximale Details sind Trumpf" ab. Anstelle aller Regler am Anschlag testen wir mit dem Preset "Mein Leben!" plus Raytracing. Dabei steht jede Grafikoption bis auf "Bild-Streaming" auf dem jeweiligen Maximum. Nvidia Adaptive Shading (NAS) und DLSS deaktivieren wir, da die Bildraten insgesamt hoch genug ausfallen. Zu alldem gleich mehr. Kommen wir zunächst zu den Ergebnissen der acht RTX-Grafikkarten in den vier Testauflösungen:

Ähnlich wie bei Call of Duty: Modern Warfare (2019) sind die Bildraten trotz aktiven Raytracings über die meisten Zweifel erhaben, Wolfenstein Youngblood läuft mit RTX-Effekten auf den meisten Modellen tadellos. Überraschungen gibt es dabei keine, wenngleich die "Pärchen" im Test eine Erwähnung verdienen: Titan RTX und RTX 2080 Ti respektive RTX 2070 und RTX 2060 Super sind quasi gleich schnell. Das liegt in beiden Fällen an der sehr ähnlichen Rohleistung, wobei das jeweils kleinere Modell den Nachteil der geringeren Einheitenzahl durch einen etwas höheren Takt wettmacht.

Grafikspeicher am Anschlag

8 GiByte Grafikspeicher genügen für das getestete "Mein Leben!"-Preset mit aktivem Raytracing gerade noch. Hierbei werden alle Optionen bis auf "Bild-Streaming" maximiert, Letzteres steht nur auf "Ultra". Der Wechsel auf "Extrem" hat enorme Auswirkungen auf die Speicherbelegung von Wolfenstein Youngblood. Ohne Raytracing kommen 8-GiByte-Grafikkarten wie die Geforce RTX 2070 und 2080 Super bis inklusive WQHD gut über die Runden, darüber hinaus limitiert jedoch die Kapazität. Kommt zusätzlich Raytracing dazu, stürzen alle RTX-Grafikkarten abseits der Geforce RTX 2080 Ti (11 GiByte) und Titan RTX (24 GiByte) in den Abgrund. Schon in Full HD fallen die Frametimes aufgrund der vielen in den Hauptspeicher ausgelagerten Daten katastrophal aus, Spielspaß kommt nicht auf. Der Wechsel auf höhere Pixelmengen führt auf unseren Testsystemen reproduzierbar zu einem Absturz auf den 8G-Modellen. Nach einem Spielneustart sind jedoch zumindest Messungen möglich:

Deutlich zu erkennen: Genügt der Grafikspeicher, fallen die Bildraten beinahe identisch zu denen mit Bild-Streaming @ Ultra aus. Dies gelingt sowohl der Titan RTX (24 GiByte) als auch der Geforce RTX 2080 Ti (11 GiByte). Die Geforce RTX 2080 Super (8 GiByte) hat nicht so viel Glück, ihre Leistung fällt mit dem maximalen Speicherbudget ins Bodenlose - das der kleineren RTX-Modelle dementsprechend ebenfalls. Nvidia ist gut damit beraten, die kommende Grafikkartengeneration mit deutlich größeren Kapazitäten auszustatten. Die komplette RTX-20-Reihe ist, die Titan RTX ausgeklammert, speicherseitig nur ausreichend bis mangelhaft bestückt.

Bildergalerie

Tuning-Tipps: Mehr Fps beim Raytracing

Wem die Leistungskosten zu hoch ausfallen, der kann in Wolfenstein Youngblood zahlreiche Kniffe zur Leistungssteigerung aktivieren. DLSS, Adaptive Shading oder eine klassische Auflösungsskalierung stehen zur Auswahl, wobei nicht alles gleichzeitg aktiv sein kann. DLSS, das nur in Kombination mit Raytracing eingeschaltet werden kann, steigert die Bildrate um bis zu 88 Prozent, allerdings mit sichtbaren Folgen (DLSS Performance). Besser sieht dagegen DLSS Qualität aus, hier werden auf einer RTX 2080 Ti immerhin 48 Prozent mehr Bilder pro Sekunde gerendert. DLSS schärft dabei von selbst nach, während die anderen Verfahren durch den Pixelschwund ein paar Details vermissen lassen. Wen das stört, der setzt die Bildschärfe etwas nach oben (Standardwert: 2,0).

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    • Kommentare (58)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lors84
        Treiber per DDU nochmal sauber neu installiert hat geholfen.

        DLSS Qualität sieht für mich sogar besser aus als native 4K. Ich bin baff.
        Ja es geht voran.
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lors84
        Treiber per DDU nochmal sauber neu installiert hat geholfen.

        DLSS Qualität sieht für mich sogar besser aus als native 4K. Ich bin baff.
        Ja es geht voran.
      • Von Lors84 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von ZeroZerp
        Geh auf die Option mit der Maus und drück mal die Pfeiltasten links bzw. rechts...

        Und wie pietcux schon schrieb. NAS ausschalten.

        LG
        Zero
        Treiber per DDU nochmal sauber neu installiert hat geholfen.

        DLSS Qualität sieht für mich sogar besser aus als native 4K. Ich bin baff.
      • Von ZeroZerp Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lors84
        Ich kann die DLSS Einstellung nicht ändern. Es steht bei default auf performance, wenn ichs anklicke öffnet sich keine Optionsleiste wie bei den anderen Sachen, sehe nur eine dünne graue Linie.
        Geh auf die Option mit der Maus und drück mal die Pfeiltasten links bzw. rechts...

        Und wie pietcux schon schrieb. NAS ausschalten.

        LG
        Zero
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lors84
        Ich kann die DLSS Einstellung nicht ändern. Es steht bei default auf performance, wenn ichs anklicke öffnet sich keine Optionsleiste wie bei den anderen Sachen, sehe nur eine dünne graue Linie.

        Aber selbst wenn ichs auf performance lasse habe ich keinen FPS gewinn.

        Hatte heute ein Windosupdate, obs daran liegt? Habe den aktuellen NV Treiber..
        Ist bei dir NAS aktiv? Dann ist DLSS deaktiviert.
      • Von Lors84 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich kann die DLSS Einstellung nicht ändern. Es steht bei default auf performance, wenn ichs anklicke öffnet sich keine Optionsleiste wie bei den anderen Sachen, sehe nur eine dünne graue Linie.

        Aber selbst wenn ichs auf performance lasse habe ich keinen FPS gewinn.

        Hatte heute ein Windosupdate, obs daran liegt? Habe den aktuellen NV Treiber..
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