Radeon AI Pro R9700 Test: Lautheit, Leistungsaufnahme & Effizienz
Wie steht es um die Lautheit, Leistungsaufnahme und Energieeffizienz der AMD Radeon AI Pro R9700?
In diesem Artikel
Die Ausgestaltung der Radeon AI Pro R9700 obliegt den Partnern, AMD stellt lediglich die Blaupausen bereit. Dass die bisherigen Modelle allesamt auf Direct Heat Exhaust (DHE) setzen, das im Gaming-Bereich vor Jahren ersetzt wurde, ist kein Zufall. Der auch als "Blower" bekannte Ansatz verfügt über einen einzelnen Radiallüfter am Heck, anstatt mehrere Axiallüfter über die gesamte Karte zu verteilen. Der Clou: Ein DHE-Design verwirbelt die Abwärme nicht im PC-Gehäuse, sondern presst sie durch den Kühler hinaus. In Kombination mit der traditionellen Breite von zwei Einbauplätzen (Dual-Slot) ergibt das die von AMD beworbene Skalierbarkeit: Wer den Bedarf und das nötige Kleingeld hat, kann vier Radeon AI Pro R9700 ohne immensen Platzaufwand installieren und damit noch größere KI-Modelle lokal stemmen.
Quelle: AMD
4× AMD Radeon AI Pro R9700 @ Threadripper Pro
Das Design unserer Testkarte, einer Asrock Radeon AI Pro R9700 Creator 32GB, erinnert an Grafikkarten vergangener Tage, wie die Radeon RX 5000 oder Geforce GTX (und die Intel Arc Pro B60). Während die Vorteile der Blower-Bauweise auf der Hand liegen, sind auch die Nachteile eindeutig: Um die Abwärme zu entfernen, muss sich der Lüfter anstrengen - und das funktioniert bei 300 Watt und der limitierten Kühlfläche niemals leise, obwohl der Hersteller ein hochwertiges Thermopad für die GPU verwendet (Honeywell PTM7950). Sehen wir uns an, welche Werte die Asrock Radeon AI Pro R9700 Creator 32GB erreicht:
| Lautheit | RTX 5090 | RTX 5080 | RTX 4080 Super | AI Pro R9700 | RX 7900 XTX | RX 6800 XT | RTX 3080 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Nvidia FE | Nvidia FE | Nvidia FE | Asrock Creator | AMD MBA | AMD MBA | Nvidia FE |
| Leerlauf (UHD-Desktop) | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,3 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| 2 Displays (UHD + FHD) | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,3 Sone | 0,2 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| UHD-Youtube-Video | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,3 Sone | 0,2 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| Gaming (MAXIMUM) | 3,5 Sone | 2,9 Sone | 2,0 Sone | 7,6 Sone | 3,3 Sone | 2,1 Sone | 3,4 Sone |
| 100 % Fan Speed (manuell) | 9,5 Sone | 9,2 Sone | 10,2 Sone | 17,5 Sone | 9,1 Sone | - | 10,8 Sone |
| Coil Whine (Fiepen allein) | ~0,8 Sone | ~0,3 Sone | ~0,6 Sone | ~0,9 Sone | ~0,8 Sone | ~0,5 Sone | ~0,3 Sone |
Unsere Testkarte verkneift sich zwar den Orkan einer Radeon R9 290X im "Uber Mode" (9,6 Sone), ist aber akustisch nicht weit davon entfernt. Wer möchte, kann im Tuning-Menü des AMD-Treibers Hand anlegen, ohne Undervolting oder reduzierte Boardpower ist der Spielraum jedoch durch die Physik begrenzt.
Stromversorgung und Leistungsaufnahme
Bei der Radeon RX 9070 (XT) stehen die Partner vor der Wahl, entweder mehrere traditionelle 8-Pol-Strombuchsen oder einen neuen Stromanschluss zu installieren. Die meisten Hersteller entscheiden sich aus Kompatibilitätsgründen für die althergebrachten Stecker. Die Radeon AI Pro R9700 setzt hingegen standardmäßig auf eine Stromversorgung der Sorte 12V-2×6 (H++), besser bekannt als "16-Pol-Buchse", welcher die nötige Leistung im Kompaktformat bereitstellen kann. Der 12V-2×6 geriet vor allem wegen seiner Schmor- und Brennneigung in die Schlagzeilen, die Fallzahlen sind jedoch gering - und im PCGH-Testlabor ist trotz Hunderter Messstunden noch keine einzige Grafikkarte mit dem neuen Stromstecker in Rauch aufgegangen. Wer kein entsprechendes Kabel am Netzteil vorweisen kann, der greift zum mitgelieferten Adapter. Unsere Asrock Creator bringt einen "Dreizack" von 16- auf 3× 8-Pol mit.
Quelle: PCGH
Berühmt-berüchtigt: Bei der Radeon AI Pro R9700 ist die 16-Pol-Buchse 12V-2×6 (H++) Standard.
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten mithilfe des Power Capture Analysis Tool. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab, ohne dass die Infrastruktur einen bremsenden Einfluss hat. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht und Ohren bekommen. Kommen wir nun zu den Werten der Radeon AI Pro R9700 im Leerlauf, bei Niedriglast und vielfältigen Gaming-Workloads:
| Leistungsaufnahme | AI Pro R9700 | RX 9070 XT | RX 9070 | RTX 5080 | RTX 5070 Ti |
|---|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Asrock Creator | Sapphire Pulse | Sapphire Pulse | Nvidia FE | MSI Ventus 3x |
| Leerlauf (UHD-Desktop) | 5,5 – 6,5 Watt | 8,0 – 8,5 Watt | 7,5 – 8,0 Watt | 12 – 15 Watt | 16,5 – 19 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 6,5 – 7,5 Watt | 8,0 – 9,0 Watt | 8,0 – 8,5 Watt | 16,5 – 18 Watt | 21 – 22,5 Watt |
| Ultra-HD-Youtube-Video | 22 – 30 Watt | 21 – 28 Watt | 20 – 27 Watt | 16 – 20 Watt | 23 – 24 Watt |
| Dual-Display + YT-Video | 37 Watt | 43 Watt | 43 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Gaming (Maximum) | 301 Watt | 312 Watt | 225 Watt | 393 Watt | 311 Watt |
| Full-HD-Gaming @ 60 Fps | 58 Watt | 60 Watt | 59 Watt | 58 Watt | 54 Watt |
| Anno 1800 (Full HD) | 296 Watt | 309 Watt | 224 Watt | 328 Watt | 291 Watt |
| Control (WQHD + RT) | 298 Watt | 308 Watt | 223 Watt | 342 Watt | 278 Watt |
| Metro Exodus EE (UHD + RT) | 298 Watt | 309 Watt | 223 Watt | 365 Watt | 309 Watt |
| Indiana Jones (Full HD, RT) | 297 Watt | 310 Watt | 224 Watt | 261 Watt | 245 Watt |
| Cyberpunk (Raster, FHD) | 297 Watt | 311 Watt | 225 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Max. Energie über PCIe-Slot | 1,5 Watt | 14 Watt | 1 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet |
Leistungsaufnahme abhängig von Display, Auflösung und Bildwiederholrate. Angegeben ist die Spanne von 60 bis 144 Hertz (ohne VRR). Multi-Monitoring sowohl mit HDMI-DP-Mischbestückung als auch nur DP geprüft.
Wir staunten angesichts der Werte im Leerlauf nicht schlecht - die Radeon AI Pro R9700 ist trotz der mit Speicher vollgepackten Platine herausragend sparsam. Neben den mutmaßlich hochwertigen Komponenten auf der Platine sind dafür auch die minimalen Verbraucher im Kühler verantwortlich: Mit nur einem Lüfter und keinerlei Beleuchtung muss hier weniger versorgt werden als bei Gaming-Grafikkarten mit den üblichen drei Lüftern plus RGB-Beleuchtung. Unter Volllast zeigen sich dann die Grenzen des Kühlsystems, welche erneut an ältere Grafikkarten erinnern (siehe auch: Titan V im XXL-Nachtest). Die verhältnismäßig hohen Temperaturen führen dazu, dass die GPU sich noch etwas stärker drosseln muss, als es das straffe Powerlimit erfordert. Das automatische Undervolting dämmt Leistungsspitzen ein, sodass die Radeon AI Pro R9700 effizienter (aber langsamer) arbeitet als eine Radeon RX 9070 XT, bei der die Kühlung in der Regel nicht limitiert. Die Folge ist ein Durchschnittsverbrauch leicht unterhalb der Boardpower, während alle anderen Grafikkarten dazu tendieren, dieses Limit leicht zu "überfahren".
Energieeffizienz
Leistung ist Arbeit pro Zeit; das wissen wir spätestens seit dem Physikunterricht. Da wir nun sowohl die Bildraten (Fps) als auch den Verbrauch (Watt) durchgekaut haben, können wir diese ins Verhältnis setzen, um die Energieeffizienz zu berechnen. Dafür haben wir einen Benchmark für Sie erstellt, welcher den Leistungsindex mit der Leistungsaufnahme verrechnet. Da sich beide Metriken als Durchschnittswerte über zahlreiche Messungen verstehen, ist die Betrachtung ausreichend präzise. Für maximale Aussagekraft haben wir die Berechnung sowohl für das Rasterizing als auch für das Raytracing getrennt vorgenommen. Sehen wir uns an, wie die Radeon AI Pro R9700 im Vergleich abschneidet:
Radeon AI Pro R9700 und Radeon RX 9070 XT erreichen ungefähr das gleiche Fps/Watt-Verhältnis. Das von uns handoptimierte Modell, die "Radeon RX 9070 XTX", büßt kaum an Effizienz ein, da wir nicht stumpf die Power erhöhen, sondern außerdem einen negativen Spannungs-Offset von -75 Millivolt setzen und mithilfe eines höheren Speichertakts die Entfaltung sichern. Sehen wir uns an, wie es beim Raytracing aussieht:
Keine Überraschungen, beide Varianten der Radeon AI Pro R9700 landen wie gehabt im Effizienz-Mittelfeld. Neben der Radeon RX 9060 XT 16GB gibt es nur ein AMD-Modell, das mehr pro Watt leistet: die Radeon RX 9070 (Non-XT) - diese haben wir aber noch nicht durch die neuen Benchmarks 2025/2026 gescheucht. Auf der nächsten Seite geht es ans Eingemachte: Was bringen 32 GiByte bestenfalls? Abschließend ziehen wir ein Fazit zur AMD Radeon AI Pro R9700.

Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
Ich meine, 4k zu 8k ist eine enorme Mehrleistung nötig, aber der optische Zugewinn ist nicht ansatzweise so hoch wie, der steigende Leistungsbedarf. Oder denke an RT/PT, oder die EInführung von Tessellation, oder Umgebungsverdeckung.
Der Unterschied (optisch) von 16 zu 8GB ist vielfach größer, als der Sprung von 16 auf 24GB.
Von mir aus kann es gerne so schnell wie möglich Karten mit 48GB und mehr geben, wenn den die Spiele ernsthaft etwas damit anfangen.
Aber mit einem gut gewählten Einstellungsmix kann ich aktuell mit 12GB schon noch verdammt gut auskommen, wenn ich wollte.
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MfG
Raff
Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
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MfG
Raff
Benchmarks von LLM und Stable Diffusion wird man daher sicherlich in nächster Zeit dort finden.
Außerdem ist die Karte gar nicht mehr bei PCGH, weitere Tests sind daher nicht möglich - wie Raff direkt über deinem Beitrag geschrieben hatte.