AMD Radeon AI Pro R9700 alias RX 9070 XT 32GB im Test: Was bringen 32 GiB Speicher? [Video-Update]
Mit der Radeon AI Pro R9700 richtet sich AMD gezielt an Nutzer, welche mit großen KI-Modellen am eigenen Rechner hantieren wollen. Wir spannen die Profi-Grafikkarte stattdessen vor unseren Gaming-Karren und prüfen, was sich dort mit 32 GiByte VRAM anstellen lässt.
In diesem Artikel
Hinweis: Auf vielfachen Wunsch hin haben wir mittlerweile auch ein Video zur Radeon AI Pro R9700 veröffentlicht. Der 38-minütige "Film zum Buch" widmet sich ausführlich den Stärken und Schwächen der neuesten AMD-Grafikkarte und verrät, ob sich ein Kauf der Radeon AI Pro R9700 auch für reine Spieler lohnt. PCGH wünscht viel Vergnügen!
"Artificial Intelligence", kurz AI, ist überall. Niemand kann sich diesem Trend und den teils erstaunlichen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz verschließen. Daher verwundert es nicht, dass alle Hersteller etwas vom KI-Kuchen abhaben wollen und spezielle Produktreihen auflegen, die optimalen KI-Genuss versprechen. AMDs Radeon AI Pro R9700 ist ein solches Produkt, welches früher unter der Workstation-Flagge gesegelt wäre, nun aber die neue "AI Pro"-Serie begründet. Wie es sich für ein offizielles Arbeitstier gehört, bringt diese Grafikkarte ein stattliches Speicherpolster mit: 32 GiByte - genauso viel wie eine Geforce RTX 5090.
Der Clou: Trotz "AI" und "Pro" im Namen lässt sich die neueste Radeon mit dem Gaming-Treiber nutzen und wird somit zur ultimativen AMD-Grafikkarte. Ob Spiele von 32 GiByte VRAM profitieren, klärt PCGH im neuesten Gaming-Test einer Profi-Grafikkarte - selbstverständlich inklusive unserer berüchtigten Extrem-Benchmarks.
Quelle: PCGH
AMD Radeon AI Pro R9700 32GB: Überblick Spezifikationen
Radeon R9700: Sinn und Zweck
Auch wenn "Radeon [...] R9700" wie eine Hommage an die legendäre Radeon 9700 (Pro) klingt, handelt es sich bei der neuesten AMD-Grafikkarte um keinen zweiten R300. Die Radeon AI Pro R9700 entspricht technisch weitestgehend einer Radeon RX 9070 XT, mit dem einzigen Unterschied, dass 32 anstelle von 16 GiByte Speicher installiert werden. Das RDNA-4-Topmodell legt dadurch nicht an Rechenleistung zu, wird dank der enormen Speicherkapazität jedoch zur idealen Lösung, um große KI-Modelle lokal am Rechner auszuführen. AMD nennt explizit Deepseek R1, Mistral 3.1 und Flux.1, welche gewöhnlich mehr als 20 GiByte VRAM belegen. Das Problem mit großen Datenmengen ist immer das Gleiche und kommt auch PC-Spielern bekannt vor: Genügt der lokale Grafikspeicher nicht, muss in den Hauptspeicher des Systems ausgelagert werden und die Leistung fällt ins Bodenlose - oder die Anwendung funktioniert gar nicht. AMD bewirbt die Radeon AI Pro R9700 mit einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Nvidias Lösungen.
Die Kapazität von 32 GiByte ergibt sich durch den Einsatz von doppelt so vielen Speicherbausteinen, die Platine wird im Gegensatz zur Radeon RX 9070 & XT beidseitig bestückt. AMDs Entscheidung, für die aktuelle Generation noch auf GDDR6 anstelle von GDDR7 zu setzen, macht die Grafikkarte zwar nicht immun gegen den derzeit grassierenden Speicherengpass, aber zumindest weniger anfällig. Kurios wirkt hingegen eine andere Entscheidung: Obwohl die Grafikkarte doppelt so viel Speicher mit Energie versorgen muss, erhöht AMD nicht etwa die Boardpower - sondern senkt sie. Während eine Radeon RX 9070 XT mindestens 304 Watt aufnehmen darf, spezifiziert AMD die Radeon AI Pro R9700 mit runden 300 Watt. Da die Boardpower unter allen Verbrauchern aufgeteilt wird, steht der GPU weniger Energie zur Entfaltung bereit. So kommt es, dass die 32-GiByte-Profi-Grafikkarte für 1.300 Euro weniger Rechenleistung aufweist als das 16-GiByte-Gaming-Modell für rund 600 Euro. Wie groß der tatsächliche Takt- und somit Leistungsunterschied ausfällt, klären wir sogleich. Sehen wir uns zunächst die gesamte Spezifikation der Radeon AI Pro R9700 an; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| AMD Radeon ... | „RX 9070 XTX”** | AI Pro R9700 | RX 9070 XT | RX 7900 XTX |
|---|---|---|---|---|
| Getestetes Modell | Asrock Creator MAX-OC | Asrock Creator | Sapphire Pulse | AMD MBA |
| Architektur | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 4 | AMD RDNA 3 |
| Codename/Konfektion | Navi 48 XTW | Navi 48 XTW | Navi 48 XTX | Navi 31 XTX |
| Chipgröße (Die/GCD) | 356,5 mm² | 356,5 mm² | 356,5 mm² | 300 mm² (+ MCDs) |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 53,9 | 53,9 | 53,9 | 57,7 (inkl. MCDs) |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N4P (TSMC) | N4P (TSMC) | N4P (TSMC) | N5 (GCD) + N6 (MCD) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 64 | 64 | 64 | 96 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.096*/256/128 | 4.096*/256/128 | 4.096*/256/128 | 6.144*/384/192 |
| Raytracing-Einheiten | 64 (3. Gen.) | 64 (3. Gen.) | 64 (3. Gen.) | 96 (2. Gen.) |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 128 (2. Gen.) | 128 (2. Gen.) | 128 (2. Gen.) | 192 (1. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 8 | 8 | 8 | 6 |
| Level-3-Cache (MiB) | 64 | 64 | 64 | 96 |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 3.090 | 2.840 | 2.920 | 2.550 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 101,3 | 93,1 | 95,7 | 125,3 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 50,6 | 46,5 | 47,8 | 62,7 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 791,0/395,5 | 727,0/363,5 | 747,5/373,8 | 979,2/489,6 |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 256 | 384 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 22,0/11.000 | 20,1/10.072 | 20,1/10.072 | 20,0/10.000 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 704 | 644 | 644 | 960 |
| Speicherkapazität (MiB) | 32.768 | 32.768 | 16.384 | 24.576 |
| PCI-Express-Standard | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 4.0 ×16 |
| Stromanschlüsse | 1× 16-/3× 8-Pol | 1× 16-/3× 8-Pol | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 330 Watt | 300 Watt | 304 Watt | 355 Watt |
| Preis zum Testzeitpunkt (€) | – | 1.300 | 610 | – |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns umfassend getesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit Dual-Issue-Fertigkeit; angegeben ist der bestmögliche (doppelte) Durchsatz. **Keine in der Form erhältliche Grafikkarte, sondern PCGH-Simulation anhand von manueller Optimierung.
Was der Radeon RX 9070 XT der Navi 48 XTX, ist bei der Radeon AI Pro R9700 der Navi 48 XTW. Das "W" steht für "Workstation" - die GPU meldet sich in einem Firmware-String jedoch auch reminiszierend als "NAVI48 FGL", FireGL. Wie Sie sehen, weist die R9700 gegenüber einer 9070 XT einen niedrigeren Durchschnittstakt auf. Wir räumen diesen Missstand manuell aus dem Weg; in allen nachfolgenden Benchmarks tritt die Radeon AI Pro R9700 nicht nur mit Werkseinstellungen an, sondern auch mit maximaler Leistung. Hinter der "RX 9070 XTX" steckt unsere händische Optimierung mit maximaler Boardpower, Undervolting, Speicher-Tuning sowie verbesserter Kühlung (siehe auch: Radeon RX 9070 "XTX" im Eigenbau: Muss sich die Geforce RTX 5080 fürchten?). Was damit in den brandneuen GPU-Benchmarks 2025/2026 möglich ist, erfahren Sie nach nur einem Klick.

Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
Ich meine, 4k zu 8k ist eine enorme Mehrleistung nötig, aber der optische Zugewinn ist nicht ansatzweise so hoch wie, der steigende Leistungsbedarf. Oder denke an RT/PT, oder die EInführung von Tessellation, oder Umgebungsverdeckung.
Der Unterschied (optisch) von 16 zu 8GB ist vielfach größer, als der Sprung von 16 auf 24GB.
Von mir aus kann es gerne so schnell wie möglich Karten mit 48GB und mehr geben, wenn den die Spiele ernsthaft etwas damit anfangen.
Aber mit einem gut gewählten Einstellungsmix kann ich aktuell mit 12GB schon noch verdammt gut auskommen, wenn ich wollte.
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MfG
Raff
Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
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MfG
Raff
Benchmarks von LLM und Stable Diffusion wird man daher sicherlich in nächster Zeit dort finden.
Außerdem ist die Karte gar nicht mehr bei PCGH, weitere Tests sind daher nicht möglich - wie Raff direkt über deinem Beitrag geschrieben hatte.