Radeon R9 290X im Test: Leistungsaufnahme, Lautheit, Powertune Next

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Radeon R9 290X Platine ohne Kühler
Quelle: AMD

Radeon R9 290X im Test: AMDs Flaggschiff der neuen "Volcanic Islands"-Reihe, die Radeon R9 290X, entpuppt sich im PCGH-Test als wahrer Janus und präsentiert uns ihre zwei völlig verschiedenen Gesichter. Neugierig? Zu Recht! Vorhang auf für die Radeon R9 290X, Codename "Hawaii XT".

Radeon R9 290X im Test: Kühlung, Lautheit und Leistungsaufnahme

Im Vorfeld der Veröffentlichung geisterten einige Gerüchte um ein möglicherweise runderneuertes Kühldesign durchs Netz, welche angesichts der vorliegenden Grafikkarte befremdlich wirken: Die Radeon R9 290X ähnelt ihren Vorgängern stark, seit der Radeon HD 5870 dominieren die Farben Schwarz und Rot jedes Radeon-Antlitz - mittlerweile wurde das "Ati Radeon" zwecks Markenbereinigung jedoch durch AMD-Logos ersetzt.

Unter der Haube, welche nach dem Hochglanz-Ausflug bei der Radeon HD 7970/GHz Edition nun wieder eine matte Oberfläche bietet, befinden sich ein Radiallüfter sowie eine geräumige Dampfkammer ("Vapor-Chamber"), welche wie auch eine komplett abdeckende Metallplatte Kontakt zu den Hitzequellen aufnimmt. Soweit, so bekannt. Wie es sich für ein Direct-Heat-Exhaust-Design (DHE) gehört, sorgt der Radiallüfter dafür, dass das Gros der Abwärme aus dem Gehäuse befördert wird. Kommende Eigendesigns der AMD-Partner werden damit voraussichtlich wieder brechen und stattdessen mehrfach belüftete Axialdesigns erschaffen - wir sind gespannt.

Radeon R9 290X Explosionsgrafik Quelle: AMD Radeon R9 290X Explosionsgrafik
In Sachen Leistungsaufnahme und Lautheit setzt AMDs neues Flaggschiff teilweise Maßstäbe - auch im negativen Sinne, denn mit einem von uns gemessenen Maximalverbrauch von bis zu 290 Watt (Anno 2070) werden sowohl Nvidias Geforce GTX Titan als auch die GTX 780 überboten; nur stark übertaktete GTX-780-Designs wie die Evga Classified und MSI Lightning wildern ebenfalls in diesem Watt-Territorium. Immerhin gilt diese Aussage für den "Uber"-Modus, bei dem die Radeon R9 290X im Mittel über alle PCGH-Indexspiele beinahe zehn Prozent schneller arbeitet als Referenz-Titanen. Im Quiet-Modus, bei dem sich die Karte regelmäßig auf einen Wert um 850 MHz drosselt und damit immer noch meist vor der Geforce GTX 780 landet, sind gemäßigte ~250 Watt zu verzeichnen sobald die Karte sich auf den niedrigen MHz-Wert eingeschossen hat - zuvor liegen kurzzeitig jedoch dieselben hohen Verbrauchswerte wie im Uber-Modus an.

Die Lautheit bewegt sich zwischen "laues Lüftchen" (Leerlauf), "deutlich hörbares, leicht pfeifendes Rauschen" (Quiet Mode) und "Orkan" (Uber Mode bei warmer Gehäuseluft). Angesichts der erzeugten Abwärme/Verlustleistung ist das nicht verwunderlich. Der Quiet-Modus arbeitet rund ein Drittel lauter als bei GTX 780 und Titan, während der Uber-Mode sogar die unangenehm laute 7970-GHz-Edition noch übertrifft - der Preis, den Sie für die beste Performance zahlen müssen.

Wir erwarten, dass die AMD-Partner das Problem akustisch unauffälliger in den Griff bekommen, auch wenn wie zu Fermi-Zeiten (Geforce 400/500) teilweise Triple-Slot-Kühlgiganten nötig werden, um die ~300 Watt eines 290X-OC-Modells mit weniger als drei Sone Lautheit abzuführen.

  R9 290X "Uber" R9 290X "Quiet" GTX Titan GTX 780 GTX 680 GTX 580 HD 7970 GHz Edition*
Lautstärke              
Leerlauf (Win-7-Desktop) 0,6 Sone 0,6 Sone 0,3 Sone 0,6 Sone 0,9 Sone 0,8 Sone 0,8 Sone
BF Bad Company 2 (DX11) 9,6 Sone 4,4 Sone 3,2 Sone 3,2 Sone 3,5 Sone 3,4 Sone 8,4 Sone
Leistungsaufnahme              
Leerlauf (Win-7-Desktop) 21 Watt 21 Watt 13 Watt 14 Watt 15 Watt 32 Watt 15 Watt
BF Bad Company 2 (DX11) 269 Watt 249 Watt 214 Watt 222 Watt 174 Watt 221 Watt 247 Watt

PCGH testet mit Powertune (AMD) respektive Power Target (Nvidia Kepler) auf Standard.
*AMD-Muster - dieses Kühldesign findet sich nicht am Markt

Radeon R9 290X im Test: Benchmark-Boost 2.1?

Mit der Zwischenüberschrift "Nur ein Benchmark-Boost" leiteten wir seinerzeit im Print-Test der GTX Titan die Beschreibung der temperaturabhängigen Boost-Taktung ein. AMD hat bislang ein deterministisches Modell vorgezogen, welches bei allen Karten eine konstante Performance erlaubte. Doch mit Hawaii, also der R9 290X, haben die Radeon-Schöpfer hier ebenfalls renoviert. Offiziell ist AMDs Radeon R9 290X die erste "taktlose" Grafikkarte der Firma. Es gibt keine offiziell kommunizierten Basistaktraten für die GPU, nur eine Maximaltaktung von 1 GHz und den Speichertakt von 2.500 MHz. Solange Temperatur, Leistungsaufnahme und Lüfterdrehzahl mitspielen, kann die R9 290X sowohl im Quiet- als auch im Uber-Modus den hohen GPU-Takt erreichen. Es gibt allerdings Einschränkungen. Kurz zusammengefasst haben wir AMDs Hawaii-Powertune-Parameter wie folgt charakterisiert::

1. Versorge die GPU maximal mit 208 Watt (inklusive Wandlerverlusten, Speicher und Platine läuft das auf 300 Watt Gesamtverbrauch hinaus).
2. Versuche, 1 GHz-GPU-Takt zu erreichen
3. Erlaube nicht mehr als 95 °C Chiptemperatur
4. Halte die PWM-Impulsstärke von 40 % (55 % im Uber-Mode) ein
5. Sind diese Temperatur- und Lüfterdrehzahl-Limits ausgereizt, senke die Taktrate auf minimal 727 MHz
6. Wenn das nichts bringt, also die Temperatur immer noch am Limit ist, ignoriere die PWM-Grenze von 40/55 Prozent.
7. Wenn die Temperatur immer noch nicht sinkt, reduziere Takt/Spannung bis hinab auf 300 MHz
8. Wenn alles versagt, schalte nach mehr als einer Sekunde bei 100 Grad Celsius ab.

Wenn man so will, kann man die 727 MHz als Basisfrequenz ansehen, auf welche die Karte im Bedarfsfall innerhalb ihrer restlichen Parameter für Lüfter und Temperatur zurückfallen kann.

Wie schon Nvidias aktuelle Kepler-Karten so fällt auch bei AMD auf, dass von den höchstmöglichen Taktraten hauptsächlich kurzlebige Benchmarks - am besten noch mit vielen und langen Ladebalken - profitieren. Echte Spielesessions, in denen der Rechner eine halbe Stunde oder mehr unter Last arbeitet, verringern genauso unweigerlich den Nutzen der Boost-Funktion wie besonders anspruchsvolle Szenen, in welchen die GPU-Taktrate durch die höhere 3D-Last heruntergeregelt werden kann. Zwar beteuern AMD und Nvidia, dass von der Boost-Funktion der Spieler profitiert, allerdings sollte man hier durchaus kritisch hinterfragen, welche Spiele nur 1- bis 2-minütige Lastphasen haben, was besonder hohe Fps bei anspruchslosen Szenen bringen oder welchers Spieler seine GPU durchweg mit 20°C kühler Frischluft versorgen kann. Uns bleiben hier nach wie vor Zweifel, ob es sich beim Boost, welche im Gegensatz zum CPU-Pendant eben nicht konstant für Mehrleistung sorgt, wirklich um einen Dienst am Spieler handelt.

Löblich ist im Falle der Radeon R9 290X in jedem Falle, dass AMD dem Spieler via Uber-Mode-BIOS als auch über die Overdrive-Funktion im Catalyst Control Center Mittel und Wege an die Hand gibt, die Karte auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Denn, das sollte nicht unerwähnt bleiben, Sie können mit dem neuen Treiberpanel sowohl die Lautstärke als auch die Leistungsaufnahme fast beliebig senken - wenn Sie bereit sind, die verringerte Performance dafür in Kauf zu nehmen.

Übrigens: Mit dem neuen Powertune setzt AMD bis zu 64 Kombinationen aus Spannung und Taktrate ein, um dem eigenen Motto "Leave no watt unused" gerechet zu werden. Auf Basis des Serial VID Interface der zweiten Generation, kurz SVI2, kann Powertune auf einen mit 40 kHz betriebenen Datenstrom über Spannung und Stromstärke zurückgreifen. Die Umschaltzeit zwischen den Taktraten beträgt nur wenige Mikrosekunden - alles was Tools wie GPU-z oder auch der Afterburner anzeigen, sind daher bereits gemittelte Werte.

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  1. Seite 1 Radeon R9 290X im Test: Einleitung, Spezifikation
  2. Seite 2 Radeon R9 290X im Test: Technik im Detail
  3. Seite 3 Radeon R9 290X im Test: Leistungsaufnahme, Lautheit, Powertune Next
  4. Seite 4 Radeon R9 290X im Test: Spiele-Benchmarks in Full HD und Ultra HD
  5. Seite 5 Radeon R9 290X im Test: Pro-Takt-Vergleich @ 1 GHz: 290X vs. Titan
  6. Seite 6 Radeon R9 290X im Test: Overclocking
  7. Seite 7 Radeon R9 290X im Test: Fazit
  8. Seite 8 Radeon R9 290X im Test: Testsystem
    • Kommentare (1368)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von FKY2000 BIOS-Overclocker(in)
        Bitte Punkt und komma benutzen.liest sich schwierig ohne
      • Von FKY2000 BIOS-Overclocker(in)
        Bitte Punkt und komma benutzen.liest sich schwierig ohne
      • Von Blairdevil Schraubenverwechsler(in)
        AW: AMD Radeon R9 290X im Test: Der langersehnte Titan-Killer für 479 Euro?

        So also ich habe mir das mal so durch gelesen und muss sagen es wird hier sehr stark übertrieben von Lautstärke und co sie ist mit 0.8 dp Lauter wie eine Titan das gleich mal vor weg ich selber bin im Besitz dieser Grafikkarte und das 2 mal was hier an Leistung versprochen wird ...Wird hier auch eingehalten keine frage für mich selber der Absolute Titan-Killer im Benchmark sie ist mit 4 % vor der Titan also ich kann nur sagen der Hammer was Amd hier Presentiert ....Also last euch nicht abschrecken von wegen sie dreht ab mit der Lüftergeschwindigkeit klar aber nur auf voll last und das bekommt ihr im Gameplay nirgend s wo hin ich habe Battelfield 4 auf Ultra alles was geht und die Graka schnurt wie eine Katze ....

        Also wer sich diese wunderbare Graka sich holt der macht nix Falsch wer auf Preis wie auf Leistung steht ist hier mit dieser Graka sehr zufrieden also ich bin es auf jeden fall ich kann diese Graka nur weiter enfehlen .....
      • Von Duvar Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMD Radeon R9 290X im Test: Der langersehnte Titan-Killer für 479 Euro?

        Hier ist ein neues, sehr gutes Video, was viele Fragen beantwortet.
        Getestet werden die Werte mit bis zu 4x 290X CF, auch dabei ist die 280X mit 1150MHz (Toxic), als Vergleich.
        Verbrauchswerte, Lautstärke, Multimonitorsetup etc pp wird alles veranschaulicht.
        Sehr empfehlenswertes Video, müsst nur berücksichtigen (beim Verbrauch/FPS Werte etc, dass die 290X Karten ohne Übertaktung laufen)
        Also dann mal viel Spaß mit dem Video, ich hoffe es beantwortet die ein oder andere Frage AMD R9 290X 4-Way Crossfire Benchmarks - Because You Asked For It - YouTube

        Edit: Eine Sache bleibt aber zu hinterfragen und zwar ob die Karten ihren max Takt gehalten haben, ich hoffe schon, sonst wäre der Test für die Katz
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: AMD Radeon R9 290X im Test: Der langersehnte Titan-Killer für 479 Euro?

        Ich werf Opera 12 in den Ring - und freu mich auf eine gekürzte Fassung
      • Von Skysnake Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD Radeon R9 290X im Test: Der langersehnte Titan-Killer für 479 Euro?

        Ich hab aber etwas gegen den Google-Browser....

        FF ist normal auch SEHR stabil bei mir. Ist wohl eher so, das ich mal meine OC-Einstellungen mal wieder nachschauen muss.
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