Radeon AI Pro R9700 Test: Speicher-Extremtests & Fazit
Wir fahren die großen Geschütze auf - was bringen 32 GiByte wirklich? Nach den Extrem-Benchmarks ziehen wir ein Fazit zur Radeon AI Pro R9700.
In diesem Artikel
Bis hierhin ließen die Vorteile des verdoppelten Speichers zu wünschen übrig, daher ziehen wir nun die Daumenschrauben an. Butter bei die Fische: Lassen sich 32 GiByte VRAM beim Spielen sinnvoll nutzen, oder ist Navi 48 zu schwach dafür? Das haben wir anhand der fünf speicherhungrigsten Spiele unserer Zeit geprüft: Dragon Age: The Veilguard, Flight Simulator 2024, Indiana Jones und der Große Kreis, Spider-Man 2 und Star Wars Outlaws.
32 vs. 16 GiByte: Einstellungen
Halten wir fest: Beim Rasterizing tat sich bis inklusive Ultra HD nichts an den Frametimes, wenn man den Speicher von 16 auf 32 GiByte vergrößert, beim Ray- und Pathtracing stellten sich erste Unterschiede ein. In den folgenden Tests kombinieren wir das Wissen um den Speicherhunger der Spiele mit gezielt "gemeinen" Einstellungen. Die Kombination aus hohen Zielauflösungen (4K nativ sowie 5K und 8K via VSR) mit Frame Generation (nach Möglichkeit) spielt Grafikkarten mit üppigem Speicher in die Karten und stellt Modelle mit kleinem Speicher vor Herausforderungen. Das Ziel lautete, Unterschiede herauszuarbeiten, die Nutzbarkeit des Speichers beim Spielen ergo zweifelsfrei zu beweisen.
Quelle: PCGH
Star Wars Outlaws ist mit Pathtracing ganz vorn dabei, wenn es um Speicherbefüllung geht.
Die Spezial-Messreihe bildet zwecks klarer Visualisierung Frametimes ab und wird von zwei Grafikkarten absolviert: der Radeon AI Pro R9700 (32 GiByte) und einer Radeon RX 9070 XT (16 GiByte). Beide Grafikkarten sind übertaktet und weisen die gleichen Durchsatzraten bei GPU und RAM auf. In jedem Fall stehen rund 3 GHz Kerntakt und 22 Gigatransfers/s Speicherleistung bereit. Kommen wir ohne weitere Umschweife zu den extremen Ergebnissen der extremen Benchmarks:
Wie Sie sehen, mussten wir großen Aufwand betreiben, um die 16-GiByte-Grafikkarte an respektive über ihre Grenzen zu bringen. Das ist eine gute Nachricht, denn obwohl die Extremtests sehr deutliche Vorteile für die 32-GiByte-Radeon zeigen, müssen wir die konstruierte Natur der Tests erneut betonen. In üblichen Einstellungen bis inklusive Ultra HD werden 16 GiByte sicher noch einige Jahre genügen. Spieler, die hohe Auflösungen, Grafikmods sowie Raytracing lieben und außerdem Frame Generation nicht abgeneigt sind, ziehen jedoch schon heute klare Vorteile aus einer größeren Kapazität.
Radeon AI Pro R9700: PCGH-Fazit
Stellen Sie sich vor, die ultimative Radeon erscheint und kein Spieler bekommt es mit - weil "AI" und "Pro" im Namen der Grafikkarte stehen, aber niemand auch nur ein einziges Wort über Gaming verliert. Wir haben den Reviewer's Guide durchsucht, AMD erwähnt die Gaming-Fertigkeit der Radeon AI Pro R9700 tatsächlich mit keiner Silbe. Das ist eine klare Stellungnahme zur Marktpositionierung, die R9700 soll in erster Linie Entwickler und Kreativschaffende adressieren, welche mit großen Datenmengen hantieren - darunter die Arbeit mit großen Videodateien und lokalen KI-Modellen. 32 GiByte bringen im Umgang mit Deepseek und anderen, nicht via Quantisierung reduzierten Large Language Models (LLMs) riesige Geschwindigkeitsvorteile gegenüber handelsüblichen 16-GiByte-Grafikkarten. Daran besteht kein Zweifel. AMD bewirbt nicht nur das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Nvidias RTX-Pro-Modellen, sondern auch die Skalierbarkeit. Wer vier Radeon AI Pro R9700 koppelt, erhält eine verhältnismäßig günstige KI-Workstation mit 128 GiByte Speicher.
AMD Radeon AI Pro R9700: Impressionen aus dem Test
Trotz "AI" und "Pro" ist die R9700 viel "RX": Die Grafikkarte lässt sich wie eine ganz normale Radeon mit dem Gaming-Treiber nutzen und verhält sich dann wie eine mit 32 GiByte bestückte Radeon RX 9070 XT. In den allermeisten Benchmarks kommt es, wie es angesichts der konservativen Spezifikation kommen musste: Die R9700 taktet stets geringer als die 9070 XT, da Letztere halb so viel Speicher versorgen muss und auf etwas mehr Energie sowie Kühlleistung zurückgreifen kann. Der Unterschied zwischen 2 und 3 Prozent ist nicht weltbewegend, wirkt jedoch angesichts des enormen Preisunterschieds kurios. Für eine Radeon AI Pro R9700 werden derzeit mindestens 1.300 Euro fällig, während eine Radeon RX 9070 XT schon ab 610 Euro den Besitzer wechselt - das Preis-Leistungs-Verhältnis der 9070 XT ist folglich mehr als doppelt so gut. Hier zeigt sich erneut, dass die AI Pro R9700 zwar als Gaming-Karte verwendet werden kann, sich aber an Prosumer und Geschäftskunden richtet, welche im Falle eines Defekts auf schnellen Support angewiesen sind.
Und trotz der professionellen Zielgruppe kann die R9700 wie eine Radeon RX übertaktet und optimiert werden, wie die "Radeon RX 9070 XTX" in unseren Benchmarks demonstriert. Dass AMD eine derartige Grafikkarte für Gamer nachschiebt, halten wir für sehr unwahrscheinlich. Der reine Materialwert, die erhöhten Kosten durch den verdoppelten Grafikspeicher und aufseiten der Platine wären vermutlich mit einem Preisschild von 799 Euro gedeckt - allerdings würde eine solche Grafikkarte die AI Pro R9700 kannibalisieren. Radeon-Nutzer auf der Suche nach möglichst hoher Leistung greifen daher hier zu und sehen sich nach Wasserkühlern sowie Firmware-Mods um. Mit 400 Watt und potenter Kühlung wird womöglich doch noch ein "RTX-5080-Killer" aus der Grafikkarte - und damit eine Alternative zur Geforce RTX 5080 Super (24 GiByte), welche sich gerüchteweise auf das 3. Quartal 2026 verschiebt.
Was halten Sie von der Radeon AI Pro R9700? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
Ich meine, 4k zu 8k ist eine enorme Mehrleistung nötig, aber der optische Zugewinn ist nicht ansatzweise so hoch wie, der steigende Leistungsbedarf. Oder denke an RT/PT, oder die EInführung von Tessellation, oder Umgebungsverdeckung.
Der Unterschied (optisch) von 16 zu 8GB ist vielfach größer, als der Sprung von 16 auf 24GB.
Von mir aus kann es gerne so schnell wie möglich Karten mit 48GB und mehr geben, wenn den die Spiele ernsthaft etwas damit anfangen.
Aber mit einem gut gewählten Einstellungsmix kann ich aktuell mit 12GB schon noch verdammt gut auskommen, wenn ich wollte.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
MfG
Raff
Ich vermute auch, dass die Hersteller daran arbeiten, sei es durch KI Algorithmen, den Arbeitsspeicherbedarf genügsamer zu machen.
Wenn VRAM so teuer und knapp wird, dann geht die Entwicklung im Softwarebereich sicherlich etwas steiler voran..
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
MfG
Raff
Benchmarks von LLM und Stable Diffusion wird man daher sicherlich in nächster Zeit dort finden.
Außerdem ist die Karte gar nicht mehr bei PCGH, weitere Tests sind daher nicht möglich - wie Raff direkt über deinem Beitrag geschrieben hatte.