Lego Horizon Adventures im Technik-Test: Humorvoll, technisch edel und mit Unreal Engine 5
Horizon Zero Dawn Remastered ist Ihnen zu ernst? Sie suchen ein Spiel, um mit Ihrem Nachwuchs zusammen Abenteuer zu erleben? Lego Horizon Adventures erfüllt all diese Wünsche. Welche Hardware dem knuffigen UE5-Hüpfer gerecht wird, klären wir im Techtest.
In diesem Artikel
Was für ein Jahresendspurt! Zuerst Call of Duty: Black Ops 6, Dragon Age: The Veilguard, Red Dead Redemption, Empire of the Ants, Planet Coaster 2, der Landwirtschafts-Simulator 25 und nächste Woche Stalker 2 sowie der Flight Simulator 2024: Wir können uns vor hochkarätigem Spielenachschub nicht retten. Die meisten Titel richten sich an eine erwachsene Zielgruppe - aber nicht alle! Mit Lego Horizon Adventures erscheint am 14. November ein fantastisches Abenteuer für ein junges Publikum, alle Junggebliebenen und Freunde gepflegter Couch-Koop-Sessions. PCGH hat sich Lego Horizon Adventures am PC angesehen und ist seinem quietschbunten Charme erlegen. Wie immer liegt unser Fokus jedoch auf der Technik des Spiels. Falls Sie mehr zum Inhalt und Gameplay erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den Test unserer Kollegen von der PC Games - auch in Video-Form:
Lego Horizon Adventures: Übersicht
Was Horizon Zero Dawn Remastered für Erwachsene ist, das ist Lego Horizon Adventures für alle Spieler, die den kindgerechten Klötzchenwelten etwas abgewinnen können. Das ist keineswegs despektierlich gemeint, die Lego-Spiele und -Filme verzücken ein bunt gemischtes Publikum aller Altersklassen. Im neuesten Lego-Spiel werden Aloys Abenteuer ganz neu interpretiert und außerdem mit einem Zwei-Spieler-Modus erweitert, wie man das von den Lego-Titeln seit jeher kennt und schätzt. Gegenüber Horizon Zero Dawn und dessen Remaster ist im Grunde alles neu, sofern man von den englischen Synchronsprechern absieht. Die Spielwelt und ihre Bewohner bestehen vollständig aus digital nachgebildeten Lego-Elementen, mit entsprechenden, an Stop-Motion-Filme erinnernden Animationen.
Alles wirkt wie aus einem Guss, was auch an der edlen Technik liegt. Zwar kooperiert der Horizon-Entwickler Guerrilla Games mit dem Studio Gobo, anstelle der hauseigenen Decima-Engine kommt hier jedoch die Unreal Engine 5.3.2.0 zum Einsatz. Diese sorgt nicht nur für eine verblüffende Materialdarstellung, sondern auch für akkurate Beleuchtung. Der Kunststoff wirkt absolut realitätsnah, nicht zuletzt, weil die Entwickler kleine Imperfektionen eingraviert haben - diese Gebrauchsspuren sind seit jeher ein Markenzeichen der digitalen Lego-Adaptionen. Der beherzte Einsatz von Kameraeffekten wie Tiefenschärfe sorgt zusammen mit den perfekt inszenierten Animationen für einen wahren Augenschmaus, die fröhlichen Sounds und tolle deutsche Synchronisierung verstärken den bunten Spaß.
Doch Vorsicht: Der Detailreichtum und nicht zuletzt das sehenswerte Software-Raytracing der Unreal Engine 5 - Lumen - erfordern ein gerütteltes Maß an Grafikkartenleistung. Sehen wir uns zunächst die offiziellen Systemanforderungen und -empfehlungen für Lego Horizon Adventures an:
| Mindestanforderungen: | Empfohlen: |
|---|---|
| 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem | 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem |
| Betriebssystem: Windows 10 | Betriebssystem: Windows 10/11 |
| Prozessor: Intel Core i5-8400 / AMD Ryzen 5 2600 | Prozessor: Intel Core i5-10600K / AMD Ryzen 5 3600 |
| Arbeitsspeicher: 16 GiB RAM | Arbeitsspeicher: 16 GiB RAM |
| Grafik: Geforce GTX 1650 / AMD Radeon RX 580 | Grafik: Geforce RTX 3070 / AMD Radeon RX 6800 |
| Speicherplatz: 30 GB verfügbarer Speicherplatz | Speicherplatz: 30 GB verfügbarer Speicherplatz |
Ohne die Benchmarks der nächsten Seite vorwegzunehmen, können wir die Empfehlungen unterschreiben. Das Spiel lässt sich mithilfe von Grafik-Presets sowie einer Handvoll einzelner Effekt-Optionen an die Leistung der eigenen Grafikkarte anpassen. Der wichtigste Hebel ist jedoch Upsampling - und hier patzt Lego Horizon Adventures bedauerlicherweise: AMDs FSR und Intels XeSS fehlen, obwohl deren Hersteller längst komfortable Plug-ins für die Unreal Engine 5 bereitgestellt haben. Neben Nvidias DLSS und DLAA (inklusive Frame Generation) steht Epics Temporal Super Resolution (TSR) zur Verfügung. Dieses ist seit der ersten Version sichtbar gereift und liefert kaum Anlass für Kritik. Mehr Vielfalt und eine Frame-Generierung auch für Nicht-Geforce-GPUs sollten Ende 2024 jedoch geboten werden. Apropos: Unterstützung für (Super-)Ultrabreitbildformate fehlt Lego Horizon Adventures ebenfalls.
Wie bei vorhergehenden Spielen auf Basis der Unreal Engine 5 steht die Frage im Raum, ob man mit älteren Grafikkarten das volle Effektspektrum zu Gesicht bekommt, immerhin basiert das Beleuchtungssystem Lumen auf Raytracing. Stimmt, allerdings standardmäßig auf "Software"-Basis, sprich, die Berechnungen werden stark vereinfacht und über die regulären FP32-Einheiten berechnet. Wie unter anderem bei Robocop: Rogue City haben wir mittels Screenshots überprüft, ob Nicht-Raytracing-GPUs wie eine Geforce GTX 1080 (Ti) oder Radeon RX 5700 (XT) das gleiche Bild wie Raytracing-taugliche GPUs darstellen:
Machen wir's kurz: Sie tun es. Nachdem dieses Detail geklärt wurde, leiten wir zum Thema der nächsten Seite über: den GPU-Benchmarks. Wie läuft Lego Horizon Adventures auf älteren und brandneuen Grafikkarten, was kann man gegen Ruckeln tun und wie steht es um den Speicherbedarf? Das erfahren Sie nach nur einem Klick.

Beide Spieler auf einem "Bild" ohne Split...
Da Co-Op Spiele doch rarer sind, ists vielleicht doch mal einen Blick für mich/uns wert. Nur nicht für 70 Eier.
MfG
Raff
MfG
Raff