180 Grafikkarten im Test: Bioshock Infinite
In diesem Artikel
Bioshock Infinite
Bioshock Infinite ist der dritte und bislang letzte Teil der famosen Rollenspiel-Shooter-Reihe von Irrational Games. Statt in die Tiefen des Meeres entführt uns der 2013 erschienene Titel in luftige Höhen. Bioshock Infinite basiert auf einer modifizierten Unreal Engine 3 und war vor zwölf Jahren sehr hübsch und anspruchsvoll. Wird das Spiel im (damals fortschrittlichen) DirectX-11-Modus gestartet, bietet es grafische Aufwertungen in Gestalt von Contact Hardening Shadows, einer mittels Direct Compute berechneten Umgebungsverdeckung namens HDAO (High Definition Ambient Occlusion) sowie einer alternativen, diffusen Tiefenschärfe. Weniger gut fällt die Kantenglättung aus, hier bietet Bioshock Infinite lediglich den Postfilter FXAA. Die Physik basiert auf Nvidias PhysX-Bibliothek und wird für die Darstellung von festen Körpern inklusive der Ragdolls eingesetzt, Apex Cloth für Kleidung. Weitere physikalische Berechnungen laufen via Bullet ab, einer Open-Source-Lösung, welche von AMD unterstützt wurde. Bloom, Lens Flares, Hitzeflimmern, Motion Blur sowie God Rays runden das seinerzeit pralle Paket ab.
Bioshock Infinite skizziert in diesem Artikel abweichende Ergebnisse. Wie erwähnt, waren die Effekte im Jahr 2013 hübsch, anspruchsvoll und ideal, um damalige Compute-Monster wie Radeon R9 290X und Geforce GTX Titan zu fordern. Dabei läuft das Spiel auch auf älteren Chips anständig, sofern ausreichend Grafikspeicher geboten wird. Damit, so dachten wir bei den Evaluierungsmessungen vor vier Jahren, lassen sich Jung und Alt optimal vergleichen. Doch die Skalierung nimmt bei modernen GPUs rapide ab: Ein hartnäckiges CPU-Limit fungiert als Spielverderber, denn ordentliches Multi-Threading bietet die Unreal Engine 3 noch nicht (böse Zungen behaupten: selbst die UE5 nicht). AMD-GPUs rennen deutlich früher gegen die Mauer als Nvidia-Chips. Interessant ist dabei der Sprung, welchen das neue Testsystem gegenüber dem vorherigen erreicht: Anstelle von 310 Fps presst die handoptimierte Infrastruktur stolze 490 Fps aus der schnellsten Geforce, während es bei Radeons von 250 auf knapp 400 Fps geht. Plus 60 Prozent ist enorm, doch die auszulastenden GPUs sind prozentual noch schneller geworden.
Fangen wir unten an, bei der ersten DX11-Grafikkarte. Die Radeon HD 5870 erreicht 42,5 Fps, während die etwas neuere Konkurrenz namens Geforce GTX 480 knapp die 50-Fps-Hürde nimmt. GCN 1.0 alias Radeon HD 7970 steigert die Leistung gegenüber der HD 5870 um mehr als Faktor 2. Damit ist die Spitzen-GPU von Anfang 2012 sogar noch etwas schneller als die kleinste Intel-Grafikkarte im Testfeld, die Arc A380. Apropos: In der 2022er-Version dieses Artikels war Intel noch der Newcomer - nun ist es der chinesische Hersteller Moore Threads in Gestalt der MTT S80. Bedauerlicherweise stürzt Bioshock "3" hiermit ständig ab.
