180 Grafikkarten im Test: Tomb Raider (2013)
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Tomb Raider (2013)
Tomb Raider? War das nicht dieses 3dfx-Voodoo-Spiel von 1996? Ja und nein. 2013 wurde die Serie als Dreiteiler neu gestartet und 2018 vollendet. Der Reboot startete direkt mit einer Kontroverse durch das Grafik-Feature "TressFX". Die Entwickler nutzen Direct Compute für die Echtzeit-Physiksimulation von Miss Crofts Frisur: Jede der unzähligen Haarsträhnen wird als eine Kette mit Dutzenden Verbindungen behandelt, sodass Einflüsse wie Schwerkraft, Wind oder Kopfbewegungen realistische Auswirkungen darauf haben. Natürlich kostet all das Rechenleistung und da es sich um Compute handelt, wird der Grafikchip besonders gefordert. Spätestens in Kombination mit dem optionalen Supersample-AA und möglicherweise einer Prise Post-Sharpening macht Tomb Raider (2013) selbst heute eine gute Figur.
Tomb Raider (2013)
Für diesen Vergleich beschränken wir uns auf FXAA und leicht reduzierte Details, um auch mit den ersten DX11-Grafikkarten halbwegs präzise durch den Benchmark navigieren zu können. Bei unserer originalen Testszene am Rande einer Klippe zu Beginn des Spiels muss sich Lara auf einem schmalen Grat direkt an einem Abgrund entlangtasten, um sich schließlich an einer Felswand emporzuziehen. Natürlich sind während der gesamten Zeit die Haare sichtbar und damit TressFX aktiv. Doch im Gegensatz zum integrierten Benchmark, aus dem das Bild im Artikel stammt, wird das Feature nicht so aufdringlich in den Fokus gerückt.
Tomb Raider skaliert trotz des ähnlichen Alters besser mit Grafikleistung als Bioshock Infinite und ist für die älteren Chips außerdem deutlich anspruchsvoller. So erreicht die erste DirectX-11-Grafikkarte - das ist immer noch die Radeon HD 5870 - hier knapp 33 Fps, während sie in Bioshock "3" die 40-Fps-Marke locker überschreitet. Interessanterweise erreicht Nvidias erstes DX11-Modell - richtig, die Geforce GTX 480 - hier den gleichen prozentualen Vorsprung von 18 Prozent. Der erste Graphics Core Next in Gestalt der Radeon HD 7970 kann sich unterdessen weniger gut absetzen als in Bioshock Infinite, sie erreicht hier um 94 Prozent höhere Bildraten als die venerable HD 5870.
Der Mangel an roter Farbe in den Top 15 liegt diesmal nicht an einem CPU-Limit, sondern schlicht und ergreifend daran, dass AMD seit 2022 keine High-End-Grafikkarte mehr veröffentlicht hat. Die Radeon RX 7900 XTX weist deutlich mehr Rohleistung auf als die neuere RX 9070 XT, was hier ungeachtet der Architektur-Unterschiede durchschlägt. Die kommende Radeon-Generation, welcher man derzeit 96 Compute Units zuschreibt, wird sicherlich in den Top 5 mitmischen. Welche Grafikkarte wohl als Erste die 1.000-Fps-Marke durchbrechen kann? Ein Blackwell-Refresh ("RTX 5090 Ti"?) wird knapp daran scheitern. Das Testsystem hätte noch Reserven für die erste 150-TFLOPS-Grafikkarte ...
