Radeon vs. Geforce: AMD soll die stabileren Treiber haben
Das Unternehmen QA Consultants hat sich die Stabilität von AMDs und Nvidias Grafikkartentreibern angesehen. Die Tester kamen zum Ergebnis, dass AMDs Radeon (Pro) Software stabiler sei als Nvidias Geforce- und Quadro-Treiber. Es muss allerdings berücksichtigt werden, dass lediglich die 2D-Stabilität auf dem Prüfstand stand und AMD den Vergleich initiiert, das heißt bezahlt hat.
Grafikkartentreiber sind ein Thema, das Hardware-Communitys regelmäßig spaltet. Sowohl AMD als auch Nvidia haben sich in der Vergangenheit schon grobe Schnitzer erlaubt, was die Stabilität und Fehler angeht. Absolut einwandfrei läuft keine der Softwares, wie die Patchnotes der regelmäßig veröffentlichten Treiber zeigen: Die Chiphersteller vermerken darin immer auch behobene sowie bekannte Fehler - Letztere sind meistens so spezifisch, dass sie nur bestimmte Nutzergruppen betreffen. Seit Ende 2014 hat AMD eine Offensive gestartet, um den Radeon-Treiber mehr Funktionen und eine moderne Oberfläche zu verschaffen. Daraus resultierte zunächst der Catalyst Omega, später die Radeon Software Crimson, Crimson Relive und schließlich Adrenalin.
Mit einem unabhängigen Test möchte AMD das Bild der eigenen Treiber weiter verbessern - soweit unabhängig, wie ein Unternehmen agieren kann, das für die Arbeiten beauftragt (und bezahlt) wurde. Eine Aufschlüsselung des Testverfahrens von QA Consultants (PDF) erscheint auf den ersten Blick fair: Getestet worden seien jeweils drei Endkunden- sowie Profi-Grafikkarten von AMD und Nvidia: Die Radeon RX Vega 64, RX 580/8G und RX 560 (Speicherkonfiguration nicht genannt) mit dem zuletzt WHQL-zertifizierten Treiber Radeon Software Adrenalin 18.5.1 und die Radeon Pro WX 9100, WX 7100 sowie WX 3100 mit der Radeon Pro Software Enterprise 18.Q2. Bei Nvidia seien die Geforce GTX 1080 Ti, GTX 1060/6G und die GTX 1050/2G mit dem Geforce-Treiber 397.64 sowie die Quadro-Modelle P5000, P4000 und P600 mit dem Quadro 391.58 zum Einsatz gekommen.
Alle 12 Grafikkarten seien parallel mit dem "Crash"-Test aus Microsofts Windows Hardware Lab Kit (Windows HLK) für 288 Stunden (12 Tage) getestet worden. Die Rendmonder ziehen das Framework zum Beispiel für die WHQL-Zertifizierung heran. Der Test erzeugt keine 100-prozentige GPU-Last, soll aber zum Beispiel durch ein automatisches Verschieben von Fenstern Aufhänger oder gar Abstürze provozieren - er sagte demzufolge nichts über die Spielestabilität aus. Als Unterbauten dienten gleiche Systeme mit identischen BIOS-Konfigurationen. Als Plattform soll Intels Coffee Lake-S im 12er-Pack mit einem Core i5-8400 auf einem MSI Z370-A, 16 GiByte Adata-RAM und eine Samsung SSD 860 Evo 250 GB herangezogen worden sein. Als Betriebssystem habe Windows 10 mit dem April-Update (1809) gedient. Um die Statistik nicht durch systemspezifische Fehler zu verfälschen, seien die AMD- und Nvidia-Grafikkarten zur Testhalbzeit miteinander getauscht worden.
Das Fazit: Der vierstündige Crash-Test sei 432 Mal wiederholt worden. Summiert hätten sich die Radeon-(Pro-)Treiber insgesamt 31 Mal aufgehängt oder seien abgestürzt. Bei Nvidia sei das 76 Mal geschehen. AMD habe das Testprozedere dementsprechend zu 92,8 Prozent erfolgreich absolviert, Nvidia 82,4 Prozent. Interessant: Die Geforce GTX 1080 Ti soll bei Nvidia am stabilsten gelaufen sein. An dieser Stelle noch einmal zur Erinnerung: Das Prozedere hat nur den Anspruch, die Stabilität unter typischen 2D-Anwendungen zu testen und nicht jene unter 3D-Spielen.

Es kommt dann zu zwei möglichen Szenarien:
a) Nvidia schneidet besser ab, dann wird die Studie in eine Schublade gepackt, nie wieder hervorgeholt und intern analysiert, wie man mit dem schlechten Ergebnis umgeht.
b) AMD schneidet besser ab, dann wird die Studie - wie vorliegend - veröffentlicht.
Was garantiert nicht passiert:
c) AMD fälscht eine so einfach von jedem Laien nachzustellende Studie, veröfffentlicht sie und setzt sich und das testende Unternehmen eines hohen Imageschadenrisikos aus.
Ich verstehe nicht, wie man ernsthaft annehmen kann, dass wir es hier mit c) zu tun haben. Denkt doch mal weiter als von mittags bis 12!
Ich hab gerade extra nochmal nachgeschaut in den Treibernews hier auf PCGH. Da wird sonst bei whql zertifizierten Treibern auch nie beanstandet dass es sich um ein Marketinginstrument seitens AMD handeln würde. Dieser Test hier nutzt ja genau das gleiche Prozedere wie Microsoft, also müssten alle die dieses Ergebnis hier für von AMD gekauft halten ja auch diesen Vorwurf bei Nvidia whql Treibern bringen. Tun sie aber nicht. Diese News hier ist mMn absolut unter aller Sau. Wenn Audi, Mercedes, was weiß ich jetzt eine Befragung durchführt um herauszufinden welche Ausstattung den Kunden bei Neuwagen wichtig wäre und es kommt ein Ergebnis raus dass sich mit ihren bisherigen Vorstellungen deckt, dann ist das Ergebnis doch deshalb nicht gleich falsch/gekauft.
Man schaue doch nur mal auf die regelmäßigen Umfragen hier zu GPUs. Bei PCGH gibt es hauptsächlich High End Karten und CPUs, Steam und Co. behaupten aber etwas anderes. Ist der Redaktion von PCGH deshalb ein Vorwurf zu machen, oder das Ergebnis gar nichts wert?
Vielleicht liegt es auch nur daran dass man die richtige Zielgruppe befragt hat.
Statt AMD einen Vorwurf zu machen, sollte man lieber schätzen dass sie den Test nicht selbst gemacht, sondern ein Institut damit beauftragt haben. Hätten sie das Fraunhofer Institut damit beauftragt, wäre denen eurer Meinung nach nicht mehr zu trauen, richtig?
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Einst gab es eine Zeit da war es umgekehrt, die ist schon laaange vorbei. Hält sich echt hardnäckig!
Ps:
wenn Ihr NVidia wärt mit der augenblicklichen Sachlage , würdet Ihr das gleiche machen lassen wie AMD und das auch noch veröffentlichen???
....besser nicht.
Und rächt sich etwa gerade bei der 1060 das üblicherweise billig nvidia PCB im vergleich zu AMD ?