AMD Radeon Anti-Lag für Linux: Valve macht's möglich
Daniel Schürmann von Valve hat eine neue Umsetzung von AMDs Anti-Lag für RADV, den Grafiktreiber unter Linux, eingereicht. Diese soll die Eingabelatenz senken und kommt Spielern mit Radeon-GPU, dem Steam Deck und der Steam Machine zugute.
Valve hat seine Arbeiten am offenen Linux-Grafikstack einmal mehr ausgeweitet. Im Mesa-Projekt liegt ein frischer Merge-Request, welcher AMDs Latenzverbesserer fest in den Vulkan-Grafiktreiber für Radeon ("RADV") holt, statt ihn wie bisher nur über eine separate Vulkan-Schicht bereitzustellen. Die Richtung passt zur SteamOS 3.8.7 Beta und zum nahenden Release der neuen Steam Machine, für welche der hauseigene Software-Unterbau weiter Stück für Stück reift und fortlaufend optimiert wird.
Valve verankert AMD Radeon Anti-Lag im RADV-Grafiktreiber
Die neue Umsetzung ersetzt die bisherige Vulkan-Schicht MESA_LYER_ANTI_LAG vollständig und zerlegt sie in zwei Teile: ein wiederverwendbares Grundgerüst und eine schlanke Treiberanbindung. Das Grundgerüst legt beim Start eigene QueryPools und CommandBuffers an, um die nötigen Zeitstempel zu nehmen, und klinkt sich entsprechend in die Vulkan-Aufrufe QueueSubmit2 und QueuePresentKHR ein.
Quelle: GitLab
AMD Radeon Anti-Lag wird jetzt direkt in den RADV-Grafiktreiber von Mesa 3D implementiert.
Der Treiber zieht die Timing-Daten pro Bild anschließend über eine Callback-Funktion ab. Verantwortlich zeichnet Daniel Schürmann aus Valves Linux-Treiberteam, welcher den Code Anfang Juni in Mesa 3D zur Aufnahme eingereicht hat. Daniel Schürmann merkt zudem an, dass sich auf demselben Unterbau mit geringem Aufwand auch Nvidias Gegenstück VK_NV_low_latency_2, die Basis für Reflex, umsetzen ließe.
Warum AMD Radeon Anti-Lag für die Steam Machine zählt
Eine besonders niedrige Eingabelatenz ist für Valves Konsolen-Ambitionen mit der neuen Steam Machine ein Verkaufsargument: Das System soll sich nämlich wie eine Spielkonsole anfühlen, nicht wie ein träger Wohnzimmer-PC. Radeon Anti-Lag stimmt das Tempo von Prozessor und Grafikeinheit aufeinander ab und verhindert, dass sich Arbeit auf dem Prozessor aufstaut, was die Reaktionszeit von der Eingabe bis zur Bildausgabe unter Umständen deutlich verkürzen kann.
Quelle: GitLab
Die Implementierung in den Vulkan-Grafiktreiber könnte auch für Nvidia Reflex genutzt werden.
Unter Linux reicht der Nutzen über die Steam Machine hinaus: Auch das Steam Deck, Handheld-PCs wie ROG Ally oder Legion Go im SteamOS-Betrieb sowie klassische Gaming-PCs mit Radeon-Grafikkarte und Gaming-Distributionen wie CachyOS profitieren von einer treibernahen Integration von AMD Radeon Anti-Lag.
Auf die Arbeit hingewiesen hatte unter anderem Chris Mizo via X, welcher die Tragweite für SteamOS, Steam Deck und künftige Steam-Hardware betont. Bis der Code in einem Mesa-Release und damit in SteamOS landet, sind allerdings noch Review und Merge nötig. Es geht aber einmal mehr in die richtige Richtung.
Mehr zum Thema Latenzverbesserungen unter realen Bedingungen liefert der große PCGH-Vergleich von AMDs Anti-Lag 2 gegen Nvidias Reflex in Counter-Strike 2.
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Quelle: Mesa / RADV via GitLab via Chris Mizo
