Crysis Remastered Trilogy: GPU-Benches (Raytracing und Rasterisierung)
Auf dieser Seite des Technik-Tests geht es ans Eingemachte: Wie läuft die Crysis-Pracht auf populären Grafikkarten? Wir schauen auf Raytracing und Rasterizing.
In diesem Artikel
- Seite 1 Crysis: Einleitung zur Technik
- Seite 2 Crysis Remastered Trilogy: Technikdetails
- Seite 3 Crysis Remastered Trilogy: Raytracing, DLSS vs. TAA
- Seite 4 Crysis Remastered Trilogy: GPU-Benches (Raytracing und Rasterisierung)
- Seite 5 Crysis Remastered Trilogy: CPU-Benches, DLSS & Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
Crysis Remastered Trilogy im Test: GPU-Benchmarks
Wie bei jedem PCGH-Techniktest haben wir das zu prüfende Spiel vor den Benchmarks ausführlich gespielt - so auch bei der Crysis Remastered Trilogy. Alle Messungen werden mithilfe einer neuen Version von CapFrameX durchgeführt, die Messdauer pro Durchlauf beträgt ausnahmslos 20 Sekunden; Resizable BAR (rBAR) respektive Smart Access Memory (SAM) sind bei den PCGH-Benchmarks sei April standardmäßig aktiv. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie in den folgenden Benchmarks auswählen können.
Da Crysis 2 Remastered (C2R) und Crysis 3 Remastered (C3R) technisch sehr interessant sind und viele Möglichkeiten bieten, ist der Testaufwand gigantisch. Um alle Möglichkeiten abzuklopfen, müssen wir faktisch vier unterschiedliche Spiele testen: C2R mit und ohne Raytracing sowie C3R mit und ohne Raytracing - plus Bonustests, welche Leistungsgewinne mithilfe des Geforce-RTX-klusiven Upsamplings DLSS möglich sind. Gesagt, getan. Die Menge an Daten übersteigt übliche Techniktests von PC-Spielen deutlich - machen Sie sich daher auf viele Balken und Erkenntnisse gefasst!
Alle Benchmarks wurden mit dem frischen Patch-Stand ermittelt, welcher bereits den Performance-Fix für Radeon-Grafikkarten enthält.
Crysis 2 Remastered
Wie eingangs erwähnt, ist Crysis 2 Remastered das Sahnestück der aufgemöbelten Trilogie, hier floss die meiste Arbeit hinein und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Spiel wertet zahlreiche Oberflächen mithilfe von Raytracing auf, in manchen Levels sogar fast das ganze Bild - beispielsweise auf dem nächtlichen, verregneten Times Square. Wir haben dieses Level als Testsequenz auserkoren, um den Die Hardware heizt, als gäbe es kein Morgen mehr.
teilnehmenden Grafikkarten beim Raytracing das Äußerste abzuverlangen. Die Kosten für die RT-Aufwertung sind zweifellos überdurchschnittlich und ganz nebenbei haben wir noch etwas erreicht: Crysis 2 Remastered eignet sich an der Testszene hervorragend, um die Kühlung einer Geforce-Grafikkarte zu testen. Die Hardware wird überdurchschnittlich gut ausgelastet und heizt, als gäbe es kein Morgen mehr. Vor allem die GDDR6X-befeuerten Ampere-Modelle werden hörbar lauter und boosten geringer als üblich - sogar hitzige Unreal-Engine-4-Titel wie Kena: Bridge of Spirits sind etwas harmloser. Ohne Raytracing ist die Heizleistung immer noch überdurchschnittlich, während sich AMD-Grafikkarten normal verhalten, aber offenbar auch nicht so gut ausgelastet werden.
Die Testszenen sehen Sie in den eingebetteten Videos. PCGH Benchmarks & Analysis ist unser Youtube-Seitenkanal, in dem wir künftig alle Benchmark-Szenen und so manche Randbetrachtung platzieren werden - klicken Sie doch mal rein! Nachbenchen ist, wie immer, ausdrücklich erwünscht. An den New Yorker Times Square kommen Sie ganz einfach, indem Sie in der spieleigenen Konsole zunächst con_restricted 0 eingeben, mittels Enter bestätigen und anschließend den Befehl map timessquare nachsetzen.
Beginnen wir mit den "normalen" Benchmarks, sprich: ohne Raytracing, aber ansonsten maximalen Spieldetails. Letzteres beinhaltet das auf 80° maximierte Field of View (FoV), um das Sichtfeld zu weiten und möglichst viel von der hübschen Grafik abzubilden.
Crysis 2 Remastered läuft trotz der sichtbaren Aufwertungen nicht wie ein 2021er-Spiel, sondern deutlich flüssiger. Dabei ist ein eindeutiges Geforce-Faible erkennbar, ansonsten vergleichbare Radeon-Modelle fallen im Vergleich ab. Insgesamt ist die Skalierung mit der Rechenleistung jedoch hervorragend und ein CPU-Limit nirgends in Sicht - nicht einmal in Full HD.
Crysis 3 Remastered
Bei Crysis 3 Remastered setzen wir auf den Wiedererkennungswert: Anstatt eine an die neuen Gegebenheiten angepasste Benchmarksequenz zu suchen, verwenden wir die gleiche Testszene wie beim originalen 2013er Crysis 3 namens "Fields" (alias "Welcome to the Jungle"). Die Szene spielt sich direkt nach der düsteren Einführungsmission ab und fährt alles auf, was Crysis 3 damals wie heute sehenswert macht. Es handelt sich um keinen Worstcase, ist aber nahe genug dran - und auch Prozessoren müssen schwer schuften. Mehr dazu auf der nächsten Artikelseite.
Um direkt zur Benchmarkstelle zu gelangen und mitzutesten, tippen Sie in der spieleigenen Konsole zunächst con_restricted 0 ein, gefolgt von map fields. Nun müssen Sie nur noch ins Freie laufen - ein Save-Punkt ist rechts beim Minenfeld.
Wir beginnen auch hier mit den "normalen" Benchmarks, sprich: ohne Raytracing, aber ansonsten maximalen Spieldetails. Letzteres beinhaltet das auf 80° maximierte Field of View (FoV), um das Sichtfeld zu weiten und möglichst viel von der hübschen Grafik abzubilden.
Zur Erinnerung: Alle Benchmarks wurden mit dem frischen Patch-Stand ermittelt, welcher bereits den Performance-Fix für Radeon-Grafikkarten enthält - auch wenn das beim Blick auf die Ergebnisse nicht immer so aussieht. Crysis 3 Remastered fordert Grafikkarten deutlich mehr ab als Crysis 2 Remastered und prüft außerdem das Threading-Verhalten des Grafiktreibers unter DirectX 11. Radeon-GPUs lassen hier deutlich Federn, die Perzentilwerte sind durchweg deutlich schlechter als bei Geforce-GPUs, die meisten Modelle erreichen aber flüssige bis sehr flüssige Bildraten.
Raytracing-Leistung
Werden die Raytracing-Effekte hinzugeschaltet, wird den GPUs wesentlich mehr abgefordert. Wie bereits erwähnt, gilt das wegen des Level-Designs und der bewusst strahlenhaltigen Benchmarkszene vor allem für Crysis 2 Remastered. Den hohen Kosten - vor allem auf Radeon-Grafikkarten - steht jedoch auch ein sehenswerter Nutzen gegenüber.
Ursächlich für die herbe Niederlage aller AMD-Grafikkarten ist die bereits erläuterte, einseitige Optimierung seitens Crytek: Wie schon bei Crysis 1 Remastered dürfen RTX-GPUs ihre Raytracing-Cores verwenden, während Radeon-Grafikkarten wie "Legacy"-Modelle behandelt werden. Mit anderen Worten: Egal ob RDNA 2, Pascal, Polaris oder gar Maxwell: Diese Grafikkarten dürfen zwar Raytracing darstellen, müssen dieses aber kreuzlangsam über die FP32-Shader-ALUs berechnen. Unsere Nachfrage bei Crytek, ob man tatsächlich immer noch NV_VK-Erweiterungen via Vulkan für das Raytracing verwende, blieb bisher unbeantwortet, doch wir gehen davon aus. Ein Wechsel auf die später verfügbar gewordenen, offiziellen Khronos-Extensions (KHR_VK_Raytracing) lag offenbar nicht mehr im Zeitbudget. Bis dahin bleiben RX-6000-Grafikkarten weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Immerhin laufen sie deutlich besser als die testweise mit aufgeführte Geforce GTX 1080 Ti.
Und wie sieht es bei Crysis 3 Remastered aus? Hier kommt grundsätzlich weniger Raytracing zum Einsatz, reflektierende Flächen sind deutlich seltener anzutreffen. Doch die Cryengine wertet nicht bloß Metall, Glas & Co. auf, sondern auch die Vegetation und weitere, mehr oder minder schwach reflektierende Objekte. So kommt es, dass Raytracing auch in den Außenbereichen von Crysis 3 Remastered heftig ins Kontor schlägt, wenngleich man davon auf den ersten Blick nicht viel sieht. Die Ergebnisse mit denselben Grafikkarten lauten wie folgt:
Wie Sie sehen, erreichen AMD-Grafikkarten hier deutlich bessere Ergebnisse als in Crysis 2 Remastered - aufgrund des "Liebesentzugs" seitens der Entwickler ist das Niveau aber noch weit unterdurchschnittlich im Vergleich mit aufwendig RDNA-2-optimiertem Raytracing à la Far Cry 6. So kommt es, dass die mächtige Radeon RX 6900 XT LC es gerade so mit der mehr als drei Jahre alten Geforce RTX 2080 Ti aufnehmen kann. Am unteren Ende der Skala kommt es hingegen zum kuriosen Fall, dass die steinalte Geforce GTX 1080 Ti an der Radeon RX 6600 XT vorbeizieht - in Crysis 2 Remastered ist die kleine RDNA-2-Karte um ein Drittel schneller.

.
Das gleiche Thema gab es schon bei bf5 mit DXR weil dafür braucht es DX12 aber damit hat man starke Einbußen.
Wenn mir ein Spiel gefällt, dann spiele ich es.
Nach deiner Einstellung hätte meine Frau Valhalla nie spielen dürfen. Während sie mit Begeisterung diesen AMD Titel mit der RTX 3070 gezockt hat, habe ich mit der RX 6800 nur mal einen Bench gemacht.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Jetzt erzähl bloß noch, daß das eine normale Performance ist und AMD da seine Finger nicht auch mit im Spiel hatte.
Edit.
Vor lauter hickhack habe ich doch glatt vergessen mich für den gewaltigen Test zu bedanken
Das gleiche Thema gab es schon bei bf5 mit DXR weil dafür braucht es DX12 aber damit hat man starke Einbußen.
AC Valhalla hat unbestreitbar ebenfalls eine untypische Performance (man könnte auch "kaputt" sagen), aber so ist es nun mal. Ende 2020 habe ich noch daran geglaubt, dass kommende Patches und Geforce-Treiber das begradigen werden, aber das ist offensichtlich nie geplant oder machbar gewesen.
Wir können da auch nichts machen - und das ist auch nicht unsere Aufgabe. Wir sind die Analysten, die Botschafter. Die Messwerte werden so aufwendig und sauber wie möglich ermittelt, abgebildet und erläutert. Das Feedback geht, sofern möglich, an die Entwickler. Alles jenseits davon liegt nicht in unseren Händen. Aber ich bin sicher, dass Crytek hier noch Pläne hat. Wir melden uns, sobald wir etwas hören.
MfG
Raff
Weiter kann man wohl noch sicherer sagen, dass das hier ein sehr umfangreicher und toller Test ist. Viele Vergleichbilder, viele verschiedene Gedankengänge betrachtet.
Sehr schön.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]