Crysis Remastered Trilogy: CPU-Benches, DLSS & Fazit
Auf der letzten Seite des Remaster-Technik-Tests beleuchten wir die CPU-Leistung und DLSS-Skalierung. Am Ende ziehen wir ein Fazit.
Auf dieser Seite
Crysis Remastered Trilogy im Test: CPU-Benchmarks
Zuerst ein Wort in eigener Sache: Die Remastered-Trilogy von Crysis setzte bis zum aktuellen Patch bei allen drei Teilen auf den Denuvo-Kopierschutz. Das ist vor allem für Hardware-Tester eine unnötige Gängelung: Jedes Mal, wenn wir eine neue CPU verbauen, denkt der Kopierschutz, dass wir einen anderen PC verwenden und verbraucht eine Aktivierung. Sind fünf davon durch, verhindert Denuvo für viele Stunden den Spielstart. Wir wissen, dass dies zum Schutz vor Raubkopien integriert wird, können aber nicht ausdrücken, wie nervig sich diese Sache für uns gestaltet. Entschuldigen Sie daher bitte die geringe Anzahl der Prozessoren in den Benchmarks (Grafikkarten dürfen hingegen nach Lust und Laune getauscht werden). Als Ausgleich liefern wir Ihnen umfangreiche Frametime-Analysen.
Quelle: PCGH
Danke, liebe Entwickler, dass ihr uns abermals mit Denuvo Steine in den Weg legt.
Wer erinnert sich nicht gerne an die Prozessor-Benchmarks von Crysis 3? Das Spiel zeigte für seine Zeit eine außerordentlich gute Kernskalierung. So heißt es beispielsweise im PCGH-Test damals: "Die Messungen zeigen deutlich, dass zwei Kerne völlig überfordert sind [...]". Was Ihnen heute nur noch ein Schmunzeln entlockt, war damals eine Neuheit. Es gab zwar längst Prozessoren mit vier oder mehr Kernen, diese waren aber sehr kostspielig und viele Gamer setzten noch auf einen Dual-Core-Prozessor, wahlweise mit SMT. Das sieht heute natürlich ganz anders aus. Sechs oder mehr CPU-Kerne sind seit Jahren günstig zu haben und die Kernskalierung hat in vielen Spielen deutlich zugelegt. Uns hat daher besonders interessiert, wie sich die Kernskalierung in Crysis 3 Remastered verbessert hat. Crysis 2 dagegen war aus CPU-Sicht niemals so anspruchsvoll und eher grafiklastig - tatsächlich ist das auch bei der Remastered-Variante noch so. Wir untersuchen beide Spiele sowohl mit als auch ohne maximaler Raytracing-Stufe und verwenden die gleichen Szenen, die auch bei den Grafikkarten-Benchmarks zum Einsatz kommen. Sie können diese leicht nachstellen, indem Sie sich per "map" Befehl in die beiden Levels begeben. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf unserem kleinen, aber feinen Benchmark-Kanal bei Youtube.
Die PCGH-Testmethodik für Prozessoren
Windows 11 ist gestartet, die ersten Updates sind installiert und Intel möchte mit Alder Lake alias Core i-12000 zum Ende des Jahres den CPU-Markt erobern. Was bedeutet das für die CPU-Benchmarks? Solange sich Alder Lake noch nicht offiziell zeigt, bieten wir Ihnen unsere Prozessor-Benchmarks in altbewährter Methode an, das heißt unter Windows 10 inklusive aller Updates. Wir verzichten nach wie vor auf TPM 2.0 und Secure Boot, damit die Werte vergleichbar bleiben. Wir üblich heizen wir den Prozessor vor den Benchmarks auf und konfigurieren ein TDP-Limit im UEFI. Das sorgt dafür, dass sich die CPU unter Last so verhält, wie es Intel und AMD vorsehen. Die Geschwindigkeit des verbauten Speichers wird ebenfalls auf die Herstellervorgabe forciert, die Menge mit 32 GiB (Dual Ranked) und die Timings (XMP) geben wir vor. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt. Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens dreimal wiederholt.
Crysis Remastered Trilogy im XXL-Technik-Test: Prozessor-Benchmarks
Wir dürfen zwar "dank" Denuvo nicht viele Prozessoren testen, aber die recht wenigen Daten offenbaren bereits sehr viele interessante Informationen. Wir können insbesondere Crysis 3 Remastered eine großartige Kernskalierung entlocken, selten ist ein Core i9-10900K so viel schneller als ein Ryzen 5 5600X, obgleich sich der Abstand mit Raytracing auf ein Minimum reduziert. Generell staucht Raytracing die Prozessoren zusammen, obwohl wir nachweislich außerhalb des GPU-Limits agieren. Aber ob mit oder ohne Raytracing, die allesamt dreistelligen Bildraten zeigen auf, dass Sie sich in der Remastered-Trilogy keine Gedanken um die Prozessor-Performance machen brauchen. Beim Blick auf den Bonus-Prozessor aus unserem GPU-Testsystem zeigt sich vor allem ein Zuwachs bei den Min-Fps - bei Crysis 2 Remastered auch bei den Durchschnittswerten, was wir dem drastisch beschleunigten Speicher zuschreiben.
Auch die installierte Grafikkarte hat einen Einfluss auf die CPU-Leistung. Das Stichwort lautet in diesem Kontext stets "Overhead" - Verwaltungsaufwand. Wir haben uns mit den jeweils schnellsten AMD- und Nvidia-Grafikkarten angesehen, welche Auswirkungen die treiberseitige Verwaltung hat. Als Bonus können Sie bei Crysis 3 Remastered auch die Leistungswerte vor dem Performance-Patch einblenden lassen, welche tatsächlich noch schlimmer aussehen als im aktuellen Zustand.
Crysis Remastered Trilogy im Test: Frametimes
Die erzielten Frametimes erlauben eine tiefere Einsicht in die CPU-Performance. Wir führen Modelle mit verschieden hohen Kernzahlen auf, um Ihnen einen Eindruck der generellen Spielbarkeit zu vermitteln. Bei Frametimes gilt: Je niedriger der Ausschlag und Höhe des Graphs ausfällt, desto flüssiger nehmen Sie das Bild als Spieler wahr.
Teil 2 ist nicht so sehr auf Kerne getrimmt wie der neueste Teil der Serie und obwohl der Graph des Hexacore Ryzen 5 3600 viel unruhiger als die seiner großen Brüder zu sein scheint, sprechen wir hier von wenigen Millisekunden, die man so gut wie nicht bemerkt. Viel interessanter sind da die Graphen von Crysis 3. Rocket und Comet Lake liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch die hohe IPC-Leistung von Cypress Cove kann nicht gegen die Kerngewalt vom Maximal-Ausbau der Skylake-Architektur bestehen. Regelrecht einsam und verloren wirkt da der kleinste Comet-Lake-Hexacore, dennoch liegt der maximale Ausreißer gerade einmal bei rund elf Millisekunden, was als sehr flüssig gilt.
Crysis Remastered Trilogy im Test: DLSS-Skalierung
Was Nvidias Upsampling-Verfahren DLSS optisch mit dem Bild macht, haben wir bereits geklärt. Welche Auswirkungen das clevere Pixelsparen und -recycling auf die Bildrate hat, galt es noch zu klären. Wir haben beispielhaft die insgesamt ebenbürtigen Modelle Geforce RTX 2080 Ti (Turing-TU102) und Geforce RTX 3070 (Ampere-GA104) gegeneinander antreten lassen und die vier verfügbaren DLSS-Modi unter Ultra HD durchgeschaltet. Warum Ultra HD? In niedrigeren Auflösungen als der Königsklasse sehen die DLSS-Performance-Modi miserabel aus, da intern nur mit einem Bruchteil der Pixel gearbeitet wird. Die Ergebnisse:
Das ist interessant: Die RTX 2080 Ti zieht im strahlenlastigen Crysis 2 Remastered an der RTX 3070 vorbei, sobald DLSS zum Einsatz kommt. Der ältere Turing-Topchip ist leicht unterlegen, solange die native Auflösung mit dem Engine-eigenen SMAA 2TX zum Einsatz kommt, gewinnt jedoch mit jedem DLSS-Schritt mehr Leistung hinzu als der mittelgroße Ampere. Eigentlich sollte man das Gegenteil erwarten, denn eines der mit Ampere hinzugekommenen Features ist, dass der Chip drei wichtige Berechnungen bzw. Rechenwerke parallel ausführen kann: Raytracing (RT-Cores), Shading (FP32-Cores) und DLSS-Upsampling (Tensor-Coes). Bei Turing können neben dem Shading entweder die RT- oder die T-Cores abwechselnd, also nacheinander arbeiten.
In Crysis 3 Remastered ergibt sich ein völlig anderes Bild. Obwohl das Spiel nach Augenmaß wenig Raytracing anwendet, gehen die Bildraten nach Aktivierung von DLSS durch die Decke. Ursächlich ist der grundsätzlich viel höhere Anspruch an die Grafikkarte, vor allem durch die üppige Vegetation - jedes eingesparte Pixel hilft. Die Geforce RTX 3070 ist durchweg schneller, obwohl die RTX 2080 Ti erneut mehr von DLSS profitiert.
Crysis Remastered Trilogy im Test: Fazit
Die Crysis Remastered Trilogy erweist sich im ausführlichen PCGH-Test als Fest für Technik-Freunde. Gerade Crysis 2 Remastered erfuhr viel Liebe seitens der Entwickler und wirkt grafisch über weite Teile wie ein topmodernes Spiel. Letzteres gilt auch für Crysis 3 Remastered, obwohl die Aufwertung hier wesentlich subtiler ist. Crytek hat die nach wie vor hübsche 2013er-Basis nur behutsam aufgewertet, was schade ist, denn mit ähnlich viel Liebe wie bei Teil 2 hätte Crysis 3 Remastered erneut ein Kinnladenöffner werden können. Und dann ist da noch der stark kritisierte erste Teil. Wie wir bereits vor Monaten erläuterten, sind die meisten Kritikpunkte (etwa der fehlende Ascension-Level) längst herausgepatcht und die positiven Dinge rund um die aufgemöbelte Grafik überwiegen.
Wenn es wirklich etwas zu mäkeln gibt, dann die klare Benachteiligung von AMD-Grafikkarten. Die beim Release von Crysis 1 Remastered geäußerte Hoffnung, dass mit Patches und in den Nachfolgern alles besser werden könnte, hat sich nicht erfüllt, noch immer bevorteilt die Engine Geforce-Grafikkarten auf mehreren Ebenen. So dürfen nach wie vor nur Geforce-RTX-GPUs ihre Raytracing-Rechenwerke beschleunigend einsetzen, während Radeon-Chips den langsamen Umweg über die Shader-ALUs nehmen müssen. Auch fehlt eine Alternative zum Nvidia-Upsampling DLSS, beispielsweise FidelityFX Super Resolution. Der letzte, im Vergleich dazu aber nur kleine Kritikpunkt ist die Zeitexklusivität beim Epic Games Store. Wer kategorisch nur bei Steam seine Spiele einkauft, wird sich noch ein Jahr gedulden müssen. Alle anderen erleben mit der Crysis Remastered Trilogy die besten Varianten der legendären Spielereihe, welche sich trotz des fortgeschrittenen Alters noch hervorragend spielen - so mancher PCGH-Redakteur ist sogar davon überzeugt, dass die aufgehübschten Klassiker mehr Freude bereiten als moderne Open-World-Titel. Die für die Trilogie aufgerufenen 50 Euro wirken somit fair.

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Das gleiche Thema gab es schon bei bf5 mit DXR weil dafür braucht es DX12 aber damit hat man starke Einbußen.
Wenn mir ein Spiel gefällt, dann spiele ich es.
Nach deiner Einstellung hätte meine Frau Valhalla nie spielen dürfen. Während sie mit Begeisterung diesen AMD Titel mit der RTX 3070 gezockt hat, habe ich mit der RX 6800 nur mal einen Bench gemacht.
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Jetzt erzähl bloß noch, daß das eine normale Performance ist und AMD da seine Finger nicht auch mit im Spiel hatte.
Edit.
Vor lauter hickhack habe ich doch glatt vergessen mich für den gewaltigen Test zu bedanken
Das gleiche Thema gab es schon bei bf5 mit DXR weil dafür braucht es DX12 aber damit hat man starke Einbußen.
AC Valhalla hat unbestreitbar ebenfalls eine untypische Performance (man könnte auch "kaputt" sagen), aber so ist es nun mal. Ende 2020 habe ich noch daran geglaubt, dass kommende Patches und Geforce-Treiber das begradigen werden, aber das ist offensichtlich nie geplant oder machbar gewesen.
Wir können da auch nichts machen - und das ist auch nicht unsere Aufgabe. Wir sind die Analysten, die Botschafter. Die Messwerte werden so aufwendig und sauber wie möglich ermittelt, abgebildet und erläutert. Das Feedback geht, sofern möglich, an die Entwickler. Alles jenseits davon liegt nicht in unseren Händen. Aber ich bin sicher, dass Crytek hier noch Pläne hat. Wir melden uns, sobald wir etwas hören.
MfG
Raff
Weiter kann man wohl noch sicherer sagen, dass das hier ein sehr umfangreicher und toller Test ist. Viele Vergleichbilder, viele verschiedene Gedankengänge betrachtet.
Sehr schön.
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