Intel: Apples und Nvidias Interesse an 14A-Fertigung wird zum Gradmesser

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Intel: Apples und Nvidias Interesse an 14A-Fertigung wird zum Gradmesser
Quelle: Intel

Intels hauseigene Chip-Fertigung auf A14-Basis soll laut einem Bericht durch externe Großkunden wie Apple und Nvidia stehen und fallen.

In einer kürzlich abgehaltenen Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftsergebnissen von Intel hat CEO Lip-Bu Tan eine Abkehr von der bisherigen "Build-first"-Strategie des Konzerns signalisiert, wonach der hauseigene 14A-Fertigungsprozess von bestätigten Aufträgen abhängig gemacht werden soll, wie Techpowerup berichtet. Andernfalls könnte Intel den 14A-Prozess pausieren oder einstellen, wenn sich keine entsprechenden Kunden finden, heißt es.

Berichten zufolge sollen Apple und Nvidia Zugang zu 14A-Prozess-Design-Kits (PDKs) erhalten haben und Testproduktionen in Betracht ziehen. Apple könnte das Fertigungsverfahren demnach für limitierte Serien von Chips der M-Serie testen, als Teil einer "Dual-Foundry-Strategie" neben TSMC, um das Risiko durch einen einzigen Lieferanten zu minimieren. Nvidia soll den Prozess derweil für Einstiegs-GPUs prüfen.

Intel: 14A wird zum Gradmesser

Solche Pilotläufe würden Intel dem Bericht nach Kundenvalidierung liefern, die benötigt wird, um weitere Investitionen zu rechtfertigen, "und kämen einem Vertrauensvotum gleich, wenn sie über die Testphase hinausgehen", heißt es. Das technische Potenzial allein reiche indes nicht aus, um den Erfolg zu sichern, so Techpowerup.

Intel vermarktet 14A als Weiterentwicklung seiner derzeit laufenden 18A-Fertigung, die RibbonFET-Transistorlayouts der zweiten Generation und die sogenannte PowerDirect-Architektur umfasst. Die Umsetzung dieser Designs in eine ertragreiche, kosteneffiziente Produktion soll jedoch ein steiler Weg sein, wobei Apple als potenzieller Intel-Kunde wiederum TSMC unter Druck setzen könnte, seinerseits Kapazitäten oder Preisprioritäten anzupassen.

Andernfalls würde ein weiterer gescheiterter "Ramp-up" es Intel erschweren, bei Großkunden Priorität zu erlangen und könnte Apples Beschaffungspläne komplizieren. "Intel hat nur ein kleines Zeitfenster, um Interesse in Absatzzahlen umzuwandeln, und Vertragsbedingungen, Leistung und Zeitplanung werden darüber entscheiden, ob 14A eine glaubwürdige Alternative oder ein teures, nie realisiertes Projekt wird", so der Bericht.

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    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Defenz0r
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Woah danke! Das ist echt cool!
        ja, aber schlag lieber woanders zu, die Seite ist nicht sehr vertrauenswürdig in meinen Augen
      • Von Bärenmarke BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Dieses Postulat ist schlicht falsch, wie dargelegt. Aber einer gewissen Stückzahl bringen Chiplets oder Tiles keinen Gesamtvorteil bei der Skalierbarkeit und Intel hatte auch nie Probleme dieser Art.
        Was du hier behauptest ist schlicht und ergreifend falsch. Intel war aufgrund ihres monolithischen Aufbaus nicht in der Lage ihre Leistung MIT ANGEMESSENEM KOSTENFAKTOR hochzuskalieren wie es AMD mit ihrer Chipletbauweise konnte. Was ansich auch logisch ist, da man aus einem Wafer nunmal mehr kleine wie große DIEs bekommt.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Womit sie Probleme hatten: Mit der Qualität der Fertigung. Skylake inklusive Ablegern ging nativ-monolithisch von 2 bis 28 Kernen und als MCM bis 56.
        Und das ganze war wesentlich teurer in der Fertigung als AMDs Ansatz, was man auch ohne weiteres in den Zahlen der Datacentergroup in den letzten Jahren nachlesen kann. Die einst gute Marge ist vollkommen weggebrochen, weil man mit in der Fertigung teuren Produkten über den Preis gehen musste.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Das ist Faktor 14 respektive 28, während konkurrierende AMD-CCD-Designs nur Faktor 8 von 8 bis 64 geschafft haben. Aber was nützt diese Skalierbarkeit, wenn der 56-Kerner gegen die 32er-Modelle der Konkurrenz verliert (unter Berücksichtigung der Effizienz auch gegen noch kleinere), weil er eine Technik nutzt, die eigentlich schon drei Jahre vorher hätte abgelöst werden sollen, aber nicht abgelöst werden konnte?
        Und damit wären wir wieder beim Thema: Was können Intels Fabs anbieten?
        Ich weiß nicht was du hier mit deinen Faktoren zusammenrechnest, jedoch scheint mir, dass du den Ansatz von Chiplets nicht verstanden hast.
        Man fertigt ein einziges DIE millionfach und kombiniert dies zu unterschiedlichen Produkten, anstatts der Fertigung von zig verschiedenen DIEs die in unterschiedlichen Produkten zum Einsatz kommen.
        Dies hat den Vorteil, dass man auf die Nachfrage besser reagieren kann wenn beispielsweise mehr 32,64 oder was auch immer Prozessoren nachgefragt werden und bietet vor allem auch einen enormen Kostenvorteil.
        Und wenn man diesen Ansatz auch bei KI Beschleunigern wählt, so hat man auch dort einen Kostenvorteil. Ergo wenn AMD und intel auf Chiplets setzen und Nvidia weiterhin bei Monolithen bleibt und diese nur wie bei der MI250 verbindet, so haben die ersten beiden definitiv einen Fertigungsvorteil gegenüber Nvidia, der sich bei gleicher Leistung in besseren Margen wiederspiegeln kann.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Bärenmarke
        Ich sehe halt ein Problem, welches ja letztendlich auch intel große Probleme bereitet hatte und zwar die Skalierbarkeit...
        Dieses Postulat ist schlicht falsch, wie dargelegt. Aber einer gewissen Stückzahl bringen Chiplets oder Tiles keinen Gesamtvorteil bei der Skalierbarkeit und Intel hatte auch nie Probleme dieser Art. Womit sie Probleme hatten: Mit der Qualität der Fertigung. Skylake inklusive Ablegern ging nativ-monolithisch von 2 bis 28 Kernen und als MCM bis 56. Das ist Faktor 14 respektive 28, während konkurrierende AMD-CCD-Designs nur Faktor 8 von 8 bis 64 geschafft haben. Aber was nützt diese Skalierbarkeit, wenn der 56-Kerner gegen die 32er-Modelle der Konkurrenz verliert (unter Berücksichtigung der Effizienz auch gegen noch kleinere), weil er eine Technik nutzt, die eigentlich schon drei Jahre vorher hätte abgelöst werden sollen, aber nicht abgelöst werden konnte?
        Und damit wären wir wieder beim Thema: Was können Intels Fabs anbieten?

        Zitat von Bl4ckR4v3n
        Ich sehe ohne Kunden kaum eine Chance für das fortbestehen der eigenen Fertigung in dieser Form. Da spielt es auch keine Rolle das da unsummen reingeflossen sind. Wäre zwar eine bittere Pille aber es macht auch keinen Sinn weiter Geld zu verbrennen um im Spiel zu bleiben damit man irgendwann, vielleicht mal Kunden an Land zieht und das Geschäftsfeld tragfähig wird. Dafür ist Intels Situation zu angespannt als das man sich solche Probleme leisten kann.
        Wenn man die Möglichkeit hat, aus einer Investition von 20*x durch weitere Investitionen von 2*x Einnahmen von 10*x zu generieren, dann spielt das für ein Unternehmen mit Finanzsorgen wohl ganz offensichtlich sehr wohl eine Rolle. Intel hat bislang kein Geld verbrannt, sondern in die Zukunft investiert. Es mag sein, dass sie mehr investiert haben, als sie je wieder rausbekommen konnten – aber das sind gelegte Eier, da kann man jetzt nichts mehr daran verändern, wenn es ein schlechtes Investment war. Aber ein katastrophales, das komplett verbrannt ist, hat man erst, wenn man gar keinen nutzen daraus zieht. Und diesen äußerst fragwürdigen Kurs hat Tan impliziet angekündigt. Womit die Frage im Raum steht, welche Zukunft Intel denn sonst haben soll?

        Die eigenen Architekturen bei TSMC fertigen lassen? Obwohl die Performance-unkritischen Teile von Arrow Lake noch bei Intel gefertigt werden, ist der Gewinn von Intels Consumer-Sparte in den Keller gerauscht, seitdem Core Ultra 200 gestartet ist. Anstatt kleinere Ableger in Fremdfertigung aufzulegen, wird das Niedrigpreissegment mit alten (respektive "neuen") Raptor Lakes aus eigener Fertigung bedient – eine Strategie die Intel seit der Einführung der Celerons Ende der 90er nicht mehr praktiziert hat, aber offensichtlich ist Einkauf bei TSMC einfach zu teuer.
      • Von Defenz0r BIOS-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von Rollora
        87€, 16GB RAM
        Woah danke! Das ist echt cool!
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Fertigung ist ein aufeinander aufbauendes, über Jahre bis Jahrzehnte laufendes Investment. Tan kann nicht einfach 14A in der Mitte aussparen. Der angekündigte Investitionsstopp in die Fabs bedeutet, wennn es nicht eine kurzfristige Lachnummer ohne großartige Einsparungen ist, einen Ausstieg Intels aus der Halbleiterfertigung. Dabei wird nicht nur der zu 95 Prozent fertige 14A-Prozess weggeworfen, sondern auch milliardenschwere Arbeiten an mindestens 3-4 Nachfolgern bis weit in die die 30er Jahre hinein, Intels gesamten Forschungsprogramm an Silizium-Quantencomputern, vermutlich die Silicon-Photonics-Abteilung und im weiteren Verlauf steht auch riesiges Fragezeichen hinter den gigantischen (und auch qualitativ wohl sehr fortschrittlichen) Testingkapazitäten sowie dem gesamten Packaging-Komplex von EMIB über Foveros bis hin zu Glassubstraten, wo Intel an vielen Stellen weltweit führend ist (wenn auch mit knappem Vorsprung). Theoretisch kann man so etwas zwar auch als Drittfirma anbieten, praktisch wird es aber zu überwiegenden Teilen bei der belichteten Foundry gebucht und man sieht ja an Intels Quartalszahlen, wie schlecht die Vermarktung funktioniert – obwohl AMD und Nvidia bei TSMC teils durch fehlende CoWoS-Kapazitäten in ihren Stückzahlen begrenzt sind.

        tl;dr: Inklusive Rattenschwanz läuft Tans Ankündigung auf eine Abwicklung von dem Teil Intels ab, der Intel groß gemacht hat.
        Was übrig bleiben würde, wäre ein nicht konkurrenzfähiger Entwickler von GPU-Architekturen, mit ein paar KI-Konzepten im Keller die niemand will und einer x86-Kernentwicklung, die zwar innovativ-komplexe Designs hervorbringt, aber zuletzt auch durchaus mal Zweitplatzierter war.

        Man kann von außen schwer sagen, wie eng Intels Möglichkeiten wirklich sind (noch machen sie operativ Gewinn) und wie arg es um 14A steht. Aber spätestens seitdem Gelsinger derart viel Geld in die Fertigung investiert hat, ist ein Durchbruch an dieser Stelle Intels größte Chance. Alles auf die Fabless-Karte setzen hätte man machen müssen, bevor man sämtliche Reserven in die Fabs gesteckt hat. Jetzt stehen die Dinger da (oder sind bestellt) und was fehlt ist ein Prozess, um sie gewinnbringend auszulasten. Nachdem 20A eingestellt wurde und "20A+" niemanden überzeugt hat, ist 20A++ vielleicht kein Traumkandidat. Aber welche bessere Option hat Intel denn?
        Ich sehe ohne Kunden kaum eine Chance für das fortbestehen der eigenen Fertigung in dieser Form. Da spielt es auch keine Rolle das da unsummen reingeflossen sind. Wäre zwar eine bittere Pille aber es macht auch keinen Sinn weiter Geld zu verbrennen um im Spiel zu bleiben damit man irgendwann, vielleicht mal Kunden an Land zieht und das Geschäftsfeld tragfähig wird. Dafür ist Intels Situation zu angespannt als das man sich solche Probleme leisten kann.
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