Milliardenverluste: Intel streicht Fabriken wegen Horrorzahlen
Intel hat im abgelaufenen 2. Geschäftsquartal 2025 rund 3 Milliarden US-Dollar an Verlusten eingefahren und auch der Umsatz stagniert. Sollte die Fertigung in Intel 14A kein Erfolg werden, stellt das Unternehmen auch seine Fabriken infrage.
Intel taumelt immer mehr dem Abgrund entgegen und musste jetzt im Rahmen der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen, dem sogenannten Earnings Call, für das zweite Quartal 2025 einen Verlust von rund 3 Milliarden US-Dollar einräumen. Während die Umsätze stagnieren, stellt das Unternehmen aus Santa Clara jetzt sein gesamtes Geschäft mit den eigenen Fabriken sowie die hauseigene Fertigung infrage.
Intel stellt seine Fertigung erstmals offiziell infrage
Während der Umsatz im Q2/2025 bei 12,9 Milliarden US-Dollar stagniert, belaufen sich die Verluste in den vergangenen drei Monaten auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Bereits im Vorjahreszeitraum, dem Q2/2024, musste der ehemalige Chip-Gigant einen enormen Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar einräumen, doch es kommt wie erwartet noch schlimmer. So schlimm, dass das Unternehmen nicht nur rund ein Viertel seiner Belegschaft weltweit entlassen will, sondern nun auch seine Fabriken und die Fertigung auf den Prüfstand stellt, wie Intel jetzt offiziell eingeräumt hat.
Sollten wir nicht in der Lage sein, einen bedeutenden externen Kunden zu gewinnen und wichtige Kundenmeilensteine für den Intel 14A zu erreichen, besteht die Gefahr, dass die Entwicklung und Herstellung von Intel 14A und den Nachfolge-Prozessen der Spitzenklasse nicht wirtschaftlich ist.
In einem solchen Fall könnten wir unsere Bemühungen um Intel 14A und die Nachfolge-Prozesse sowie diverse Projekte zur Erweiterung unserer Produktion unterbrechen oder einstellen. - Intel -
Sollte der neue Fertigungsprozess Intel 14A, auf dem aktuell alle Hoffnungen ruhen, wirtschaftlich ebenso erfolglos sein wie die Vorgänger Intel 20A und Intel 18A, stellt Intel die Forschung und Entwicklung neuer Fertigungsprozesse wahrscheinlich ein. In Sachen Fertigung wäre Intel dann spätestens ab 2030, wenn die aktuellen sowie die kommenden Fertigungsprozesse auslaufen, zwingend auf Fremdfertiger wie den taiwanischen Weltmarktführer TSMC oder Samsung Foundry angewiesen.
Wenn wir das Design, die Entwicklung und die Herstellung von Intel 14A und anderen fortschrittlichen Nodes der nächsten Generation pausieren oder sogar einstellen müssen, würden wir einer Reihe von erheblichen strategischen Geschäfts-, Finanz-, Betriebs- und Reputationsrisiken ausgesetzt werden. - Intel -
Die Chancen stehen dabei aber bereits jetzt denkbar schlecht, denn in seinem aktuellen Report an die US-Börsenaufsicht muss Intel einräumen, dass Intel 18A nicht der erhoffte Erfolg bei der Kundenakquise war. Intel zeichnet dabei ein düsteres Bild und gibt zu, dass Intel 14A die letzte Chance sei, das Ruder herumzureißen. Es liest sich nicht so, als sei Intel selbst davon überzeugt.
Intel streicht Fabriken in Deutschland endgültig
Auch wenn es sich durch die Verschiebungen auf unbekannte Zeit ohnehin bereits angedeutet hat, fallen die beiden geplanten Fabriken in Magdeburg, die Fab 29.1 und Fab 29.2, als Erstes dem Rotstift zum Opfer. Wie das US-Unternehmen im Rahmen der Bekanntmachung seiner Geschäftszahlen offiziell bestätigt hat, werden sämtliche Pläne für den Bau der Fabriken in Deutschland endgültig aufgegeben. Auf dem Grundstück wird ohnehin mittlerweile wieder Landwirtschaft betrieben.
Auch Projekte in Polen werden ersatzlos gestrichen, während das Verarbeitungswerk in Costa Rica ebenfalls dicht gemacht wird. Die Kapazitäten sollen auf Werke in Vietnam und Malaysia verteilt werden, so Intel.
Intels Finanzergebnisse - Q2/2025
Entlassungswelle läuft auf Hochtouren
Auch die Entlassungswelle läuft weiterhin auf Hochtouren. Wie Intel-CEO Lip-Bu Tan in seiner Stellungnahme bekannt gegeben hat, werden von den aktuell weltweit rund 96.400 Mitarbeitern bis zum Jahresende nur noch 75.000 Mitarbeiter übrig bleiben.
Wir setzen einen Plan um, um unsere Mitarbeiterzahl um weitere 15 % zu reduzieren, und planen, das Jahr mit einer globalen Belegschaft von etwa 75.000 Mitarbeitern abzuschließen, was auf die Reduzierung der Belegschaft und Abgänge zurückzuführen ist.
Wir haben einen erheblichen Teil unserer Personalreduzierungen im 2. Quartal abgeschlossen und dabei die Anzahl der Managementebenen um etwa 50 % gestrafft. - Lip-Bu Tan, CEO von Intel -
Während Intels CEO das Unternehmen auf dem richtigen Weg sieht, prognostizierte der kriselnde Konzern einen Verlust von 0,24 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz zwischen 12,6 und 13,6 Milliarden US-Dollar für das aktuell laufende Q3/2025.
Weitere detaillierte Informationen zu Intels aktuellen Geschäftszahlen liefert die offizielle Website für den Investorendialog und Finanzkommunikation.
Ihre Meinung ist gefragt!
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.
Quelle: Intel

Intel ist zwar massiv abgestürzt, aber den ganzen Bashern hier scheint nicht klar sein, von welchem Niveau ausgehend und wieviel immer noch übrig ist. Intel ist weiterhin der größte CPU-Hersteller quer durch alle Märkte ausgenommen Konsolen und hat, für IT-Verhältnisse, ansehnlichen Sachbesitz. Der aktuelle Börsenkurs liegt grob beim Doppelten von Nvidias Jahresgewinn oder Barreserven und dürfte bei Gerüchten um einen Aufkauf deutlich ansteigen, sodass mindestens das Dreifache der genannten Eckgrößen für eine feindliche Übernahme einzuplanen ist.
Das liegt zwar noch im Bereich des Möglichen, Xilinix war relativ zu AMD deutlich teurer und ATI sowieso. Aber wir reden hier nicht von einer Portokassen-Nummer, sondern von einer stattlichen Investition, die mit konkreten Gewinnhoffnungen gerechtfertigt werden müsste. Das kann man aber weder mit eigenen Gewinnen bei Intel noch mit Synergieeffekten zu Nvidia. Statt sich zu ergänzen stehen deren Portfolios in mehreren Märkten in direkter Konkurrenz zueinander. (Womit eine Übernahme auch zum Thema für Kartellämter wird.)
KnowHow, IP, Ingenieurs-Expertise, Fertigungskapazitäten - auch die TSMC-Veträge ...
Und den dicken Fuß in der Tür bei Server-Kunden, wo eh schon die Verheiratung aus Intel-Server-Blade und Nvidia-AI-Cluster gefahren wird.
War nur mal so eine Überlegung
Unterschätze NIE das Ego von Superreichen.
Von daher laufen die meisten "Ratschläge" hier auf "einfach mal eine gute Fertigung haben".
Ich bin mir sehr sicher, dass Intels aktuelle Lage nicht allein daran liegt, dass man einfach nicht auf diese geniale Idee gekommen ist.
Navidia's Jensen Huang wollte schon immer CPU's zu seinem Protfolio hinzufügen.
Mit ARM hat es nicht geklappt. Die Kassen sind mehr als voll. Intel ist stark angeschlagen.
Chance für Nvidia sich einzukaufen? Und bei dem Risiko, eine ganze Firma und Dino der CPU-Geschichte sterben zu sehen, haben die Investoren und Marktwächter bestimmt weniger dagegen, als noch bei ARM.
Solange es Konkurrenten auf dem Markt gibt, wird um die bessere Lösung gerungen, und es entwickelt sich auch ein Preiskampf (zumindest wenn keine Preisabsprache stattfindet).
Ist nur noch einer auf dem Markt, werdet Ihr sehen was mit den Preisen passiert, und dass man sich gar nicht mehr anstrengen muss, eine bessere Lösung anzubieten. Hatten wir ja vor Jahren, als AMD mit dem Bulldozer nicht so recht voran kam, jetzt wird es umgekehrt ein Schuh daraus werden... auch nicht besser.