Intel Arc B580 im XXL-Test: Besser als erwartet - müssen sich AMD und Nvidia warm anziehen? [Update]
Mit der Intel Arc B580 startet am 13. Dezember die erste Grafikkarte der neuen Generation - mit 12 GiByte Speicher und einem Kampf(magier)preis unter 300 Euro. PCGH klärt anhand von 4.000 brandneuen Messungen, ob sich AMD und Nvidia warm anziehen müssen.
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Aktualisierung: Mittlerweile ist auch der Verkaufsstart erfolgt. Bei NBB gibt es die Limited Edition der Intel Arc B580 für schlanke 289 Euro. Bei Caseking gibt es noch keinen Bestand, der Preis liegt bei 299 Euro. Die Custom-Designs im PCGH-Preisvergleich von Geizhals beginnen bei aktuell 319 Euro. Erste Eindrücke von der Asrock Arc B580 Steel Legend haben wir hier für Sie, begleitet von einem Short-Video, das die beeindruckende Übertaktung Richtung 3,3 GHz anhand dieser Karte zeigt:
Jeder wünscht sich bezahlbare Grafikkarten. Diese finden sich zweifelsohne am Markt, allerdings entlocken diese Modelle den meisten Interessenten nur ein müdes Lächeln. Entweder, man erhält alte Technologie, oder ein bis auf das Allernötigste zusammengespartes Produkt der aktuellen Generation, das kaum schneller als die Altware arbeitet. Alle paar Jahre wird dieser graue Himmel von grellen Blitzen durchzogen - so wie heute, dem offiziellen Launch-Tag für die Arc B580. Intels Grafikabteilung versprach im Vorfeld nicht weniger als den klaren Preis-Leistungs-Sieger für 250 US-Dollar, das modernste Feature-Set und eine Grafikkarte, die Nvidias Geforce RTX 4060 sowie AMDs Radeon RX 7600 schlagen kann. Heute möchten wir klären, wie viel Wahrheit in diesen markigen Worten steckt. Fungiert die Intel Arc B580 als Disruptor oder nicht?
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Quelle: PCGH
Intel Arc B580 Limited Edition: Hwinfo-Übersicht (alles korrekt bis auf die FP32-ALUs - tatsächlich sind es 2.560 Einheiten)
Intel Arc B580 im Test: Übersicht
Die Arc B580 ist das neue Spitzenmodell aus Intels Grafikabteilung - ohne tatsächlich ein Spitzenmodell zu sein. Das Herz der Mittelklasse-Grafikkarte bildet der 272 mm² kleine BMG-G21, welcher als erster Xe-2-Chip auf Grafikkarten zum Einsatz kommt. Im Pflichtenheft der zweiten Arc-Generation stand an oberster Stelle "Mehr Netto vom Brutto", Xe 2 alias Battlemage (BMG) kann sich dank Rundum-Optimierung wesentlich besser auslasten als sein Vorgänger Alchemist (ACM). Diverse Parameter der Rechenwerke wurden um die Faktoren 1,5 bis 3,0 gesteigert, der Shader-Core umgebaut, alle Caches signifikant aufgebohrt und die Taktraten erhöht. So kommt es, dass die Arc B580 trotz nur 2.560 FP32-Shader-Einheiten ungefähr so schnell arbeitet wie die Arc A770 mit 4.096 FP32-Einheiten. Intel spricht offiziell von 70 Prozent mehr Leistung pro Xe Core (Shader-Multiprozessor) und 50 Prozent mehr Performance pro Watt - wir werden im Verlauf dieses Artikels klären, was davon zu halten ist.
Das offizielle Einsatzgebiet der Arc B580 ist flüssiges Gaming in WQHD/1440p - eine Auflösung mit wachsender Beliebtheit und "Sweet Spot" aus Bildqualität und Leistungsanforderungen. Intel gibt an, dass die Arc B580 dabei um durchschnittlich 24 Prozent schneller sei als die Arc A750. Ermöglicht wird dies nicht nur durch den deutlich effizienteren Kern mit 18 MiByte Level-2-Cache, sondern auch die 192-Bit-Speicherschnittstelle mit 12 GiByte Kapazität. Beim Raytracing will Intel die bereits starken Alchemist-Fertigkeiten deutlich verbessert haben. Jede einzelne Ray Tracing Unit (RTU) im BMG-G21 stemmt nun 18 anstelle von 12 Traversal- und Box-Intersection-Tests (+50 %) sowie 2 anstelle von 1 Triangle-Intersection-Tests (+100 %) pro Takt. Die Spezifikationen der Arc B580 neben ihren Geschwistern und vergleichbaren Radeon-Grafikkarten; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | Arc B580 | Arc A770 | Radeon RX 7600 XT | Radeon RX 7600 | Geforce RTX 4060 |
|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Ja | Nein | Ja | Nein |
| Marktstart | 13.12.2024 | 12.10.2022 | 24.01.2024 | 24.05.2023 | 29.06.2023 |
| Architektur | Xe 2 (BMG) | Xe 1 (ACM) | RDNA 3 | RDNA 3 | Ada Lovelace |
| GPU-Codename/Konfektion | BMG-G21 | ACM-G10 | Navi 33 XT | Navi 33 XL | AD107-400 |
| Transistoren (Mio.) | 19.600 | 21.700 | 13.300 | 13.300 | 18.900 |
| Die Size (mm²) | 272 | 406 | 204 | 204 | 158,7 |
| Fertigung (Foundry) | N5 (TSMC) | N6 (TSMC) | N6 (TSMC) | N6 (TSMC) | 4N (TSMC) |
| PCI-Express-Anbindung | 4.0 ×8 | 4.0 ×16 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 |
| Typischer GPU-Boost (MHz) | 2.850 | 2.330 | 2.700 | 2.680 | 2.670 |
| SIMDs (SMs/CUs) | 20 | 32 | 32 | 32 | 24 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 2.560/160/80 | 4.096/256/128 | 2.048*/128/64 | 2.048*/128/64 | 3.072/96/48 |
| GFLOPS FP32 | 14.592 | 19.087 | 22.119* | 21.955* | 16.405 |
| Texelfüllrate (Megatexel/s) | 456.000 | 596.480 | 345.600 | 343.040 | 256.320 |
| Pixelfüllrate (Megapixel/s) | 228.000 | 298.240 | 172.800 | 171.520 | 128.160 |
| Raytracing-Cores | 20 (2. Gen.) | 32 (1. Gen.) | 32 | 32 | 24 |
| Matrix-Einheiten („AI Cores”) | 160 (2. Gen.) | 512 (1. Gen.) | 64 | 64 | 96 |
| Level-2-Cache (MiB) | 18 | 16 | 2 | 2 | 24 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | 32 | 32 | – |
| Speicherinterface (Bit) | 192 | 256 | 128 | 128 | 128 |
| Speichergeschwindigkeit (GT/s) | 19,0 | 17,5 | 18,0 | 18,0 | 17,0 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 456 | 560 | 288 | 288 | 272 |
| Typische Speicherbestückung (MiByte) | 12.288 | 16.384 | 16.384 | 8.192 | 8.192 |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 190 Watt | 225 Watt | 190 Watt | 165 Watt | 115 Watt |
| Stromanschlüsse | 1× 8-Pol | Je 1× 8-/6-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 16-/8-Pol |
| (Display-)Konnektivität | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 2.0, HDMI 2.0 | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 2.1**, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 |
| UVP zum Start (USD) | 249 | 349 | 329 | 269 | 299 |
| UVP zum Start (Euro) | 289 | 419 | 359 | 299 | 329 |
| €-Preis zum Testzeitpunkt | – | 315 | 350 | 250 | 290 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten, ergo der durchschnittliche GPU-Boost über alle PCGH-Benchmarks. Die (rechtlich abgesicherten) Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit "Dual-Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls verhalten wie die doppelte Anzahl. Angegeben ist der Best-Case. **DP 2.1 nur bei der XT-Variante zwingend, bei RX 7600 hingegen optional.
Vergleicht man die Rohdaten miteinander, zeigen sich interessante Merkmale, etwa bei der Packdichte. Intel ist es beim BMG-G21 gelungen, 72,06 Milliarden Transistoren pro Quadratmillimeter unterzubringen, beim ACM-G10 waren es noch 53,45 MT/mm². Möglich wird dies unter anderem durch die verfeinerte Fertigung, der G21 läuft bei der Foundry TSMC im N5-Verfahren vom Band (wie das Compute-Tile von Navi 31 /32). Damit schlägt Intel zumindest AMDs Navi 33, welcher 65,20 MT/mm² stemmt, allerdings im älteren N6-Verfahren. Völlig außer Konkurrenz läuft der Nvidia AD107 mit seinen 119,09 MT/mm² in TSMC 4N. Rein auf die Kernfläche bezogen ist Intel weit abgeschlagen. Ob das auch die Leistung betrifft, klären wir ab der nächsten Seite.
Budget-GPUs und ihre Tücken
Wer sich für günstige Grafikkarten interessiert, kennt das eingangs beschriebene Dilemma. Satte Leistung, praller Speicher und moderne Features beißen sich mit niedrigen Preisen. Dieses Problem hat auch Intel erkannt und möchte mit der Arc B580 (sowie der Mitte Januar folgenden B570) Lösungen anbieten - erfolgreich, wie wir im Folgenden sehen, allerdings möchten wir die Knackpunkte vor den Benchmarks erläutern. Der gewichtigste Punkt ist die Speicherkapazität: Diverse Spiele haben allein 2024 gezeigt, dass 8 GiByte VRAM nicht mehr zeitgemäß sind, selbst Full HD ohne Raytracing bringt entsprechende Modelle an ihre Grenzen. Moderne Materialdarstellung und Beleuchtung erfordern reichlich Speicher. Intel wirft bei der Arc B580 stolze 12 GiByte in die Waagschale und basierend auf unseren jüngsten Benchmarks erweist sich diese Entscheidung als goldrichtig. Wer sich in Hinblick auf das Jahr 2025 für eine Gaming-Grafikkarte entscheidet, sollte nur noch im absoluten Einsteigerbereich (um 200 Euro) zu einer 8-GiByte-Grafikkarte greifen.
Quelle: PCGH
Intel Arc B580: Direkt über den (als ×16 ausgeführten) PCIe-Kontakten lässt sich erkennen, dass nur die Hälfte mit Datenleitungen bestückt werden.
Aus der Kategorie "Früher war alles besser": Mit jeder der zahlreich getätigten Fertigungsverfeinerungen wurden Grafikchips kleiner, schneller und sparsamer. Heutzutage lassen sich Elemente wie Interfaces nicht mehr so leicht schrumpfen, die Skalierung mit der Fertigungstechnik bleibt aus. Daher suchen die Chip-Schmieden nach Einsparmöglichkeiten - und finden diese genau dort: Wie bereits AMDs Navi 33, Nvidias AD107 und diverse weitere GPUs spricht auch Intels BMG-G21 nur acht PCI-Express-Lanes an. Dadurch halbiert sich die Transferrate am Slot, über den Grafikchip und Hauptprozessor miteinander kommunizieren.
Quelle: PCGH
Die Arc B580 muss, wie AMDs und Nvidias kleinste GPUs, mit acht PCIe-Lanes auskommen.
Mit acht Lanes gemäß 4.0er-Standard wird eine Transferrate äquivalent zu PCIe 3.0 ×16 erreicht, doch acht Lanes auf einem 3.0er-Unterbau führen mitunter zu deutlichen Leistungseinbußen. Diese treten vor allem dann auf, wenn der Grafikspeicher überläuft und infolgedessen Daten via PCI-Express aus dem Hauptspeicher kopiert werden müssen. Hier wiegt Intels erste Entscheidung die zweite auf: Dank 12 GiByte ist Speicherüberlauf bei der Arc B580 kein nennenswertes Problem. Selbstverständlich lässt sich diese Kapazität sprengen, allerdings nur mit praxisfernen Einstellungen. Kompromisslos bestückt ist diesbezüglich nur AMDs Radeon RX 7600 XT (16 GiByte). Gegenüber der auf 8 GiByte beschränkten Geforce RTX 4060 haben beide Modelle klare Vorteile. Ob die Intel Arc B580 in der Lage ist, AMDs Radeon RX 7600 (XT) und Nvidias Geforce RTX 4060 zu schlagen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Hier habe ich über einen längeren Zeitraum diverse Treiberversionen (Grafik-, Chipsatz- und Audiotreiber), RAM- und BIOS-Einstellungen, Windows-Updates, GPU- und VRAM-Taktraten und Schnittstellen (Vulkan, DirectX 12) ohne Erfolg getestet.
Seit der B580 habe ich einmal mit DDU bereinigt, aktuellen Grafiktreiber von Intel installiert und nun läuft es absturzfrei auf maximalen Einstellungen.
Der Verbrauch ist bei mir im Idle mit dem Modell, aktuellen Treibern und empfohlenen BIOS-Einstellungen erfreulich niedrig.
(System siehe Profil - 7500F, Gigabyte B650, Idle ohne Mausbewegungen - mit sind es bis zu 20W mehr ähnlich meiner RX 7600).
Der Verbrauch ist bei mir im Idle mit dem Modell, aktuellen Treibern und empfohlenen BIOS-Einstellungen erfreulich niedrig.
(System siehe Profil - 7500F, Gigabyte B650, Idle ohne Mausbewegungen - mit sind es bis zu 20W mehr ähnlich meiner RX 7600).
Der Verbrauch ist bei mir im Idle mit dem Modell, aktuellen Treibern und empfohlenen BIOS-Einstellungen erfreulich niedrig
(System siehe Profil - 7500F, Gigabyte B650; Idle ohne Mausbewegungen - mit sind es bis zu 20W mehr, ähnlich meiner RX 7600).
RX 480 eigentlich gegner der 1060
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Ich sehe da nun keinen wirklich unterschied.
Ca 80-90€ je nach Modell mit ausreier nach unten und oben.
Zur 3070:
diese finde ich für ca 300€
eine 6800 im bereichen der 400€
also hier kann man sagen AMD for the Win.
Auch wenn die 6800 50€ Teurer war in der UVP.
Aber das die 3070 nicht gut altert war schon damals bekannt.