Intel Arc B570 im Test gegen Radeon und Geforce: Dank 10 GiByte die perfekte Spar-GPU?
Es gibt sie noch: günstige Grafikkarten! Mit der Arc B570 bedient Intel das gefragte Preissegment um 250 Euro mit einem brandneuen und vielversprechenden Produkt. PCGH prüft im großen Test einer kleinen Grafikkarte, ob AMD und Nvidia diese Nische an Intel verlieren.
In diesem Artikel
Noch in diesem Monat wird Nvidias Geforce RTX 5090 die Grenze des Möglichen am PC verschieben - für stolze 2.329 Euro. Nicht jeder Zocker ist gewillt, derart viel Geld für eine Grafikkarte auszugeben. Alle paar Jahre kommt jedoch der Moment, an dem die alte GPU einem neuen Modell weichen muss, sei es wegen Ruckeln, fehlender Kompatibilität oder aufgrund eines Defekts. Auf der Suche nach einer günstigen Gaming-Grafikkarte stellt sich schnell Ernüchterung ein, denn die Auswahl beschränkt sich auf Altware früherer GPU-Generationen und 8 GiByte Speicher - Dinge, die niemanden hinter dem Ofen hervorlocken und modernen Spielen nicht standhalten. Diesen Missstand adressiert Intel mit seinen neuen "Battlemage"-Grafikkarten. Nachdem die Arc B580 (PCGH-Test) frischen Wind ins 300-Euro-Segment brachte, ist nun der Sparbereich an der Reihe - Vorhang auf für ihre kleine Schwester, die Arc B570!
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Intel Arc B570 im Test: Übersicht
Die Arc B570 ist schnell beschrieben: Es handelt sich um eine Arc B580, welche man um ein paar Rechenwerke sowie zwei Gigabyte Speicher erleichtert hat. Der Beschnitt erfolgt, um einen niedrigeren Preisbereich zu bedienen, die Arc B570 startet ab 219 US-Dollar. Eine offizielle UVP für Deutschland existiert nicht, wir erwarten mit luftiger Umrechnung plus Mehrwertsteuer jedoch Startpreise um 259 Euro. Ob die Arc B570 diese Summe wert ist, klären wir anhand unzähliger Tests mit leichter bis schwerer Last.
Das Herz der neuen Arc-Grafikkarten bildet der BMG-G21, Intels erster Desktop-Chip der Xe-2-Generation. Xe 2 alias Battlemage (BMG) kann sich dank Rundum-Optimierung wesentlich besser auslasten als sein Vorgänger Alchemist (ACM) auf den Grafikkarten Arc A770, A750 und A580. Diverse Parameter der Rechenwerke wurden um die Faktoren 1,5 bis 3,0 gesteigert, der Shader-Core umgebaut, alle Caches signifikant aufgebohrt und die Taktraten erhöht. Die Verbesserungen betreffen nicht bloß "normale" Spiele, sondern auch Raytracing, bei dem Battlemage die bereits starken Alchemist-Fertigkeiten weiterspinnt: Jede einzelne Ray Tracing Unit (RTU) im BMG-G21 stemmt nun 18 anstelle von 12 Traversal- und Box-Intersection-Tests (+50 %) sowie 2 anstelle von 1 Triangle-Intersection-Tests (+100 %) pro Takt. So kommt es, dass die Arc B580 trotz nur 2.560 FP32-Shader-Einheiten schneller arbeitet als die Arc A770 mit 4.096 FP32-Einheiten.
Quelle: PCGH
Intel Arc B570: Detaillierte GPU-Z-Übersicht
In der Arc B570 sind 2.304 FP32-ALUs aktiv, was zusammen mit dem leicht reduzierten Takt eine um 13 Prozent niedrigere Rechenleistung ergibt. Auch beim Speicher muss die B570 Federn lassen, Intel deaktiviert einen 32-Bit-Controller, sodass noch 5 × 32 = 160 Bit aktiv sind (-17 %). Daraus ergibt sich die relativ seltene Speicherkapazität von 10.240 MiByte - wie bei der Radeon RX 6700 (PCGH-Test), welche wir anlässlich der Arc B570 nachgetestet haben. Gegenüber aktuellen Modellen wie der Radeon RX 7600 und Geforce RTX 4060 bietet die Arc B570 somit einen klaren Vorteil: 2 GiByte oder 25 Prozent mehr Speicher, was im Angesicht unserer neuesten Messungen als goldrichtig erscheint. Inwiefern die Intel-Grafikkarte daraus einen Nutzen ziehen kann, klären wir im Folgenden. Die Spezifikationen der Arc B570 neben ihrer großen Schwester und vergleichbaren Grafikkarten; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | Arc B580 | Arc B570 | Radeon RX 6700 | Radeon RX 7600 | Geforce RTX 4060 |
|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Nein | Nein | Ja | Nein |
| Getestetes Modell | Intel Limited Edition | Asrock Challenger | Sapphire Pulse | AMD MBA | Gainward Ghost |
| Marktstart | 13.12.2024 | 16.01.2025 | Q2 2022 | 24.05.2023 | 29.06.2023 |
| Architektur | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) | RDNA 2 | RDNA 3 | Ada Lovelace |
| GPU-Codename/Konfektion | BMG-G21 | BMG-G21 | Navi 22 XL | Navi 33 XL | AD107-400 |
| Transistoren (Mio.) | 19.600 | 19.600 | 17.200 | 13.300 | 18.900 |
| Die Size (mm²) | 272 | 272 | 336 | 204 | 158,7 |
| Fertigung (Foundry) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) | N7P (TSMC) | N6 (TSMC) | 4N (TSMC) |
| PCI-Express-Anbindung | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×16 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 |
| Typischer GPU-Boost (MHz) | 2.850 | 2.750 | 2.470 | 2.680 | 2.670 |
| Shader-Multiprozessoren | 20 | 18 | 36 | 32 | 24 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 2.560/160/80 | 2.304/144/80 | 2.304/144/64 | 2.048*/128/64 | 3.072/96/48 |
| GFLOPS FP32 | 14.592 | 12.672 | 11.382 | 21.955* | 16.405 |
| Texelfüllrate (Megatexel/s) | 456.000 | 396.000 | 355.680 | 343.040 | 256.320 |
| Pixelfüllrate (Megapixel/s) | 228.000 | 220.000 | 158.080 | 171.520 | 128.160 |
| Raytracing-Cores | 20 | 18 | 36 | 32 | 24 |
| Matrix-Einheiten („AI Cores”) | 160 | 144 | – | 64 | 96 |
| Level-2-Cache (MiB) | 18 | 16 (vmtl.) | 2,75 | 2 | 24 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | 80 | 32 | – |
| Speicherinterface (Bit) | 192 | 160 | 160 | 128 | 128 |
| Speichergeschwindigkeit (GT/s) | 19,0 | 19,0 | 16,0 | 18,0 | 17,0 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 456 | 380 | 320 | 288 | 272 |
| Typische Speicherbestückung (MiByte) | 12.288 | 10.240 | 10.240 | 8.192 | 8.192 |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 190 Watt | 150 Watt | 220 Watt | 165 Watt | 115 Watt |
| Stromanschlüsse | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 16-/8-Pol |
| (Display-)Konnektivität | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 2.1**, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 |
| UVP zum Start (USD) | 249 | 219 | k. A. | 269 | 299 |
| UVP zum Start (Euro) | 289 | 259 (vmtl.) | k. A. | 299 | 329 |
| €-Preis zum Testzeitpunkt | 310 | – | 420 | 270 | 300 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten, ergo der durchschnittliche GPU-Boost über alle PCGH-Benchmarks. Die (rechtlich abgesicherten) Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit "Dual-Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls verhalten wie die doppelte Anzahl. Angegeben ist der Best-Case. **DP 2.1 nur bei der XT-Variante zwingend, bei RX 7600 hingegen optional.
Flaschenhals PCI-Express
Heutzutage lassen sich Elemente wie Interfaces nicht mehr so leicht schrumpfen, die Skalierung mit der Fertigungstechnik bleibt aus. Daher suchen die Chip-Schmieden nach Einsparmöglichkeiten - und finden diese genau dort: Wie bereits AMDs Navi 33, Nvidias AD107 und diverse weitere GPUs verwendet auch Intels BMG-G21 nur acht PCI-Express-Lanes. Dadurch halbiert sich die Transferrate am Slot, über den Grafikchip und Hauptprozessor miteinander kommunizieren. Mit den gebotenen acht Lanes gemäß 4.0er-Standard wird eine Transferrate äquivalent zu PCIe 3.0 ×16 erreicht, doch acht Lanes auf einem 3.0er-Unterbau führen mitunter zu deutlichen Leistungseinbußen. Diese treten vor allem dann auf, wenn der Grafikspeicher überläuft und infolgedessen Daten via PCI-Express aus dem Hauptspeicher kopiert werden müssen. Dank 10 GiByte Kapazität ist Speicherüberlauf bei der Arc B570 zwar seltener ein Thema als bei 8-GiByte-Grafikkarten, allerdings durchaus bereits in Full HD anzutreffen - dazu gleich mehr.
Quelle: PCGH
Die Arc B570 muss, wie AMDs und Nvidias kleinste GPUs, mit acht PCIe-Lanes auskommen.
Während der Lane-Beschnitt alle aktuellen Budget-GPUs plagt, weisen Arc-Grafikkarten einen weiteren Umstand auf, der nur sie betrifft: Sowohl Arc Alchemist als auch Arc Battlemage sind zwingend auf die PCI-Express-Funktion Resizable BAR, auch bekannt als Smart Access Memory, angewiesen. Unterstützt die Infrastruktur dieses Feature nicht, bricht die Leistung signifikant ein - so stark, dass sich ein Aufrüsten nicht mehr lohnt. Stellen Sie vor dem Kauf einer Arc-Grafikkarte sicher, dass Ihr Mainboard und Prozessor dazu in der Lage sind. Falls nein, ergeben nur eine AMD Radeon oder Nvidia Geforce als Aufrüstobjekte Sinn. Damit leiten wir zur Leistung über. Ob die Intel Arc B570 in der Lage ist, den teureren Grafikkarten Radeon RX 7600 und Geforce RTX 4060 das Wasser zu reichen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.


Viele kaufen einen ca. 600,- Euro teuren Amd X3D mit teurem AM5 Board samt teurem Ram um ihn dann bsw. mit einer lahmen Rx 7600 zu betreiben , in der Hoffnung das die Fps bei 720p mehr werden oder irgendwann mal das Geld für ne Oberklasse Grafikarte da ist
Nur der Umstand hat doch erhebliche Auswirkungen auf die Leistung der Graka
Ändert aber nichts an der grundsätzlichen Testmethode die zwecks Vergleichbarkeit nun mal so erfolgen muss. Ich vermute mal, Raff war ein schneller Test nicht aussagekräftig genug und er möchte das lieber präzise über ein weites Testfeld beleuchten. Sowas erfordert nun mal Zeit, vor allem wenn unterschiedliche Plattformen inkludieren möchte.
Der CB Test auch auch nur begrenzte Aussagekraft, für eine wirklich detaillierte Bewertung müsste man klarerer Abstufen können ab wann in welchem Maß die Auswirkungen auftreten.
Nur der Umstand hat doch erhebliche Auswirkungen auf die Leistung der Graka
Es geht Primär um den CPU Overhead.
Zum schnellsten Gaming Prozessor baue ich mir bestimmt eine untere Mittelklasse Grafikkarte ein...
Denn die bis dato erhobenen Benchmarks, die Arc im Clinch mit GeForce und Radeon zeigen, wurden auf der schnellsten verfügbaren Gaming-CPU erstellt: dem Ryzen 7 9800X3D. Doch auf langsameren bzw. älteren CPUs sieht das Bild schnell anders aus, weil Arc hier mehr Federn lässt als GeForce oder Radeon. Je stärker der Fokus der Last auf der CPU liegt, desto deutlicher werden die Unterschiede. Und auf Gamer abseits von High-End-Gaming-Systemen und damit auch High-End-Gaming-CPUs zielt Arc mit der 500er-Serie.
Doch nun hat sich gezeigt: Mit langsameren, weil kleineren oder älteren CPUs verlieren Intels Arc-Grafikkarten viel früher viel stärker an Leistung als die Konkurrenz von Nvidia und AMD. Der Grund: Der Treiber der Intel-Grafikkarten legt mehr Last auf die CPU („CPU-Overhead“), kleinere CPUs bremsen Arc-Grafikkarten daher früher aus.
Viele kaufen einen ca. 600,- Euro teuren Amd X3D mit teurem AM5 Board samt teurem Ram um ihn dann bsw. mit einer lahmen Rx 7600 zu betreiben , in der Hoffnung das die Fps bei 720p mehr werden oder irgendwann mal das Geld für ne Oberklasse Grafikarte da ist
Ändert aber nichts an der grundsätzlichen Testmethode die zwecks Vergleichbarkeit nun mal so erfolgen muss. Ich vermute mal, Raff war ein schneller Test nicht aussagekräftig genug und er möchte das lieber präzise über ein weites Testfeld beleuchten. Sowas erfordert nun mal Zeit, vor allem wenn unterschiedliche Plattformen inkludieren möchte.
Der CB Test auch auch nur begrenzte Aussagekraft, für eine wirklich detaillierte Bewertung müsste man klarerer Abstufen können ab wann in welchem Maß die Auswirkungen auftreten.