Radeon RX 6600 im Test: Günstig, sparsam, gut? Mega-Vergleich mit RTX 2060, GTX 1060, RX 580 & Co.
Man nehme die Radeon RX 6600 XT, entferne einen Teil der Rechenwerke und mache auch den Speicher etwas langsamer - fertig ist die Radeon RX 6600. AMDs neue Mittelklasse-Grafikkarte soll flüssiges Full-HD-Gaming erlauben und damit Nvidias Geforce RTX 3060 von unten angreifen. Welche Leistungsgewinne ausgehend von älteren Grafikkarten möglich sind und was die RX 6600 sonst noch kann, klärt PCGH im Test.
In diesem Artikel
- Seite 1 Radeon RX 6600 im Test: Spezifikationen
- Seite 2 Radeon RX 6600 im Test: Spiele-Benchmarks
- Seite 3 Radeon RX 6600 im Test: Spiele-Benchmarks (2)
- Seite 4 Radeon RX 6600 im Test: Leistungsaufnahme und Effizienz
- Seite 5 Radeon RX 6600 im Test: Zusammenfassung mit Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
AMD Radeon RX 6600 im Test: Vor bald einem Jahr meldete sich AMD mit der RDNA-2-Architektur zurück und mischte das Segment der High-End-Grafikkarten gehörig auf. Seitdem sind weitere Radeon-RX-6000-Modelle erschienen, mit denen AMD niedrigere Preis- und Leistungssegmente bedient. Ein Preis-Leistungs-Tipp ließ jedoch bisher auf sich warten - und lässt es weiter, um Ihre Hoffnung direkt mit der harten Realität abzugleichen. Die hohe Nachfrage, gepaart mit Produktionsengpässen und gestiegenen Fertigungskosten lässt echte, gut lieferbare Preiskracher in weite Ferne rücken.
Die Radeon RX 6600 ist zumindest ein Anfang: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 339 Euro kostet sie rund 41 Euro respektive 10,8 Prozent weniger als ihre große Schwester, die Radeon RX 6600 XT. Damit ist sie zwar ein gutes Stück von der einst verbreiteten 250-Euro-Marke für Mittelklasse-Grafikkarten entfernt, rutscht als günstigstes RX-6000-Modell aber trotzdem in den Fokus vieler Aufrüster. Flüssiges Full-HD-Gaming ist AMDs erklärtes Ziel, womit die Radeon RX 6600 ein breites Publikum anspricht. Abertausende Nutzer eines 1080p-Bildschirms sind noch mit einer Geforce GTX 1060, GTX 1050 Ti oder Radeon RX 580 unterwegs, sofern man der monatlichen Steam-Umfrage Glauben schenkt. Aufrüsten von Alt auf Neu ist das Stichwort. Wir testen daher nicht nur die Radeon RX 6600 und vergleichen sie mit anderen aktuellen Angeboten wie der Geforce RTX 3060, sondern verraten auch, welche Leistungssprünge ein Upgrade von den genannten Altkarten auf das neue Radeon-Modell mit sich bringt.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Radeon RX 6600 XT: HWInfo-Overview
Radeon RX 6600: Positionierung
Mit der Radeon RX 6600 XT (Test) feierte der dritte und bisher kleinste RDNA-2-Grafikchip sein Debüt: Navi 23. Dieser wurde von AMD für den Mainstream konzipiert und soll potente Gaming-Grafikkarten für das Full-HD-Segment mit 1.920 × 1.080 Pixel ermöglichen. 1080p ist ein deutlich genügsamerer Einsatzzweck als bei den Geschwistern 6700 XT (WQHD) respektive 6800 (XT) und 6900 XT (Ultra HD). Dieser Zielsetzung entsprechend, ist Navi 23 ein Leichtgewicht. Er bringt knapp 11,1 Milliarden Schaltungen und 32 Compute Units (CUs) auf lediglich 237 mm² Kernfläche unter. Aus Gründen des verfügbaren Platzes und der Wirtschaftlichkeit verfügt Navi 23 über eine lediglich 128 Bit breite Speicher-Datenbahn, was den Durchsatz prinzipiell gering hält, aber zur GPU-Leistung passt.
Die Radeon RX 6600 muss sich im Gegensatz zur XT-Variante mit einem abgespeckten Grafikchip begnügen, Navi 23 XL genannt. Dies dient nicht nur der Produktdifferenzierung, sondern erlaubt es AMD auch, teildefekte GPUs noch produktiv einzusetzen. Von den 32 Compute Units und, daraus resultierend, 2.048 FP32-Rechenwerken bleiben auf der Radeon RX 6600 noch 28 respektive 1.792 Einheiten übrig. Auch beim Takt muss die RX 6600 gegenüber ihrer großen Schwester Federn lassen, offiziell steht es 2.044 zu 2.359 MHz "Game Clock". In der Praxis boosten beide Modelle meist deutlich höher, eine Differenz zwischen der kleinen und der großen Karte bleibt jedoch. Unter dem Strich wurde die Einheitenmenge nur um 12,5 Prozent reduziert, zusammen mit dem Takt wird jedoch knapp das Doppelte daraus.
Auch beim Speicher setzt AMD den Rotstift an - wohlweislich nur beim Durchsatz, nicht bei der Kapazität. Die Radeon RX 6600 muss als erstes RDNA-2-Modell mit schnöden 14 Gigatransfers pro Sekunde (GT/s) auskommen, womit die Transferrate gegenüber der 6600 XT von 256 auf 224 GByte/s sinkt (erneut -12,5 Prozent). Die Speicherkapazität bleibt unangetastet bei 8 GiByte, was gut zum Einsatzzweck und Leistungsniveau passt. Ein Problem ist nur die Konkurrenz: Nvidias Geforce RTX 3060 protzt mit 12 GiByte, was bereits heute vereinzelt Vorteile bringt. Dazu gleich mehr.
Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)
AMD Radeon RX 6600 Press Deck 8
Infancy Cache
Anstatt den Speicher-Controller des Grafikchips aufzupumpen und mit energiehungrigem Hochtakt-Speicher zu kombinieren, packt AMD das Problem mit RDNA 2 bei der Wurzel. Alle Navi-2x-GPUs verfügen über "Infinity Cache", einen besonders üppigen Level-3-Zwischenspeicher im Kern. Dort, direkt neben den Rechenwerken, finden besonders kritische, oft genutzte Daten Platz, was gleich mehrere positive Effekte hat. Jeder Transfer aus dem Kern in Richtung DRAM und zurück kostet nämlich nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Problematisch ist, dass die SRAM-Zellen innerhalb der GPU Platz benötigen und somit die Fertigung komplexer sowie teurer machen.
128 MiByte Infinity-Cache steht den größten RX-6000-Grafikkarten mit Navi-21-Chip zur Verfügung, um auch bei den Datenaufkommen von Ultra HD die wichtigsten Daten zu fassen. Die WQHD-Lösung Navi 22, bislang nur auf der Radeon RX 6700 XT zu finden, muss sich mit 96 MiByte begnügen. Navi 23 (RX 6600 & XT) ist für geringere Auflösungen ausgelegt und muss sich daher mit lediglich 32 MiByte L3-Cache begnügen. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, reduziert jedoch dessen Schlagkraft mit steigender Auflösung. Wir holen uns ein weiteres Mal die unten abgebildete Grafik vom RDNA-2-Launch vors Auge: Mit einem kleineren Cache sinkt die Wahrscheinlichkeit, unmittelbar benötigte Daten zu finden, dennoch kann vielfach der Umweg über den Grafikspeicher vermieden werden, was die Effizienz und Geschwindigkeit drastisch erhöht.
Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)
Infinity Cache: Mit 32 MiByte ist die Fundrate (Hit Rate) in Full HD noch ordentlich, steigende Auflösungen führen jedoch zu vielen Misses und der Umweg über den Grafikspeicher ist unumgänglich. 64 MiByte, hier noch markiert, finden sich in keinem RDNA-2-Chip.
Im Kontext der internen Transferrate besonders spannend ist die Breite der Cache-Datenbahn, welche mit dem Speicher-Interface skaliert: Navi 21 lässt seinen L3-Cache mit effektiv 1.024 Bit und einem Maximaltakt von 1,94 GHz arbeiten, was in beeindruckenden 1,99 TByte/s resultiert. Navi 22 nutzt intern einen 768-Bit-Aufbau und bringt es somit bei gleichem Takt auf 1,49 TByte/s. Der kleine Navi 23 betreibt seinen Cache hingegen mit 512 Bit sowie einem Maximaltakt von nur 1,8 GHz - sowohl bei der Radeon RX 6600 als auch 6600 XT. Dies führt zu einer Chip-internen Transferrate von 922 GByte/s, was im Falle der 6600 XT um den Faktor 3,6 schneller ist als der installierte GDDR6-Speicher mit 256 GByte/s. Bei der Radeon RX 6600 ist die Differenz etwas größer, hier arbeitet der Cache um den Faktor 4,12 schneller als der 224 GByte/s schnelle GDDR6. Mit anderen Worten: Kommt es zum Cache Miss, ist der Einbruch etwas schmerzhafter als bei der RX 6600 XT, die grundsätzliche Optimierung für Auflösungen rund um Full HD bleibt jedoch.
Eine komplette Übersicht der wichtigsten Leistungsdaten liefert die folgende Tabelle. Weitere Details und Modelle finden Sie in unserer GPU-Datenbank, die wir laufend um neue Grafikkarten erweitern.
| Grafikkarte | RX 6700 XT | RX 6600 XT | RX 6600 | RTX 3060 Ti | RTX 3060 | RTX 2060 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Nein | Nein | Ja | Nein | Ja |
| Marktstart | 18.03.2021 | 11.08.2021 | 13.10.2021 | 02.12.2020 | 25.02.2021 | 07.01.2019 |
| Architektur | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 | Ampere | Ampere | Turing |
| Codename/Konfektion | Navi 22 XT | Navi 23 XT | Navi 23 XL | GA104-200 | GA106-300 | TU106-200-KA |
| Chipgröße (reiner Die) | 336 mm² | 237 mm² | 237 mm² | 392 mm² | 276 mm² | 445 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 17.200 | 11.060 | 11.060 | 17.400 | 12.000 | 10.800 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | 8N (Samsung) | 8N (Samsung) | 12FFN (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 40 | 32 | 28 | 38 | 28 | 30 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 2.560/160/64 | 2.048/128/64 | 1.792/112/64 | 4.864/152/80 | 3.584/112/48 | 1.920/120/48 |
| Raytracing-Einheiten | 40 (1. Gen.) | 32 (1. Gen.) | 28 (1. Gen.) | 38 (2. Gen.) | 28 (2. Gen.) | 30 (1. Gen.) |
| Tensor-Kerne | - | - | - | 152 (3. Gen.) | 112 (3. Gen.) | 240 (2. Gen.) |
| Level-2-Cache (KiB) | 3.072 | 2.048 | 2.048 | 4.096 | 2.304 | 3.072 |
| L3 Infinity Cache (MiB/Bit) | 96/768 | 32/512 | 32/512 | - | - | - |
| Infinity Cache Max. Takt (MHz) | 1.940 | 1.800 | 1.800 | - | - | - |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 2.424 | 2.359 | 2.044 | 1.665 | 1.777 | 1.680 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 24,8 | 19,3 | 14,7 | 16,2 | 12,7 | 6,45 |
| FP32/FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) | 12,4/0,78 | 9,7/0,60 | 7,3/0,46 | 16,2/0,25 | 12,7/0,20 | 6,45/0,20 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 387,8/155,1 | 302,0/151,0 | 228,9/130,8 | 253,1/133,2 | 199,9/85,7 | 201,6/80,6 |
| Speicheranbindung (Bit) | 192 | 128 | 128 | 256 | 192 | 192 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 16,0/8.000 | 16,0/8.000 | 14,0/7.000 | 14,0/7.001 | 15,0/7.501 | 14,0/7.001 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 384 | 256 | 224 | 448 | 360 | 336 |
| Transferrate Infinity Cache max. (GB/s) | 1.490 | 922 | 922 | - | - | - |
| Speicherkapazität (MiB) | 12.288 | 8.192 | 8.192 | 8.192 | 12.288 | 6.144 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 ×16 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 3.0 ×16 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | Je 1× 8-/6-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 12-Pol/1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
| Typische Leistungsaufnahme | 230 Watt | 160 Watt | 132 Watt | 200 Watt | 170 Watt | 160 Watt |
| Unverbindliche Preisempfehlung | 479 Euro | 379,99 Euro | 339 Euro | 419 Euro | 329 Euro | 369 Euro |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und somit auch der Durchsatz. Alle Angaben, auch zu Caches, ROPs und Durchsatzraten, sind durch Nachfrage bei AMD und Tools verifiziert.
Die Radeon RX 6600 und XT haben ein weiteres Merkmal gemeinsam: die von 16 auf 8 PCI-Express-Lanes gestutzte Anbindung an das Host-System. AMD gibt an, dass diese Menge in allen erdenklichen Szenarien ausreichend sei. Tatsächlich gilt das nur beim Einsatz auf einer modernen Infrastruktur, welche den 4.0-Standard bereitstellen kann. In diesem Fall kann eine Radeon RX 6600 (XT) effektiv auf den Durchsatz von PCI-E ×16 3.0 zurückgreifen. Kommt die Grafikkarte hingegen auf einem Unterbau mit 3.0-Steckplatz zum Einsatz, halbiert sich die Transferrate. Dies führt nicht unbedingt zu fühlbar geringerer Leistung, wird jedoch spätestens beim Überlauf des lokalen Grafikspeichers zum Problem.

Das auch noch vom Redakteur als billig zu bezeichnen ist der Oberhammer aber für die ist ja die 3080TI auch kleines Geld. Unabhängig ja wo denn. So ziemlich alle haben sich gegen die Spieler gestellt. Aber auch selbst Schuld die glauben ja eine 3070 um 499 ist billig. Die 2080 Super war schon mies mit 8gb aber eine 2080TI Leistungskarte mit 8gb ist ein schlechter Scherz. Kuckt mal wie Pascal abschmiert in letzter Zeit da kommt ja Nostalgie auf.
Meine gebrauchte 1060 6G wurde auf eBay für 250€ versteigert (1€ Startpreis, keiner wurde dazu gezwungen).
Dazu ist die UVP eine Empfehlung, keine Pflicht. Wenn sie verkauft werden ist anscheinend eine Nachfrage danach vorhanden.
Aber ich meine die gleiche Leistung ging Sommer 2019 für 419€ an den Start. Zugegeben, die hier ist etwas effizienter aber dafür fehlt ihr auch sowas wie DLSS. RT Leistung ist zudem 10% unter einer 2060 Non S. Wobei gut, in diesen Leistungsklassen verzichten wohl viele auf das Feature. Und die UVP ist natürlich zur Zeit nur theoretisch, weswegen es auch am Ende egal ist.
Habe meine 2060S vor gut 2 Jahren für 399 € neu gekauft. Dem entsprechend ist selbst die UVP von 339€ für heutige Verhältnisse ein Witz, aber die Hersteller ziehen scheinbar ihre Preise aufgrund der aktuellen Situation an. Wollen eben auch ein Stück vom Kuchen abhaben, denen gönn ichs auch eher als den Scalpern.
Das auch noch vom Redakteur als billig zu bezeichnen ist der Oberhammer aber für die ist ja die 3080TI auch kleines Geld. Unabhängig ja wo denn. So ziemlich alle haben sich gegen die Spieler gestellt. Aber auch selbst Schuld die glauben ja eine 3070 um 499 ist billig. Die 2080 Super war schon mies mit 8gb aber eine 2080TI Leistungskarte mit 8gb ist ein schlechter Scherz. Kuckt mal wie Pascal abschmiert in letzter Zeit da kommt ja Nostalgie auf.