Geforce RTX 3060 vs. RTX 3060 Ti vs. RTX 2060: Was bringen 12 GiByte wirklich?
Seit dem 25. Februar ist Nvidias Geforce RTX 3060 verfügbar - zumindest zeitweise, wenn auch zu hohen Preisen. Das Hauptargument für die neue Gaming-Geforce ist die Speichermenge von stolzen 12 GiByte. Doch was bringt das eigentlich? In "normalen" Einstellungen wenig bis gar nichts - beim Raytracing ergeben sich jedoch teils erstaunliche Vorteile. PCGH macht den Speicher-Test.
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Die erste Grafikkarte des Jahres 2021 hört auf den Namen Geforce RTX 3060 12GB (PCGH-Test) und hat, der offizielle Name sagt es bereits, 12 GiByte Speicher. Was auf den ersten Blick neben RTX 3070 8GB und RTX 3080 10GB "falsch" aussieht, markiert vermutlich den Startpunkt für ein erneuertes, zeitgemäßes Geforce-Lineup. Derzeit befinden sich nicht nur die Grafikkarten in einer Übergangsphase, sondern auch die Spiele. Kein Titel ist konsequent auf die Möglichkeiten der Ende 2020 erschienenen "Next-Gen-Konsolen" Playstation 5 und Xbox Series X|S getrimmt, alle Entwicklungen nehmen derzeit noch Rücksicht auf die vorherige Konsolengeneration. In den kommenden Monaten wird sich das sukzessive ändern, mit neuen Grafik-Sphären und entsprechenden Anforderungen.
Die Geforce RTX 3060 12GB ist bestens auf kommende Workloads vorbereitet, welche auf die Möglichkeiten von DirectX 12 Ultimate und größeren Speicher-Pools ausgelegt sind. Wann die Entwicklung an Fahrt aufnimmt und welches Niveau wann erreicht wird, lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. Treue PCGH-Leser wissen, dass wir es dennoch gerne versuchen - ohne Glaskugel, sondern auf Basis moderner, anspruchsvoller Spiele. Die Richtung rund um Raytracing und das klassische "Mehr von allem" ist klar. Doch kann eine Mittelklasse-Grafikkarte wie die Geforce RTX 3060 12GB überhaupt von ihrem Riesenspeicher profitieren, oder ist vorher die GPU am Ende? Es kommt, wie so oft im Leben, darauf an. Dieser Artikel zeigt auf, unter welchen Umständen es klappt - Überraschungen inklusive.
Speichervöllerei mit Sinn
Seit der Raytracing-Rummelzug im Spätsommer 2018 seine Jungfernfahrt aufnahm, ist viel passiert. Unzählige Entwickler haben sich seitdem mit der Zukunft des Echtzeit-Renderings auseinandergesetzt, Foschung wurde betrieben, Engines wurden angepasst, Lerneffekte sind eingetreten - und seit Ende 2020 sind auch Radeon-Grafikkarten und Konsolen mit an Bord. So kommt es, dass der Zug langsam, aber sicher an Fahrt aufnimmt. Spiele mit Raytracing werden zahlreicher und stellen besonders hohe Anforderungen an die GPU, die CPU und auch die Speicherkapazität. Das ist nachvollziehbar, denn die realistische Beleuchtung erfordert zusätzliche Berechnungen, deren Ergebnisse zwischengespeichert werden müssen. Während Grafikkarten mit weniger als 8 GiByte Speicher bei "klassischen" Rasterspielen nur hier und da an ihre Grenzen stoßen, ist die Sachlage mit aktivem Raytracing noch etwas klarer: Wer alle Effekte einschalten möchte, sollte nicht unter 8 GiByte einsteigen. Diese Einsicht hatte nun auch Nvidia, deren Geforce RTX 3060 mit 12 statt 6 GiByte wirbt.
Was bringen 12 GiByte Speicher? Gehören die Geforce RTX 3060 Ti und RTX 3070 mit ihren 8 GiByte bereits zum alten Eisen? Diese naheliegenden Fragen können wir mit dem vorliegenden Artikel nicht abschließend beantworten, aber mit neuen Fakten anreichern. Weitere Information mit einem anderen Fokus liefert der etwas ältere Artikel Geforce RTX 3070 8 GB im Test: Spezial-Benchmarks visualisieren Speichermangel.
Zum Launch der Geforce RTX 3060 12GB haben wir eine frische Messreihe mit den anspruchsvollsten Raytracing-Spielen gestartet. Dabei aktivieren wir alle Details und testen die beiden sehr verbreiteten Auflösungen Full HD (1080p) sowie WQHD (1440p) - das optimale und offizielle Spielfeld für die RTX 3060. Der Spielbarkeit zuliebe testen wir zwar Full HD nativ, aktivieren in WQHD jedoch DLSS 2.0 im Quality-Modus. Damit wird die interne Renderauflösung unter Full HD herabgesetzt (auf 1.706 × 960 Pixel, um genau zu sein), allerdings clever sowohl räumlich als auch zeitlich aufgewertet. Das Ergebnis sieht über weite Bildteile besser aus als natives Full HD, läuft jedoch etwas besser. In den meisten Fällen kostet diese Aufwertung etwas mehr Speicher, denn auch hier gilt, dass Zusatzinformationen zwischengespeichert werden müssen. Apropos, damit die Streaming-Systeme der Spiele (und somit auch die Grafikkarten) ordentlich gefordert werden, verlängern wir den Messzeitraum und die Choreografien von den standardmäßigen 20 Sekunden auf 60 Sekunden und nennen die Testszenen daher "XT".
Bildergalerie
Zugegeben, bei der Auswahl handelt es sich um einige der speicherlastigsten Spiele, die Sie einer Grafikkarte derzeit vorsetzen können, daraus machen wir keinen Hehl. Das Wissen um die Anforderungen erlangen wir durch die Techniktests der Spiele. Das Ziel der Benchmarks war jedoch nicht, stupide alle Teilnehmer mithilfe sehr anspruchsvoller Einstellungen zu überfordern, sondern die Beantwortung der folgenden Frage: Was bringen 12 GiByte Speicher auf der Geforce RTX 3060? Dabei ist klar, dass 12 GiByte besser sind als die technische Alternative von 6 GiByte. Doch gibt es vielleicht Fälle, wo die RTX 3060 12GB trotz unterlegender Rechenleistung an der RTX 3060 Ti 8GB vorbeizieht? Gefragt, getestet. Eine Geforce RTX 2060 sorgt für eine Abrundung "untenrum", spielt für die Betrachtung aber keine große Rolle. Zum Einsatz kommen Standardmodelle ohne werkseitige Übertaktung, in jedem Fall lässt sich folglich durch manuelles Tuning noch etwas Leistung herauskitzeln.
Benchmarkergebnisse: 12 GiB vs. 8 GiB vs. 6 GiB
Full HD mit maximaler Raytracing-Qualität und WQHD inklusive DLSS-Entlastung sind kein Zuckerschlecken für die teilnehmenden Grafikkarten, hohe Bildraten sind prinzipiell nicht zu erwarten. Wer mehr als die üblicherweise anzutreffenden 30 bis 50 Fps sehen möchte, benötigt ein stärkeres Modell. Ob sich die RTX 3060 dank ihrer Kapazität von der Ti absetzen kann, dokumentieren die folgenden Balken-Benchmarks (Mittelwerte) und Frametime-Verläufe (Einzelwerte):
Die markantesten Ergebnisse werden - mal wieder - in Minecraft RTX und Wolfenstein Youngblood erzielt. Beide Spiele sind mit maximalen Details der Schrecken einer jeden speicherseitig unterbestückten Grafikkarte. Während der Nutzen des größten Texturpool-Settings in Wolfenstein zumindest fragwürdig ist, steht der Nutzen der maximalen Sichtweite (Chunks) in Minecraft keineswegs zur Diskussion. Wie bereits die RTX 3080 gegenüber der RTX 3070 und die RTX 3090 gegenüber der RTX 3080 kann auch die RTX 3060 12GB dank ihres Speichers hier eine ganz neue Spielbarkeitsdimension auftun. Mit 24 RT-Chunks wird es erfahrungsgemäß auch für eine RTX 3080 10GB eng, wir haben jedoch keine aktuellen Vergleichsdaten vorliegen.
In Watch Dogs Legion werden zwar laut spielinterner Anzeige (siehe Bildergalerie) rund 9 GiByte adressiert, die Geforce RTX 3060 Ti macht dennoch eine gute Figur. Ähnlich sieht es in Cyberpunk 2077 aus, die RTX 3060 kann sich nicht nennenswert in Szene setzen - was noch mehr zählt als die Speicherkapazität, ist hier die Rechenleistung der GPU. Anders sieht das bei Crysis Remastered aus, wo die RTX 3060 12GB mit steigender Auflösung Boden gutmacht, da sie keine Daten auslagern muss und daher geringer einbricht. Im speicherlastigen Godfall, das erst seit zwei Wochen Raytracing auch auf Geforce-GPUs ermöglicht, führt der Auflösungswechsel zu einem Tausch der Plätze: Während die RTX 3060 Ti in Full HD noch führt, bricht ihr das höhere Datenaufkommen nebst Auslagerung in WQHD das Genick; die RTX 3060 12GB erzielt wesentlich bessere Frametimes.
Nebenbei bemerkt: Die Ampere-Grafikkarten können im Falle eines Speicherüberlaufs auf der Testplattform von PCI-Express 4.0 profitieren. Turing beherrscht hingegen nur PCI-Express 3.0. Die Geforce RTX 2060 trifft ihr Handicap somit besonders hart, während eine RTX 3060 6GB etwas besser liefe, da die Kopiervorgänge weniger Zeit benötigen.
Das bringen 12 GiByte Speicher: Vorläufiges Fazit
Speicher ist durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Speicher: Diese alte IT-Regel hat nach wie vor Bestand. Es gilt zwar landläufig als effizient, wenig Speicher zu adressieren, doch hat es handfeste Vorteile, so viel davon zu reservieren wie möglich. Große Spielwelten laufen konstanter und flüssiger, wenn mehr Daten präventiv eingeladen werden, anstatt sie erst bei Bedarf anzufordern - doch genau das tun die meisten Streaming-Systeme. Raytracing erfordert es gegenüber Rasterisierung, weitere Daten vorzuhalten, und stellt damit höhere Anforderungen an die Grafikkarte.
Die Benchmarks der speicherseitig anspruchsvollsten PC-Spiele mit aktivem Raytracing bestätigen, dass mit 6 GiByte nichts mehr zu holen ist. Sie zeigen aber auch, dass 8 GiByte über kurz oder lang zum Problem werden. Da wir hier von Full HD und WQHD (mit DLSS-Upscaling) sprechen, also keineswegs abgehobenen Auflösungen, ist zumindest eine milde Panik angebracht. Die markanten Siege der Geforce RTX 3060 12GB gegenüber der gewöhnlich um 29 Prozent schnelleren RTX 3060 Ti 8GB zeigen, wohin die Reise künftig gehen könnte. Was Sie mit dieser Information anfangen, bleibt Ihnen überlassen.
Künftige Spiele werden zeigen, wie die Geschichte mittelfristig ausgeht. Mit DirectX 12 Ultimate respektive dessen Entsprechung bei Next-Gen-Konsolen stehen neue Möglichkeiten bereit, um die neuen Effekte effizienter zu berechnen und auch Speicher zu sparen. Wir skizzieren hier somit nur ein mögliches Zukunftsszenario. Die Erfahrung lehrt, dass es immer schlecht optimierte Spiele und Effizienzperlen geben wird - aber für welche rüsten Sie auf?

8 GB VRAM sind genug solange man unter 4k bleibt.
Der Artikel unter den du hier kommentiert belegt das auch.
Und den nächsten Satz muss ich mir mal als Template speichern:
In C:S verfüge ich über einige Spielstände, die in FHD bereits die 8 GB voll belegen.
Andere Spiele aber ebenso, in WQHD sogar einige mehr.
Und bevor mir jemand sagt: "Das sind ja Ausnahmen! "
1. Nicht für mich. Extrem komplexe, riesige 4X und Aufbauspiele sind meine tägliche Kost.
2. Ausnahmen sind Gegenbeispiele. Man kann keine absoluten Aussagen treffen wie "unter 4K reichts", dann aber Belege für das Gegenteil als Ausnahmen abtun. Dann muss man sich eben mal mit einschränkenden Formulierungen abfinden wie:
Für die Mehrheit reichen zur Zeit 8GB VRAMunterhalb der 4K Auflösung aus. Zu Einschränkungen bei einigen aktuellen wie insbesondere künftigen Spielen kann es aber kommen.
Dem kann ich dann auch problemlos zustimmen.
Ganz unabhängig von RT.
8 GB VRAM sind genug solange man unter 4k bleibt.
Dazu war die erste Version von DLSS auch nicht wirklich... also da haste schon so einige Fehler im Bild gesehen, ein paar sind jetzt noch da bei DLSS 2.0 aber es ist deutlich besser geworden. Version 1.0 ist echt
Die 5700XT wurde einfach empfohlen weil sie günstiger als der Vergleich von Nvidia war...
Ich habe aber gleichzeitig immer gesagt das die 1080TI > 5700XT > 2070 ist.
Ganz unabhängig von RT.
8 GB VRAM sind genug solange man unter 4k bleibt.
Wenn jemand längerfristig denkt/kauft...bitte jeder wie er will.
Die 5700XT wurde einfach empfohlen weil sie günstiger als der Vergleich von Nvidia war...
Ich habe aber gleichzeitig immer gesagt das die 1080TI > 5700XT > 2070 ist.
die 1080TI ist ja quasi die 3060 von jetzt.. +/- etwas Differenz in der GPU Leistung
Und ja die 50-100€ Aufpreis zur 2070 haben auch mehr Leistung gebracht, aber beide Karten waren nicht wirklich Top da greift man dann doch ehr zu dem Übel was am wenigsten kostet...
Gleiche Schema hab ich auch jetzt angewendet:
Brauche ich mehr als 8GB VRAM Ja/Nein= Ja
Reichen mir 10GB bei der Leistung einer 3080 Ja/Nein = Nein
Müssen schon jetzt 24GB sein? Ja/Nein = Nein
Was erfüllt das Schema und kostet am wenigsten bei halbwegs guter Raytracing Leistung über Turing?