Intel Arc B390 vs. Desktop-Grafikkarten plus Multi Frame Generation im Test
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Intel Arc B390 vs. Desktop-Grafikkarten plus Multi Frame Generation im Test [Update]

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Wie gut ist Intels neue Multi Frame Gen? Abschließend ziehen wir ein Fazit zur Arc B390.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres gewährte Intel einen Ausblick auf die hauseigene Multi Frame Generation (MFG) nach dem Vorbild Nvidias. Mit Panther Lake ist XeSS 3 nebst MFG nun verfügbar, zeitexklusiv auf entsprechenden Notebooks, sofern man von mittlerweile publizierten Hacks absieht. Eine offizielle Unterstützung im Rahmen des Desktop-Treibers wird Intel jedoch in Kürze nachreichen - für alle Arc-Grafikkarten. Bis dahin: Wir haben einige Stunden mit Intels MFG am Notebook verbracht und können unseren positiven Ersteindruck von der CES bekräftigen. Dabei gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten.

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Multi Frame Generation im Test

Multi Frame Generation bringt die Idee einer Zwischenbildberechnung auf die nächste Stufe: Anstelle eines Zwischenbilds können bis zu drei KI-generierte Frames zwischen die konventionellen, "echten" Bilder gesetzt werden, um den Eindruck einer höheren Bildrate zu erzeugen. Während der Vorteil auf der Hand liegt, steigt mit jedem generierten Frame die Latenz, da die Zusatzbilder zunächst erzeugt und anschließend im richtigen Moment ausgegeben werden müssen. Das ist ein krasser Kontrast zu einer tatsächlich im gesamten Game-Loop vorliegenden, höheren Bildrate - eine solche senkt die Latenz konsequent. Latenzkompensierende Maßnahmen sind daher Pflicht, um das Spielgefühl angenehmer zu machen. Wie man das optimal angeht, hat sich Intel bei Nvidia abgeschaut: Integriert ein Entwickler XeSS Frame Generation, verpflichtet er sich laut Guidelines auch zu XeLL (Xe Low Latency), dem Pendant zu Nvidias Reflex. Beide Funktionen haben das gleiche Ziel: Durch maximale Straffung der Render-Queue wird die Ausgabelatenz so kurz wie möglich gehalten. Hier besteht ein klarer Unterschied zu AMD, deren FSR Frame Generation seit jeher auch ohne latenzkompensierende Maßnahmen aktiviert werden kann (in diesem Fall: Anti-Lag). Das sichert maximale Kompatibilität, führt jedoch zu einem mehr oder minder fühlbaren Lag.

Bietet ein Spiel Support für XeSS Frame Generation, ist die Aktivierung von Multi Frame Generation eine Sache von wenigen Klicks, denn auch hier hat Intel den Nvidia-Weg gewählt: Wählen Sie einfach 3× oder 4× Multi Frame Generation in der Arc-Software - fertig. Der Treiber wandelt die 2×-FG-Anfrage bestehender Spiele entsprechend um und macht aus einem die gewünschten bis zu drei Zwischenbilder. Das funktionierte in unserem Test mit vier Spielen absolut problemlos, der Wechsel des Modus erfordert aber stets einen Neustart des Spiels. Erst künftige Titel werden nativ entsprechende Schalter für 2×, 3× und 4× aufweisen. Bietet ein Spiel hingegen keine Unterstützung für XeSS FG, kann auch keine MFG via Override genutzt werden (auch eine in allen Spielen nutzbare Funktion à la AMD Fluid Motion Frames oder Nvidia Smooth Motion bietet Intel nicht an).

Frame Generation Override: Wählen Sie einfach im Treiber, wie viele KI-Zwischenbilder Sie haben möchten. Quelle: PC Games Hardware Frame Generation Override: Wählen Sie einfach im Treiber, wie viele KI-Zwischenbilder Sie haben möchten.

MFG-Benchmarks

Intel nennt 40 Basis-Fps als Minimum für Frame Generation, empfiehlt jedoch mindestens 60 für ein optimales Spielgefühl. Diese Angaben ergeben Sinn, Hartgesottene können jedoch auch mit weniger konventionell erzeugten Frames und Multi Frame Generation Versuche wagen. An einem Mobilgerät hat man nicht immer die Wahl, wenn die Grafik hübsch bleiben soll - dieses Szenario sehen wir uns nun anhand von vier Spielen an. Jedes einzelne unterstützt XeSS Frame Generation und Xe Low Latency und läuft ordentlich auf der Arc B390. Wir testen erneut unter Full HD, aktivieren jedoch konsequent XeSS Quality, was zu einer internen Auflösung äquivalent zu DLSS Balanced oder FSR Balanced führt (58 %). Im ersten Schritt testen wir ohne Frame Generation und ohne XeLL, in den weiteren mit Frame Generation, was XeLL automatisch inkludiert. Die Ergebnisse:

Fangen wir bei den Grundkosten an. Das Zwischenbild muss erzeugt werden. Zusätzlich fällt ein wenig Zeit für das Frame Pacing an, denn die Bilder müssen in regelmäßigen Abständen ausgegeben werden, ansonsten käme es zu unschönen Verteilungen wie zu Multi-GPU-Zeiten (siehe Alternate Frame Rendering). Intel gibt zu Protokoll, dass das Frame Pacing in Software geschieht; spezielle Hardware-Schaltungen existieren nicht. Die Skalierung kann sich sehen lassen: Die durchschnittlichen Bildraten steigen mit 2× FG um 75 bis 83 Prozent, was an die jüngsten Zahlen von FSR 4 FG erinnert. Die optische Geschmeidigkeit an unserem Test-Notebook nimmt sehr deutlich zu, der Mehrwert steht zu keiner Zeit infrage. Und Multi Frame Gen? Die Sprünge sind etwas kleiner, aber dennoch beachtlich: Die dreifache optisch wahrgenommene Bildrate mit 4× MFG gegenüber der Darbietung ohne Frame Generation ist die Regel.

Selbstverständlich steigert jedes zusätzliche Zwischenbild die Latenz gegenüber der Darstellung ohne Frame Generation. Das war bereits bei Nvidias MFG der Fall, das ist bei Intels MFG der Fall und das wird auch bei AMDs MFG der Fall sein, denn die kontrollierte Interpolation bedeutet stets einen Zusatzaufwand. Das schmälert Intels Errungenschaften keineswegs, wir halten XeSS 3 mit MFG für einen klaren Mehrwert - insbesondere auf einem Notebook, wo die Leistung und Bilddiagonale limitierter ausfallen als beim typischen Gaming-PC. An unserem Testgerät, einem Asus Zenbook Duo mit 14-Zoll-Bildschirm (OLED, 144 Hz), funktioniert die Idee zufriedenstellend - sofern man von Battlefield 6 absieht, das spätestens ab 3× MFG eine deutliche Dissonanz zwischen angezeigter und ausgegebener Bildrate darbietet. Hier stimmt etwas mit der Frame-Ausgabe nicht (mehr dazu bald in einem Video).

Arc B390 und MFG: Fazit

Es ist nicht das erste Mal, dass Intel mit einem Notebook-Prozessor Maßstäbe setzt, die erst später im klassischen Desktop-Segment Einzug halten. Panther Lake ist ein technisch sehr interessantes Design, das uns vor allem in puncto Grafikleistung überrascht hat. Bahnbrechende Leistungssteigerungen der neuen Xe-3-Mikroarchitektur sind spätestens seit den technischen Präsentationen im vergangenen Jahr vom Tisch, das Gesamtkonstrukt weiß aber so manches Mal zu erstaunen. Selbst anspruchsvolle Raytracing-Spiele laufen auf dem kleinen 12er-Tile, besser bekannt als Arc B390 - bei gerade einmal 30 Watt für Grafikberechnungen. Damit erreicht Intel ein Leistungsniveau irgendwo zwischen Geforce RTX 2060 (160 Watt) und Radeon RX 6600 (130 Watt) und legt die neue Multi Frame Generation obendrauf. Wir sind sehr gespannt auf den angekündigten Treiber, welcher MFG auf allen Arc-Grafikkarten freischaltet, und planen weitere Tests - bis dahin hoffentlich mit einer zuverlässigen Funktion, die Latenz auszugeben. In der Zwischenzeit muss sich Intel erneut eine Frage gefallen lassen: Warum ist der Fortschritt Mobile-Nutzern vorbehalten, wo bleiben neue Desktop-Grafikkarten?

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  3. Seite 3 Arc B390: Multi Frame Generation und Fazit
    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gniesbert Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Absolut. Nicht perfekt, aber ein klarer Mehrwert.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        MfG
        Raff
        Ich hab eine Frage zur Latenzmessung (hier via CapFrameX ?) . Im Graphen bei Minute 16 rum zu Cyberpunk kommt bei xell 88 ms, bei 2xfg 96 ms raus, also nur 8 ms Unterschied.

        Wie kann das sein? FG ist ja noch keine Extrapolation, heißt es wartet auf den nächsten Frame. Bei 30fps Ausgangslage wären das 33 ms.

        Current frame renders -- next frame (33ms) renders + FG inference (???) -- interpolated frame output --(16 ms wait with ideal frame pacing) -- next frame output.

        Verstehe ich da was falsch oder müsste die latency nicht mindestens bei 121 liegen? Sicher dass CapFrameX's measurements da richtig sind? Könnte man das per LDAT oder einem anderen externen ground truth measurement tool überprüfen?

        (aber insgesamt tolles video, ich mal den Präsentationsstil sehr!)
      • Von gniesbert Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Absolut. Nicht perfekt, aber ein klarer Mehrwert.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        MfG
        Raff
        Ich hab eine Frage zur Latenzmessung (hier via CapFrameX ?) . Im Graphen bei Minute 16 rum zu Cyberpunk kommt bei xell 88 ms, bei 2xfg 96 ms raus, also nur 8 ms Unterschied.

        Wie kann das sein? FG ist ja noch keine Extrapolation, heißt es wartet auf den nächsten Frame. Bei 30fps Ausgangslage wären das 33 ms.

        Current frame renders -- next frame (33ms) renders + FG inference (???) -- interpolated frame output --(16 ms wait with ideal frame pacing) -- next frame output.

        Verstehe ich da was falsch oder müsste die latency nicht mindestens bei 121 liegen? Sicher dass CapFrameX's measurements da richtig sind? Könnte man das per LDAT oder einem anderen externen ground truth measurement tool überprüfen?

        (aber insgesamt tolles video, ich mal den Präsentationsstil sehr!)
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Interessant wäre, wie sich Intel gegen AMDs iGPUs wie die 780M und 890M schlägt. Strix Halo (8060S/8050S) mal außen vor, außer Intel fragt ähnliche Preise ab.

        Wenn ich mir da Benchmarks von 780M vs RX 6600 anschaue, ist letzter ja nach Spiel mal 60+ % vorn, mal 160%. Die Ergebnisse hier sehen auf den ersten Blick danach aus, als würde die B390 die 780M und auch 890M schlagen.
        Alan Wake 2, B390 16,5 fps, RX 6600 21 fps, +27% für die 6600. In einem anderen Test AW2 Low Settings ohne FSR, 780M 23 fps, RX 6600 51 fps, +143% für die 6600.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        ... dafür kommt man aber näher an die theoretischen Werte (etwa 2× Fps bei 2× FG). Im GPU-Limit bremst der Zusatzuaufwand für Frame Gen den Grafikprozessor nämlich weiter aus.

        MfG
        Raff
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von EM_EN
        Meine Euphorie wurde soeben von [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] etwas eingebremst. Mein PCIe 3.0 System mit schwacher CPU ( Ryzen 3600 ) wird möglicherweise Schwierigkeiten bekommen. GGF muss ich ein PCIe 4.0 mit mehr Bums freischaufeln, ich will INTEL MFG !!!

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Das Problem bei MFG ist, wenn du durch die CPU oder (teilweise) den BUS gebremst wirst, dann funktioniert die Kompensation der Latenz nicht mehr. LowLatency funktioniert nicht im CPU-Limit!
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Zitat von EM_EN
        Vielen Dank für den Test. Habe kein Notebook, bin eher der Desktop Typ.
        Aber interessant hier in dem Zusammenhang, was mit MFG bei Intel möglich ist.
        Meine A770 scharrt schon mit den Lüftern und freut sich auf das neue Treiberfutter mit dem MFG Booster.
        Meine Euphorie wurde soeben von [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] etwas eingebremst. Mein PCIe 3.0 System mit schwacher CPU ( Ryzen 3600 ) wird möglicherweise Schwierigkeiten bekommen. GGF muss ich ein PCIe 4.0 mit mehr Bums freischaufeln, ich will INTEL MFG !!!

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