Intel Arc B390 vs. Desktop-Grafikkarten plus Multi Frame Generation im Test [Update]
Wie schnell ist die Intel Arc B390 im Vergleich mit "echten" Grafikkarten? Unsere spannenden Benchmarks geben Aufschluss.
Inhaltsverzeichnis
Die PCGH macht wieder PCGH-Dinge: Wir vergleichen eine arme, kleine Mobile-GPU mit gestandenen Grafikkarten, welche um Faktoren mehr Strom und Material verschlingen - und genau das macht die Sache so spannend! Als Testvehikel dient uns nach wie vor das Asus Zenbook Duo mit Intel Core Ultra X9 388H, welches wir um diverse Programme und Dienste erleichterten, um möglichst viele freie Ressourcen zu haben. Anschließend haben wir so viele Spiele wie möglich installiert und im höchsten verfügbaren Leistungsmodus gebencht.
Arc B390: Low-PowerHouse
Dem System-on-a-Chip (SoC, das Konstrukt aus CPU-, GPU, und I/O-Tile) stehen 55 Watt dauerhaft zur Verfügung, kurzfristig kann das Package bis zu 64 Watt aufnehmen. Die Zuweisung der Energie erfolgt dem Workload entsprechend, dynamisch und blitzschnell. Da wir im Folgenden mit anspruchsvollen Tests anrücken, wird die Energie stets voll genutzt und interessanterweise relativ gerecht aufgeteilt: Die Grafikeinheit genehmigt sich durchschnittlich 27 Watt - dazu gleich mehr. Sehen wir uns zum Einstand die theoretischen Durchsatzraten an, welche der General-Purpose-Benchmark von AIDA64 ausgibt (wir nutzen eine von Finalwire zu Testzwecken bereitgestellte Engineer License):
Quelle: PC Games Hardware
AIDA64 Arc B390 vs. Arc B570 vs. Radeon RX 6600 vs. Geforce RTX 5050
Was die ungleichen Arc-Geschwister B390 und B570 angeht, decken sich die Rohdaten der vorigen Seite mit den tatsächlichen Ergebnissen: Unter normalen Umständen, mit praxisnahen Einstellungen, hat die IGP keine Chance. Beim Blick auf die Radeon RX 6600, Mittelklasse des Jahres 2021, wird es dann interessant, denn so mancher Durchsatzwert der Arc B390 deutet eine Konkurrenzfähigkeit an. Damit leiten wir über zu den Gaming-Benchmarks. Intels Top-Mobilprozessor stellt sich dem regulären GPU-Leistungsindex 2026. Das bedeutet Benchmarks in Full HD mit maximalen Details - wie das wohl ausgeht?
Arc B390 vs. Desktop-Grafikkarten: Rasterizing
Unter anderem aus Kapazitätsgründen haben wir nicht die vollständige Suite mit 20 Rasterizing- und 15 Raytracing-Spielen absolviert, sondern uns auf eine bunte Auswahl beschränkt - die 1-TByte-SSD unseres Testgeräts ist dennoch randvoll. Wir beginnen mit den Rasterizing-Tests, die Sie als treue PCGH-Leser kennen. Wir testen die Arc B390 so, als wäre sie eine eigenständige Grafikkarte - analog zum Namen, der nirgendwo nach "Mobile" klingt. Kommen wir direkt zu den Ergebnissen:
Kein schlechter Einstand, aber auch kein Grund für Jubel: Die Arc B390 kann zwar die Geforce GTX 1060 und Radeon RX 580 klar distanzieren, beißt sich jedoch an der Geforce RTX 2060 und Radeon RX 6600 ihre kleinen Zähnchen aus. Sehen wir uns an, welche Platzierungen sich ergeben, wenn man einen abgespeckten Leistungsindex mit den elf getesteten Spielen erstellt:
Spätestens an dieser Stelle ist die Leistungsaufnahme interessant: Tools, welche Intels Telemetrie auslesen können, attestieren dem GPU-Tile einen Durchschnittsverbrauch von weniger als 30 Watt - exakt 26,8 Watt über alle Benchmarks, mit Spitzen auf bis zu 31 Watt, um es mit den Daten von CapFrameX zu sagen. Diese Angabe ist vergleichbar mit der GPU-Power älterer Radeon-Grafikkarten. Zum Vergleich: Die Radeon RX 6600 arbeitet mit 100 Watt GPU-Power. Behalten wir diese Information im Hinterkopf und sehen uns an, wie Intels Xe-3-GPU beim Raytracing abschneidet.
Arc B390 vs. Desktop-Grafikkarten: Raytracing
Auch hier haben wir kein Erbarmen und testen die Arc B390 mit unseren bewusst GPU-lastigen Benchmarkszenen und maximalen Details. Die sechs Beispiele stellen sehr unterschiedliche Anforderungen, wobei Cyberpunk 2077 der "gemeinste" Test ist: Das Spiel fordert die CPU und GPU simultan zu Höchstleistungen, sodass das Gerangel um das Energiebudget besonders erbittert ausgefochten wird.
Beachten Sie bitte, dass die Geforce GTX 1060 und Radeon RX 580 in diesen Tests fehlen, da sie kein Raytracing unterstützen. Die einfachen Ziele für die Arc B390 sind somit aus dem Rennen, dennoch landet Intels Mobile-Sprinter niemals auf dem letzten Platz. Im Gegenteil, verglichen mit der bereits erwähnten Radeon RX 6600 erweist sich ihre Leistung als konsistenter. Dafür gibt es mehrere Gründe auf Hardware-Ebene. Blicken wir zunächst auf Cyberpunk 2077, bei dem alle 8-GiByte-Grafikkarten abseits von Nvidia unter massivem Speichermangel leiden. Bei der Radeon RX 7600 und RX 6600 ist das besonders gravierend, da sie nur über eine halbierte PCIe-Anbindung verfügen. Die Arc B390 muss sich zu keiner Zeit mit derartigen Problemen herumschlagen, da sie - abseits des Caches - über keinen eigenen Speicher verfügt. Hier wird stets ein frei definierbares Kontingent des Hauptspeichers als VRAM reserviert, standardmäßig rund 18 GiByte (57 Prozent bei 32 GiB RAM). Die kleine GPU arbeitet folglich bei allen erdenklichen Speicherlasten gleich schnell, während Budget-Grafikkarten schnell die 8-GiB-Mauer durchschlagen und massiv einbrechen.
Während es in Doom: The Dark Ages und Metro Exodus Enhanced Edition immerhin für einen Gleichstand mit der Radeon RX 6600 genügt, passieren in F1 25 erneut interessante Dinge, welche speicherbedingt sind. Besonders spannend ist das Kopf-an-Kopf-Rennen der Arc B570 und der Arc B390, das die kleine GPU zumindest bei den Perzentilen gewinnen kann. Ursächlich ist auch hier Speichermangel, in diesem Fall ein Intel-exklusives Problem: Die Arc B570 performt trotz ihrer 10 GiByte in etwa wie eine 8-GiByte-Grafikkarte. Bei allem gilt: 29 Watt durchschnittliche Leistungsaufnahme für das GPU-Tile - die CPU muss hier etwas mehr des kostbaren Safts abgeben als beim Rasterizing. Sehen wir uns an, welche Leistungsindizes sich aus den sechs Spielen ergeben:
Die Arc B580 ist in beiden Fällen die 100-Prozent-Marke, an der sich die B570 und B390 messen lassen müssen. Bemerkenswert ist, dass der Abstand zwischen B580 und B390 beim Raytracing leicht wächst, während die B570 einige Federn lässt. Ursächlich ist, dass sowohl die B580 (12 GiByte dediziert) als auch die B390 (18 GiByte shared) mit voller Leistung laufen, während die 10 GiByte der B570 nicht uneingeschränkt genügen. Was möglich ist, wenn man XeSS inklusive der neuen Multi Frame Generation aktiviert, zeigen wir auf der nächsten Seite.

Nicht perfekt, aber ein klarer Mehrwert.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
MfG
Raff
Wie kann das sein? FG ist ja noch keine Extrapolation, heißt es wartet auf den nächsten Frame. Bei 30fps Ausgangslage wären das 33 ms.
Current frame renders -- next frame (33ms) renders + FG inference (???) -- interpolated frame output --(16 ms wait with ideal frame pacing) -- next frame output.
Verstehe ich da was falsch oder müsste die latency nicht mindestens bei 121 liegen? Sicher dass CapFrameX's measurements da richtig sind? Könnte man das per LDAT oder einem anderen externen ground truth measurement tool überprüfen?
(aber insgesamt tolles video, ich mal den Präsentationsstil sehr!)
Wenn ich mir da Benchmarks von 780M vs RX 6600 anschaue, ist letzter ja nach Spiel mal 60+ % vorn, mal 160%. Die Ergebnisse hier sehen auf den ersten Blick danach aus, als würde die B390 die 780M und auch 890M schlagen.
Alan Wake 2, B390 16,5 fps, RX 6600 21 fps, +27% für die 6600. In einem anderen Test AW2 Low Settings ohne FSR, 780M 23 fps, RX 6600 51 fps, +143% für die 6600.
MfG
Raff
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Aber interessant hier in dem Zusammenhang, was mit MFG bei Intel möglich ist.
Meine A770 scharrt schon mit den Lüftern und freut sich auf das neue Treiberfutter mit dem MFG Booster.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]