Intel Arc G3: Handhelds von MSI und Acer im Hands-on mit gutem Ersteindruck
Auf Einladung von Intel konnten wir Handhelds mit dem neuen Arc-G3-Prozessor ausprobieren - genauer gesagt, das Acer Predator Atlas 8 sowie das MSI Claw 8 EX AI+. Auf technischer Ebene überzeugen beide, einen Favoriten gibt es trotzdem.
Seit Wochen macht Intel deutlich, dass man einen Angriff auf den von AMD dominierten Handheld-Markt wagen will. Speerspitze der Offensive ist der neue Arc G3 als SoC, mit dem das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen erstmals explizit für Gaming-Handhelds konzipierten Chip auf den Markt wirft. PCGH konnte sich erste Handhelds mit dem Arc G3 bei einem Hands-on-Besuch im Rahmen der laufenden Intel Extreme Masters in Köln genauer ansehen.
Eine Auffrischung zum Arc G3
Der erwähnte Arc G3 ist bereits länger Thema bei Intel gewesen - immerhin setzt der Hersteller viele Hoffnungen in die zugrundeliegende Panther-Lake-Architektur. Zur Erinnerung der Specs-Überblick im Schnelldurchlauf: Der Intel Arc G3 vereint 14 Kerne in sich, die sich in 2 Performance-, 8 Effizienz- und 4 LP-Kerne aufteilen.
Die Krux am Chip ist allerdings die Grafikeinheit. Unter anderem stecken hier jeweils 10 Xe-Kerne und Raytracing-Einheiten (Arc B370) drin; in der Extreme-Variante des Arc G3 sind es derer 12 (Arc B390). Hinzu kommen einige Tricks wie "Intelligent Bias Control 3.5" sowie "Optimized Power Delivery" - gemeint ist eine reibungslosere Zuweisung der Leistung an CPU und GPU, was wiederum einiges an Overhead freiräumt und in letzter Konsequenz nicht nur mehr Leistung für die GPU erlaubt, sondern entsprechend auch konstantere Frametimes ermögliccht.
Die Grafikeinheit zeigte sich dabei insbesondere als Arc G3 Extreme bereits als vielversprechender Kandidat:
Acer vs. MSI: Ein fast exaktes Gleichnis
Diese Extreme-Version des Arc G3 ist es auch, die wir auf der IEM 2026 zu Gesicht bekamen. Denn sowohl das jüngst angekündigte Acer Predator Atlas 8 als auch das MSI Claw 8 EX AI+ als hier (erneut) vorgestellte Handhelds setzen auf die maximale Chipvariante. Natürlich waren beide Vertreter auf der zugehörigen Präsentation voll des Lobes für den neuen Intel-Prozessor - schließlich sei die geleistete Energieeffizienz insbesondere für den Handheld-Markt ein neues und vor allem wichtiges Niveau.
Im Kontext des Innenlebens unterscheiden sich die beiden Handhelds allerdings so gut wie nicht voneinander.
- Der wohl wichtigste Unterschied ist in der RAM-Größe: Während MSI auf bis zu 32 GiB DDR5 baut, ist bei Acer der Gürtel mit 24 GiB RAM etwas enger geschnallt.
- Der IPS-Bildschirm bleibt wiederum mit einer Diagonale von acht Zoll, 1.920 x 1.200 Pixeln, einer variablen Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz und 100 Prozent sRGB-Farbraumabdeckung identisch.
- Gleiches gilt (fast) für die Anschlüsse: Hier sind Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4, zweimal Thunderbolt 4 sowie eine Combo-Headset-Buchse an Bord. MSI hebt sich mit einem Slot für MicroSD-Express noch leicht ab.
Auch das Controller-Layout bietet auf den ersten Blick keinen Anlass für Unterschiede - zumindest, sobald die Geräte auf dem Markt sind. Denn noch hat das Acer Predator Atlas 8 keine TMR-Sticks; auch unser Prototyp verzichtet darauf, was sich auch direkt in der Bedienung bemerkbar macht. Das soll sich laut dem anwesenden Acer Senior Business Manager Ivano Cimaglia zum Marktstart ändern.
Anderweitig ist das A/B/X/Y-Schema ebenso da wie ein klassisches D-Pad; hinzu kommen die üblichen L2/R2-Hall-Effekt-Trigger, anpassbare L/R-Trigger-Switches sowie Bumper und Makrotasten auf der jeweils linken und rechten Seite.
Quelle: PCGH
Technisch eine runde Sache: Das Acer Predator Atlas 6 lässt uns ruckelfrei über die Straße gleiten.
Der erste Eindruck hat einen Favoriten
Was macht man also mit zwei Geräten, die auf den ersten Blick sehr identisch wirken und mit denen man nur vergleichsweise kurze Zeit ohne große Messgeräte zur Verfügung hat? Man nimmt sie einfach einmal für ein paar Minuten in die Hand und daddelt ein wenig darauf herum - fast buchstäblich zu nehmen, denn am Ende des Tages wollen Handhelds eben als mobile Spielgeräte verstanden werden.
Und hier kristallisiert sich schnell ein (subjektiver) Favorit heraus: MSI hat mit dem Claw 8 EX AI+ ein etwas runderes Gesamtpaket abgeliefert. Dafür sorgt nicht nur, dass sich das Handheld etwas leichter in der Hand anfühlt, sondern insbesondere die Ergonomie des Controllers. Bei diesem habe sich MSI stark am gängigen Xbox-One-Controller orientiert, der dahingehend vor allem für größere Hände eine angenehme Wahl ist.
Hinzu kommt die Software, mit der MSI uns zum Zeitpunkt des Testens mehr Optionen zur Verfügung stellte. Wer es etwa mit der Energieeffizienz ganz genau nehmen möchte, kann über das vorinstallierte MSI Center sowohl PL1- als auch PL2-Limits in 1-Watt-Stufen regeln und sich im Anschluss anschauen, wie viel Fps vorgenommene Limits tatsächlich ausmachen.
Quelle: PCGH
Selbiges macht auch das MSI Claw 8 EX AI+ - dank mehr Einstellmöglichkeiten und besseren Controllern weiß das Handheld noch einen Tick mehr zu gefallen.
Daraus folgte im Rahmen unserer Hands-on-Runden auch, dass wir das MSI-Gerät immer lieber etwas länger in den Händen hielten - was mitnichten heißen soll, dass Acer ein schlechtes Produkt abliefert. Allerdings merkte man dem Predator Atlas 8 auch an, dass hier noch etwas haptischer Feinschliff fehlt.
Würden wir also die beiden Handhelds empfehlen? Stand jetzt: Ja, wenn wir uns blindstellen und die horrenden Preise ignorieren, die Acer und MSI mutmaßlich zum Marktstart aufrufen, die Speicherkrise sei Dank. Denn mit Preisschildern deutlich jenseits der 1.500-Euro-Marke werden sowohl das Claw 8 EX AI+ als auch das Predator Atlas 8 für Preis-Leistungs-Liebhaber nur schwer zu verargumentieren sein - was schade ist, weil die Technik dahinter im Ersteindruck wirklich viel Anlass zur Freude bietet.
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Schade... Früher konnte man auf schnellen Preisverfall hoffen, heute sind nur noch Preissteigerungen zu erwarten.