Geforce RTX 5060 im Test: Mehr Schatten als Licht - spaßarm, aber sparsam! [Update]
Die Geforce RTX 5060 ist seit dem 19. Mai im Handel. Wir haben Nvidias neueste Gaming-Grafikkarte durch unseren Parcours gescheucht und verraten im großen Test, was die kleine RTX 5060 kann - und was nicht. Hat Nvidia nun eine Antwort auf die Arc B580 und Radeon RX 7600 XT?
In diesem Artikel
Hinweis: Mittlerweile gibt es auch einen Video-Test auf unserem Youtube-Kanal von PCGH. Raff beantwortet unter anderem die Frage, ob es sich für Nvidia gelohnt hat, den Treiber für die Geforce RTX 5060 zurückzuhalten, sodass es keinen objektiven Test der bisher kleinsten Blackwell-Karte vor dem Verkaufsstart gibt.
Wer sich für günstige Grafikkarten interessiert, hat eine neue Option: Nvidias Geforce RTX 5060. An dieser Stelle dreht sich alles um die Leistung der kleinsten Blackwell-Grafikkarte, nicht um die begleitende Kontroverse. Falls Sie sich dafür interessieren, bitte hier entlang: Geforce RTX 5060 im Nicht-Test: Was Sie zum heutigen Verkaufsstart wissen müssen. Hier findet sich auch der Grund für den verzögerten Test.
Nachdem wir den öffentlichen Treiber am 19. Mai gegen 17 Uhr herunterladen konnten, haben wir einen Marathon hingelegt, um Ihnen heute das erste vollumfängliche Review der Geforce RTX 5060 präsentieren zu können. Hatte Nvidia tatsächlich gute Gründe dafür, zeitnahe Analysen zu boykottieren? Die Stunde der Wahrheit ist gekommen.
Geforce RTX 5060: Übersicht
Die Geforce RTX 5060 basiert auf dem gleichen Grafikchip wie die RTX 5060 Ti, dem GB206. Die 181 mm² kleine GPU beherbergt im Vollausbau 4.608 FP32-Shader-Einheiten und eine 128-Bit-Speicherschnittstelle. Diese wenig beeindruckenden Rohdaten sind nur ein Teil der Wahrheit, RTX 5000 erfuhr außerdem Verbesserungen unter der Haube. Vor allem die Fertigkeit, FP32- und INT32-Befehle feinkörnig abzuarbeiten, setzt in Einzelfällen enorme Leistungsgewinne frei (siehe unsere Ausarbeitung hier). Ein weiterer Pfeiler ist der konsequente Einsatz von GDDR7-Speicher: Alle RTX-5000-Grafikkarten nutzen den neuen DRAM-Standard, in den allermeisten Fällen mit 28 Gigatransfers pro Sekunde. Die Summe dieser Teile ermöglicht es beispielsweise, dass die Geforce RTX 5060 Ti 16GB um 17 Prozent schneller rendert als die RTX 4060 Ti 16GB, obwohl sie auf dem Papier nur fünf Prozent mehr Rechenleistung aufweist.
Sehen wir uns die gesamte Spezifikation der Geforce RTX 5060 im Vergleich an; weitere Modelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:
| Grafikkarte | RTX 4060 Ti 8GB | RTX 5060 | RTX 4060 | Arc B580 | RX 7600 XT | RTX 3060 12GB |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja | Nein | Nein | Ja | Nein | Nein |
| Getestetes Modell | Nvidia FE | Zotac Solo | Gainward Ghost | Intel LE | Sapphire Pulse | Zotac Twin Edge |
| Marktstart | 18.07.2023 | 19.05.2025 | 29.06.2023 | 13.12.2024 | 24.01.2024 | 25.02.2021 |
| Architektur | Ada Lovelace | RTX Blackwell | Ada Lovelace | Xe 2 (BMG) | RDNA 3 | Ampere |
| GPU-Codename/Konfektion | AD106-350 | GB206-250 | AD107-400 | BMG-G21 | Navi 33 XT | GA106-300 |
| Chipgröße (Die) | 187,8 mm² | 181 mm² | 158,7 mm² | 272 mm² | 204 mm² | 276 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 22,9 | 21,9 | 18,9 | 19,6 | 13,3 | 12,0 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | 4N (TSMC) | 4N (TSMC) | 4N (TSMC) | N5 (TSMC) | N6 (TSMC) | 8N (Samsung) |
| Shader-Multiprozessoren (SMs) | 34 | 30 | 24 | 20 | 32 | 28 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.352/136/48 | 3.840/120/48 | 3.072/96/48 | 2.560/160/80 | 2.048*/128/64 | 3.584/112/48 |
| Raytracing-Einheiten | 34 | 30 | 24 | 20 | 32 | 28 |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 136 | 120 | 96 | 160 | 64 | 112 |
| Level-2-Cache (MiB) | 32 | 24 | 24 | 18 | 2 | 2,25 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | – | – | 32 | – |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 2.730 | 2.720 | 2.670 | 2.850 | 2.700 | 1.880 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 23,8 | 20,9 | 16,4 | 14,6 | 44,2 | 13,5 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 23,8 | 20,9 | 16,4 | 14,6 | 22,1 | 13,5 |
| Füllrate (Gtex/Gpix pro Sek.) | 371,3/131,0 | 326,4/130,6 | 256,3/128,2 | 456,0/228,0 | 345,6/172,8 | 210,6/90,2 |
| Multi Frame Generation | Nein | Ja (max. 3 KI-Bilder) | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Frame Generation für alle Spiele | Nein | Ja (1 Zwischenbild) | Nein | Nein | Ja (1 Zwischenbild) | Nein |
| Speicheranbindung (Bit) | 128 | 128 | 128 | 192 | 128 | 192 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 18,0/9.000 | 28,0/14.001 | 17,0/8.500 | 19,0/9.500 | 18,0/9.000 | 15,0/7.501 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR7 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 288 | 448 | 272 | 456 | 288 | 360 |
| Speicherkapazität (MiB) | 8.192 | 8.192 | 8.192 | 12.288 | 16.384 | 12.288 |
| PCI-Express-Anbindung | 4.0 ×8 | 5.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 | 4.0 ×16 |
| Stromanschlüsse | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 165 Watt | 145 Watt | 115 Watt | 190 Watt | 190 Watt | 170 Watt |
| Display-Konnektivität | DP 1.4a, HDMI 2.1a | DP 2.1b, HDMI 2.1b | DP 1.4a, HDMI 2.1 | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 2.1, HDMI 2.1 | DP 1.4a, HDMI 2.1 |
| UVP zum Start (Euro) | 439 | 319 | 329 | 289 | 359 | 329 |
| Preis zum Testzeitpunkt | 400 | 320 | 300 | 270 | 330 | 270 |
Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die rechtlich abgesicherten Herstellerangaben liegen teils deutlich darunter. *ALUs mit Dual-Issue-Fertigkeit, angegeben ist der bestmögliche Durchsatz
Auf dem Papier erreicht die Geforce RTX 5060 ein deutliches Plus gegenüber ihrer Vorgängerin RTX 4060: Die rohe, für Spiele maßgebliche FP32-Leistung steigt um 27 Prozent, die Speichertransferrate sogar um 65 Prozent. Letztere lässt sich 1:1 vergleichen, denn beide Modelle verfügen über die gleiche Menge an Zwischenspeicher, welcher direkt zwischen den Ausführungseinheiten und dem Grafikspeicher zu finden ist. Wie wir mittels Tools auslesen und -messen konnten, verfügt auch die RTX 5060 über 24 MiByte Level-2-Cache, ergo 8 MiByte weniger als die RTX 5060 Ti. Ein reduzierter Cache führt dazu, dass öfter auf den VRAM zurückgegriffen werden muss, die effektive Transferrate sinkt.
Alle bislang genannten Punkte sind bei der Geforce RTX 5060 ordentlich dimensioniert - zwei andere nicht. Gemeint sind die Speicherkapazität und PCI-Express-Anbindung, bei der weiter Stagnation und die Zahl "8" regieren: Die Geforce RTX 5060 verfügt stets über 8 GiByte Grafikspeicher und kommuniziert über 8 PCIe-Lanes mit dem Rest des PCs. Das Fatale: Beide Merkmale hemmen die Leistung der Grafikkarte für sich genommen, sind aber gerade in Kombination problematisch. Das Kernproblem ist, dass 8 GiByte Speicher längst nicht mehr ausreichen, um alle modernen Spiele mit maximalen Details zu genießen - auch nicht in Full HD, wie unsere jüngsten Messreihen eindrücklich aufzeigen. Läuft der Grafikspeicher über, müssen die Daten über den PCI-Express aus dem Hauptspeicher kopiert werden, was Bildrate und -qualität empfindlich reduziert. Wir erläutern den Vorgang und die damit verbundenen Implikationen im verlinkten Artikel ausführlich und kommen daher direkt zu unserem neuesten Probanden. Sind 8 GiByte bei der Geforce RTX 5060 ein Problem oder nicht? Wir starten traditionell mit dem Rasterizing - auf der nächsten Seite geht's los.

55 FPS reichen mir in Cyberpunk völlig aus, auch wenn ich nun mit XeSS FG darüber liege.
Mit Titeln wie Oblivion Remastered und Borderlands 4, die die Unreal Engine 5 nutzen, sind aber viele unzufrieden. Da brauchst du vor allem auch Rechenleistung. Unter einer RTX 4070 würde ich dort beispielsweise für höhere Einstellungen nicht einsteigen, obwohl reduzierte Details sich lohnen können.
FG kostet eben je nachdem trotz AntiLag etwas Latenz. Manchmal fährt man ohne MFG, aber mit DLSS besser, gerade bei niedrigeren Grund-Frameraten.
Und was die Latenz angeht, sie soll dank Reflex auch mit KI-Features niedriger sein, als im Standard.
Die 55 FPS würden mir nicht ausreichen. Ich würde mindestens 60 anstreben und Vsync aktivieren. Dann gibt es plötzlich ein viel flüssigeres Bild.
Was letztlich wichtig ist, ist, daß mich die 5060 auf die Höhe der Zeit bringt. Für die nächste Zeit werde ich an keinen Systemvoraussetzungen scheitern. Im Moment sieht man auf dem Oblivion Screenshot und dem Starfield Video, daß CPU und GPU wunderbar zusammenarbeiten. Einen Flaschenhals brauche ich nicht zu befürchten, also wäre jede schnellere Karte im Prinzip rausgeschmissenes Geld. Für das nächste Update steht also wieder ein kompletter Systemwechsel an.
55 FPS reichen mir in Cyberpunk völlig aus, auch wenn ich nun mit XeSS FG darüber liege.
Mit Titeln wie Oblivion Remastered und Borderlands 4, die die Unreal Engine 5 nutzen, sind aber viele unzufrieden. Da brauchst du vor allem auch Rechenleistung. Unter einer RTX 4070 würde ich dort beispielsweise für höhere Einstellungen nicht einsteigen, obwohl reduzierte Details sich lohnen können.
FG kostet eben je nachdem trotz AntiLag etwas Latenz. Manchmal fährt man ohne MFG, aber mit DLSS besser, gerade bei niedrigeren Grund-Frameraten.
Ein Großteil des Vorteils macht Frame Generation aus. Da muss man schon so auf 55 FPS kommen, damit FG ein schönes flüssiges Bild daraus macht. Ich habe das mit Starfield eine Zeit lang mitgemacht und dann entschieden, daß ich auf bessere Hardware warte, weil das grottenhäßliche low-setting und dann auch noch pseudoflüssiges Geschmier mit inakkurater Steuerung das Spiel komplett verderben. Das gleiche gilt für Oblivion Remastered und alle anderen neuen Titel.