Nvidia Geforce RTX 4070 Ti im Test: Schnell, effizient und preiswert - aber keineswegs günstig [Update]
Mit der Geforce RTX 4070 Ti geht am 5. Januar die dritte RTX-40-Grafikkarte in den Verkauf. Nvidia bewirbt die ehemals als "RTX 4080 12GB" angekündigte Gaming-GPU als optimalen Spielpartner für WQHD/1440p mit hohen Bildwiederholraten und möchte dafür 899 Euro (UVP) haben. Ob die Geforce RTX 4070 Ti diese Summe wert ist, klärt PCGH im Test.
In diesem Artikel
- Seite 1 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Spezifikation
- Seite 2 RTX 4070 Ti im Test: Feature-Finesse nicht verpassen
- Seite 3 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Benchmarks in 4 Auflösungen
- Seite 4 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Raytracing-Benchmarks und Preis/Leistung
- Seite 5 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Leistungsaufnahme & Effizienz
- Seite 6 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Zusammenfassung mit Fazit
- Seite 7 Bildergalerie
Aktualisierung vom 05.01.2023: Gegen 15 Uhr ist der Marktstart der RTX 4070 Ti in Deutschland erfolgt. Tatsächlich gibt es das eine oder andere "Referenzdesign" zur UVP von 899 Euro, unter anderem bei Alternate (Zotac Trinity und MSI Ventus). Auch Caseking, die bereits vorab Preise auf ihrer Webseite hatten, verkauft die 4070 Ti bereits. 969 Euro muss man für die günstigste lieferbare Karte aktuell hinlegen. Auch Mindfactory ist mit dabei, hier beginnt es aktuell ebenfalls bei 969 Euro. Den kompletten Ticker zur Verfügbarkeit der RTX 4070 Ti im deutschen Handel gibt es in einem separaten Artikel bei PCGH.de
Sie sind die horrenden Preise für Gaming-Grafikkarten leid und schielen bereits mit einem Auge zu den Konsolen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen PC-Spielern. Vierstellige Summen für alles, das hemmungslosen Spaß bereitet, sind seit der Hochphase der GPU-berechneten Krypto-Währungen die Regel. Zwar ist der Crypto-Boom vorbei und die Grafikkarten-Preise haben sich deutlich zum Besseren gewandelt, die "gute alte Zeit" mit potenten Grafikkarten für 400 Euro bleibt jedoch nur eine Erinnerung.
Daran ändert auch die neue Geforce RTX 4070 Ti nichts. Im Gegenteil, sie ist die teuerste "70er"-Grafikkarte bis dato - und trotzdem ein kleiner Silberstreif am düsteren Hochpreis-Himmel. Mit einem unverbindlichen Preis von (ab) 899 Euro kostet Nvidias dritte Grafikkarte auf Basis der Ada-Lovelace-Architektur mehr als das 2017er-Enthusiast-Modell Geforce GTX 1080 Ti oder die 2020er-High-End-Grafikkarte Geforce RTX 3080. Die Tatsache, dass die Preise aufgrund mehrerer Faktoren nach oben gehen, allen voran die steigenden Fertigungskosten, lässt sich nicht leugnen. Im aktuellen Umfeld, mit großen Schwester-Modellen für 1.300 respektive 2.000 Euro und Mitbewerber-Angeboten ab 1.000 respektive 1.300 Euro (aktuelle Marktpreise), wirkt dennoch jede Grafikkarte günstig, die nur dreistellig zu Buche schlägt. So kommt es, dass die Geforce RTX 4070 Ti für rund 900 Euro zwar sehr teuer ist, aber trotzdem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der noch jungen GPU-Generation (Geforce RTX 4000 alias Ada Lovelace und Radeon RX 7000 alias RDNA 3) aufweist. Doch der Reihe nach.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Geforce RTX 4070 Ti: Overview
Geforce RTX 4070 Ti: Das steckt drin
Die Geforce RTX 4070 Ti ist zwar brandneu, hat jedoch bereits eine turbulente Geschichte hinter sich. Im September 2022 zusammen mit der Geforce RTX 4090 (PCGH-Test) und Geforce RTX 4080 (PCGH-Test) angekündigt und kurz darauf zurückgezogen - das gab es in dieser Form noch nie. Falls Sie sich jetzt wundern: Bei der Geforce RTX 4070 Ti handelt es sich 1:1 um die einstige RTX 4080 12GB. Letztere sollte ursprünglich zusammen mit der wahren RTX 4080 (16GB) erscheinen, das vernichtende Echo nach der Präsentation führte jedoch zu einer Abkündigung der RTX 4080 12GB. Sie sei "eine fantastische Grafikkarte, trage jedoch nicht den richtigen Namen", so die offizielle Begründung seitens Nvidia. Nun feiert die RTX 4080 12GB unter neuem Namen, aber mit gleicher Spezifikation ihr Comeback - Vorhang auf für die Geforce RTX 4070 Ti. "RTX 4070 Ti" war übrigens von Anfang an der PCGH-Namensvorschlag für diese Grafikkarte, basierend auf den Hardware-Eckdaten - das nur am Rande.
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Zur Erinnerung: Mit der "Ada Lovelace"-Mikroarchitektur setzt Nvidia voll auf alte Tugenden, die (Grafik-)Prozessoren seit Jahrzehnten zugutekommen. Eine Kombination aus deutlich verfeinerter Fertigung, wesentlich höheren Taktraten und Fein-Tuning an den Rechenwerken führt zu beeindruckender Leistung und Effizienz. Alle drei bisher bestätigten Ada-Grafikchips - AD102, AD103 und AD104 - werden bei der taiwanischen Chip-Schmiede TSMC im 4N-Prozess produziert, einer an Nvidia-Wünsche angepassten Variante von TSMCs 5-Nanometer-Fertigung. Nach AD102 auf der RTX 4090 und AD103 auf der RTX 4080 feiert auf der RTX 4070 Ti nun der AD104 sein Debüt: Mit 35,8 Milliarden Transistoren auf knapp 295 mm² Kernfläche ist er deutlich kleiner als seine Geschwister, damit deutlich günstiger zu fertigen und eignet sich für niedrigere Preisbereiche. Laut Nvidia handelt es sich bei der Geforce RTX 4070 Ti um eine WQHD-Grafikkarte für hohe Bildwiederholraten wie 120 Hertz. Feature-seitig ist das Grafikkarten-Trio identisch, sodass auch die RTX 4070 Ti auf das KI-Upsampling DLSS 3 und die Architektur-Verbesserungen zurückgreifen kann - mehr dazu auf den folgenden Artikelseiten.
Werfen wir zunächst einen Blick auf alle leistungsrelevanten Parameter der Geforce RTX 4070 Ti im Vergleich mit weiteren High-End-Grafikkarten. Die theoretischen Durchsatzwerte erlauben eine erste Einschätzung der Grafikkarten-Leistung. Treue Leser respektive Zuschauer haben unsere Vorschau auf die Geforce RTX 4070 Ti vor zwei Wochen gesehen, bei der wir einen Ausblick anhand der technischen Daten wagten.
| Grafikkarte | RX 7900 XTX | RX 7900 XT | RTX 4080 | RTX 4070 Ti | RTX 3090 Ti |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 13.12.2022 | 13.12.2022 | 16.11.2022 | 05.01.2023 | 29.03.2022 |
| Architektur | RDNA 3 | RDNA 3 | Ada Lovelace | Ada Lovelace | Ampere |
| Codename/Konfektion | Navi 31 XTX | Navi 31 XT | AD103-300 | AD104-400 | GA102-350 |
| Chipgröße (Die/GCD) | 300 mm² | 300 mm² | 378,6 mm² | 294,5 mm² | 628,4 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 57,7 (inkl. MCDs) | 57,7 (inkl. MCDs) | 45,9 | 35,8 | 28.300 |
| Fertigungsverfahren | N5 (GCD) + N6 (MCD) | N5 (GCD) + N6 (MCD) | 4N | 4N | 8N |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 96 | 84 | 76 | 60 | 84 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 6.144*/384/192 | 5.376*/336/192 | 9.728/304/112 | 7.680/240/80 | 10.752/336/112 |
| Raytracing-Einheiten | 96 (2. Gen.) | 84 (2. Gen.) | 76 (3. Gen.) | 60 (3. Gen.) | 84 (2. Gen) |
| Matrix-Einheiten | 192 (1. Gen.) | 168 (1. Gen.) | 304 (4. Gen.) | 240 (4. Gen.) | 336 (3. Gen.) |
| Level-2-Cache (MiB) | 6 | 6 | 64 | 48 | 6 |
| Level-3-Cache (MiB) | 96 | 80 | - | - | - |
| Typ. GPU-Takt in Spielen (MHz) | 2.300 | 2.000 | 2.505 | 2.610 | 1.860 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 113 | 86 | 48,7 | 40,1 | 40,0 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 56,5 | 43 | 48,7/0,76 | 40,1/0,63 | 40,0/0,63 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 883,2/294,4 | 672,0/256,0 | 761,5/280,6 | 626,4/208,8 | 625,0/208,3 |
| Optical Flow Accelerator (TOPS) | - | - | ~305 | ~305 | ~126 |
| Speicheranbindung (Bit) | 384 | 320 | 256 | 192 | 384 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 20,0/10.000 | 20,0/10.000 | 22,4/11.200 | 21,0/10.502 | 21,0/10.502 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6X |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 960 | 800 | 717 | 504 | 1.008 |
| Speicherkapazität (MiB) | 24.576 | 20.480 | 16.384 | 12.288 | 24.576 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol | 1× 16-/3× 8-Pol | 1× 16-/2× 8-Pol | 1× 16-/3× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme (Board Power) | 355 Watt | 315 Watt | 320 Watt | 285 Watt | 450 Watt |
| (Display-)Konnektivität | DP 2.1, HDMI 2.1a, USB-C | DP 2.1, HDMI 2.1a, USB-C | DP 1.4a, HDMI 2.1a | DP 1.4a, HDMI 2.1a | DP 1.4a, HDMI 2.1a |
| UVP zum Start (USD) | 999 | 899 | 1.199 | 799 | 1.999 |
| UVP zum Start (Euro) | 1.149 | 1.049,99 | 1.399 | 899 | 2.249 |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. Daten durch eigene Tests und Nachfrage bei AMD/Nvidia verifiziert. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und daher auch der Durchsatz. *ALUs mit "Dual Issue"-Fertigkeit, welche sich bestenfalls (!) verhalten wie die doppelte Anzahl.
Laut Nvidia sei die Geforce RTX 4070 Ti schneller als das Ampere-Topmodell Geforce RTX 3090 Ti, welches von März bis Oktober 2022 die Grafikkarten-Rangliste anführte. Laut unserer Einschätzung könnte das so lange gelingen, wie die großen Caches innerhalb des AD104 genügen, um die hohe Rechenleistung von 40 TFLOPS bei FP32-Genauigkeit zu bedienen. Doch jeder Zugriff auf den Grafikspeicher kostet Zeit - Zeit, die bei einer 192-Bit-Schnittstelle deutlich länger ausfällt als bei Grafikkarten mit breiterer Datenbahn. Nvidias Positionierung der RTX 4070 Ti als WQHD-Lösung wirkt daher schlüssig und betont die Stärken des Produkts; die technischen Eckdaten lassen eine hohe Leistung gerade bei niedrigen Auflösungen vermuten. Nun ist die Stunde der Wahrheit gekommen - stimmen Prognose und Realität überein?
Die Wichtigkeit der bei Ada Lovelace (RTX 40) signifikant vergrößerten Caches, allen voran der Level-2-Zwischenspeicher, kann nicht oft genug betont werden. Die Geforce RTX 4090 kann auf 72 MiByte zurückgreifen, während die RTX 4080 noch 64 und die RTX 4070 Ti immerhin 48 MiByte zur Verfügung hat. Falls Sie das an AMDs im Jahr 2020 gestarteten Vorstoß mit dem "Infinity Cache" bei den RDNA-2-GPUs erinnert, sind Sie auf dem richtigen Dampfer. Hüben wie drüben hilft der große Zwischenspeicher dabei, wichtige Daten stets neben den Rechenwerken vorzuhalten, anstatt den langen und energieintensiven Umweg Richtung Grafikspeicher zu gehen. Bedauerlicherweise nennt Nvidia auch auf mehrfache Nachfrage keine Zahlen zum GPU-internen Durchsatz und den Hit Rates (Erfolgsquote, etwas im Cache zu finden), allerdings lassen die Benchmarks auf eine sehr effiziente Lösung schließen. Bevor wir die zahlreichen Fps-Werte ausbreiten, widmen wir uns auf der nächsten Seite weiteren Features und Errungenschaften von Ada Lovelace.
- Seite 1 Geforce RTX 4070 Ti im Test: Spezifikation
- Seite 2 RTX 4070 Ti im Test: Feature-Finesse nicht verpassen
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MfG
Raff
Ich verstehe da was nicht, wenn ich Seite 3 und Seite 4 Vergleiche, vielleicht hat da jemand eine Antwort für mich.
Als Resolution Einstellung nehme ich 2560x1440.
Ich vergleiche die Geforce RTX 4070 Ti auf Seite 3 mit Seite 4.
Ich vergleiche Cyberpunk 2077 auf Seite 3 mit Seite 4.
Auf Seite 3 (ohne Ray Tracing) wird eine Average FPS von 64.4 und Low 1% FPS von 57 angegeben.
Auf Seite 4 (mit Ray Tracing) wird eine Average FPS von 71.5 und Low 1% FPS von 64 angegeben.
Warum habe ich eine höhere FPS mit Ray Tracing?
Dabei verbraucht die Karte auch noch etwa 40% weniger.
Die 240 Euro Aufpreis haben sich aus meiner Sicht momentan absolut gelohnt.
Aber schade dass ADA so hochpreisig ist, es sind technisch wirklich tolle Karten.
Jetzt stehe ich mit der 4070 Ti bei 90-99% GPU Auslastung, 120+ FPS und kann meine Pläne die CPU und den Unterbau zu upgraden erst mal vertagen. Hätte nicht gedacht, dass die Frame Generation Kiste so gut funktioniert. Habe auch Spiderman, Cyberpunk, Witcher, Atomic Heart damit getestet und selbst Cyberpunk läuft dann mit 100-130 FPS auf max. Settings in WQHD. Macht schon laune.