Nvidia Geforce RTX 3070 Ti im Test: Energischer Angriff auf die Radeon RX 6800
Die RTX 3080 Ti war der erste Streich, der zweite folgt sogleich: Die Geforce RTX 3070 Ti geht am 10. Juni um 15 Uhr für offiziell 619 Euro UVP in den Verkauf und wirkt somit auf den ersten Blick verführerisch günstig. PCGH prüft im ausführlichen Test, ob die RTX 3070 Ti der Radeon RX 6800 den Rang als Oberklasse-Champion ablaufen kann.
In diesem Artikel
- Seite 1 RTX 3070 Ti im Test: Spezifikationen
-
Seite 2
RTX 3070 Ti im Test: Spiele-Benchmarks
- 2.1 GPU-Testsystem 2021 v1.1
-
2.2
Geforce RTX 3070 Ti: Spiele-Benchmarks
- 2.2.1 Anno 1800
- 2.2.2 Assassin's Creed Valhalla
- 2.2.3 Battlefield 5
- 2.2.4 Borderlands 3
- 2.2.5 Call of Duty BO Cold War
- 2.2.6 Control
- 2.2.7 Crysis Remastered
- 2.2.8 Cyberpunk 2077
- 2.2.9 Days Gone
- 2.2.10 Desperados 3
- 2.2.11 Doom Eternal Ancient Gods
- 2.2.12 F1 2020
- 2.2.13 Forza Horizon 4
- 2.2.14 Hitman 3
- 2.2.15 Horizon Zero Dawn
- 2.2.16 Metro Exodus
- 2.2.17 Red Dead Redemption 2
- 2.2.18 Resident Evil 8 Village
- 2.2.19 Serious Sam 4
- 2.2.20 The Witcher 3
- 2.3 RTX 3070 Ti im Leistungsindex
- 2.4 RTX 3070 Ti: Raytracing-Leistung
- Seite 3 RTX 3070 Ti im Test: Lautheit, Verbrauch, Effizienz
- Seite 4 RTX 3070 Ti im Test: Zusammenfassung mit Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
Titanium. Kaum jemand weiß noch, dass das Ti-Suffix auf das stabile Leichtmetall zurückgeht, welches hierzulande schlicht "Titan" heißt. Das Nvidia-Marketing erdachte sich diesen Zusatz vor rund 20 Jahren, um besonders potente Grafikkarten zu kennzeichnen. Heute heißt zwar etwa jede zweite Geforce-Grafikkarte "Ti", doch eines ist geblieben: Ti steht bei gleicher Nummer für das stärkere Modell und weckt somit die Erwartung an hohe Leistung.
Nachdem Nvidia die heiße Jahreszeit mit der Geforce RTX 3080 Ti (Test) eingeläutet hat, folgt nun die Geforce RTX 3070 Ti. Es mag auf so manchen Leser wie Hohn wirken, doch der unverbindliche Preis der RTX 3070 Ti beträgt durchaus attraktive 619 Euro. Das sind wahlweise 100 Euro mehr als bei der RTX 3070, 100 Euro weniger als bei der RTX 3080 oder 40 Euro mehr als bei der Radeon RX 6800. Sie sehen, die theoretisch verfügbaren Angebote am Markt der Gaming-Grafikkarten sind mannigfaltig und man fragt sich zwangsläufig: Was bietet die Geforce RTX 3070 Ti fürs Geld und warum sollte ich genau bei diesem Modell zugreifen? Das erfahren Sie im Test und Vergleich der RTX 3070 Ti.
Nvidia hat uns vorab ein Testmuster im Referenzdesign zukommen lassen, besser bekannt als Founders Edition. Die ersten Custom-Designs der Boardpartner (Asus, Gigabyte, MSI, Palit und Zotac) sind ebenfalls im PCGH-Testlabor eingetroffen, deren Ergebnisse Sie hier vorfinden: Geforce RTX 3070 Ti: Custom-Designs in der Übersicht - Taktraten, Kühlung, Powerlimits, erste Leistungstests. An dieser Stelle dreht sich zunächst alles um die Geforce RTX 3070 Ti Founders Edition (FE), welche sich sowohl gegen die eigenen Geschwister als auch AMDs Radeon-RX-6000-Modelle beweisen muss.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Geforce RTX 3070 Ti Founders Edition: Nvidia Inspector Overview
Geforce RTX 3070 Ti: Positionierung
Wie bereits die Geforce RTX 3080 Ti, wandelt auch die RTX 3070 Ti auf bekannten Pfaden. Die Basis-Hardware findet sich bereits seit Monaten auf der Geforce RTX 3070 und RTX 3080, bei der RTX 3070 Ti kombinieren die Geforce-Macher die Komponenten jedoch zu etwas Neuem und liefern dabei auch einige "Firsts". Da wäre der GA104-Grafikchip, welcher im Oktober 2020 mit der RTX 3070 (Test) sein Debüt feierte, aber bis heute nur im professionellen Umfeld zeigen konnte, was wirklich in ihm steckt. Damit ist nun Schluss, auf der Geforce RTX 3070 Ti kommen die Filetstücke der GPU-Fertigung zum Einsatz: Chips mit der Endung "400" und somit dem Vollausbau. Somit verfügt die neue Ampere-Grafikkarte über 48 Shader-Multiprozessoren, welche unter anderem 6.144 FP32-ALUs, 328 Textureinheiten, 96 Raster-Endstufen und 48 Raytracing-Kerne beinhalten. Der offizielle, wie immer konservativ angegebene GPU-Boost beträgt 1.770 MHz, womit die RTX 3070 Ti eine Rechenleistung von knapp 22 Tera-FLOPS (SP/FP32) erreicht - knapp sieben Prozent mehr als bei der RTX 3070 (Non-Ti).
Damit allein lässt sich nur wenig Boden gutmachen, weshalb Nvidia von einer bisher ungenutzten Fähigkeit des GA104 Gebrauch macht: GDDR6X-Support. Bisher wurde das 256 Bit breite Speicher-Interface aller GA104-Modelle mit 14 GT/s schnellem GDDR6-ohne-X-Speicher bestückt, was zu 448 GByte/s Transferrate führte. Die Geforce RTX 3070 Ti kann hingegen - wie die RTX 3080 (Ti) - auf GDDR6X mit 19 Gigatransfers pro Sekunde zurückgreifen, um Daten mit 608 GByte/s zu kopieren. Das ist knapp 36 Prozent schneller und somit ein signifikantes Plus. Die übrigen Leistungsparameter rund um einen 4 MiByte fassenden Level-2-Cache hängen direkt an den Speicher-Controllern und sind folglich identisch zu RTX 3070 und RTX 3060 Ti. Das inkludiert die die Kapazität: 8 GiByte oder 8.192 MiByte. Nicht mehr, nicht weniger.
| Grafikkarte | RTX 3090 | RTX 3080 Ti | RTX 3080 | RTX 3070 Ti | RTX 3070 | RX 6900 XT | RX 6800 XT |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 24.09.2020 | 03.06.2021 | 17.09.2020 | 10.06.2021 | 29.10.2020 | 08.12.2020 | 18.11.2020 |
| Architektur | Ampere | Ampere | Ampere | Ampere | Ampere | RDNA 2 | RDNA 2 |
| Codename/Konfektion | GA102-300 | GA102-225 | GA102-200-Kx | GA104-400 | GA104-300 | Navi 21 XTX | Navi 21 XT |
| Chipgröße (reiner Die) | 628 mm² | 628 mm² | 628 mm² | 392 mm² | 392 mm² | 520 mm² | 520 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 28.000 | 28.000 | 28.000 | 17.400 | 17.400 | 26.800 | 26.800 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | 8LPP (Samsung) | 8LPP (Samsung) | 8LPP (Samsung) | 8LPP (Samsung) | 8LPP (Samsung) | 7N (TSMC) | 7N (TSMC) |
| DirectX 12 Feature Level | 12_2 | 12_2 | 12_2 | 12_2 | 12_2 | 12_2 | 12_2 |
| Shader-Cluster (CUs/SMs) | 82 | 80 | 68 | 48 | 46 | 80 | 72 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 10.496/328/112 | 10.240/320/112 | 8.704/272/96 | 6.144/192/96 | 5.888/184/96 | 5.120/320/128 | 4.608/288/128 |
| Raytracing-Einheiten | 82 | 80 | 68 | 48 | 46 | 80 | 72 |
| Tensor-Kerne | 328 | 320 | 272 | 192 | 184 | - | - |
| Infinity Cache on-die (MiB) | - | - | - | - | - | 128 | 128 |
| GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) | 1.695 | 1.665 | 1.710 | 1.770 | 1.725 | 2.015 | 2.015 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 35,6 | 34,1 | 29,8 | 21,7 | 20,3 | 41,3 | 37,1 |
| FP32/FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) | 35,6/0,56 | 34,1/0,53 | 29,8/0,47 | 21,7/0,34 | 20,3/0,32 | 20,6/1,29 | 18,6/1,16 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 556,0/189,8 | 532,8/186,5 | 465,1/164,2 | 339,8/113,3 | 317,4/110,4 | 644,8/257,9 | 580,3/257,9 |
| Größe des Level-2-Cache (KiB) | 6.144 | 6.144 | 5.120 | 4.096 | 4.096 | 4.096 | 4.096 |
| Speicheranbindung (Bit) | 384 | 384 | 320 | 256 | 256 | 256 | 256 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 19,5/9.750 | 19,0/9.502 | 19,0/9.502 | 19,0/9.502 | 14,0/7.001 | 16,0/8.000 | 16,0/8.000 |
| Speichertyp | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6X | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 936,0 | 912,1 | 760,2 | 608,1 | 448,1 | 512,0 | 512,0 |
| Speicherkapazität (MiB) | 24.576 | 12.288 | 10.240 | 8.192 | 8.192 | 16.384 | 16.384 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.0 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 1× 12-Pol | 1× 12-Pol | 1× 12-Pol | 1× 12-Pol | 1× 12-Pol | 2× 8-Pol | 2× 8-Pol |
| Typische Leistungsaufnahme | 350 Watt | 350 Watt | 320 Watt | 290 Watt | 220 Watt | 300 Watt | 300 Watt |
| Unverbindlicher Preis (UVP) | 1.549 Euro | 1.199 Euro | 719 Euro | 619 Euro | 519 Euro | 999,99 Euro | 649 Euro |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (idR fällt sie höher aus) und somit auch der Durchsatz.
Das Verhältnis der wichtigsten Leistungsparameter weicht bei der RTX 3070 Ti somit recht deutlich von der RTX 3070 ab, ähnelt aber der RTX 3060 Ti: Letztere arbeitet mit 27,7 GByte pro TFLOP, die RTX 3070 Ti mit 28,0 GByte pro TFLOP. Zum Vergleich, die RTX 3090 muss mit 26,3 auskommen, die RTX 3080 mit 25,5 und die RTX 3070 sogar mit nur 22,1 GByte Um all das unter einen Hut zu bekommen, spezifiziert Nvidia die 3070 Ti mit 290 Watt.
pro TFLOP. Zwar hinterlässt die RTX 3070 nicht den Eindruck, Transferraten-limitiert zu sein, ein schnellerer Speicherzugriff schadet aber natürlich nicht - das heißt, doch, allerdings nur bei der B-Note. GDDR6X benötigt pro Baustein mehr Energie als GDDR6 und stellt auch höhere Anforderungen an den Speicher-Controller des Grafikprozessors. Um all das unter einen Hut zu bekommen, spezifiziert Nvidia die Geforce RTX 3070 Ti mit 290 Watt TGP (Boardpower). Das entspricht einem Plus von satten 32 Prozent gegenüber der RTX 3070 (220 Watt TGP) und wirft berechtigte Zweifel an der Verhältnismäßigkeit und Effizienz auf, welche wir im Artikelverlauf beantworten.
Insgesamt erinnert die Geforce RTX 3070 Ti an die vor zwei Jahren gestartete RTX 2080 Super (Test), welche ebenfalls das Maximum aus dem zweitstärksten Grafikchip zu holen wusste, dabei aber mit der Speicherkapazität der Mittelklasse abgespeist wurde. Wir werden in den Benchmarks klären, welche Folge diese Konzeption hat.
Ampere: Zusammenfassung
Bei Ampere handelt es sich um Nvidias zweite RTX-Generation. Die erste erschien im Spätsommer 2018 als Geforce RTX 20 (Codename Turing) mit dem Versprechen, "Grafik neu erfunden" zu haben. Im Fokus der Architektur stand nicht mehr bloß eine Leistungssteigerung - wie noch beim Vorgänger Pascal -, sondern ein Quantensprung auf dem Weg zum Fotorealismus: Hybrides Raytracing statt Rasterisierung. Zu diesem Zweck implementierte Nvidia als erster GPU-Hersteller spezialisierte Hardware-Einheiten, welche die hochkomplexen Berechnungen bei echtzeittauglichen Bildraten stemmen können. Die Basis dafür schafften die Kalifornier mit vielen anderen Unternehmen, darunter AMD und Intel, im Rahmen von DirectX: Die Microsoft-Schnittstellensammlung beinhaltet seit zwei Jahren den Unterpunkt DXR - DirectX Raytracing - und schafft somit die nötige Software-Umgebung, um standardisiert mit der Hardware zu sprechen. Wie Letztere mit den Befehlen umgeht, ist hingegen nicht vorgeschrieben. Grafikchips können Raytracing-Renderanforderungen auf ihre generalisierten Rechenwerke abwälzen, diese mit entsprechenden Spezialfunktionen ausstatten oder eigenständige Fixed-Function-Kerne aus der Taufe heben. Letzteres tat Nvidia bei Turing - alle Informationen finden Sie im ausführlichen Technik-Dossier.
Wie alle Ampere-GPUs brilliert die Geforce RTX 3070 Ti vor allem bei Gleitkomma-Berechnungen (Floating Point, kurz FP) mit 32 Bit Präzision. Jeder Shader-Multiprozessor kann - wenn es die Anwendung erfordert - bis zu 128 FP32-Operationen durchführen. Vorgänger Turing ist auf 64 FP32-Ops limitiert, kann jedoch parallel 64 Aufgaben im Ganzzahlenformat (Integer) abarbeiten; das macht ebenfalls 128 Operationen. Je komplexer die Shader ausfallen, also je mehr Gleitkomma-Power pro Pixel gefordert ist, desto besser schneidet Ampere ab. Beträgt der Instruktionsmix FP:INT aber 50:50, liegen die beiden Nvidia-Architekturen gleichauf. Die gute Nachricht (für Ampere) lautet, dass moderner Spiele-Code immer Gleitkomma-lastiger wird, sodass die Zeit ein Verbündeter ist. Hinzu kommen die Verbesserungen bei den Raytracing- und Tensor-Einheiten welche bei entsprechender Programmierung Leistungssteigerungen von bis zu 100 Prozent gegenüber Turing bringen - alle Informationen zu den Ampere-Innereien erfahren Sie im Technik-Tauchgang, eine Übersicht der wichtigsten Leistungsparameter im nachfolgend abgebildeten General-Purpose-Benchmark:
RTX 30: Feature-Parität
Die Geforce RTX 3070 Ti beherrscht selbstverständlich alles, was ihre älteren Geschwister einführten. Da wären PCI-Express 4.0, welches mit einer entsprechenden Infrastruktur den Datendurchsatz am Slot verdoppelt, sowie der effizientere Speicherzugriff mittels Resizable BAR (rBAR). Ferner unterstützt Ampere vollumfänglich den Display-Standard HDMI 2.1 inklusive DSC 1.2a, welcher Displayport 1.4a überlegen ist und die Ansteuerung von 8K-Bildschirmen und -Fernseher mit nur einem Kabelstrang ermöglicht. Außerdem unterstützt Ampere mit entsprechender Software-Umgebung die Dekodierung von AV1-Videomaterial. Daneben gibt es proprietäre Alleinstellungsmerkmale wie Broadcast, Reflex und DLSS-Upsampling, mit denen sich Nvidia vom Mitbewerber abheben möchte. Während Nvidia Reflex die Latenz von der Eingabe bis zur Reaktion am Monitor reduziert und daher vor allem E-Sportler und Online-Ballerfreunde verzückt, richtet sich Broadcast an die Streaming-Fraktion, welche damit allerhand nützliche Dinge anstellen kann. DLSS erweist sich unterdessen als wertvolles Werkzeug zur Entlastung, gerade beim Raytracing - die Auswirkungen sehen wir uns sogleich in den Benchmarks an.

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Also ich messe definitiv etwa 10 Watt mehr wenn ich den GDDR6X übertakte.
3070TI Gamerock OC 1965Mhz Core 900mv Spannung, Mem +1000,offenes Powerlimit, Leistungsaufnahme ~210-220Watt
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen][Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
3070 Suprim X 1965Mhz Core 900mv Spannung, Mem +1000,offenes Powerlimit, Leistungsaufnahme ~195-210Watt
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen][Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Differenz TS Extrem= 4,98%
Differenz TimeSpy=4,28%
Differenz Leistungsaufnahme= 4,87%
Testsystem jeweils identisch, Anschluss via TB an externem Monitor daher nicht 1:1 übertragbar auf einen Dektop,aber naja was sollman dazu sagen....