Resizable BAR auf Geforce RTX 3090 getestet: Bis zu 14 Prozent mehr Leistung gratis

Kostenlos mehr Leistung - das ist immer gern gesehen. Mit Smart Access Memory, auch bekannt als SAM, führte AMD Ende letzten Jahres eine Funktion ein, die genau das bringt. Nun hat Nvidia nachgezogen und Geforce-Grafikkarten der RTX-30-Reihe fit gemacht - für Resizable BAR, das Pendant zu SAM. PCGH macht den Praxistest mit acht Spielen.

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Resizable BAR auf Geforce RTX 3090 getestet: Bis zu 14 Prozent mehr Leistung gratis
Quelle: PC Games Hardware

Nvidia hat Wort gehalten und die im Januar angekündigte Unterstützung von Resizable BAR alias ReBAR alias rBAR geliefert, nachdem AMD bereits seit November 2020 mit seiner Smart Access Memory (SAM) genannten Lösung am Start ist. Das Feature erlaubt den direkten, wesentlich effizienteren Zugriff des Hauptprozessors auf den Grafikspeicher. In diesem Artikel machen wir den Praxistest: Was bringt rBAR auf Nvidias Flaggschiff, der Geforce RTX 3090?

Nvidia Geforce RTX 3090 Founders Edition mit Resizable BAR Quelle: PC Games Hardware Nvidia Geforce RTX 3090 Founders Edition mit Resizable BAR

Resizable BAR mit Geforce

Der unbeschränkte Zugriff des Hauptprozessors auf den Grafikspeicher klingt nach einer erstrebenswerten Technik - wenngleich man sich fragt, warum diese Idee nicht schon viel früher umgesetzt wurde. AMD hat den Stein ins Rollen gebracht, indem man mit dem Release der Radeon-RX-6000-Karten Resizable BAR (Resizable Base Address Register) unterstützt hat. AMD nennt die Technik Smart Access Memory (SAM), genutzt werden dafür aber "nur" Möglichkeiten der PCI-Express-Schnittstelle beziehungsweise der PCI-Spezifikation 3. Da für die Technik immer ein Zusammenspiel aus CPU, Grafikkarte, Mainboard und Grafikkarten-Treiber nötig ist, funktioniert das Feature nicht automatisch bei jeder Hardware-Kombination. Wie Nvidia auf Nachfrage zu Protokoll gibt, verwenden die Geforce-Macher für rBAR eine Whitelist: Spiele werden speziell für das Feature im Treiber freigeschaltet, sofern bei internen Tests ein positiver Effekt festgestellt wird.

Nachdem die Ende Februar veröffentlichte Geforce RTX 3060 12GB als bisher einzige Nvidia-Grafikkarte rBAR-fähig war, liefert Nvidia nun die angekündigten Firmware-Updates für die älteren RTX-30-Modelle aus, begleitet von einem frischen Treiber. Der Geforce GRD 465.89 WHQL ist Voraussetzung dafür, rBAR auf den übrigen RTX-30-Grafikkarten und -Notebooks zu nutzen. Mit dem ersten R465-Treiber werden neun weitere Titel mittels rBAR unterstützt (vorher: acht), in Summe also 17: Assassin's Creed Valhalla, Battlefield 5, Borderlands 3, Control, Cyberpunk 2077, Death Stranding, Dirt 5, F1 2020, Forza Horizon 4, Gears 5, Godfall, Hitman 2, Hitman 3, Horizon Zero Dawn, Metro Exodus, Red Dead Redemption 2 und Watch Dogs Legion.

Gerade F1 2020 wird von Nvidia hervorgehoben, mit einem Leistungsplus von immerhin 11,9 Prozent. Cyberpunk 2077 kommt noch auf 5,9 Prozent. In unserem ersten rBar-Test konnten wir 2-3 Prozent Leistungsvorteile in Full HD auf einer Geforce RTX 3060 ermitteln - auf schnelleren RTX-30-Karten sollten aber grundsätzlich größere Vorteile nachweisbar sein, da die höhere GPU-Leistung der Flaschenhals des Speicherzugriffs in den Vordergrund rücken sollte. Soweit die Theorie - die Praxis folgt sogleich.

Nvidia rBAR Updater Tool: Schritt für Schritt
Nvidia rBAR Firmware Updater Step 1
Nvidia rBAR Firmware Updater Step 1 Nvidia rBAR Firmware Updater Step 2 Nvidia rBAR Firmware Updater Step 3 Nvidia rBAR Firmware Updater Step 4

Resizable BAR im Praxistest mit Geforce RTX 3090

Für den ersten Praxistest von Resizable BAR haben wir uns für eine Geforce RTX 3090 Founders Edition entschieden. Diese markiert das Ende der Nahrungskette und liefert somit wertvolle Erkenntnisse von der "anderen Seite" - die zuvor allein rBAR-fähige Geforce RTX 3060 12GB verfügt über eine wesentlich schwächere GPU und somit eine andere Charakteristik der Flaschenhälse.

Die RTX 3090 muss in acht Spielen aus dem PCGH-Grafikkarten-Leistungsindex in vier Auflösungen zeigen, was sie aus dem neuen Feature macht. Wir testen diesmal ausnahmsweise auch die besonders niedrige 16:9-Auflösung 1.280 × 720 mit, welche sonst nur für Prozessor-Tests sinnvoll ist. Diese vierte Auflösung neben Full HD, WQHD und Ultra HD soll aufzeigen, ob Resizable BAR auch im dominanten CPU-Limit von Vorteil ist, oder ob sich die Zugewinne eher bei Teillast unterschiedlicher Gewichtung entfalten. Bei alldem kommt das bis zum letzten Subtiming optimierte Grafikkarten-Testsystem 2021 zum Einsatz, in dem ein Ryzen 9 5950X OC für bestmögliche Entfaltung sorgt.

Alle Benchmarks der Geforce RTX 3090 wurden frisch mit dem Geforce GRD 465.89 WHQL erstellt, sodass die exakte Leistungsdifferenz abgebildet wird. In den Benchmarks können Sie auf Wunsch zahlreiche weitere Grafikkarten einblenden, deren Werte schon ein paar Wochen auf dem Buckel haben. Grundsätzlich hat sich das Leistungsbild nicht verändert, beachten Sie dieses Detail jedoch bitte.

In Assassin's Creed Valhalla, das auf Geforce-GPUs grundsätzlich schlechter läuft als auf ansonsten vergleichbaren Radeon-Grafikkarten, zeigt sich rBAR von seiner besten Seite - die durchschnittliche Bildrate an unserer anspruchsvollen Testszene steigt je nach Auflösung um 9 bis 14 Prozent. Letzteres ist interessanterweise in 720p zu verzeichnen, was nicht praxisnah, aber interessant ist.

In Battlefield 5. das die Performance der Frostbite-Engine aufzeigt, steigert rBAR die durchschnittliche Bildrate um vier bis acht Prozent. Das größte Plus ist auch hier in der niedrigsten Auflösung zu verzeichnen. Mit steigender Pixelmenge limitiert die Rechenzeit der GPU öfter, sodass der Vorteil des effizienteren Speicherzugriffs in den Hintergrund rückt.

In Borderlands 3, das eine modifizierte Unreal Engine 4 in Aktion zeigt, kommt es zum ersten wirklich interessanten Fall: rBAR bringt nicht zweifellos ein Fps-Plus, sondern kann auch zu einer Degradierung führen. So erreicht die Geforce RTX 3090 in 720p ohne Resizable BAR, wo ein partielles Prozessorlimit vorherrscht, eine um sieben Prozent höhere Bildrate. In Full HD und WQHD läuft die Konfiguration mit rBAR hingegen um vier Prozent schneller; in Ultra HD limitiert die GPU zu stark und das Plus halbiert sich.

Die Ergebnisse in Control erinnern an Borderlands 3: In bröseligem 720p, wo phasenweise die Infrastruktur und nicht die Grafikkarte limitiert, führt die Adressierung mittels rBAR offenbar zu einem leichten Overhead, die Bildrate sinkt um ein Prozent. Ab Full HD kehrt sich das Bild um, die durchschnittliche Bildrate steigt mit Resizable BAR um ein Prozent.

Das just auf Version 1.2 gehievte Cyberpunk 2077 zeigt durchgängige, aber eher verhaltene Fps-Gewinne durch rBAR: Von +5 Prozent in 720p bis +0,1 Fps in Ultra HD ist alles dabei. Insgesamt ist das Fps-Plus angesichts der fordernden Grafik gern gesehen, aber kaum kriegsentscheidend.

Ein weiteres Mal gibt sich ein Overhead zu erkennen: Limitiert der Prozessor zu weiten Teilen das Geschehen, kostet Nvidias rBAR-Implementierung bis zu vier Prozent Leistung (720p). Das ist insofern interessant, als F1 2020 zu den Vorzeigespielen in Nvidias eigenen ReBAR-Benchmarks gehört. Bei unserer Monaco-Szene bringt Resizable BAR ab Full HD nur zwischen zwei und fünf Prozent bessere Bildraten.

Forza Horizon 4 stellt einen Sonderfall im Testfeld dar, es wird mithilfe von Multisample-Anti-Aliasing geglättet, das traditionell höhere Anforderungen an den Grafikspeicher stellt als temporale Verfahren der Neuzeit. So gehört FH4 bei RX-6000-Grafikkarten längst zu den großen SAM-Profiteuren - und legt wenig überraschend auch auf der RTX 3090 ordentlich zu: rBAR bringt um vier bis elf Prozent bessere Bildraten - je mehr Pixel, desto weniger.

Spätestens ab hier haben wir es mit einem "Serienkiller" zu tun: Auch in Horizon Zero Dawn führt Nvidias Implementierung von Resizable BAR zu einer Performance-Degradierung, sobald der Prozessor limitiert. In 720p fallen die Fps ohne rBAR um sieben Prozent höher aus - allerdings wird beim Blick auf die Frametimes ersichtlich, dass aktives rBAR die Wogen etwas glättet, die Unterschiede zwischen Hochs und Tiefs fallen geringer aus. Die übrige Skalierung ist gegensätzlich zum Rest des Testfelds, hier führt höhere Grafiklast zu immer größeren Leistungsgewinnen durch rBAR; maximal steigt die Bildrate um fünf Prozent (Ultra HD).

Resizable BAR bei Geforce RTX 30: Fazit

AMD legt vor, Nvidia rüstet nach - und alle profitieren. Resizable BAR, Smart Access Memory oder mit welchem Kürzel Sie das Feature auch nennen möchten, sind in der Lage, die Leistung ohne negative Einflüsse auf die Bildqualität zu steigern. Derartige Funktionen sind in Zeiten, wo jede sichtbare Verbesserung reichlich Leistung kostet, gern gesehen. Dort, wo SAM und rBAR funktionieren, wird die Leistung beinahe ausnahmslos verbessert - das ist jedoch nur in den seltensten Fällen fühlbar.

Vergleicht man die Ergebnisse zwischen AMD Radeon RX 6000 und Nvidia Geforce RTX 3000, ergeben sich Detailunterschiede mit einem Stand jetzt klaren Ausgang: RDNA-2-Grafikkarten können - zumindest in geringen Auflösungen - prozentual stärker durch aktiviertes SAM zulegen, als Ampere-GPUs mit aktivem rBAR. Wie wir im Rahmen von aktuellen Nachtests feststellten, kann eine Radeon RX 6800 XT um mehr als 20 Prozent durch SAM zulegen (mehr in der kommenden PCGH 05/2021). Die Ursache dürfte bei der Implementierung zu suchen sein, denn während AMD von Anfang an damit plante, den RX-6000-GPUs in Kombination mit Ryzen 5000 Beine zu machen, fügte Nvidia das Feature nachträglich ein. Welche Kompromisse dabei nötig waren und inwiefern Radeon-Grafikkarten von einer Hardware-gestützten Implementierung profitieren, ist ein wohlbehütetes Geheimnis.

PCGH wird in den kommenden Tagen und Wochen auch die Geforce RTX 3080, RTX 3070 und RTX 3060 Ti mit rBAR-fähigen Firmwares ausstatten und damit den Grafikkarten-Leistungsindex aktualisieren - weitere Vorher-nachher-Vergleiche inklusive. Welche Erfahrungen haben Sie mit SAM und rBAR gemacht? Diskutieren Sie mit!

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    • Kommentare (102)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SenpaiiXD Komplett-PC-Aufrüster(in)
        #fragpcgh bei dem thema laptops hab tihr zuletzt einen 4050 rtx beworben.
        lohnt es denn beim laptop nich tbesonders eine 4060 oder gar eine 4070 zu kaufen?Oder sogar eine 4080 damit die wenigstens 12 GB mitbringt?
        Macht ein gaminglaptop mit einer 4060 Sinn, wenn das Display wqhd oder mehr liefert?
        Zitat von SenpaiiXD
        #fragpcgh bei dem thema laptops hab tihr zuletzt einen 4050 rtx beworben.
        lohnt es denn beim laptop nich tbesonders eine 4060 oder gar eine 4070 zu kaufen?Oder sogar eine 4080 damit die wenigstens 12 GB mitbringt?
        Macht ein gaminglaptop mit einer 4060 Sinn, wenn das Display wqhd oder mehr liefert?
        oder macht es gar kaum Sinn, einen Gamer Laptop mit einer 4070 oder 4080 zu kaufen, da die termal begrenzung eh immer aktiv wird?
      • Von SenpaiiXD Komplett-PC-Aufrüster(in)
        #fragpcgh bei dem thema laptops hab tihr zuletzt einen 4050 rtx beworben.
        lohnt es denn beim laptop nich tbesonders eine 4060 oder gar eine 4070 zu kaufen?Oder sogar eine 4080 damit die wenigstens 12 GB mitbringt?
        Macht ein gaminglaptop mit einer 4060 Sinn, wenn das Display wqhd oder mehr liefert?
        Zitat von SenpaiiXD
        #fragpcgh bei dem thema laptops hab tihr zuletzt einen 4050 rtx beworben.
        lohnt es denn beim laptop nich tbesonders eine 4060 oder gar eine 4070 zu kaufen?Oder sogar eine 4080 damit die wenigstens 12 GB mitbringt?
        Macht ein gaminglaptop mit einer 4060 Sinn, wenn das Display wqhd oder mehr liefert?
        oder macht es gar kaum Sinn, einen Gamer Laptop mit einer 4070 oder 4080 zu kaufen, da die termal begrenzung eh immer aktiv wird?
      • Von KaterTom Software-Overclocker(in)
        Ist meiner Ansicht nach eher eine Glaubensfrage. Ich habe schon ewig keine Neuinstallation gemacht und habe weder Performanceverluste noch andere Probleme. Allerdings installiere ich auch nicht jeden Mist und ich pflege mein System.
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        Bei so gravierenden Eingriffen bevorzuge ich einfach die sichere Variante, aus Erfahrung heraus.
      • Von SenpaiiXD Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Gurdi
        Ich würde dennoch nen Cleaninstall machen bei sowas.
        ok aber warum? Was kann passieren?
      • Von SenpaiiXD Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von KaterTom
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Nein, der Artikel ist nicht uninformativ, du hast die Informationen nur nicht verstanden!
        Du hättest bei der Installation zwischen uefi und legacy wählen können, indem du das Installationslaufwerk mit "uefi" in der Bezeichnung gewählt hättest. Oder vor der Installation schon im Bios auf uefi only stellen.
        der Artikel ist Journalistisch und informativ eine 2 von 10, bestenfalls eine 3. Sorry not sorry wenn das die Fanboygemeinde wütend macht
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