Passive Geforce RTX 3050 6GB im Test: Würdiger Ersatz für eine RTX 4050 oder Elektroschrott?

Sie suchen eine sparsame, lautlose Grafikkarte, die ohne zusätzlichen Stromstecker auskommt? Ihre Suche ist vorbei. Die neue Geforce RTX 3050 6GB schlägt sich im PCGH-Härtetest besser als erwartet - obwohl sie im Kern uralt und stark beschnitten ist.

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Passive Geforce RTX 3050 6GB im Test: Würdiger Ersatz für eine RTX 4050 oder Elektroschrott?
Quelle: PCGH

Wir schreiben das Jahr 2024. Die neuzeitlichen Plagen Crypto Mining und COVID-19 sind weitestgehend besiegt, die Hardware-Gemeinschaft schaut nach vorn. Dort sind bereits die Silhouetten von Blackwell (Geforce RTX 5000), RDNA 4 (Radeon RX 8000) sowie Battlemage (Arc-B-Serie) zu erkennen. Um diese Hightech-Spielzeuge soll es heute jedoch nicht gehen - sondern um ein wesentlich kleineres, sparsameres und im Falle unseres Testmusters außerdem leiseres Gerät. Wir freuen uns, Ihnen den Test der Geforce RTX 3050 6GB präsentieren zu können, dank tatkräftiger Unterstützung durch Zed Up, welche uns bereits mehrfach mit interessanten Grafikkarten aushelfen konnten.

Nvidia Geforce RTX 3050 6GB: Hwinfo-Overview (getestet: Palit KalmX von www.zed-up.de) Quelle: PCGH Nvidia Geforce RTX 3050 6GB: Hwinfo-Overview (getestet: Palit KalmX von www.zed-up.de)

Budget-Grafikkarten: Übersicht

Wer eine Grafikkarte für wenig Geld sucht, hat es heutzutage deutlich schwerer als vor der Mining-Hysterie. Weder AMD noch Nvidia bedienen den Preisbereich unterhalb von 250 Euro mit ihren neuesten GPU-Architekturen, im Spar-Segment findet sich nur Altware diverser Farben, Formen und Jahrgänge. Einige dieser Grafikkarten hat PCGH in den vergangenen Wochen getestet, unter anderem beim Vergleich von Gaming-Grafikkarten um 200 Euro sowie beim Test der Radeon-Rarität RX 6500 XT 8GB. Mit der Geforce RTX 3050 6GB betritt nun ein neues Modell die Budget-Bühne und muss sich den anderen Grafikkarten rund um die beliebte 200-Euro-Marke stellen.

Grafikkarten-Kenner ziehen jetzt möglicherweise eine Augenbraue hoch. Wie kann es sein, dass wir im Frühjahr 2024 eine Geforce RTX 3050 testen, obwohl diese bereits seit zwei Jahren am Markt ist? Im Gegensatz zum bereits erwähnten 8-GiByte-Modell der Radeon RX 6500 XT 8GB handelt es sich tatsächlich um eine neu veröffentlichte Grafikkarte: Die Geforce RTX 3050 6GB startete offiziell im Februar 2024 und ergänzt das Nvidia-Portfolio am unteren Ende. Dort wartete bisher die Geforce RTX 3050 - also das Original, die Anfang 2022 gestartete 8-GiByte-Variante. Diese wurde zwischenzeitlich auf Basis des kleinen GA107-Prozessors mit reduziertem Verbrauch neu aufgelegt, an der Leistung änderte dieser Wechsel jedoch nichts. Werfen wir einen Blick auf die nachfolgend getesteten Grafikkarten-Zwerge; weitere Vergleichsmodelle finden Sie in unserer gepflegten GPU-Datenbank:

Grafikkarte Geforce RTX 3050 8GB Geforce RTX 3050 6GB Arc A580 Radeon RX 6600 Radeon RX 6500 XT 8GB
Getestetes Modell Gigabyte Eagle Palit KalmX Sparkle Orc Sapphire Pulse Powercolor Fighter
Marktstart 27.01.2022 02.02.2024 10.10.2023 13.10.2021 Sommer 2022
Architektur Nvidia Ampere Nvidia Ampere Intel Xe HPG AMD RDNA 2 AMD RDNA 2
Codename/Konfektion GA106 oder GA107 GA107-325 ACM-G10 Navi 23 XL Navi 24 KXT
Chipgröße (mm²) 276 oder 200 200 406 237 107
Transistoren Grafikchip (Mrd.) 12,0 oder 8,7 8,7 21,7 11,06 5,4
Fertigung (Foundry) 8N (Samsung) 8N (Samsung) N6 (TSMC) N7P (TSMC) N6 (TSMC)
Shader-Cluster (CUs/SMs) 20 18 24 28 16
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 2.560/80/48 2.304/72/32 3.072/192/128 1.792/112/64 1.024/64/32
Raytracing-Einheiten 20 18 24 28 16
Matrix-Einheiten 80 72 384
Level-2-Cache (MiB) 3 2 16 2 1
Level-3-Cache (MiB) 32 16
Typ. GPU-Takt in Spielen (MHz) 1.880 1.680 2.330 2.540 2.860
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 9,6 7,7 14,3 18,2 11,7
FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) 9,6 7,7 14,3 9,1 5,9
Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) 150,4/90,2 121,0/53,8 447,4/298,2 284,5/162,6 183,0/91,5
Speicheranbindung (Bit) 128 96 256 128 64
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 14,0/7.000 14,0/7.000 16,0/8.000 14,0/7.000 18,0/9.000
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Transferrate Speicher (GB/s) 224 168 512 224 144
Speicherkapazität (MiB) 8.192 6.144 8.192 8.192 8.192
PCI-Express-Standard 4.0 ×8 4.0 ×8 4.0 ×16 4.0 ×8 4.0 ×4
Stromversorgung 1× 8-Pol Keiner Je 1× 8-/6-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol
Leistungsaufnahme (Board Power) 130 oder 115 Watt 70 Watt 200 Watt 132 Watt 113 Watt
DLSS Frame Generation Nein Nein Nein Nein Nein
Treiber-Frame-Generation Nein Nein Nein Ja Ja
Display-Konnektivität DP 1.4a, HDMI 2.1 DP 1.4a, HDMI 2.1, DL-DVI DP 2.0, HDMI 2.0 DP 1.4a, HDMI 2.1 DP 1.4a, HDMI 2.1
Ca.-Preis zum Testzeitpunkt 215 Euro 190 Euro 190 Euro 210 Euro Nicht mehr verfügbar

Angaben der Leistung auf Basis der von uns ausführlich durchgetesteten Grafikkarten (durchschnittlicher GPU-Boost über alle Benchmarks) - die Herstellerangaben liegen teils deutlich und somit praxisfern darunter. Je nach Modell sind Abweichungen um bis zu 200 MHz möglich.

Die technischen Eckdaten verraten es: Bei der Geforce RTX 3050 6GB handelt es sich zwar um eine neue Grafikkarte, aber um alte Technologie. Damals wie heute kommt Ampere-Silizium zum Einsatz, das kostengünstig bei Samsung im 8N-Verfahren vom Band läuft. Damit der Preisbereich unter 200 Euro adressiert werden kann, setzt Nvidia den Roftstift bei der GPU und dem VRAM an: Die RTX 3050 6GB muss sich mit 2.304 FP32-Rechenwerken begnügen, außerdem schrumpft das Speicher-Interface von 128 auf 96 Bit. Dadurch reduziert sich nicht nur die Speichertransferrate um 25 Prozent, sondern auch die Kapazität. Damit nicht genug, Nvidia presst all das in ein 70-Watt-Korsett - und genau dieser Twist macht aus der Geforce RTX 3050 6GB trotz der steinalten Basis ein interessantes Produkt. Tatsächlich ist die Geforce RTX 3050 6GB fast immer schneller, als man es beim Blick auf das schmale Power-Budget erwarten würde.

Damit genug der Vorrede. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, für wen die Geforce RTX 3050 6GB in Frage kommt - und für wen nicht. Sie erwarten Rasterizing- und Raytracing-Benchmarks in Full High Definition, eine Energie-Effizienz-Betrachtung sowie selbstverständlich ein einordnendes Fazit.

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  1. Seite 1 Übersicht und technische Daten
  2. Seite 2 Spiele-Benchmarks & Leistungsindex
  3. Seite 3 Raytracing-Benchmarks & Leistungsindex
  4. Seite 4 Leistungsaufnahme & Effizienz
  5. Seite 5 Preis-Leistung, Fazit und Empfehlungen
    • Kommentare (44)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Tech_13 Software-Overclocker(in)
        Meine erste GPU war passiv, eine HD5750 (meine ich, war 2012) und eine Zotac GT430 (auch passiv).
        Der Sprung zur GTX 650Ti war da schon krass.

        Bei der 3050 KalmX ist dies sicher ähnlich. Die RTX A4000 im LP Formfaktor finde ich hier aber interessanter.
      • Von Tech_13 Software-Overclocker(in)
        Meine erste GPU war passiv, eine HD5750 (meine ich, war 2012) und eine Zotac GT430 (auch passiv).
        Der Sprung zur GTX 650Ti war da schon krass.

        Bei der 3050 KalmX ist dies sicher ähnlich. Die RTX A4000 im LP Formfaktor finde ich hier aber interessanter.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff
        Irgendwann muss man einfach loslassen. Wir nutzen ja auch keine Glide-API mehr.

        MfG
        Raff
        haha mal loslassen der war gut. So einer wie ich kann das nur sehr schwer. Ich werde auch wenn ich noch mal einige Jahre älter bin auch noch immer die alten Spiele zocken die ich jetzt so zocke. Mein ältestes game ist von 2002 und die jüngste spiel ist von 2018. Ich kann mich da nur sehr schwer davon trennen. Die dx9 spiele sind der Hit kann man so sagen. Bald werde ich dabei noch mal überrundet, stört mich nicht die Bohne. Ich verwende daher nur noch alte PCs für so alte games. Früher habe ich extra einen PC für einen meiner besten Kumpel zusammen bauen lassen von meinem Bruder aus. heutzutage tuen es dafür 30 € PCs. Die Hardware mag zwar aus 2008 sein, macht aber nix. Habe sogar noch einen 1280x1024 für den old-school lock rum stehen in 19 " von fujit semiens. Aber genutzt wird es nur als Notfall.
        Das ist Hardware die kann man bis zum nimmerleins Tag verwenden kann solange noch nicht defekt ist.

        sowas kann wohl einer der immer das neuste verwendet nicht verstehen. wobei ihr von der Redaktion seid da nicht so drauf sondern auch offen. Spätestens nach weiteren 20 Jahren später wird es wohl nicht mehr möglich sein sowas altes zu bekommen oder ab wann ist denn maximal noch möglich?
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von kleinemann
        Meine Erfahrung ist halt leider eine andere, wenn ich damit jemand Beleidigt fühlt, dann tut mir das auch Leid!
        Auf meinen MSI Z-390 Gaming Rechner hier wird eine RTX3050/6Gb oder die RTX4060 nicht erkannt. Im Handbuch steht auch nur was von 16 Lanes. Im Bios hab ich nur 2 Optionen, einmal für das CrossLink und 2. für die interne Bildausgabe für die CPU etwas hierzu gefunden.
        Die PCI-Express-Spezifikationen schreiben zwingend Abwärtskompatibilität vor. Jeder ×16-Slot muss auch ×8-, ×4- und ×1-Geräte akzeptieren. (×2 und ×12 sind optional) Dafür sind auch keine Einstellungen nötig, die Slots verfügen über entsprechende Kodier-Kontakte, mit denen die Gesamtbreite des benötigten Links erkannt werden kann. Die hier wiederholt kritisierten Chips erfüllen diesen Teil der Spezifikationen auch, wie ich extra getestet und im verlinkten Thread erklärt habe.

        Vollkommen unabhängig davon kann es vorkommen, dass ältere Mainboard-UEFIs neue Grafikarten respektive deren Firmware nicht als Medium zur Grafikausgabe erkennen oder sich bei dem Versuch aufhängen. Das ist dann aber ein Versagen des Mainboard- oder Grafikkarten-Herstellers. Die von diesen verbauten Chips für Software-Fehler zu beschuldigen, insbesondere wenn man nur jeweils eine Implementation der Hardware ausprobieren konnte, ist schlicht eine Irreführung anderer Nutzer.
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        Ich behaupte einfach mal, so ist es günstiger. Für einen nicht RT fähigen Chip müsste man alles umstellen. Außerdem wird dadurch die Marktdurchdringung erhöht.
      • Von Matty86 PC-Selbstbauer(in)
        Ich dachte halt nur es wäre effizienter bzw. man könnte Ressourcen sparen, die Karte billiger produzieren und auch günstiger verkaufen. Eine GTX 3050 für 130-150€, da würden bestimmt viele nicht nein sagen.
        So hat man halt ne Karte die RT kann, nutzen kann man es aber im Prinzip so gut wie gar nicht. Außer man spielt in 720p. Gut das mit dem RT gilt auch für meine RX68 haha

        Aber....

        Zitat von PCGH_Raff
        Irgendwann muss man einfach loslassen. Wir nutzen ja auch keine Glide-API mehr.
        ..hast ja irgendwie Recht

        Schönes Wochenende
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