Geforce RTX 3050 gegen Radeon RX 6500 XT: Ein ungleiches Duell [Update: DLSS und Raytracing]

"Geforce ist für Spieler": Diese Aussage von Nvidia ließ vor einigen Monaten aufhorchen. Ab dem 27. Januar starten die Kalifornier einen neuen Anlauf im Kampf gegen Kryptominer und Hochpreise. Die offiziell 279 Euro kostende Geforce RTX 3050 nutzt die Hardware der RTX 3060 und soll sich dank moderater Abspeckung vor allem für flüssiges Full-HD-Gaming eignen. PCGH prüft, was von diesen Versprechen zu halten ist.

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Geforce RTX 3050 gegen Radeon RX 6500 XT: Ein ungleiches Duell
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 27. Januar: Heute Nachmittag startet der Verkauf von Nvidias Geforce RTX 3050. Passend dazu haben wir die Messreihe mit aktivem Raytracing und DLSS-Upsampling ausgewertet und eingebaut. Sie finden die Benchmarks auf der vierten Artikelseite, direkt hinter der Auflösungsskalierung.


Vor knapp einem Jahr veröffentlichte Nvidia die Geforce RTX 3060 (Test) als Abrundung des Ampere-Portfolios, welche jedoch deutlich über der psychologisch wichtigen Preisgrenze von 300 Euro rangierte - von aktuellen, realen Marktpreisen nicht zu sprechen. Ab dem 27. Januar haben preisbewusste Spieler eine neue Chance, denn dann startet die erste Ampere-Geforce für schmales Geld: die Geforce RTX 3050. Sie entspricht technisch einer RTX 3060, welche man um etwa ein Drittel ihrer Leistung erleichtert hat. Übrig bleiben 2.560 FP32-Rechenwerke, 8 GiByte GDDR6-Speicher, eine Leistungsaufnahme von 130 Watt sowie - das wird viele Interessenten freuen - eine werkseitige Mining-Bremse der Sorte "Lite Hash Rate" (LHR). Was die RTX 3050 beim Spielen leistet, prüft PCGH im Test der Einsteiger-Geforce.

Geforce RTX 3050: Spezifikation & Position

Flüssiges Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixel Bildschirmauflösung, optional mit Raytracing, so lautet Nvidias Konzeption der Geforce RTX 3050. Im Vergleich mit AMD, deren neue Radeon RX 6500 XT (Test) aktuelle PC-Spiele nur mit handgeschnitzten Einstellungen flüssig stemmt, fährt Nvidia deutlich mehr Silizium auf. Die Geforce RTX 3050 basiert auf dem drittgrößten Gamer-Ampere-Chip, dem GA106, welcher bereits die RTX 3060 antreibt. Gegenüber ihrer großen Schwester muss die RTX 3050 jedoch in allen leistungsrelevanten Bereichen deutlich Federn lassen: Von ehemals 3.584 FP32-ALUs (physisch vorhanden sind gar 3.840) bleiben 2.560 Einheiten übrig, was bei den offiziellen, konservativ angesetzten Taktraten eine Differenz von rund 28 Prozent ergibt. Das Speicher-Subsystem wird noch etwas weiter abgespeckt, hier reduzieren sich Interface-Breite, der anschließende Level-2-Cache sowie die Speicherkapazität um jeweils 33 Prozent (128 statt 192 Bit, 1.536 statt 2.304 KiByte, 8 statt 12 GiByte). Zusammen mit dem etwas niedriger taktenden Speicher ergibt sich ein Malus von knapp 38 Prozent bei der Transferrate.
Geforce RTX 3050 8GB: Nvidia Inspector Overview. Quelle: PC Games Hardware Geforce RTX 3050 8GB: Nvidia Inspector Overview. Trotz dieser herben Einschnitte kann die Geforce RTX 3050 auf 8 GiByte Gesamtkapazität zurückgreifen, was angesichts des Einsatzgebiets laut unseren Tests optimal balanciert ist. Mit dieser Spezifikation weist die RTX 3050 eine deutlich höhere FP32-Leistung als die originale RTX 2060 auf und übertrumpft diese auch bei der Kapazität, alle übrigen Duelle gewinnt jedoch die alte Turing-GPU. Die sogleich folgenden Benchmarks offenbaren, wo sich die Geforce RTX 3050 im Verhältnis einordnet. Eine komplette Übersicht der wichtigsten Leistungsdaten liefert die folgende Tabelle. Weitere Details und Modelle finden Sie in unserer GPU-Datenbank, die wir laufend um neue Grafikkarten erweitern.

Grafikkarte RTX 3060 RTX 3050 RTX 2060 GTX 1050 Ti RX 6600 RX 6500 XT RX 570
Referenzkarte verfügbar? Nein Nein Ja Nein Nein Nein Nein
Marktstart 25.02.2021 27.01.2022 07.01.2019 18.10.2016 13.10.2021 19.01.2022 18.04.2017
Architektur Ampere Ampere Turing Pascal RDNA 2 RDNA 2 Polaris
Codename/Konfektion GA106-300 GA106-150-KA TU106-200-KA GP107-300 Navi 23 XL Navi 24 XT Polaris 20 Pro
Chipgröße (reiner Die) 276 mm² 276 mm² 445 mm² 132 mm² 237 mm² 107 mm² 232 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 12.000 12.000 10.800 3.300 11.060 5.400 5.700
Fertigungsverfahren (Foundry) 8N (Samsung) 8N (Samsung) 12FFN (TSMC) 14FF (Samsung) N7P (TSMC) N6 (TSMC) 14LPP (GloFo)
Shader-Cluster (CUs/SMs) 28 20 30 6 28 16 32
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 3.584/112/48 2.560/80/48 1.920/120/48 768/48/32 1.792/112/64 1.024/64/32 2.048/128/32
Raytracing-Einheiten 28 (2. Gen.) 20 (2. Gen.) 30 (1. Gen.) - 28 (1. Gen.) 16 (1. Gen.) -
Tensor-Kerne (u. a. für DLSS) 112 (3. Gen.) 80 (3. Gen.) 240 (2. Gen.) - - - -
L3 Infinity Cache (MiB/Bit) - - - - 32/512 16/256 -
Infinity Cache Max. Takt (MHz) - - - - 1.800 1.800 -
GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) 1.777 1.777 1.680 1.392 2.044 2.610 1.244
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 12,7 9,1 6,45 0,17 14,7 10,7 5,1
FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) 12,7 9,1 6,45 2,14 7,3 5,35 5,1
Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) 199,9/85,7 142,2/85,3 201,6/80,6 66,8/44,5 228,9/130,8 167,0/83,5 159,2/39,8
Speicheranbindung (Bit) 192 128 192 128 128 64 256
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 15,0/7.501 14,0/7.001 14,0/7.001 7,0/3.506 14,0/7.000 18,0/9.000 7,0/3.500
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR5 GDDR6 GDDR6 GDDR5
Transferrate Speicher (GB/s) 360 224 336 112 224 144 224
Transferrate Infinity Cache max. (GB/s) - - - - 922 461 -
Speicherkapazität (MiB) 12.288 8.192 6.144 4.096 8.192 4.096 4.096
PCI-Express-Schnittstelle 4.0 ×16 4.0 ×8 3.0 ×16 3.0 ×16 4.0 ×8 4.0 ×4 3.0 ×16
PCI-Express-Stromanschlüsse 1× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 8-Pol 1× 6-Pol 1× 8-Pol 1× 6-Pol 1× 6-Pol
Typische Leistungsaufnahme (ab) 170 Watt 130 Watt 160 Watt 75 Watt 132 Watt 107 Watt 150 Watt
Unverbindliche Preisempfehlung 329 Euro 279 Euro 369 Euro 155 Euro 339 Euro 209 Euro 199 Euro

Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und somit auch der Durchsatz. Alle Angaben, auch zu Caches, ROPs und Durchsatzraten, sind durch Nachfrage bei den Herstellern und Tools verifiziert.

Sie haben es womöglich gesehen, dass die Geforce RTX 3050 einen weiteren Beschnitt über sich ergehen lassen muss: Obwohl der GA106 mit 16 PCI-Express-Lanes kommunizieren kann und es auf der RTX 3060 tut, muss er sich hier mit der Hälfte begnügen. Wir haben Nvidia zu den Gründen befragt und erhielten das folgende Statement: "Dropping to 8 PCIe lanes improves supply. It allows us to source a wider variety of chips for the life of the product." Demnach helfe der Eingriff der Verfügbarkeit, was wir einstweilen unkommentiert stehen lassen. Da Ampere mit dem PCI-E-Standard 4.0 umgehen kann, ist zumindest auf modernen Plattformen von AMD und Intel nicht mit fühlbaren Leistungseinbußen zu rechnen, denn hier kann die Geforce RTX 3050 mit einer zu PCI-E 3.0 ×16 äquivalenten Transferrate arbeiten. Welche Auswirkungen die halbierte Datenbahn auf älteren Systemen hat, prüfen wir in den Spiele-Benchmarks. Zum Vorglühen haben wir, analog zur Radeon RX 6500 XT, die Durchsatzraten am PCI-Express-Slot mithilfe von synthetischen Benchmarks überprüft. Wie es in Spielen aussieht, erfahren Sie in der Gaming-Auswertung auf Seite 4 dieses Artikels.

Nvidia Geforce RTX 3050 - PCI Express Throughput - Synthies. Quelle: PC Games Hardware Nvidia Geforce RTX 3050 - PCI Express Throughput - Synthies.

Geforce RTX 3050: Custom-Designs

Die Geforce RTX 3050 wird von den Nvidia-Partnern in diversen Farben, Formen und Geschwindigkeiten angeboten. Gemeinsam haben sie die Mindest-Leistungsaufnahme von 130 Watt, 1.777 MHz GPU-Boost (typisch), 14 GT/s Speicherleistung sowie 8 GiByte Kapazität. Rechtzeitig zum Foto- und Video-Shooting erreicht haben uns die Gigabyte Eagle, Gigabyte Gaming OC und Gainward Ghost OC, welche wir Ihnen im Folgenden präsentieren. Benchmarks der werkseitig übertakteten Modelle liefern wir nach.

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  1. Seite 1 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Spezifikationen
  2. Seite 2 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Spiele-Benchmarks (1)
  3. Seite 3 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Spiele-Benchmarks (2)
  4. Seite 4 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Leistungsindex & PCI-Express
  5. Seite 5 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Leistungsaufnahme und Effizienz
  6. Seite 6 Geforce RTX 3050 8GB im Test: Zusammenfassung mit Fazit
    • Kommentare (152)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von INU.ID Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von JackA
        RX 6600... 475€ für eine 339€ Karte. Inakzeptabel.
        Aktuell sind es statt 475€ "nur" noch ab 269€.

        Dat is zumindest "akzeptabler".
      • Von INU.ID Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von JackA
        RX 6600... 475€ für eine 339€ Karte. Inakzeptabel.
        Aktuell sind es statt 475€ "nur" noch ab 269€.

        Dat is zumindest "akzeptabler".
      • Von JackA Lötkolbengott/-göttin
        RX 6600... 475€ für eine 339€ Karte. Inakzeptabel.
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Raff
        Das fasst es am besten zusammen. Allerdings würde ich das schon gerne (mal wieder) erläutern. Ich lese mir das Feedback auf allen Kanälen übrigens haarklein durch, auch wenn ich auf das Wenigste eingehe.

        Man muss als Tester einfach eine Baseline ziehen. Einen Kompromiss eingehen, der für die allermeisten Szenarien bzw. Produkte funktioniert. Dieser liegt im Leistungsindex, welcher darauf ausgelegt ist, selbst die Leistung der schnellsten Grafikkarten aufzuzeigen, also eine Skalierung mit der GPU-Leistung zu erlauben. Das erreichen wir mit großem Aufwand bei den Settings und Szenen - soweit ich weiß, ist die PCGH-Aufstellung mit 20 Spielen in 4 Auflösungen nicht nur einer der aufwendigsten Indizes weltweit, sondern auch einer mit der besten Skalierung (Abstand 3080 vs. 3090 beispielsweise). Dass dabei Mittelklasse-Grafikkarten zu kämpfen haben und alle zwei- bis dreifach beschnittenen Modelle sowie alte Karten einknicken, liegt in der Natur der Sache. Da wir alle Fortschritt wollen, sehe ich hier auch nichts verwerfliches.

        Die Idee, bei jedem Produkt irgendeine andere Methodik zu erfinden, ist nicht nur anfechtbar, sondern auch furchtbar aufwendig und insgesamt nicht praktikabel. Am Ende hat jedes Produkt einen eigenen "Index", es gibt null Vergleichbarkeit, sondern nur Inseln. Die Alternative, beispielsweise zehn "Index-Szenarien" (Enthusiast, Mittelklasse, Low-End, Speicherkrüppel, Superaltmetall etc.) aufzubauen und aktuell zu halten: völlig unmöglich, selbst bei meinen völlig wahnsinnigen Arbeitszeiten vor Launches. Es geht einfach nicht. Denn, das sieht man von außen nicht, ein Redakteur hat mehr zu tun, als 24/7 zu benchen. Dann ist noch nichts anderes gemessen, es gibt weder Fotos noch ein Video. Und am Ende muss das alles noch in einen Artikel gegossen werden, Benchmarks wollen gebaut und Texte geschrieben werden, was auch noch Recherche-Zeit braucht. Vom Tagesgeschäft drumherum gar nicht erst zu reden.

        Insofern bleiben wir bei der Regel: Alles, was das Prädikat "Gaming-Grafikkarte" verdient bzw. sich verdienen will, kämpft sich mehr oder minder erfolgreich durch den PCGH-Leistungsindex. Was daran zerschellt, ist eben keine ernsthafte Gaming-Grafikkarte. Dass der Einstellungstest machbar ist, zeigen schließlich genug Grafikkarten und Full HD sollte zumindest drin sein. Ergänzt wird das anlassgetrieben durch Spezialmessreihen - wie eben bei der Radeon RX 6500 XT. Nachschlag inklusive der Geforce RTX 3050 ist übrigens in Arbeit.

        Spaßfakt am Rande: Ich spielte schon mehrfach mit dem Gedanken, Full HD aus dem Index zu streichen, da sich hier ein CPU-Limit nie ganz vermeiden lässt, aber angesichts der Immer-noch-Verbreitung (global/Steam) wäre das nicht gut. Insofern bleibt das, aber fiese Szenen und bewusste Grafiklast sind das Mindeste.

        MfG
        Raff
        Ich fände schön wenn Ihr die ResScales sein lassen würdest, ta teile ich die Kritik von [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] eindeutig. Das hat bei gesplitterter Auflösung einfach nichts zu suchen.

        Der neue Parcour steht ja schon in den Startlöchern. Bin schon gespannt drauf.

        Zu der Debatte hier vorher kann man eigentlich nicht viel sagen. Die 3050 ist im Markt viel zu teuer geworden und damit unbrauchbar. Die 6500 ist ein ein Schrottprodukt das seines gleichen sucht.
      • Von cordonbleu BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RX480
        Bei den 8GB-Grakas gibts inzwischen die 6600 für 489€.
        Viel zu teuer. Wer soll sich das bitte leisten?
        Gibt ne 6600 auch für 475€ incl.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        btw.
        Bei den 8GB-Grakas gibts inzwischen die 6600 für 489€. (falls Jemand "unbedingt" mehr Vram möchte)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
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