Prozessoren 2017 von AMD: Threadripper und mehr
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Prozessoren 2017 von AMD: Threadripper und mehr

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Auf der dritten und letzten Seite zum AMD-CPU-Special dreht sich alles um Threadripper und Ryzen Mobile.

Threadripper kommt - mit den besten Summit-Ridge-Dies

AMD Ryzen Threadripper 1950X: geköpft von der8auer Quelle: der8auer AMD Ryzen Threadripper 1950X: geköpft von der8auer Auf dem Financial Analyst Day am 16. Mai kündigte AMD-Chefin Lisa Su an, was bis dahin zwar in der Gerüchteküche herumschwirrte, aber nicht offiziell war: Ryzen würde nicht lange AMDs Topmodell bleiben. Mit dem ebenfalls während derselben Präsentation angekündigten Epyc hatte man die Summit-Ridge-Dies als Multi-Chip-Modul in Vierer-Verbünden bereits als Server-Plattform in der Hinterhand und wollte diese Möglichkeit naheliegeenderweise auch für den Desktop nutzen: Bis zu 16 Kerne sollte die neue, auf dem Sockel TR4 basierende Plattform bieten und unter dem klangvollen wie ominösen Namen Threadripper firmieren. Das gezeigte Package war für Desktop-Verhältnisse - gelinde gesagt - riesig. Weitere Details sparte man sich bis zur Computex-Messe Ende Mai auf.

In deren Rahmen hatte Konkurrent Intel beim Skylake-X-Launch dann auch nichts Besseres zu tun, als noch einen draufzusetzen - 16 Kerne? Ha! Wir bieten 18. Man vergaß dabei aber zu erwähnen, dass die Intel-Kerne rund das Doppelte der AMD-Pendants kosten... und wer das brauchen soll. Wobei zumindest Letzteres eine berechtigte Frage ist.
AMD Threadripper 1920X & 1950X Quelle: PC Games Hardware AMD Threadripper 1920X & 1950X

Der Threadripper-Launch war für den späten Sommer avisiert und immer mehr kristallisierte sich der September als Starttermin heraus. Zuvor schürte AMD aber noch die Erwartungen der Übertakter: Nicht nur gab es bereits ab Werk eine TDP von 180 Watt und entsprechend potent ausgebaute Mainboards, auch die Selektion der Summit-Ridge-Dies war entscheidend: Für Threadripper sollten nur die besten 5% der gefertigten Chips zum Einsatz kommen. Der (erhoffte und theoretisch mögliche) Effekt: Threadripper sollen sich besser übertakten lassen und effizienter arbeiten. Immerhin beim nachträglich eingeführten TR-1900X mit acht Kernen nutzte AMD diesen Vorteil und spendierte ihm im Vergleich zu Ryzen 7-1800X leicht erhörte Taktraten von bis zu 4,2 GHz.

AMD Ryzen Threadripper 1920X mit Zubehör Quelle: PC Games Hardware AMD Ryzen Threadripper 1920X mit Zubehör Der Startschuss fiel dann am 11.8. - und zu diesem Zeitpunkt hatte AMD tatsächlich den in einigen Benchmarks führenden Desktop-Prozessor im Angebot und auch im Anwendungsteil des PCGH-Leistungsindexes führte das 16-Kern-Modell Ryzen Threadripper 1950X gegen die zu der Zeit erhältlichen Skylake-X-Modelle. Das war seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen und veranlasste mancherorts, den Sieg über Intel auszurufen. Der klare Fokus auf PC-Spieler verhinderte bei PC Games Hardware solcherlei Lobeshymnen, da selbst aktuelle Titel bei der Kernskalierung oft kaum vom Fleck kommen und sich bei "Leistungsexplosionen" spätestens jenseits von acht Kernen vornehm zurückhalten. Tatsächlich war es schwierig, abseits fein selektierter Szenarien oder bereits bekannter Ryzen-Stärken wie 3D-Rendering (Blender, Cinebench) oder Video-Transcoding Stärken der CPU als solches auszumachen. Denn der eigentliche Star beim Threadripper war die Plattform. Ihre bis zu 64 PCI-Express-3.0-Lanes, bis zu sieben PCI-Express-Devices, etwa mit voller ×4-Geschwindigkeit angesteuerte M.2-SSDs und der enorme, mögliche Speicherausbau von 2 TiByte waren allerdings für die meisten Spieler kaum ein Kaufanreiz, obwohl die Prozessoren selbst im Vergleich zu Intels Kernmonstern recht günstig waren.

So ganz geheuer war das selbst AMD wohl nicht, zumal sogar die passend zum Financial Anaylst Day und Epyc-Ankündigung von Tirias Research bestellte Studie mit dem Titel "AMD Epyc Empowers Single-Socket Servers" zu dem Schluss kam, dass in diesem Umfeld acht oder weniger CPU-Threads vom Großteil der Software genutzt werde und nur weniger über 16 Threads ansteuerten. ("server-based parallel-programming practices have stalled at a point where most have eight or fewer software execution threads per application, and few have over 16 threads.").

Threadripper wurde folgerichtig mit einem Neuaufguss des lange verschollenen Mega-Taskings beworben. Sie erinnern sich an den Spieler mit mehrkernoptimierten Titeln und CPU-basiertem Encoding? Wenn der nun auch noch zugleich, also neben dem Spielen und Streamen, alte Streams für den Upload auf Youtube konvertieren wolle, dann wäre das ein Anwendungsfall für Threadripper ...

Das hielt allerdings Nutzer, die große Mengen an Speicher, viele SSDs, mehrere GPU- oder andere Beschleunigerkarten oder Software wie 3D-Rendering-Programme oder aufwändige Video-Encoder nutzen, nicht davon ab, sich trotzdem für Threadripper zu begeistern - auch wenn diese "Creative Professionals" gar nicht nebenbei streamten oder spielten. Doch immerhin: Acht von knapp 560 Umfrageteilnehmern im PCGHX-Forum fühlten sich von Threadripper so angesprochen, dass er Platz in ihrem primären Spiele-PC fand. Alle Achtung für AMDs Prestigeprojekt - und das ist absolut nicht süffisant gemeint.

2017 - AMD im Aufwind

Neben dem fulminanten Ryzen-Launch verblasste der Threadripper ob seiner arg spitzen Zielgruppe zwar etwas, aber dem Erfolg von AMD im Jahr 2017 tat dies keinen Abbruch. Die vorerst neuesten Quartalszahlen von Ende Oktober zeigten dann auch den entsprechenden Lohn der Mühen. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 26% an und damit auf ein Niveau, wie AMD es seit mehr als sechs Jahren nicht erreicht hatte. Denn allein die Sparte Computing and Graphics, also dort, wo neben der Radeon auch die Ryzen-CPUs zu Hause sind, legte um 74 Prozent auf 819 Mio. US-Dollar zu - das Gesamtergebnis wurde allerdings vom nach wie vor stagnierenden Enterprise, Embedded und Semi-Custom-Geschäft gebremst. Die Adoption der Epyc-CPUs im Server-Bereich dauert dort aufgrund längerfristiger und gründlicherer Validierungsprozesse einfach seine Zeit - inzwischen konnte AMD jedoch Erfolge vermelden und Epyc erfolgreich in Microsofts Azure Cloud-Service sowie beim chinesischen Internetgiganten Baidu platzieren.
Die ersten Mobil-Versionen von Ryzen sind in Notebooks verfügbar und sogar die ersten APUs mit integrierter Radeon-Vega-Grafik sind im Handel, wenn auch vorerst nur in den USA lieferbar, aber das soll sich im Januar ändern.

Da sind Ankündigungen wie die von Intel, künftig auch auf Radeon-GPUs bei Multi-Chip-Packages zu setzen, nur das Tüpfelchen auf dem i und AMDs Erfolgsgeschichte lässt sich auch von Kleinigkeiten wie dem Hickhack um die unter Linux auftretenden Segfaults bei Ryzen-CPUs nicht stören - zumal die Problematik inzwischen gelöst wurde - auch wenn AMD betroffene Prozessoren umtauschen musste. Selbst den RAID-Treiber für die Threadripper-Plattform hat AMD zeitnah und (fast) wie versprochen geliefert, nachdem nach der ersten kurzen Verzögerung die Unkenrufe bereits laut wurden. Damit hat Roman "der8auer" Hartung in einem Beta-Test bereits eine SSD-Transferrate von 27 GB/Sekunde und damit beinahe RAM-Geschwindigkeit erreicht.

Intels Dilemma mit der angreifbaren Management-Engine steht AMD wohl nicht bevor - die integrierten Platform-Security-Prozessoren sind per UEFI deaktivierbar ...

Falls Sie es verpasst haben: Schauen Sie auch in Teil 1 unseres Prozessor-Jahresrückblickes mit dem Schwerpunkt Intel!

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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RtZk Lötkolbengott/-göttin
        Deine Ergebnisse kommen so zustande, du hast den Takt höchstwahrscheinlich auf 4ghz gefixed und nutzt schnellen RAM (niedrige Latenzen machen ihn nur noch schneller und vermutlich ist er auch dual ranked), der 7700k hat einen all Core Turbo Takt von 4,4ghz und nutzt nur 2666mhz, nutzt du das Selbe beim 7700k, ist das Ergebnis auch unverfälscht. Abgesehen davon dein Ryzen ist auf Max OC, sehr viele 7700k machen 5ghz, manche sogar 5,2ghz. Dieser dann entstanden Vorsprung ist sicherlich nicht klein, aber man redet sich das was man selbst hat eben gerne schön

        Oi ein Wunder, schau mal was für ein Ergebnis bei meinem Vergleich mit einem ähnlich hochtaktenden Ryzen rauskommt, alles eine Frage der sonstigen Hardware
      • Von RtZk Lötkolbengott/-göttin
        Deine Ergebnisse kommen so zustande, du hast den Takt höchstwahrscheinlich auf 4ghz gefixed und nutzt schnellen RAM (niedrige Latenzen machen ihn nur noch schneller und vermutlich ist er auch dual ranked), der 7700k hat einen all Core Turbo Takt von 4,4ghz und nutzt nur 2666mhz, nutzt du das Selbe beim 7700k, ist das Ergebnis auch unverfälscht. Abgesehen davon dein Ryzen ist auf Max OC, sehr viele 7700k machen 5ghz, manche sogar 5,2ghz. Dieser dann entstanden Vorsprung ist sicherlich nicht klein, aber man redet sich das was man selbst hat eben gerne schön

        Oi ein Wunder, schau mal was für ein Ergebnis bei meinem Vergleich mit einem ähnlich hochtaktenden Ryzen rauskommt, alles eine Frage der sonstigen Hardware
      • Von Gerwald Freizeitschrauber(in)
        Also ich hatte ja bis jetzt auch Intel, nur was ist da so toll dran, eine CPU wie jede andere. Als der Ryzen raus kam war gerade der i7 7700k aktuell und mal um 30 Punkte im Single Thread vor meinen Ryzen 1600X. Also so schnell scheint der auch nicht zu sein mit besserer Latenz usw.

        Der Ryzen 1600X hat einen TurboTakt von 4GHZ. Der i7 7700k hat einen Turbotakt von 4.5GHZ. Das heißt der Ryzen 1600X hat nur ca.89% des Turbotaktes des i7 7700k. Aber laut Z-CPU im Singel Thread gerade mal 2% mehr Leistung. Das sind die Werte die mir angezeigt werden.
        Natürlich kann man nicht so einfach sagen der 7700k braucht 13% mehr Takt um 2% Vorsprung vor den 1600X zu haben. Allerdings zeigt es, man kann auch nicht so einfach sagen der Intel wäre auf Grund irgendwelcher Latenzen oder sonstiges um so viel schneller.

        Wisst ihr ich hab einen Speicher mit sehr niedriger Latenz und 3200MHZ. Wenn jetzt einer einen Speicher bei gleichen MHZ hat aber eine höhere Latenz, das ist das vielleicht messbar. Aber im täglichen Arbeiten wird man den unterschied nicht merken.

        Da ist halt schon viel Fanboy gerade dabei.
      • Von Gerwald Freizeitschrauber(in)
        Spannung hab ich auch keine erhöht. auch nicht beim Ryzen mit 3.9GHZ
      • Von Gast1719868203
        Zitat von Threshold
        Was denn für alte Hackordnungen?
        Intel ist aktuell deswegen schneller, weil sie durch die Bank einen höheren Takt anliegen haben.
        Naja so einfach ist das ja nicht. Ringbus, bessere Latenzen und..ja, höherer Takt und IPC.
      • Von Gast1719868203
        Das bekommen die schon hin, da mache ich mir keine Gedanken. Wenn die es nicht hinbekommen, dann keiner. ^^
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