AMD Ryzen 5 5500X3D im Test: Spartipp für den Sockel AM4?
Still und heimlich ist noch ein Nachzügler aus der X3D-Familie für den Sockel AM4 erschienen, der Ryzen 5 5500X3D. Der könnte sich als sparsame Alternative zum Ryzen 7 5800X3D mausern. Wir haben ihn getestet.
In diesem Artikel
Vor rund drei Jahren erschien mit dem Ryzen 5 5600X3D bereits ein schlanker Sechskerner mit 3D V-Cache für den Sockel AM4, der jedoch aufgrund seiner Verfügbarkeit ausschließlich in den USA und nicht hierzulande als Alternative für Ryzen 7 5700X3D und 5800X3D infrage kam. AMD wiederholt das Spiel zwei Jahre später: Still und heimlich erscheint der Ryzen 5 5500X3D und wieder ist die CPU nicht in Deutschland erhältlich. Dass wir den Prozessor trotzdem testen können, verdanken wir dem User RotheMan aus dem PCGHX-Forum. Dieser hat sich einen Test gewünscht, der vor allem auf die Effizienz und die Leistungsaufnahme beim Spielen mit dem X3D eingeht. Wir bedanken uns herzlich und konzentrieren uns jetzt vor allem auf die Spiele-Performance und -Effizienz. Der schlanke Ryzen 5 5500X3D ist bisher ausschließlich bei Aliexpress für ca. 180 Euro erhältlich, und, soweit ersichtlich, auf sämtlichen AM4-Mainboards lauffähig, die auch mit anderen X3D-Prozessoren zurechtkommen (B450, X470, B550, X570 etc.).
Technische Daten
AMD nennt auf der offiziellen Produktseite zum Ryzen 5 5500X3D einen Basistakt von 3,0 GHz sowie einen Boost von bis zu 4,0 GHz. Die CPU verfügt über sechs Kerne und SMT und kann somit insgesamt zwölf Threads bereitstellen. Die TDP beträgt für so einen schlanken und niedrigtaktenden Sechskerner jedoch hohe 105 Watt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass hier nur CPU-Kerne verbaut werden, deren Güte für leistungsfähigere und effizientere Prozessoren nicht mehr ausreicht. Ein CPU-Kern mit schlechteren Eigenschaften benötigt mehr Energie für denselben Takt als ein anderer. Dieses Potenzial, nach oben sowie nach unten, machen sich AMD und Intel schon immer zunutze, um Prozessoren verschiedener Güteklassen anzubieten. In dem Fall siedelt sich der Sechskerner weiter unten an.
| Codename | Architektur | Cores | Threads | Base | Boost | TDP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 5800X3D | Vermeer-X | Zen 3 | 8 | 16 | 3,4 GHz | 4,5 GHz | 105 Watt |
| Ryzen 7 5700X3D | Vermeer-X | Zen 3 | 8 | 16 | 3,0 GHz | 4,1 GHz | 105 Watt |
| Ryzen 5 5600X3D | Vermeer-X | Zen 3 | 6 | 12 | 3,3 GHz | 4,4 GHz | 105 Watt |
| Ryzen 5 5500X3D | Vermeer-X | Zen 3 | 6 | 12 | 3,0 GHz | 4,0 GHz | 105 Watt |
Die sonstigen Eigenschaften entsprechen aber glücklicherweise einem vollwertigen Zen-3-Ausbau (im Gegensatz zum regulären Ryzen 5 5500): Sie erhalten mit dem Ryzen 5 5500X3D native 24 PCI-Express-4.0-Lanes, die Unterstützung für bis zu 128 GiB DDR4-Speicher (max. DDR4-3200 bei 1DPC, max. DDR4-2666 bei 2DPC) sowie die namensgebenden zusätzlichen 64 MiB L3-Cache, die insbesondere moderne 3D-Spiele beschleunigen. Das könnte einem älteren System, das noch auf Ryzen 1000 oder 2000 setzt, einen gehörigen Schub verpassen. Wir nutzen daher die Möglichkeit und vergleichen den Ryzen 5 5500X3D später in den Benchmarks auch mit einem Ryzen 5 2600X (Zen+) sowie Ryzen 7 3700X (Zen 2). Gerade von Zen(+) auf Zen 3 lohnt sich der Umstieg.
Ryzen 5 5500X3D: Spiele-Benchmarks
Um bei den Spiele-Benchmarks fair zu bleiben, vergleichen wir den Ryzen 5 5500X3D nur mit potenziellen Aufrüstkandidaten und anderen Prozessoren, die entweder in dieselbe Preisklasse fallen oder einen Ausblick darauf geben sollen, was beim Tausch auf den nächstgrößeren Sockel noch möglich wäre, ohne dafür ein Vermögen auszugeben. Das hängt natürlich auch davon ab, welche Hardware man aktuell nutzt. Spannend ist der 5500X3D allemal für Sockel-AM4-Aufrüster. Der Sechskerner Ryzen 5 2600X und der "Volksachtkerner" Ryzen 7 3700X werden grundsätzlich geschlagen, hier lohnt das Upgrade am meisten. Gegen die anderen Prozessoren kann sich ein 5500X3D jedoch nur schwer durchsetzen, was am sehr geringen Boosttakt von nur 4,0 GHz liegt. Das reicht einfach nicht aus, zudem sind Ladezeiten und das Ansprechverhalten im Alltag aufgrund des Taktdefizits als langsam zu beschreiben.
Auf der kommenden Seite schauen wir uns noch die Effizienz und die Leistungsaufnahme im Gaming-Alltag an. Ein geringer Takt und wenig Kerne sorgen in Kombination technisch eigentlich immer für einen geringen Verbrauch unter Last. Wir sind unter dem Aspekt gespannt, wie sich das beim Ryzen 5 5500X3D äußert.

Die CPU ist sicher toll und wäre richtig geil bei 120 euro im ek für nen normalen user, dazu ein 90 euro b550 board. alles schick, aber zum "aufrüsten" würde ich den nicht nutzen nein.
hättest 100€ dann noch für nen 7500X3D zum 7500F drauflegen können un hättest ne 20% schnellere CPU gehabt, die du dann später immernoch mit nem weitaus schnelleren Zen6 oder gar Zen7 hättest aufrüsten können
der 5800X3D ist für den jetzigen Kurs nicht mal ansatzweise eine Empfehlung wert, vor allem nicht wenn man seinen alten AM4 Kram noch verkaufen kann, aber ist auch nur meine Meinung